Christa Reinig: Entmannung

Manchmal frage ich mich echt, nach welchen Kriterien Bücher und Autoren hochgelobt werden. Da schreiben sie gekünsteltes Deutsch, faserige, wirre Geschichten, eklig oder abstoßend – egal, das ist Literatur!

So kam dann auch Christa Reinig auf meine Liste, Ihr erinnert euch: Ein Literaturquizz nutze ich, um mir eine Bücherliste zu erstellen, die ich „abarbeite“. Seit einigen Wochen genehmige ich mir auch das Abbrechen der Lektüre – Grund meist „Mopsigkeit“.

Wenn ich einen neuen Autor beginne, lese ich gern die Lebensgeschichte in Wikipedia oder woanders. Christa Reinigs Mutter war Putzhilfe. Das fand ich irgendwie ganz lustig, wenn auch, das ist mir klar, das mit ihrer literarischen Karriere rein gar nichts zu tun hat.

Die Entmannung schien mir nach einigen Seiten nicht so sehr als Kastrationsmaßnahme gedacht, sondern als Entfernung der Männer insgesamt aus der Welt bzw. ihre drastische Umerziehung.

Okay. Ich lese. Wirr die Sprache, die Personen schwirren durch den Kopf. Die Handlung ist so gekünstelt wie die Namen es sind. Ich finde es einfach ungeschickt, einem Mann den Nachnamen Kyra zu geben. Wenn ich mal zwei Tage mit dem Lesen aussetze, weiß ich gar nicht mehr, wer das ist. Die Frauen dort werden nämlich alle per Vornamen eingeführt.

Das komische wirre Spiel hätte ich ja einfach als „Du hast eben keine künstlerische Ahnung“ zu den Akten legen können. 😉

Was mich aber dazu gebracht hat, die Lektüre dieses Buches nicht nur nach einem Drittel abzubrechen und nicht einmal ins öffentliche Bücherregal zu stellen, sondern direkt dem Altpapier zu übergeben, hat drei Gründe:

  1. Es wird ein wirklich ekelhafter Witz erzählt. Sicher nicht mit der Absicht, dass der Erzähler (ich weiß nicht mehr, ob es Mann oder Frau war) damit positiv hervorstechen sollte. Aber ich finde das so eklig, dass es nachhängt. Seit Tagen kommt er mir immer wieder in den Sinn und es würgt mich. Vielleicht bin ich sehr empfindlich mit sowas, aber das sind andere auch.
  2. An einer Stelle wird eine Massenvergewaltigung beschrieben. Gar nicht mal in allen Details, aber genau mit solchen Details, die ich nicht lesen möchte. Ebenfalls mit Verfolgungstendenzen bei mir. Ich stelle mir vor, wie das per Zufall in die Hände eines jungen Mädchens gerät. Traumatisch!
  3. Die Massenvergewaltigte begeht dann auch noch Selbstmord. Da hat’s mir gereicht. Die Episode hat noch nicht einmal – ich habe noch ein bisschen geblättert – einen wesentlichen Einfluss auf den Erzählstrang. Warum muss sie das schreiben?

An dem Buch ist für mich nichts Positives. Die Sprache lockt nicht, die Geschichte schon gar nicht und mir ist zu viel Horrendes drin. Ich habe im Zug meiner Lektüre auch schlimme Geschichten gelesen, die so passiert sind. Das hat mich ergriffen und berührt, aber nicht so abgestoßen.

4 Gedanken zu “Christa Reinig: Entmannung

  1. Daniela 25. September 2021 / 13:31

    Ach du lieber Gott, Horrorlektüre in meinen Augen.
    Da lob ich mir Karl May… 😉

    • OneBBO 25. September 2021 / 15:15

      Zwischen dem Buch und Karl May (nichts gegen ihn!) gibt es noch eine lange Reihe von Büchern 😉

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