Zink, ups

Wer mich kennt, weiß: Ich gehe nur dann zum Arzt, wenn’s brennt. Nachdem ich einige Monate beobachtet habe, wie meine Haarpracht allmählich dünner und dünner wurde, habe ich mich mal zum Arzt bemüht. Blut abgenommen, Schilddrüsenwerte okay. Verdacht: Zinkmangel. Nochmal Blut abgenommen (die Story ist ein bisschen länger, der Arzt ist kein tumber Tor 😉 ) auf Zink hin: Yes! Ein deutlicher Zinkmangel liegt bei mir vor. Der Arzt verschrieb mir Zinktabletten, und zwar in der doppelten Dosis. Ende August neuer Test.

Soweit, so gut oder eben nicht. Ich habe mich natürlich umgelesen. Noch mehr Dinge, die ich bei mir beobachtete und die ich auf anderes Ursachen wie beispielsweise das Wetter geschoben habe (ewig müde), passen bestens dazu. Wie aber komme ich bei meiner Ernährung auf einen Zinkmangel?

Zwar lebe ich nicht mehr 100% vollwertig, aber ich esse immer noch Haferflocken, Vollkornbrot, Nüsse – all die Dinge, die zinkreich sind. Aber eben wenig Käse und sehr, sehr selten Fleisch.

Sagt jemand „Ich bin Veganer“, befragt man ihn gleich nach dem B12-Mangel. Aber dass Zinkmangel eben auch sehr leicht durch eine vegane Lebensweise entstehen kann, ist irgendwie nicht so deutlich im Bewusstsein.

Ich behaupte keineswegs, dass alle Veganer einen Zinkmangel haben. Aber vor allem diejenigen, die einfach nur die Tierprodukte weglassen, ohne sich über den Rest ihrer Ernährung Gedanken zu machen und die ihr Essen nicht Sorgfalt auswählen, sind gefährdet. Und sollten ihren Wert mal testen lassen.

Eine andere Frau, mit der ich die Tage darüber sprach, berichtete Ähnliches. Sie hatte auch niedrige Zinkwerte, hat sich dann angewöhnt, Fleisch in Maßen zu essen und die Werte haben sich gebessert auf normal.

Mir gibt sowas schon zu denken. Vor allem wenn ich daran denke, dass einige Eltern ihre Kinder vegan ernähren. Können sie wirklich abschätzen, was das für Langzeitfolgen für ihre Kinder haben kann?

3 Gedanken zu “Zink, ups

  1. Daniela 16. Juli 2021 / 17:51

    Ja! Meine Zinkwerte waren auch deutlich zu niedrig und ich habe mich gesund, pflanzenbasiert und vollwertig in dieser Zeit ernährt. Als der Checkup nach einem halben Jahr wiederholt wurde, waren die Werte wieder im Normbereich. Ich habe auf Anraten meines Arztes angefangen, einmal pro Woche Fleisch zu essen. Auch mein Eisenwert hat sich damit stabilisiert. Ich litt damals unter starker Müdigkeit und Haarausfall. Mein Arzt sagte, wenn sich ein Zinkmangel mal so deutlich im Blutbild zeigt, dann hat man ihn schon länger.

  2. Cordula 11. August 2021 / 15:03

    Man kann durch jede Ernährungsweise einen Nährstoffmangel entwickeln. Das hängt von mehreren Faktoren ab: Alter, Lebensumstände, Intrinsic Faktor, mitunter Menstruation (bei Eisenanämie bei Frauen), Ernährungsgewohnheiten, Wahl der Lebensmittel etc.

    Ja, als Veganer wird man meistens auf B12 angesprochen, doch besonders im Alter ist das einer der häufigsten Nährstoffmängel. Auch bei denen, die jeden Tag Fleisch essen.

    Oder einen Vitamin D Mangel haben laut RKI etwa 82% der deutschen Bevölkerung.

    Selbst wenn ein Nährstoffmangel diagnostiziert wird, bedeutet das auch nicht gleichwertig, dass die jeweilige Ernährungsweise generell falsch ist.
    Insgesamt kann es bei jeder Ernährunsgweise, finde ich, nicht schaden, sich entsprechendes Wissen zu Ernährung anzueignen und sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

    LG

    • OneBBO 11. August 2021 / 16:36

      Ja, das ist wichtig, sich Wissen zu Ernährung anzueignen. Deswegen freue ich mich immer, wenn ich mein Wissen auch erweitern kann. Sprich: Eben nicht stur an einer Ernährungsweise klebe, weil mich vor x Jahren die Argumente mal überzeugt haben.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.