Sockenzeit ist jetzt vorbei

13. Mai 2013: Im Sockentaumel

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viele Socken gestrickt. Ein- oder zweimal habe ich vergessen, ein Foto zu machen. Aber die meisten von Babystiefeln bis zu gediegenen Herrsocken sind erfasst 🙂 Viel zu sagen gibt’s dazu nicht – ich habe fünf verschiedene Fersen probiert, am häufigsten die Bumerang- (oder Jojo-)Ferse, die Tomatenferse, die Ferse nach Sylvia Rasch und die herkömmliche Käppchenferse. So 100% glücklich bin ich noch mit keiner. Ich wollte dann selbst experimentieren, aber leider geht es erst einmal nicht weiter: Ich habe mir einen Tennisellbogen angestrickt. Daher stricke ich zurzeit gar nicht und werde es, wenn der Arm wieder in Ordnung ist, mit sehr geringerem Tempo wieder aufnehmen. Aber nun heißt’s nur… anschauen

SockenMar2013 (17) SockenMar2013 (16) SockenMar2013 (15) SockenMar2013 (14) SockenMar2013 (13) SockenMar2013 (7) SockenMar2013 (8) SockenMar2013 (9) SockenMar2013 (11) SockenMar2013 (12) SockenMar2013 (6) SockenMar2013 (5) SockenMar2013 (4) SockenMar2013 (3) SockenMar2013 (2) SockenMar2013 (1)
Sockenrosagruen

Stricken ohne Schrecken

16. Februar 2013: Stricken – Abketten

Ein ganz wichtiger Teil beim Stricken ist natürlich: Wie beende ich ein Strickstück? Einfach die Nadeln rausziehen… hmmm, das könnte mit großem Frust, vielen Löchern und einem langen, langen Faden enden. Es gibt diverse schicke Methoden des sogenannten Abkettens, ich beherrsche nur wirklich eine, die geläufigste. Diese werde ich auch vorführen. Mein Ziel mit dieser kleinen Serie ist es nicht, alle Varianten des Strickenkönnens vorzuführen. Ich will zeigen, mit welchem „normalen“ Repertoire Ihr schon schöne Sachen stricken könnt. Die sehen dann nicht aus wie von der Maschine gestrickt oder von einer perfekten Expertin – aber so, dass sie sich durchaus sehen lassen können! In diesem Sinne dann auch: frohes Abketten!

Einige weitere Filme sind in Vorbereitung: ich zeige euch das Netzpatent und warum es so einfach ist, eine gehäkelte Babydecke und geplant sind selbst gestrickte Socken sowie ein Babystrampler. Wenn euch etwas besonders auf dem Herzen liegt: Einfach mal im Kommentar „anklopfen“, vielleicht lockt es mich ja. Allerdings bitte ich darum, dass Ihr etwas Geduld mitbringt: Ein Rezept auf Wunsch zu verfilmen ist eine Sache von 8 Arbeitsstunden, mit Planung vielleicht zwei Wochen. Ein Strick- oder Häkelwerk dauert natürlich länger.

Französisch stricken: Rechte Maschen

11. Januar 2013: Heute wird französisch gestrickt:

Die rechten Maschen. Das Besondere ist: Der Faden wird rechts gehalten. Ich als Linkshänderin habe diese Art des Strickens immer als vorteilhaft empfunden, besser als dieses moderne Stricken für Linkshänder, was meiner Ansicht nach übertrieben auf die linke Hand eingeht: „Wir“ Linkshänder sind ja „gezwungenermaßen“ mit der Rechten geschickter als Rechtshänder mit der Linken. Und dann die Reihen von Links aus zu stricken – modernes System – macht das Nacharbeiten jedes Modells zu einer Umdenk-Qual. Natürlich ist Querdenken und Umdenken gesund :-), aber nicht an dieser Stelle. Wie gesagt… nicht nur Linkshänder können vom Faden rechts profitieren, es macht das ganze Stricken meiner bescheidenen Meinung nach „unaufgeregter“.

Was habe ich gestrickt?

5. Januar 2013: Was kann ich vorweisen?

Da sind noch einmal Häckelsocken

Haekelsocken

Dann Stricksocken, wobei ich verschiedene Spitzen (Bandspitze und Sternspitze) und Fersen (Käppchenferse und Bumerangferse) und verschiedene Muster an einem Paar ausprobiert habe

Socken (1)

Bandspitze:

Socken (2)

Sternspitze:

Socken (3)

Käppchenferse:

Socken (5)

Bumerangferse:

Socken (4)

Außerdem noch drei Schals, einen für mich (ein Rechts-Links-Muster):

Schalforme (3)

einer als Geschenk, gewünschte Maße: 40 x 240 cm, genannt „Der Monsterschal“ (Rechts-Links-Muster und ein Zopf auf Perlmusterhintergrund an einer Seite)

Monsterschal

Und ein Surprise-Schal, im Patentmuster, dabei ist das Hellblau mit zwei Knäulen gestrickt:

Surpriseschal

Es gibt auch noch einen Pullover, aber da habe ich die Fäden noch nicht vernäht 😳

Stricknädelchen glühen

3. Januar 2013: Heute wird gestrickt 🙂

In der Zwischenzeit habe ich wieder meine Nerven mit der Strickerei beruhigt, mehrere Schals, ein weiteres Paar Socken habe ich erstellt. Ich habe auch festgestellt, dass sich auf dem Trimmrad die Zeit bestens mit Stricken füllen lässt 🙂 Außerdem habe ich ein paar Strick-Lehrfilmchen zusammengestellt. Es gibt da schon einige auf YouTube, aber meine besondere Art des Strickens habe ich nur einmal gefunden. Ich stricke nämlich französisch. Heute gibt es erst einmal den Maschenaufschlag, in den folgenden Tagen dann Französisch rechts und französisch links stricken. Außerdem übermorgen ein paar Fotos davon, was ich so in den letzten Wochen produziert habe.

Strick- und Häkelwaren

5. November 2012: Mal wieder rausgekrost

Während meines Studiums und auch noch einige Jahre danach kannten mich viele Menschen nur mit Strickzeug unterwegs. Ich fand Stricken toll, obwohl nur die wenigsten Stücke für mich selbst waren. Ich trage nämlich Selbstgestricktes nur selten gerne. Keine Ahnung, warum – vielleicht eine Perfektionsmarotte von mir. Jahrelang habe ich meine Stricknadeln nicht mehr angeschaut. Vor ein paar Wochen aber hat es mich wieder gejuckt und ich habe mir Wolle in drei verschiedenen Farben gekauft. Die Farbkombination ist nicht unbedingt jedermanns Geschmack (neongrün – aubergine/lila – eierschal/beige), aber ich finde sie toll :-). Ich habe einen Pullover in Arbeit (es fehlt nur noch der Halsausschnitt). Die Wolle reicht auch noch für Handschuhe und Socken. Auch mit der Häkelei habe ich mich wieder beschäftigt. Da konnte ich ebenfalls feststellen, dass sich einiges getan hat.

Gab es zum Beispiel früher nur Stricksocken, gibt es jetzt ganze Bücher über das Häkeln von Socken. So etwas reizt natürlich meine Neugier. Außerdem hatte ich jemandem einen roten Schal versprochen. Im Geschäft wunderbares Bändchengarn erworben, Nadelstärke 5-6. Klingt gut für einen Schal. Tja, nur leider war die Nadelstärke mit 5-6 völlig falsch angegeben. Selbst mit Häkelnadel Nr. 12 ist es noch fast ein Brett. Eric meinte, vielleicht sollte ich lieber eine kugelfeste Weste verschenken? Ich habe das Garn kurzerhand für die Produktion eines Türabtreters umfunktioniert.

Was mich beim Wiedereinstieg nervt: Anleitungen sind meist völlig wirr und vor allem unsystematisch. Wenn man also nicht dieselbe Wolle hat, die selbe Größe trägt und auf dieselbe Weise strickt…. steht man staunend davor. Ich habe das bei den Handschuhen gemerkt. Die Anleitung finde ich nach wie vor sehr bescheiden. Jetzt, wo ich die Handschuhe fertig habe, verstehe ich den Text. DAS kann nicht Sinn der Sache sein! Auf YouTube ist es auch nicht viel besser: Und jetzt müsst Ihr 4 Maschen so stricken und dann 3 zunehmen (oder so ähnlich). Das spricht mich als organisiert denkenden Menschen nicht an.

Es muss doch Regeln dafür geben, wie zum Beispiel Armausschnitt und Armkugeln miteinander im Verhältnis stehen, denn ich bin sicher, dass diejenigen, die die Modelle entwerfen, nicht herumraten. Deshalb liebe ich Raglanärmel: Das System ist einfach und ich habe es verstanden.

Das Buch zu Häkelhandschuhen von Veronika Hug ist wirklich gruselig. Vielleicht will ja Hug das System nicht wirklich verraten, weil sie noch drei Bücher veröffentlichen will? Dabei gibt sich das ganze so – wie viele andere Bücher auch, als ob uns etwas ganz klar vor Augen geführt würde. Aber wenn ich dann auf Seite 7 lese „Wie Stufe 3 der der Fingerhandschuhe arbeiten (siehe Seite 4/5)“ geht mir schon wieder die Hutschnur hoch. Das erinnert mich an Kochrezepte, wo ich erst an fünf anderen Stellen rumblättern muss, um endlich einfache Bratkartoffeln nachmachen zu können 😉 Anstatt mir irgendwelche Maschenzahlen um die Ohren zu hauen („1. Masche = rechte Mittel-Masche, die folgenden 7 Maschen = Handrücken, folgende Masche = linke Mittel-Masche“) usw., würde sich hier ein Satz anbieten mit der Erklärung, dass die Zunahmen immer an den Seiten vorgenommen werden, stets an einer Seiten-Mittelmasche, und dass das in der ersten Runde zwischen diesen Mittelmaschen 7 Maschen sind, die sich dann pro Reihe durch die Zunahmen erhöhen. Dann nämlich verstehe ich nicht nur das System, sondern habe nach 3 Reihen auch eine ganz einfache Kontrollmöglichkeit, ob ich die Zunahmen alle korrekt durchgeführt habe.

Für alle Nichtstricker: Es geht ja nicht nur ums Stricken. Es ist so ein gruseliger Trend, dass uns einfache Dinge nicht richtig erklärt, sondern eher vergeheimnist werden. Das ist beim Brotbacken so, beim Sauerteig herstellen, beim Sauerkraut. Werden meine Brotrezepte schlechter, wenn ich sie so schreibe, dass sie (fast) jeder nachmachen kann?

Ich bin für gute Erklärungen. Und das dürfen wir im Kleinen genauso verlangen wie im Großen. Vielleicht gibt es eines Tages vernünftig geschriebene Strickanleitungen und für Menschengehirne entworfen Steuererklärungen 🙂