Wolken – ein Gastbeitrag

23. Nov. 2015: Nochmals Spiegel-Wolken

Ein Gastbeitrag von mir.

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Gerne stelle ich auch eure Wolken vor, nur zu, Ihr findet sie überall 🙂

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Eine zweite Portion

1. Mai 2015: Aus der Email einer Leserin

Eine Leserin schrieb: Heute habe ich Wirsing mit ganz leckeren Schupfnudeln aus Stützcreme und Dinkel hergestellt. Meine älteste Tochter spöttelte und fand, das sei ein passendes Karfreitagsmenu, denn ohne Käse schmeckten die nicht. Dann griff sie tüchtig zu und schöpfte sich noch eine zweite große Portion.

Schön, oder? 😉

 

Ein Schwank aus dem echten Leben

19. März 2015: Regale

Wer immer seinen Job satt hat und sich nicht länger gängeln lassen möchte, sagt dann auch schon mal gerne: „Lieber gehe ich im Supermarkt nebenan Regale einräumen, als dass ich das länger mitmache!“ Wobei die meisten in ihrer Rage übersehen, dass es da Kundenkontakt gibt, denn wir Kunden erkennen ja nicht, ob da jemand „nur“ einräumt oder mehr weiß. Deshalb hier aus dem Leben eines Regaleräumers. Nicht geschönt, das erhielt ich so aus jammernder Seele und möchte es euch nicht vorenthalten… Die Arbeitszeit endet übrigens um 11 Uhr – theoretisch.

Heute war der absolute Verrücktentag beim Kaufpark. Weil Beatrice nicht da ist, hatte ich die Ware alleine. Dann war der Vertretungschefin, die aber auch nicht da war, noch eingefallen, dass ich ja heute auch noch MHD-Kontrolle machen könnte. Da man dabei jedes einzelne Produkt kontrollieren und einscannen muss, ist das nicht ganz zeitunaufwändig. Ok, hätte ich trotzdem bis 11 geschafft, wenn nicht ständig irgendwelche Typen angekommen wären. Manchmal ist das echt wie abgesprochen. Der Leergutautomat spinnt, nimmt manchmal Flaschen an, manchmal nicht. „Wechseln Sie mal bitte den Container“. Container gewechselt, ging trotzdem nicht. Dann wollen natürlich gleich mehrere Leute zugleich Flaschen abgeben, aber nicht 3 oder 4 Flaschen, sondern 20 und mehr, die ich dann per Hand annehme. Ich habe sie gebeten, ihre Flaschen zu zählen und mir die Anzahl zu sagen, damit ich ihnen den Bon ausstellen kann. Steht da die Tante mit den tausend Flaschen und fragt mich, ob ich ihr dabei mal helfen kann, das sind so viele.
Klar, kein Problem (???). Kaum bin ich wieder bei der normalen Arbeit, kommt eine: „Sie haben keine Schlesischen Dillhappen und kein sonstnochirgendwas mehr. Gehen Sie doch mal bitte ins Lager und sehen Sie nach.“ Denke: ‚Klar, gerne lasse ich alles stehen und liegen, um Ihnen ein Glas Gurken raufzuholen. … Und Ihnen drei Flaschen Weinbrand“. Es wäre ja lächerlich langweilig gewesen, wenn dann nicht noch eine Kuh (eine Art menschliche Kuh) angekommen wäre, um sich zu beschweren, dass die eine Sorte Joghurt nicht ausgezeichnet ist und um blöde Sprüche zu machen, weil ich mich mit dem Scangerät ein bisschen dumm anstelle. Zum Beispiel weiß ich immer nicht, wie man im Menü zurückkommt. Steht sie neben mir und sagt sagt dauernd: „Gehen Sie am besten nochmal auf escape.“ Das ist ein telefonartiges Gerät mit einer Millionen Funktionen, aber es hat keine Esc-Taste. Am schlimmsten ist es, wenn die Leute dann irgendwann sagen, dass es ihnen sowieso nicht so wichtig ist, was die Sache jetzt genau kostet. Nur mal ein bisschen Mitarbeiter nerven. Und dann kam noch ein Kerl mit einer Instantkaffeedose, bei der der Deckel zerbrochen war. Ob er die nicht billiger kriegen könnte. Ich habe gesagt, dass ich es nicht weiß und dass er bitte an der Kasse nachfragen soll. „Ach was an der Kasse. Sie können mir das doch für 2 Euro geben.“ „Ich kann Ihnen auch was ganz anderes geben“. Aber ich dachte, das sage ich besser nicht.

Fotoaktion, 2. Einsendung, Teil 2/2

14. Nov. 2014: Beitrag 2 zum Foto, Teil 2

In den nächsten Tagen folgt noch eine dritte Einsendung, die mich nach Abschluss der Aktion erreichte. Da sie damit zusammenhängt, veröffentliche ich den Text in den nächsten Tagen!

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Medusalämmchen ist es leid. Methusalämmchen hat offenbar kein Interesse an ihr. Im Gegensatz zu ihrem geilen Chatpartner. Ey, das ist toll, wie da die Mails hin und her gehen. Sie will sich mit ihm treffen. Aber als kleines Schaf …. nee, sie ist zu schlicht. Sie kauft sich Enthaarungscreme für glatte Beine, eine rote Perücke, die sie ein bisschen gewagter aussehen lässt, einen Push-up-BH, den sie allerdings mit Wolle füllen muss, ein kurzes Röckchen. Und so stolziert sie jetzt durch die Gegend. Ob Methusalämmchen sie jetzt eines Blickes würdigen wird? Der große Augenblick kommt, Methusalämmchen läuft auf der anderen Straßenseite entlang. Sie rollt die Augen, streicht sich lasziv über ihr Fell… Methusalämmchen sieht sie an, kurz an, dann schaut er wieder nach vorne. Das gibt’s doch nicht! Sie ist sooo enttäuscht. An der nächsten Hecke zieht sie sich wieder um, packt alle ihre schönen Sachen in ihre Ledertasche. Sie wirft sie auf die nächste kleine Wiese, tritt dagegen. Sie steht da und weiß nicht weiter, als sie Schritte hört. Sie schaut sich um. Auf der anderen Straßenseite steht Methusalämmchen, er strahlt sie an „Hallo, ich habe dich schon so lange nicht gesehen!!“ Sie strahlt zurück.  Er fasst allen seinen Mut zusammen: jetzt oder nie! „Magst du morgen mit mir Bowling spielen gehen?“ Ihre Lämmchenwelt ist wieder in Ordnung.

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Erdbeernase knallt Waldschrat die Tasche vor die Nase. „Zieh das Zeug morgen an. Dann gehen wir in die Bibliothek. Da können wir uns ein paar Bücher ausleihen.“ Waldschrat guckt in die Tasche: „Bist du bekloppt? Das sind doch Frauenklamotten! Wie soll ich denn darin aussehen? Ich mit meinem langen Bart, meiner gebeugten Gestalt. Und denke nicht, dass ich mir den Bart abschneide.“ Erdbeernase schaut seinen Gefährten an: „Nun, ich würde es ja machen, aber ich passe in die Sachen einfach nicht rein, du bist dünn genug. Und Bart ist heute modern. Guck doch mal hier“ und dabei zieht er den BH aus der Tasche und hält ihn sich vor die Brust: „das Zeug kriege ich nie zu!“ Waldschrat ist sauer. Erdbeernase zieht die kurzen Hosen aus der Tasche: „Guck mal, da kannst du deine schlanken Beine vorzeigen!“ Waldschrat fühlt sich auf den Arm genommen. Er greift die ganzen Klamotten, schmeißt sie auf die Wiese, an der sie gerade vorbeikommen, und brüllt: „Nie und nimmer mache ich mich zum Affen, lieber gehe ich nie wieder in eine Bibliothek, lieber lese ich nie wieder ein Buch!“ Erdbeernase zuckt die Schultern. „Na gut, dann nich’“, denkt er „mir wird schon noch was einfallen!“

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„So eine Scheiße! Schau mal an, das ist gar nicht die Frau auf dem Foto!“ Der andere schaut auf die verrutschte rote Perücke neben dem Kopf mit den toten Augen. Er zieht das Foto aus der Hosentasche „Die sieht aber genauso aus…“. „Ich hab’s dir gleich gesagt, wie Frau ist zu jung, die kann es nicht sein!“ „Was machen wir denn jetzt?“ „Wir müssen die Leiche anonym verschwinden lassen, schau mal ob sie einen Ausweis oder so was bei sich hat.“ Sie durchsuchen die Tasche, den Beutel, aber sie finden nichts. Sie schauen sich um, ob jemand vorbeikommt. Aber es ist ruhig und still um diese Zeit im Park. Mit Mühe beginnen sie, die Frau auszuziehen, stopfen alles in die Tasche. Plötzlich hören sie einen Wagen kommen, Lichter brechen durch die Bäume. „Komm, wir müssen weg hier, nimm die Klamotten mit, die werfen wir unterwegs irgendwo aus dem Fenster…“

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Xerodomir strich sich über den leicht gerundeten Bauch und rülpste. Fladomax sah sie an: „So gut hat es dir geschmeckt? Hmmm, ich fand das Filet ziemlich zäh.“ Xerodomir lächelte gütig: „Ach, Fladomax, du bist noch jung. Ich bin alt genug und habe genug mitgemacht, um zu wissen, was es heißt, etwas Ordentliches zwischen die Zähne zu bekommen.“ Fladomax runzelte die Stirn und blickte aus dem Cockpit: „Was liegt denn da auf der grauen Gasse?“ Xerodomir starrte ebenfalls durch die Scheibe, und zuckte mit den Schultern. Fladomax zischte ärgerlich: „Du hast wieder die Reste liegen lassen! Du weißt doch, dass die obere Raumbehörde uns Ärger macht, wenn wir nach den Mahlzeiten nicht aufräumen.“ Xerodomir lächelte nur. „Sie wird senil, ihr ist alles egal, für die nächste Fahrt werde ich um eine andere Begleitung bitten.“ Und Fladomax dachte eine entsprechende Notiz in seinen Kalenderchip hinter dem 2. Ohr von links.

V10
Ich hab keinen Bock mehr. Ich mag so nicht ständig rumlaufen, Theater ist einfach nicht mein Ding. Ich kriege jedes Mal einen Kloß im Hals, sobald ein Zuschauer in den Raum kommt. Kann ich was für den Ehrgeiz meiner Eltern? Weil die einen Kulturfimmel haben, muss ich zweimal in der Woche zum Schauspielhaus. Andere finden das vielleicht toll – bitte, sie können meinen Part gerne übernehmen. Ich buddele lieber in der Erde. Der Geruch von frisch gemähtem Gras, eine kleine Pflanze vom Samen zur großen Pflanze wachsen zu sehen: Das berührt mich. Diese komische Rolle der runtergekommenen Nutte, die nun geläutert wird, macht mich gar nicht an. Auch wenn es eine kleine Rolle ist, ich mag nicht mehr. Ich denke, es wird Zeit, dass ich mich durchsetze.
Genau. Ich werde zu Hause mal sagen, was wirklich los ist. Und dann werde ich morgen auf den Biohof gehen und fragen, ob ich da mitmachen kann. Vielleicht die Schweine füttern, die sind so niedlich? Oder beim Pflanzen helfen? Ich möchte so gerne so viel lernen.
Zack, Ballast weggeworfen. Ich fühle mich federleicht. Schön!!

Fotoaktion, nächste Einsendung (Teil 1)

13. Nov. 2014 (do) Beitrag 2 zum Foto, Teil 1

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Dieser Beitrag zeigt 10 Variationen, die ersten 5 gibt’s heute:

V1
Ein junger Mann, so etwa 16 Jahre alt. Etwas unscheinbar, guter Sohn. Er hat seine Begeisterung für Mädchenkleidung entdeckt und kommt emotional in Schwierigkeiten mit seiner sexuellen Orientierung. Einmal in der Woche geht er in die Disko, dafür hat er sich tolle Klamotten gekauft. Die Perücke ist wichtig, damit niemand seine blonden Haare sieht. Wenn er sich umgezogen hat, geht er alle paar Wochen auf die Damentoilette, um seine Beinbehaarung, eigentlich noch ein Flaum, mit Creme zu entfernen. Eines abends als er sich gerade wieder umgezogen hat und auf dem Heimweg ist, kommen seine Eltern auf ihn zu und wollen ihn mit nach Hause nehmen. Er wirft seine Tasche voller Panik ins Gebüsch…

V2
Ein junger Mann, so etwa 17 Jahre alt. Er ist begeisterter Mitspieler in einer Theatertruppe. In dieser Saison hatten sie aber nur noch eine Frauenrolle für ihn. Das ist überhaupt ein irres Stück, der Regisseur hat viele Rollen umbesetzt – Frauen spielen Männer, Männer spielen Frauen, ein Kind einen Greis und drei Ältere gehören in den Kindergarten. Skurril, aber der Regisseur ist toll, findet unser Hauptdarsteller. Diesmal ist es spät geworden, schon nach 23 Uhr. Er eilt nach Hause, als ihm drei Gestalten entgegenkommen, die er schon kennt. Die Dreiergruppe aus der Berufsschule. Shit! Sie umringen ihn, „Was hast du denn Schönes in deiner Tasche?“, fragt ihn der Rädelsführer, sie reißen ihm die Tasche aus der Hand, der Inhalt fällt auf den Boden. „Oh, wir haben ne Tunte hier….“, sie umkreisen ihn, feixend. Ihm ist schlecht. Wenn doch nur endlich jemand vorbeikäme….

V3
Eine Frau, so um die 40. Ihr Arbeitstag ist hart, ihr Privatleben nicht rosig. Das Highlight der Woche ist, wenn sie sich 10 Jahre jünger schminkt und anzieht und in die Disko zieht. Da ist schon der eine oder andere One-Night-Stand drin. Sie achtet drauf, dass es nicht zu hell wird… Heute kommt sie alleine aus der Disko, niemanden aufgegabelt. Plötzlich ekelt sie sich vor sich selbst. Meine Güte, das Leben kann doch nicht nur aus dahergelaufenen Typen bestehen. Nur daraus, dass sie sich jünger macht. Wie lange soll das noch so gehen? Entschlossen packt sie den ganzen Krempel, die scharfe Lederjacke, die rote Perücke in ihre schwarze Tasche und will das Zeug in einem Altkleiderbehälter entsorgen, sie lacht, was für eine Ironie, was für ein Gesicht werden die vom DRK machen, wenn sie ihre Tasche öffnen. Aber dann ist ihr der Weg zu weit, sie lässt die Tasche einfach fallen und geht heim. Zurück, aber in ein neues Leben, von dem sie weniger Trostlosigkeit erhofft.

V4
Ein misslungener Banküberfall in Verkleidung. „Mensch, Dicky, tritt auf’s Gas, die Bullen werden gleich um die Ecke kreuzen….“ Von vorne hören sie die Sirenen. „Ey, wieso hast du die Tasche mit deinen Klamotten noch mit? Schmeiß sie aus dem Fenster!!!“

V5
Das Haus verlässt sie morgens ganz bieder, die Mutter winkt hinterher. Sie seufzt. Warum haben alle anderen Mädels normale Eltern, nur ihre gehören einer Sekte an und zwingen sie, die scheußlichsten Klamotten zu tragen? In der Nähe der Schule hat sie einen alten Bauwagen entdeckt, vor Wochen. Da kann sie ihre Lieblingssachen verstecken und sich vor und nach der Schule umziehen. Dann ist sie die heißeste Nummer in der ganzen Schule und alle drehen sich nach ihr um.  Morgen ist ihr 18. Geburtstag. Dann wird sie es ihren Eltern sagen, dass sie keine Lust mehr auf diese graue Nummer hat. Beschwingt geht sie heim. Sie schwingt ihre Tasche, ist fröhlich, ganz in Gedanken…. als das Auto sie erfasst. Die Tasche macht einen weiten Bogen, Reifen quietschen, sie fliegt durch die Luft, auf den Boden. „Oh Gottogottogott“, stammelt die Fahrerin, „ich habe sie nicht gesehen, sie ist mir einfach vor die Füße gelaufen“, Polizei, Notrufwagen, das ganze Aufgebot. Die Tasche beachtet niemand. Niemand weiß, ob sie sie morgen noch vermissen kann.

Backen mit gekeimtem Getreide

8. November 2014: Ein Gastbeitrag

Ab und an frage ich Simon Bodzioch vom PGS (Perfekte Gesundheit Shop, Link musste ich leider entfernen), ob er einmal wieder etwas Interessantes für uns hat. Er hat ja immer den Finger am Puls der Zeit. Und so hat er uns heute etwas zum Keimen von Getreide berichtet, was ich bisher nur von vagem Hörensagen kannte. Unter dem Beitrag habe ich einen Link zu einem Video von mir gesetzt, in dem ich das Keimen von Getreide zeige.

Warum ist es sinnvoll, Getreide keimen zu lassen

Brot aus frisch gemahlenem Vollkorngetreide erlebt eine wahre Renaissance und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dabei ist Brot aus gekeimten Getreidesprossen selbst zu backen denkbar einfach. Eine solide Getreidemühle, ein zuverlässiges Dörrgerät und ein Backofen oder ein Brotbackautomat reichen vollkommen.

Brot aus Keimlingen wird aus Getreide gemahlen, das zuvor durch den Keimvorgang seine ursprüngliche Kraft entfaltet und die wertvollen Inhaltsstoffe in seiner ganzen Vielfalt preisgibt. Dafür eignen sich neben den üblichen Getreiden auch alte Getreidesorten, wie Kamut, Einkorn, Emmer usw.

Entweder werden die Keimlinge mit etwas Wasser im Mixer zu einem Getreidebrei vermengt, der mit Salz, Brotgewürzen sowie Saaten, Kernen und (auch gemahlenen) Nusssorten zusammen einen herrlich würzigen Teig ergibt. Oder das angekeimte Getreide wird in einem Dörrgerät getrocknet, um es dann frisch vor dem Brotbacken zu vermahlen. Die Gründe  liegen darin, dass Sprossen generell kein Lagergemüse sind. Nur ganz frisch sehen sie optisch schön aus und schmecken aromatisch und bissfest. Bei einer zu langen Lagerung trocknen sie aus, verlieren ihren Geschmack und nicht zuletzt ihre ernährungsphysiologisch wertvollen Bestandteile. Darüber hinaus sind Sprossen bei nicht sachgemäßer Anwendung sehr keim- und schimmelanfällig. Hier hilft das Trocknen des Getreides in einem Dörrautomaten.

Warum Getreide keimen?

Sprossen aus Keimsaaten verleihen den zubereiteten Lebensmitteln nicht nur einen vollmundigen, frischen Geschmack.  Darüber hinaus sind sie auch äußerst gesund und übertreffen mit ihrem Gehalt an biologischen Wirkstoffen selbst ihre ursprünglichen Samenkörner, denn viele Enzyme sowie Vitamine werden erst während des Keimens gebildet, und zwar in so einer hohen Konzentration, wie sie nicht einmal in der Pflanze zu finden ist.

Wenn das Getreide keimt, also zum Leben erweckt wird, ist es qualitativ besonders hochwertig und enthält das Optimum an kraftvollen Nähr- und Vitalstoffen.

Das Resultat sind natürlich frische Mahlzeiten mit dem ganzen Füllhorn an aktiven Antioxidantien, lebendigen Enzymen, bioverfügbaren Mineralstoffen und sie sind voller Vitamine – Gesundheit und Lebenskraft pur, welche sich wirklich jeder in Form von Getreidesprossen selbst ziehen kann.

Wozu der ganze Aufwand mit dem Keimen?

Das Mahlen der angekeimten Getreidekörner bewirkt eine Oberflächenvergrößerung und die Freisetzung wichtiger Enzyme, damit aus dem Korn eine wertvolle Mineralstoffquelle wird und die Verdaulichkeit des Getreides erhöht wird. Der Blutzuckerspiegel steigt bei einem Brot aus angekeimtem Getreide langsamer an als bei einem klassischen Vollkornbrot. Viele, die Probleme mit Gluten haben, berichten von einer besseren Verdaulichkeit von Keimbroten.
Durch die Reduktion des Glutens (Klebereiweiss) ist der Teig allerdings nicht so leicht zu einem Leib formbar.

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Das Keimen

Benötigt werden Keimgläser oder für größere Mengen auch Keimautomaten (Anm. Ute: Es geht auch einfach in einer Schüssel!) Dann müssen die Keime getrocknet werden. Im letzten Schritt werden die getrockneten Getreidesprossen entweder in geeigneten Behältnissen trocken und dunkel gelagert oder in einer Getreidemühle frisch vermahlen, um sie zu einem frischen und ernährungspsychologisch hochwertigen Brot zu verbacken.

Auch Menschen mit Allergien oder Intoleranzen gegenüber Getreide  profitieren von dem Verfahren, denn auch Pseudogetreidesorten wie Buchweizen, Hirse oder Quinoa können auf diese Weise vom einfachen Korn zu kraftvollen Sprossen gezogen werden, um sie dann zu einem garantiert sicheren glutenfreien Mehl zu vermahlen.

Der zusätzliche Schritt des Keimens und die anschließende Trocknung bedeuten nicht nur zusätzliche wasser- und stromintensive Schritte, sondern auch einen enorm erhöhten Zeitaufwand. Wer das Brot bei hohen Temperaturen backt, wird so einen Teil der durch das Ankeimen entstandenen Vitalstoffe wieder verlieren. Wer den Brotteig in einem Dörrgerät bei Rohkost-Temperatur in Form von dünnen Fladen (sog. Essener Brot, das es auch fertig zu kaufen gibt, siehe Foto)  trocknet, profitiert von einem Erhalt des Großteils der Inhaltsstoffe, aber natürlich ist so ein Brot geschmacklich nicht mit einem gebackenen Brot vergleichbar, denn der typische Geschmack entsteht erst durch die hohen Temperaturen, also den Röstvorgang.

Meines Erachtens ist der Aufwand nicht unbedingt gerechtfertigt, denn man kann ein gebackenes Vollkornbrot auch mit frischen Zutaten belegen wie beispielsweise einer Avocadocreme, Tomaten oder Gurken und frischen, vollständig ausgekeimten Sprossen.

Anregung und  Informationsquellen für den Beitrag:
http://www.sprossenmanufaktur.de/sprossen.htm
http://www.pennilessparenting.com/2014/03/how-to-make-sprouted-wheatspeltanything.html

Ein Gastbeitrag zum Honig

6. November 2014: Honigproduktion hautnah

Honey – Honey – Honey

Früher habe ich den guten kalt geschleuderten Homig gekauft, mich aber immer gewundert, warum er so teuer ist. Nun hatte ich neulich die Gelegenheit, meinen Vater ein paar Tage beim Imkern zu begleiten. Seit er und seine Frau Rentner sind, sind sie auf die Biene gekommen. Sie hegen und pflegen inzwischen 11.000 Bienen in 8 Stöcken. Der Laden summt sozusagen. Ich kann sicher nicht erzählen, was in welcher Reihenfolge alles gemacht werden muss. Aber die Beobachtungen fand ich interessant, denn man muss sagen: Bienen zu haben bedeutet jeden Tag mehrere Stunden Arbeit.

Im Garten meines Vaters und seiner Frau ist nun alles auf Bienen gerichtet: es gibt Gewächse, die bienentauglich sind, es gibt Insektenhotels im großen Stil, zur Straße hin befinden sich alte Bienenstöcke, die Interesse für Bienen wecken sollen. Die Werkstatt wurde erweitert. Man braucht ja neben den paar Gläsern auch einen Dampfwachser, einen Smoker, Schutzkleidung, Ersatzrähmchen, Medikamente zur Varoa-Milben-Behandlung, eine Honigschleuder, ein Rührgerät usw.

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Die Bienen haben es in ihren mehrstöckigen Bienenkästen nett warm. Zum Sommer hin sind sie oft aushäusig, im Herbst schmeißen sie die Drohnen raus, auf dass diese sterben und rotten sich zusammen und summen. Dabei sind sie ständig in Bewegung, so erhalten sie als Kollektiv die Wärme. Das Bild oben zeigt einen Bienenstock, aus dem die Drohnen schon vertrieben wurden. Bei diesem haben wir die Königin gesucht und gefunden, indem wir Rahmen für Rahmen rausgeholt haben.

Ohne Schutzkleidung wäre der Umgang mit den Bienen noch viel aufregender, als er es  ohnehin schon ist. Man muss sich schon mit diesem blassgelben Zeug sehr daran gewöhnen, dass sie einen umschwirren und darf nicht hektisch werden – auch wenn sie ständig auf einem herumkrabbeln. Zusätzlich kommen dann gerne auch noch Wespen angeflogen, weil sie den süßen Honig riechen, und versuchen sich einzuschleichen oder lassen sich auf dem Gitter um den Kopf nieder. Die dicken Lederhandschuhe sind allerdings manchmal etwas unhandlich.

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Was macht man mit den Bienen: an diesen Tagen im Spätsommer haben wir kontrolliert, ob genug Futter da ist – das heißt: ob die Waben noch voll genug sind. Wenn das nicht der Fall ist, müssen die Bienen Futter bekommen, damit sie den Winter überleben. Dazu muss man mit einer Zugwaage den ganzen Stock hochziehen und errechnen, wie das Verhältnis von Biene und Futter ist. Dann muss man ggf. dazufüttern.

Einen großen Zeitraum nimmt auch die Varoa-Milben-Behandlung ein. Die Bienen werden behandelt, indem man Ameisensäure auf den Stock unter den Deckel legt. Diese Ameisensäure ist schwer flüchtig und sinkt nach unten. Dadurch fallen die Varoa-Milben von den Bienen ab. Sie landen dann – meistens verstorben – im unteren Bereich des Stocks. Praktischerweise legt der kluge Imker hier ein weißes Brett unter, das er rauszieht, um die Milben zu zählen.
Mit Bienen hat man das ganze Jahr zu tun. Man erntet also nicht nur ein bis zweimal im Jahr den Honig, sondern man muss auch das ganze Jahr gucken, dass sie noch eine Königin haben, dass das Volk groß genug ist, damit es durch den Winter kommt, dass das Volk nicht anfängt zu schwärmen (denn in der freien Wildbahn verendet es), dass die Varoa-Milben nicht überhand nehmen, dass alle satt werden und und und.

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Was ich an Wissen mitgenommen habe und auch noch interessant finde:

  • Sommerbienen leben 6 Wochen, Winterbienen 6 Monate. So überlebt das Volk bis zum nächsten Frühjahr;
  • Von Wildbienen kann man gar keinen Honig ernten, da sie keine Vorratshaltung betreiben, wie die Kulturbienen;
  • Königinnen leben bis zu vier Jahren. Sie paaren sich einmal im Leben mit den Drohnen und haben dann genügendSamenvorrat für ihr ganzes Leben. Wenn sie unfruchtbar werden, drängen die Bienen sie aus dem Stock und ziehen sich durch besondere Fütterung eine neue Königin heran.

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Die Biene wird als eines der wichtigsten Nutztiere gehandelt. Ohne sie (und andere Insekten) gäbe es keine Bestäubung der Obstpflanzen zum Beispiel. Und da sind 5 bis 6 Euro für ein Glas doch relativ günstig…

Gastmärchen: Teil 3 von 2

30. Oktober 2014: Ein Märchen… mit offenem Ende

Im Juli erschien hier auf dem Blog ein Gastmärchen (zum Nachlesen: hier). Das Märchen hatte ein wunderschönes Ende.

Am Dienstag erhielt ich eine Mail eines mir unbekannten Lesers. Er möchte das Märchen in die Wirklichkeit holen.  Deswegen hat er einen Teil 3 für das Märchen geschrieben und mich gefragt, ob ich es veröffentlichen werde.

Des Märchens 3. Teil

Das Märchen endet leider nicht so.

Es endet damit, dass sie die beiden sich zu sehr voneinander entfernten. Die Frau war von ihrem neuen Lebensstil so sehr eingefangen, dass sie darüber vergaß, ihn ihrem Mann näher zu bringen. Die Frau wollte diesen Lebensstil durchsetzen, ohne Wenn und Aber, und ließ dabei keine Kritik zu. Sie nahm jeden Essensrest auf dem Teller persönlich. Jede leichte Gesichtsverzerrung des Mannes, wenn er das ungewohnte Essen erblickte, war für die Frau, als ob er sie bemitleidete.

Er fühlte sich so sehr dadurch bedrängt, dass er sich zurückzog, anstatt das Gespräch zu wählen. Er sah ihre Leidenschaft fürs Kochen, sah ihr Leidenschaft ihre Rezepte und Kreationen auch anderen näher zu bringen. Sah ihre Freude, wenn sie Gekochtes auf einem Teller drapierte und ein Bild davon schoss.
Aber all diese Leidenschaft und Freude sah er nicht mehr in ihrer Beziehung.
Sie sprachen kaum mehr miteinander. Sie lebten nur noch einsam zu zweit auf engem Raum und tauschten Gefühle nur im Vorübergehen aus.

So konnte er nicht mehr weiter machen. Die Krankheit hatte ihn mürbe gemacht und die fehlende Nähe zur ihr gab ihm den Rest. Er lebte nur noch in den Erinnerungen schöner vergangener Tage. Er zog sich zurück, beschäftigte sich länger mit unnötigen Dingen, nur um nicht in ihrer Nähe zu sein, weil er Angst hatte, dass er irgendwann einmal merken würde, dass es nicht mehr geht.

Der Mann schlug einen Weg ein, der nicht auf dem Liegestuhl endete. Ein Weg, der nur in Einsamkeit enden konnte. Die Kämpfe in ihm machten ihn schwach. So schwach, dass er nur noch daran glaubte, dass es besser wäre, wenn sie sich trennen würden. Was sollte die Frau auch mit diesem kranken Mann anfangen? Warum sollte sie sich mit einem Mann die Zukunft schwer machen, der nicht auf sie eingeht?

Und er machte den größten Fehler seines Lebens. Er zog die Notbremse und verließ seine Frau. Die Tränen auf beiden Seiten war schier unendlich. Aber er sagte ihr immer wieder, dass es doch besser für sie sei.

Die Tage vergingen und jeder Tag ohne seine Frau war für den Mann ein Tag ohne Leben. Er kramte in seinen Erinnerungen, las frühere Briefe, schaute ihre Bilder an.

Und plötzlich wurde ihm wieder bewusst, was doch von Anfang an ihr gemeinsames Ziel gewesen war: Sie wollten doch immer nur gemeinsam alt werden.

Und der Mann erinnerte sich daran, wie die Frau das Buch gekauft hatte. Das und viele andere. Sie hatte die Bücher nur gekauft, weil sie mit ihm zusammen sein wollte. Bis an ihr Lebensende. Und sie wollte ihm damit helfen, gesund zu werden. Wollte dadurch so viel Zeit wie möglich mit ihm herausholen. Und er schämte sich für seine Taten, für jedes Naserümpfen, für jedes Kopfschütteln, jeden Blick, der bei ihr schlecht ankam.

Und es tat ihm unendlich leid, jemals daran gedacht zu haben, dass es für einen von beiden besser wäre, ohne den anderen zu leben.

Und er schrieb diese Zeilen nieder in der Hoffnung, dass es nicht zu spät sein würde.

Und der Mann schreit die letzten Worte laut vor sich hin, in der Hoffnung, dass die Frau sie hört: „Dann zeig mir, wie es geht. Und hilf mir. Bitte.“

Jetzt ist das Märchen zu Ende. Wie es wirklich ausgeht, das steht in den Sternen.