Krumm gerade sein lassen.

27. Nov. 2015: Krummes Gemüse

Eine Leserin machte mich auf eine interessante Webseite aufmerksam, wo es nicht handelsfähiges Gemüse im Angebot gibt, als regelmäßige Lieferung. 5 kg Gemüse für 19,90 – d.h. praktisch: 20 Euro. Kein Porto. Das Besondere: Das Gemüse kommt aus der Region von Bioland- und Demeter-Bauern.

Superidee! Warum habe ich noch nicht abonniert? Mich persönlich stören zwei Dinge:

Es gibt keine einmalige „Probe“, man muss mindestens zwei Kisten nehmen. Ich verstehe das schon, denn bei dem, was Porto heute kostet, müssen sie ja mindestens kostendeckend arbeiten. Das hätte ich vielleicht noch in Kauf genommen. Aber da gibt es noch etwas: Ich kann kein Gemüse ausschließen. Ich persönlich mag Rettich überhaupt nicht, und auch andere Gemüse sind nicht unbedingt mein Fall.  Das soll vielleicht noch kommen. Ich halte mein Auge auf dieser Seite! Dann weiß ich auch nicht, ob wir zu Zweit wirklich 5 kg Gemüse pro Woche essen können, wenn kein Salat dabei ist.

Dennoch: Die Idee finde ich prima, die Reaktionen auf Fragen sind sehr freundlich und fix. Gerne empfehle ich die Seite daher weiter:

https://etepetete-bio.de/

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Neues auf dem Lebensmittelmärktle

12. Nov. 2015: Neue kulinarische Köstlichkeiten oder auch nicht?

Es gibt immer wieder Neuigkeiten auf dem Lebensmittelmarkt, die plötzlich offenbar in jeder Küche unabkömmlich sind. Bei Vollwertlern kommen die Einflüsse meist aus der Rohkost. Bei mir hat sich einiges herausgestellt, was natürlich eine völlig persönliche Einschätzung ist, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen:

  • Braunhirse fliegt raus, ich habe es zweimal (je 1 kg) versucht, ich kann damit nichts anfangen
  • Chiasamen bleiben, nach langem Zögern finde ich sie mittlerweile sehr nützlich in Broten, Müsli und Nachtischen. Ein Manko ist ihre Farbe, die alles abtönt. In der Küche liegt ein Päckchen weiße Chiasamen, mal sehen, ob die das Farbproblem beseitigen, sie sind allerdings teuer. Eine sehr günstige Quelle für Bio-Chia habe ich auch gefunden. Sie sind nicht als Rohkost deklariert, aber was soll’s?
    https://sandos-naturkost.de/…/XT…/c4gc7hq6m9ktkc9qpos93dm904
  • Erdmandeln – da habe ich auch immer wieder einen neuen Vorstoß unternommen, weil sie einen für Nüsse relativ geringen Fettanteil haben. Sie sind aber so hart, dass sie den Magic eher kleinkriegen als umgekehrt. Außerdem schmecken sie unzerkleinert oft muffig. Mehrere Stunden, so weiß ich von einer Leserin, in Wasser eingeweicht, werden sie knackig und sind gut zum Knabbern. Besser – aber immer noch nicht so ganz mein Fall.
  • Flohsamenschalen haben sich bei mir auch etabliert. Für Notfälle „Oh je, viel zu flüssig, was jetzt?“ und Käsealternativen sind sie prima, weil sie auch in kleinen Mengen schon quellen und die Farbe nicht verändern. Ich komme allerdings sehr lange mit 250 g hin, sodass ich den Vorwurf „Es ist kein volles Produkt!“ genauso sehe wie bei Tomatenmark, Johannisbrotkernmehl usw.
  • Gojibeeren selten, sie sehen nun mal schön aus, ansonsten finde ich sie überflüssig
  • Hanfsamen fliegen raus, ich kann ihnen nichts abgewinnen, ich finde sie nicht besonders dekorativ und geschmacklich zu streng. Im Kakao kann ich sie aufbrauchen 🙂
  • Maulbeeren bleiben, weil mein Kollege sie gerne isst

Bio und ich

3. Oktober 2015: Bio? Im Moment … häufig: „Nein, danke“

Ich bin lange begeisterte Bio-Käuferin gewesen. Ich bin vom Prinzip der biologischen Landwirtschaft überzeugt. Da zahle ich gerne für Frischwaren den bis zu dreifachen Preis. Häufig schmeckt es auch deutlich besser als konventionelle Ware, zumindest ist es geschmacksgleich.

Das war einmal. Ich bin zusehends sauer auf das, was Bio-Bauern da so ihrem Massenpublikum andrehen. Ich beziehe mich hier nicht auf die Getreidehöfe, bei denen ich kaufe, sondern rein auf Obst und Gemüse, das ich vom Bioladen oder aus den Biocken im Supermarkt kaufe.

Vor ein paar Tagen wollte ich mir ein einfaches, schmackhaftes Mahl zubereiten: Kartoffeln, Kohlrabi und Möhren. Die sind alle so lecker, da braucht es nicht viel mehr. Beim Schnibbeln des Gemüses rutscht immer auch ein Stück in meine Esshand. Und da wurde ich richtig sauer: Die Kohlrabi schmeckte schon wieder nach nichts, die Möhre lag zwischen bitter und nichts. Die Kartoffeln habe ich roh nicht probiert. Wenn ich konventionelle Ware kaufe, so schmeckt die deutlich leckerer.

Die leckersten Mangos, die ich je gegessen habe, waren konventionell. Dasselbe gilt für Ananas, Spitzkohl, Äpfel, Möhren usw. Nun kann es ja nicht sein, dass die Genbearbeitung unserer Frischkost schon soweit fortgeschritten ist, dass Geschmackszutaten eingefügt werden 😉 Nein, Bio ist zur Massenware geworden. Die konventionellen (siehe Chiquita z.B. bei Nachhaltigkeit) Marken mühen sich um Qualität, die Bioware befriedigt ein gut verdienendes Publikum – das offensichtlich oft nur auf bio abfährt, ohne Sinn für Geschmack.

Ohne mich.

 

Muss ich das verstehen?

19. September 2015: Linsen

Vor Jahren schon habe ich festgstellt, dass entgegen der damals herrschenden Vollwertmeinung rote Linsen durchaus Keimen, also ganz normale rote Bio-Linsen. Prima.

Vor ein paar Wochen habe ich ein paar Tests gestartet. Das kam, weil ich bei der Firma Reishunger ein Testpaket aus Kidneybohnen, Kichererbsen und Roten Linsen getestet hatte, ich berichtete hier. Die Linsen von Reishunger keimen prima, sind bio und kosten 2,90 Euro, wenn ich 3 kg kaufe. (Foto: Reishunger-Linsen, 2 Tage Keimzeit)

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Da dachte ich mir – was ist eigentlich mit „normalen“ Linsen?

Ich kaufte rote Linsen von Müller’s Mühle, ein 500-g-Päckchen kostet 1,79 Euro. Ich habe sie zum Keimen angesetzt – und konnte beim Keimen quasi zuschauen. (Foto Müller’s Mühle nach noch nicht ganz 48 Stunden)

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Danach wollte ich Alnatura (bei dm ebenfalls 1,79 Euro) und Davert (im Bioladen 3,49 Euro, als Sonderangebot 2,99 Euro) probieren. Eine Leserin machte mich darauf aufmerksam, dass diese beiden Sorten (bio!) Sonnenblumenöl enthalten, sie sagte, für die Farbe. Wie bitte? Die kaufe ich nicht mehr!

Ich hatte noch ein Päckchen von Davert im Haus (Preisschild: 3,49 Euro!) und habe den Keimtest gemacht. Es quälte sich so herum. Ja, sie keimten zum Teil, aber überwältigt war ich nicht. Ich musste die Linsen nach fünf Tagen schließlich entsorgen, weil zwar einige lang gekeimt waren, die meisten aber gar nicht und sich daher ein übler Geruch entwickelt hatte.  (Foto: Daver Linsen nach 5 Tagen Keimzeit)

davert

Wieso keimt (lebt!) ein Nichtbioprodukt deutlich besser als ein Bioprodukt, wieso braucht ein Bioprodukt Öl für die Farbe? Brauche ich leuchtend rote Linsen? Nö, blassrote reichen mir völlig. Hauptsache sie keimen.

Dies sind Einzelversuche. Um „wissenschaftlich“ zu sein, müsste ich eine große Testreihe starten. Mache ich nicht, mir für meinen persönlichen Bedarf reicht das. Wer ganz sicher gehen möchte, muss diese Tests selbst machen.

 

Supermärkte und Lebensmittel

27. Aug. 2015: Da irrte ich

Im Grunde war ich auch der Meinung, dass die Supermarktleiter alle unverantwortlich handeln, weil sie einfach Lebensmittel wegwerfen. Bis vor wenigen Wochen hatte mein Lieblingssupermarkt eine Billigecke, wo regelmäßig Obst und Gemüse zu allenfalls der Hälfe des Normalpreises verkauft wurde, weil es den „gehobenen“ Ansprüchen nicht mehr genügte. Ich fande das total bekloppt, dass sie das eingestellt haben. Nun erreichte mich dazu eine Mail einer Leserin, die dieses Thema vertieft hat. Da ist man fast sprachlos, oder? Es sind den Supermärkten gesetztlich die Hände gebunden! Aber lest selbst:

Wenn ich die Gelegenheit habe, wende ich mich gerne mit Fragen, Kritik etc. an Händler, um mehr Informationen zu bekommen.Dieses Mal war der Verbraucher von tegut (einem Supermarkt) um seine Meinung zum Thema umweltfreundliches, nachhaltiges Verhalten des Marktes gefragt. Dazu gab es einen Artikel über die verschiedenen Maßnahmen, die bereits durchgeführt werden. Hörte sich alles ziemlich gut an. Mir gefällt dort schon lange nicht, dass an Samstagen durchaus noch sehr gut zu verwertendes Obst und Gemüse (auch in Bio-Qualität) aussortiert wird und anschließend zur Verbrennung wandert.Eine kurze Zeit lang durfte ich mir das gewünschte Obst und Gemüse kostenlos mitnehmen. Offenbar haben dann andere Kunden auch nachgefragt, daraufhin wurde es untersagt. Mir tut jedesmal das Herz weh, wenn ich an dieser Kiste vorbeigehe. An Wochentagen werden diese Produkte an die Tafel geliefert.
Auf meine Kritik bekam ich von der Geschäftsleitung folgende Antwort.

Sehr geehrte Frau XXX,
Danke für Ihre Nachricht an Herrn Gutberlet und Ihr Interesse am seinem Editorial in der marktplatz-Ausgabe vom August. Wir freuen uns, dass Sie sich für eine nachhaltige Verwertung von Lebensmitteln einsetzen und sich in diesem Zuge für die Abnahme von aussortiertem Bio Obst und Gemüse, das samstags nicht von der Tafel abgeholt werden kann, interessieren.
Bei einer Abgabe von Lebensmitteln müssen wir als Händler nach den kaufrechtlichen Vorschriften des BGB gewährleisten, dass die Sache die vereinbarte und erwartete Beschaffenheit aufweist. Konkret bedeutet dies, dass Sie als Käufer klar und deutlich darauf hingewiesen werden, dass die angebotene Ware nicht mehr marktüblich ist. Weiter muss tegut… sich davon überzeugen, dass das Lebensmittel sicher und auch sonst noch vollständig verkehrsfähig ist. Darüber hinaus müssen wir als Händler lebensmittelrechtliche Vorschriften wahren.
Konkret bedeutet dies, dass u. a. gewisse Kennzeichnungen ( Behandlungshinweise z. B. gewachst, konserviert) angegeben werden müssen, die z. T. ausschließlich auf dem Etikett am Regal genannt sind und je nach Charge differieren können.
Das Gleiche gilt für die Pflichtangabe der Herkunft bei Obst und Gemüse. Zur Risikoeingrenzung ist außerdem die Losnummernangabe ein wichtiges Merkmal.
Bei der Abgabe insbesondere von unverpacktem Obst und Gemüse können wir diese Vorgaben nicht erfüllen und würden als Händler die volle Produkthaftung übernehmen.
tegut… arbeitet deshalb schon viele Jahre mit gemeinnützigen Initiativen, wie der Tafel zusammen. Die Zusammenarbeit zwischen tegut… und den Institutionen ist vertraglich geregelt. Für Ware, die von der Tafel nicht abgeholt werden kann, gibt es klare Entsorgungs- und Verwertungswege. Hierfür bitten wir um Ihr Verständnis.
Das Thema „Vermeidung von Lebensmittelverschwendung“ liegt uns seit vielen Jahren am Herzen und ist ein fester Bestandteil unserer Haltung und unseres Handelns. Eine Zusammenstellung unsere Maßnahmen sowie unsere Broschüre „Weniger Wegwerfen“ finden Sie auf unserer Internetseite.

 

Wie weit geht regional?

25. Juli 2015: Regional Essen

Wie regional darf und soll das Essen sein? Und was überhaupt ist regional? Letztlich empfahl ich einen Schokopudding auf Chiasamen-Basis und erhielt als Antwort „Interessiert mich nicht, Chia wächst nicht hier.“ Aha, klingt ja erst einmal gut, ich esse nur, was hier wächst. Wobei ich nicht weiß, ob Chiasamen hier nicht wachsen oder nicht wachsen können – was ja ein Unterschied ist, denn Kartoffeln sind ein importiertes Gemüse, das hier gut wächst.

Wie ist das mit Apfelsinen und Zitronen? Die wachsen auch nicht hier. Auf meine entsprechende Frage erhielt ich die Antwort: „Die wachsen nicht hier, aber in Italien.“ Auch gut. So viel Konsequenz, sich auf Europa zu beschränken, kann ich mit Respekt betrachten. Die Bananen fielen mir leider gerade nicht ein. Dann kam die leckere Soße auf den Tisch – mit Cashewnüssen. „Cashewnüsse? Die wachsen aber auch nicht hier, auch nicht in Europa!“. Erklärung: „Aber die haben sich hier eingebürgert.“ Vermutlich die Bananen auch. So wie Kiwis sich mittlerweile eingebürgert haben, obwohl ich mich noch genau an den Tag meiner Kindheit erinnere, als mein Vater stolz mit einigen Kiwis nach Hause kam, das war etwas ganz Neues für uns. Heute kennt jedes Kind Kiwis. Wer weiß denn, ob nicht auch Chiapflanzen (eine Salbeiart) eine glorreiche Zukunft haben? Wikipedia weiß: „Die Pflanze gedeiht wegen der Gefahr von Fäulnis nur in Gegenden ohne übermäßigen Regenfall.“ Ich denke nicht, dass wir in Deutschland übermäßigen Regenfall haben.

Ich mache mir auch über Regionalität Gedanken. Wie viel muss, darf, soll es sein? Chiasamen esse ich nicht deshalb, weil sie zu den Superfoods zählen (wie die Phasen mit Aroniabeeren, Gojibeeren, Moringa und all das Pulverzeug, was es so gibt), sondern weil sie prima binden und im Gegensatz zu Johannisbrotkernmehl ein völlig unverarbeitetes Produkt sind. Sie sind praktisch. Jetzt darf ich sie nicht essen, weil sie hier nicht wachsen?

Ich weigere mich, das ist richtig, Kartoffeln aus Ägypten oder Israel zu essen – denn da haben wir hier genug. Ich esse gegen Ende der Kartoffelzeit auch durchaus alte Lagerkartoffeln. Das finde ich regional. Wenn ich wirklich komplett regional leben wollte – da fallen mir persönlich zu viele Dinge von meinem Essenstisch.

Regionalität ist ein Modewort, mit dem mal wieder Geld gemacht werden kann. Wir haben den großen Vorteil, dass wir neben den regionalen Produkten auch vieles Exotische essen können. Sollen wir wirklich darauf zurückgehen, den ganzen Winter den Vitamin C-Bedarf durch Weißkohl statt Zitrusfrüchten decken? Keine Banane mehr? Keine Feigen und Datteln – da bliebe den veganen Vollwertlern nichts mehr zum Süßen.

Mich hat dieses Gespräch sensibel gemacht für meinen Umgang mit dem Wort „regional“. Es ist modern, es klingt so toll – aber ist es wirklich sinnvoll?

Reishunger im Test

16. Juli 2015: Reishunger und Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte in Bioqualität von http://www.reishunger.de

Die Firma Reishunger kenne ich von einigen interessanten Vollkornreis-Sorten wie schwarzen oder roten Reis. Seit einer Weile bieten sie auch Hülsenfrüchte an. Der Preis für kleinere Verpackungseinheiten ist heftig, aber würde sich eine 3 Kilogramm-Bestelllung lohnen? (Dann liegen die Kilopreise im Rahmen.)

Drei Sorten Hülsenfrüchte habe ich getestet:  schwarze Bohnen, Kichererbsen und rote Linsen. Im Angebot sind ferner noch: Beluga Linsen, Grüne Linsen, gelbe Linsen, Azukibohnen und Mungbohnen. Die Geschmacksergebnisse sind natürlich persönlich eingefärbt. Keimzahlen sind vergleichbar, weil ich Saaten immer auf dieselbe Weise keimen lasse. Ebenso sind Kochzeiten vergleichbar.

Erfahrung habe ich mit Hülsenfrüchten von Rapunzel (lange her, daher hier nicht erwähnt), Bode, Dennree, Davert und (bei roten Linsen) der Bioinsel.

1. Schwarze Bohnen
Kochen
Ich habe noch nicht viel mit schwarzen Bohnen gekocht, es ist „Neuland“ für mich. Ich hatte beim ersten Versuch die Kochzeit für Kidneybohnen genommen, 16 Minuten im Schnellkochtopf (SKT). Das war auf jeden Fall zu lang! Und ich esse Hülsenfrüchte schon gerne weich 🙂 Ein zweiter Versuch mit 13 Minuten war erfolgreich: Die schwarzen Bohnen waren gar, hatten aber noch einen Rest Biss.
Keimen
Ich habe keine Erfahrung mit dem Keimen von schwarzen Bohnen. Ich fand diesen Punkt allerdings nicht überwältigend: Nach 2 Tagen – während meine Linsen schon fast aus dem Keimglas stürmten – hatten etwa 10 % der Bohnen schon lange Keime, einige wollten noch etwas werden, andere sahen so aus, als wollte gar nichts passieren.
Das wundert mich bei Hülsenfrüchten schon, weil die ungeschält als sehr keimfreudig bekannt sind.
Gekeimt nach 3 Tagen:
bohnen3t
Gekeimt nach 4 Tagen:
IMG_6791
Schmecken
Der Geschmack ist sehr gut, allerdings fehlt mir ein Vergleich, wie schwarze Bohnen von anderen Lieferanten schmecken.

2. Kichererbsen
Kochen
Roh sehen sie aus wie alle Kichererbsen. Ich war vorsichtig und habe sie daher 25 Min. im SKT gekocht statt sonst 30 Min. Nach 30 Min. sind die „normalen“ Kichererbsen bei mir weich, aber immer noch als einzelne Kichererbsen im Mund „fühlbar“. Nach 25 Minuten waren die Reishunger-Kichererbsen erheblich weicher als die anderen nach 30 Minuten! Das spricht für frische Ware, ich kenne das von weißen Bohnen, die ich manchmal frisch getrocknet von Freunden aus dem Kosovo bekomme, die benötigen im SKT gerade einmal 9 Minuten (statt 16 oder 17 Minuten von gekaufter Ware). Hier ist auch sicher noch Spielraum „nach unten“, ein nächstes Mal würde ich 20 Minuten für die Kichererbsen versuchen.
Keimen
Die Keimfähigkeit fand ich nicht sonderlich überzeugend. Nach 2 Tagen waren vielleicht 50 Prozent wirklich gekeimt (s. Fotos). Ich hatte Kichererbsen als „wild wuchernd“ In Erinnerung. Ich habe dann aber am nächsten Tag einen Versuch mit Bode-Kichererbsen gemacht: Das Keimergebnis war auch nicht besser, was meine kleine Enttäuschung dann schon relativierte.

#kicher1

#kicher2

Die gekeimten Kichererbsen waren mit „normalem Kochen“ in 20 Minuten sehr schön gar.
Schmecken
Der Geschmack ist hervorragend! Sie schmecken wirklich noch nach „Kichererbsen“, daneben sind die anderen vergleichsweise schal.

3. Rote Linsen
Kochen
Die Linsen sind eher lachsfarben, nicht so knallrot wie die Packung von Dennree, die ich noch im Haus habe. Die Kochzeit ist minimal kürzer als die anderer roter Linsen (links sind die Reishunger-Linsen).

#linsengekocht

Keimen
Im Aussehen erinnern sie mich an die roten Linsen von der Bioinsel, die mir Freunde wegen der Keimfreudigkeit einmal geschenkt hatten. Normalerweise sind rote Linsen, da geschält, nicht keimfähig. Diese roten Linsen waren beim Keimen eine echte positive Überraschung: Sie keimten wie verrückt (siehe Fotos nach 48 Std.).

#linsen2

#linsen1

Schmecken
Ich habe die gekochten Linsen pur probiert, also ungesalzen und ohne Gewürze. Da fand ich kaum einen Unterschied zu den anderen roten Linsen, die ich gleichzeitig gekocht hatte. Eric fand die Dennree-Linsen minimal besser im Geschmack. Als Linsensprossen im Salat waren sie sehr wohlschmeckend.

Fazit

Die Hülsenfrüchte von Reishunger kann ich empfehlen, vor allem die Kichererbsen! Wenn die Firma immer so frische Produkte anbietet, bin ich in Zukunft dabei und werde in 3-kg-Einheiten kaufen. Wenn ich einmal meine alten Kichererbsen-Vorräte aufgebraucht habe, werde ich mit Sicherheit 3 kg hier bestellen, ebenso wie die roten Linsen.

Ich hoffe, dass die recht hohen Preise für die kleineren Verpackungseinheiten einfach daran liegen, dass die Firma Reishunger nicht so große Mengen kaufen kann wie eine etablierte Firma Dennree, Davert oder Bode und Rapunzel. Andere Linsen kaufe ich weiterhin beim Biohof Lex, weil sie regional(er) sind.

Wenn sich das im Preis einmal angleicht, würde ich auch Azukibohnen, gelbe Linsen und Mungbohnen hier kaufen, die ich nicht in so großen Mengen verwende wie rote Linsen (da diese aufgrund ihrer Keimfähigkeit vollwertig sind) und Kichererbsen.

 

Ich rege mich mal eben kurz auf…

Donnerstagmittag liefert mein Bioladen aus. Ein prima Service. Ich kaufe häufig Weizen, Dinkel und Roggen dort – und auch mein Sechskorngetreide, alles lose abgepackt. Heute war wieder Sechskorngetreide an der Reihe.

Der Fahrer stellt es ab und sagt: Tja, diese Packung wird jetzt wohl die letzte sein, die sie bei uns bekommen.
Ich: Hä? Gibt es Ersatz?
Er: Nein. Das ist eine Folge einer EU-Verordnung.

Ich lasse es mir erklären. Auf alle Verpackungen müssen jetzt Allergen-Angaben und und und. Also nicht nur Inhaltsangaben. Aha. Sie führen jetzt auch weiterhin Sechskorngetreide – hübsch abgepackt vom Großhändler dennree.
Nein danke!

Und Weizen, Roggen? Der Laden bezieht den direkt von einem regionalen Bauern. Nein, sie führen wegen der Verordnung erst einmal überhaupt keine lose Ware mehr. Dann werden sie beobachten, wie sich das so entwickelt…

Der Bauer selbst, so der Fahrer, verkauft jetzt eben nur noch Großpackungen, aber nicht über diesen Laden. Für 20 kg Roggen, Weizen oder Dinkel – möglichst gleichzeitig – habe ich keinen Lagerplatz.

Was ist das für ein Irrsinn? Was soll denn in einem 5-kg-Papiersack Weizen schon drin sein außer Weizen??? Und welchem Allergiker mit Weizenallergie hilft es, dass auf dem 5-kg-Weizensack steht „Weizen“? Entweder weiß er von seiner Allergie, dann kauft er keinen. Oder er weiß es (noch) nicht – dann hält ihn der Aufkleber auch nicht vom Kauf ab.

Nichts gegen Zutatenlisten auf Fertigprodukten (obwohl da ein einfaches „Gift und Schrott“ reichen würde), aber auf Einzelprodukten? Lachhaft!!

Das heißt, ich werde nun noch mehr Getreide per Post bestellen müssen. Da komme ich dann auch nicht immer an die Portofreigrenzen. Das heißt, dank dieser EU-Verordnung muss ich nicht nur die Umwelt durch noch mehr Transporte belasten, sondern auch mehr Geld ausgeben. Oder mich Großhändlern wie „dennree“ ausliefern.

Ich würde gerne sagen „Mir fehlen die Worte“. Aber wie man sieht, fehlen sie mir ja doch nicht.

 

Sparen ohne schlechtes Gewissen

13. Dez. 2014: Sparen mit Freude

Wie kann ich Geld sparen, ohne an der Qualität zu sparen?

Es gibt Dinge, da kann ich wirklich sparen, ohne auf gute Produkte zu verzichten und ohne mich finanziell zu ruinieren und ohne einer Firma den wohlverdienten Umsatz vorzuenthalten. Ich habe das letztlich einmal praktisch erlebt. Es geht nicht mit allen Dingen gut, aber schon, wenn etwas in kleinen Mengen sehr teuer ist.

So habe ich am Anfang der Weihnachtsbackzeit verschiedene Sorten Lebkuchengewürz ausprobiert. Ich habe dabei festgestellt, dass das von Brecht mir am besten schmeckt.

Im hiesigen Reformhaus kostet ein 5 g-Tütchen etwas mehr als 2 Euro. Das wird teuer auf die Dauer! Ich habe nachgefragt, ob sie auch größere Einheiten verkaufen. Ja, 30 g-Packungen, die sind aber in der Weihnachtszeit meist ausverkauft – und der Preisunterschied ist auch nicht so gewaltig.

Daraufhin habe ich mich im Internet umgesehen. Es gibt von Brecht auch 500 g-Packungen. Rechne ich von 5 g hoch, müsste die ja 200 Euro kosten, aber selbst wenn größere Mengen immer billiger sind, müssten das doch 50 Euro sein. Der Preis war aber 16,99 Euro ohne Versand. Oha. Ich habe daraufhin mein Reformhaus gefragt, für welchen Preis sie mir das verkaufen würden. Kam heraus: für 18,70 Euro. Das ist ja billiger als 16,99 Euro plus Versand! Selbst wenn sie 25 Euro verlangt hätten, hätte ich das noch vertretbar gefunden.

Also habe ich die 500 g bestellt. Es dauerte zwei Wochen, dann rief die nette Dame vom Reformhaus an (auch noch mit diesem Service!).

Lebkuchengewürz gut verpackt hält ja länger als das Datum auf der Packung (Nov. 2016). Und ich benutze es gerne reichlich. In dieser Menge ist es vielleicht doppelt so teuer wie „normales“ Lebkuchengewürz in 100 g-Packungen. Aber selbst wenn ich es mit Freunden teile und die mir zusätzlich das Porto erstatten, könnten wir in munterer Runde immer noch sehr viel Geld sparen – und das ohne der Herstellerfirma (Brecht finde ich qualitativ allgemein sehr gut) oder dem Reformhaus zu schaden.

Und so macht sparen Spaß!

Unmoralische Produkte

5. Dez. 2014: Und Bio geht weiter den Bach runter

Dass Bio schon seit langem in Distanz zur Vollwertigkeit geht, weiß ich bereits seit längerem. An Schrot(t) und Korn-Ausgaben kann ich das prima nachlesen. Natürlich setzt sich Schrot und Korn für Nachhaltigkeit und Erhaltung der Umwelt ein. Ach ja?

Da werfen wir doch einmal einen Blick auf die Doppelseite „Für Sie entdeckt“ in der Dezember-Ausgabe. Dort werden neue Produkte vorgestellt (im Übrigen vermute ich mal, dass das auch von den Firmen gesponsert wird). Auf grünem Hintergrund (immer besonders biologisch) stellt Redakteurin Sabine Kumm ihr „Lieblingsprodukt“ vor: Eine Vanille-Zucker-Mini-Mühle. Zitat: „Frisch gemahlen aus der … Mühle von Herbaria können Rohrohrzucker und Bourbon-Vanilleschoten ihr Aroma am besten entfalten.“ Da hat garantiert Frau Kumm aus der Presseinfo abgeschrieben, so formuliert doch keine Journalistin…

Was stört mich denn jetzt so? Es ist nicht mal der Rohrohrzucker, den „kennt man“ ja bereits. Es ist diese kleine Mühle, die garantiert aus Kunststoff ist – was für eine Verschwendung von Plastik! Mir will doch wohl niemand erzählen, dass im Kaffee (der hier als Beispiel genannt wird) eine selbstgemachte Mischung aus gemahlener Vanille und Zucker schlechter schmeckt als dieser angeblich frische Dreck?

Das zweite unmoralische Produkt entnehme ich einer Anzeige von Ökoland, Devise „gruenereinkaufen“. Angeboten wird „Praktisch: Putenbrust gewürfelt“. Oh, wie ungeheuer praktisch!

Ich will jetzt gar nicht darüber nachdenken, ob Fleischverbrauch an sich verwerflich ist. Ich habe da eine recht liberale Einstellung. Wer Fleisch essen möchte ab und an und es sorgfältig auswählt, bitte schön. Ich bin ja keine Veganerin. Jedem ökologisch interessierten und engagiertem Menschen sollte doch aber klar sein, oder irre ich mich?, dass der Fleischverbrauch dringend reduziert werden muss. Das verbreiten mittlerweile selbst recht konservative Organisationen.

Was stört mich denn jetzt so?

Wie gesagt, Ziel aller verantwortungsvollen Menschen sollte es sein, den Fleischverbrauch zu senken. Putenbrustwürfel (wie werden die eigentlich haltbar gemacht?) sind aber ja kaum noch als Fleisch zu erkennen. Für ein Kind sind Putenbrustwürfel auf demselben Weg wie die Milch von lila Kühen, d.h. durch diese Würfel wird der Mensch noch mehr von der Beziehung zum Fleisch als Fleisch entfremdet. Es ist eine Ware wie Dinkelkekse, Chips, Joghurt aus dem Gläschen. Wer kocht, muss nicht mehr ein Stück Putenbrust in die Hand nehmen und sich überlegen, wie komme ich damit zurecht, ein Stück Tier in mein Essen zu tun, er kippt einfach die Würfel auf die Quiche…

Ein dreifaches Buuuuh von mir für die Schrot & Korn für die Mühle und ein dreifaches Buuuuh für die Aktion gruenereinkaufen und die Ökoland GmbH!