Ofenkartoffeln und umsonst: Curry in Rohkostqualität

17. Juni 2015: Ofenkartoffeln und Curry roh

Ofenkartoffeln an sich sind schon sehr lecker. Sie lassen sich aber auch prima durch eine Marinade „aufmotzen“. Das hilft auch nicht mehr ganz so taufrischen Kartöffelchen zu neuem Leben 😉

Kartoffeln in Marinade

7237

  • Kaufen könnte Ihr dieses Rezept mit der Nummer 7237 (Nummer bitte in die Rubrik schreiben, wo Ihr dem Verkäufer eine Nachricht hinterlassen könnt; für 1 Euro): hier
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Curry für Rohkost

Curry ist gekauft praktisch nie Rohkost, da es teils des Rezeptes ist, dass die Gewürze angebraten werden. Dies hier ist eine Variante, die auch ohne dieses Anbraten auskommt.

4922

  • 1,5 TL Koriandersamen
  • 3 TL Kümmel
  • 4 Kardamomschoten
  • 1 Msp. Zimt
  • 1 TL gem. Kurkuma
  • 2,5 TL Paprikapulver, edelsüß

Koriander, Kümmel und Kardamom im Magic fein mahlen (35 Sek.). Die restlichen Zutaten hinzugeben und nochmals ein paar Sekunden mischen. In einem Glas mit Schraubdeckel aufbewahren.

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Die Degeneration der Rohkost

2. Mai 2014: Ein neues Rohkost-Buch

„Rohkost = Pulverkost“ von Kristin Knufmann, 24.99 Euro, eine Rezension

Naja, ich habe den Titel dem Inhalt angepasst, aufgedruckt ist „Raw!“ (ISBN 978-3-86244-591-2) 👿 „Roh!“ geht nicht? Wieso denke ich eigentlich, dass Rohkost einfach ist? Nee, nee: Wer Rohkost isst, muss sich erst einmal ein Apothekenschränkchen mit Pülverchen anschaffen. Geht sonst gar nicht!

„So natürlich wie möglich“ sollte für die Rohkost noch viel stärker gelten als für die Vollwertkost. Dazu finden wir hier kaum etwas. Normalerweise ist das Äußere eines Autors mir egal, aber dick aufgetragener blauer Lidschatten, strohblond  gefärbte Haare, vermutlich künstlich gewellt, roter Nagellack: Das ist für mich nicht stimmig mit Natürlichkeit. Nicht, dass ich der Ansicht bin, Rohköstler müssten ihr Äußeres vernachlässigen – aber alles ist eine Sache des Ausmaßes. Ein Mensch, der sich wirklich gesund ernährt, hat auch keine Kunst nötig, oder?

Auf den S. 12-13 werden uns Produkte vorgestellt. Nichts aus der Region, viele Dinge nahezu abstrus. Dann die Superfoods…. Weißkohl? Nein, nicht dabei.  Immer sind die Geräte deutlich abgebildet, am Ende des Buchs steht keine Bezugsquellenliste, sondern die Fotos der Geräte mit Shop- und Herstelleradressen. Schleichwerbung? Hier schleicht nichts mehr! Warum sind bei einigen Geräten Hersteller angegeben, bei anderen aber der Online-Shop? Zum Flocman würde doch beispielsweise die Adresse von Komo gehören, oder?

Affig finde ich, dass alle Rezepte englische Namen (mit deutschen Erklärungen) tragen. Ein englisches Wort, okay. Mal ein englischer Titel, why not? Aber nur englische Titel?

Schon das erste Frühstück enthält vier Pülverchen. (Wobei Knufmann offensichtlich entgangen ist, dass es keine Rohkost-Vanille gibt.) Meist wird auch noch stundenlang getrocknet.

Ein Rezept heißt „Naturjoghurt“. Natur ist natürlich Quatsch, weil Naturjoghurt schlicht und einfach aus Milch besteht. Oder welche Naturvölker stellen Joghurt aus Cashewnüssen mit Joghurtferment her? Mal ganz abgesehen vom Fettgehalt dieser angeblichen Joghurts! Fett wird hier überhaupt großzügig eingesetzt. In einen Salat für 3-4 Personen kommen 250 g Cashewkerne plus noch 2 EL Olivenöl. Wow….

Birkenzucker, Kokosblütenzucker … alles Industrieprodukte. Nur wenige Rezepte strotzen nicht vor Exotika. Kann man regional keine leckere Rohkost herstellen? Gelbe Currypaste in Rohkost? Nirgendwo wird erwähnt, was das ist, wo ich es bekomme. Dafür wäre doch eine Bezugsquelle schön. Aber ein Hersteller von gelber Currypaste ist vermutlich weniger geneigt, wie soll ich das sagen…. für sich werben zu lassen? Sicher ist es ein Zufall, dass es viele dieser Zutaten – vor allem die Pülverchen (nach wie vor ist das Hanfproteinpulver mein Liebling) – in Knufmanns Shop gibt.

Ich habe das Buch geschenkt bekommen und beim ersten Blättern dachte ich: Na, vielleicht ist ja was Interessantes drin. Nun gut, wer Kokosblütenzucker, Macapulver, Hanfproteinpulver und derlei Abartigkeiten lecker findet, wird mit dem Buch vielleicht glücklich.

Den Text zum Hanfproteinpulver auf der Website von Knufmanns Onlineshop könnte ich mit der Beschreibung von Astronauten-Tubenkost verwechseln:
„Hanfproteinpulver wird aus Hanfsamen gemacht (Anm.: d.h. industriell verarbeitet). Es vereint alle positiven Effekte von Hanfsamen. Es hat einen hohen Anteil an verfügbarem Protein (50%). Daher eignet es sich sehr gut für Sportler und Leute mit einem aktiven Lebensstil. Seine Zusammensetzung von essentiellen Omega 3 und 6 Fettsäuren steht in optimalem Verhältnis. Es beinhaltet viele Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe. Durch die Pulverform ist es sehr gut vom Körper zu verstoffwechseln und aufzunehmen und ist zudem glutenfrei.

Vor allem der letzte Satz gefällt mir gut. So eine dumme Natur, die uns nicht das Pulver an den Bäumen wachsen lässt. Aber wie gut, dass wir so viele Pulverhersteller haben. Und solche tollen Bücher wie das „Roh!“, sorry: „Raw“.

Da hat Knufmann wirklich mein Leben bereichert. Ich bin echt naiv und esse mittags immer noch eine große Portion Salat. Da stehe ich 10 Minuten in der Küche – und könnte es doch so einfach haben: ein bisschen Hanfproteinpulver in die Schüssel, noch etwas Macapulver, 3 EL Algenpulver, 2 EL Chiagel (wo gibt’s das?), Kokosblütenzucker und schon ist die Welt wunderbar.

Ein Literaturverzeichnis oder Quellenangaben gibt es nicht. Okay, ich hätte Knufmann sicher auch kein Geld dafür gegeben, wenn sie einen Link zu meiner Webseite gebracht hätte 😈

Dieses Buch ist eine Beleidigung für die Rohkost. Der Selbstauftrag eines überzeugten Rohköstlers sollte es meiner Überzeugung nach sein, seine Essensweise normalen Menschen näherzubringen, nicht ein paar Schickimickis, die ihr Essen vorwiegend aus Amerika importieren. Ein paar solcher Rezepte würde ich akzeptieren – aber hier gibt es kein einziges, das sich wirklich unproblematisch aus dem deutschen Kühlschrank zaubern lässt.

Dieses Buch erweist der Rohkost einen Bärendienst. Daumen beide nach unten.

Rohkostplanung

8. März 2014: Rohkostphase planen

Beitrag auf Wunsch einer Leserin

Wie intensiv man eine Rohkostphase plant oder spontan beginnt, hängt von zwei Dingen ab: Wie erfahren man in Rohkost ist und wie viel Aufwand man betreiben will.

Wer zum ersten Mal eine Rohkostphase machen möchte, sollte dreierlei Dinge tun: einen Probetag einlegen, eine Zeitbegrenzung vornehmen und sich in die Thematik „Rohkost“ einlesen.

Ein Probetag mit konsequenter Rohkost zeigt nämlich meist, dass Hungerängste unbegründet sind und Rohkost gar nicht schwierig ist. Es kann die einfachste Kost der Welt sein – Obst, Gemüse, Messer und 1 Brett, das zusammen reicht 🙂

Zeitbegrenzungen sind immer gut, wenn wir uns einer Sache nicht sicher sind. Dabei sind für eine erste Rohkostphase Zeiten von 3 bis 6 Monaten sicherlich zu lang. Ich habe zum ersten Mal die Rohkost zwei Wochen lang gemacht. Auch im Nachhinein fand ich für mich diesen Zeitrahmen angebracht – lang genug, um Wirkungen festzustellen, kurz genug,  um auch etwas schwierigere Tage durchzustehen.

Etwas über Rohkost zu lesen, ist deshalb wichtig, weil an vielen Ecken kleine Überraschungen lauern. Ich habe erst viel später gelernt, dass die meisten Gewürze einschließlich Vanille keine Rohkost sind. Okay, das bisschen Vanille in meiner ersten  Rohkost hat nicht geschadet, aber wenn zu viel im Essen ist, was nicht wirklich roh ist (d.h. die Obergrenze von 40-42 °C nicht eingehalten hat), verliert die Phase ihre Wirkung. Dass Sahne, obwohl sie kalt ist, keine Rohkost ist, haben auch nicht alle im Bewusstsein. Ich fand es damals sehr hilfreich, von verschiedenen Autoren etwas über Rohkost zu lesen – es gibt da einige doch recht kontroverse Ansichten.

Wichtig für die Planung dieser Phasen war für mich auch, dass ich mir immer etwas Besonderes gegönnt habe. Eine exotische frische Frucht, die ich mir sonst nicht kaufe, oder ein besonderes Nussöl, das mir für den Alltag zu teuer ist.

Wie man sich die Rohkost ausgestaltet, muss man selbst wissen. Ganz einfach und bescheiden, nur mit Messer als Werkzeug? Oder etwas ausgefeilter, mit „richtigen“ Mahlzeiten, damit man nicht den Eindruck bekommt, man isst nur Salat? Wichtig ist auch, dass Nüsse, Saaten, Keime und etwas Öl die Rohkost aufpeppen, wenn man „Hungerängste“ hat.

Wer erfahrener in der Rohkost ist, braucht nicht unbedingt mehr die Zeitbegrenzung. Ich habe verschiedene Rohkostphasen gemacht, unterschiedlich lang, bis zu mehr als einem halben Jahr. Ich habe dabei gelernt, dass für mich persönlich die Rohkost eine zu starke Einschränkung darstellt, die meinem Wissen und meiner Erfahrung nach nicht den entsprechenden Gewinn auf Dauer bringt. Dies aber muss wirklich jeder für sich selbst austesten. Mein Rohkostanteil insgesamt am Tag ist dadurch langfristig gestiegen, was ich als positiv sehe.

Ansonsten ist die Planung – neben den kleinen Extras, die man sich gönnt – denkbar einfach: In den Laden gehen und Obst und Gemüse kaufen 🙂

Rohkost….

22. November 2012: Rohkost und was daran manchmal so nervt

Las ich heute in einem Blog den Satz von jemandem, der sich von einer Rohköstlerin sicher begleitet und inspiriert führt auf seinem Weg. Auf seinem Weg wohin?

„zur natürlichsten Art der Ernährung“ [der Schreiber meint damit die Rohkost]

Da wollte ich gerne kommentieren, oder anders: Da MUSSTE ich einfach meinen tiereiweißfreien, veganen und rohkostqualitativen Senf zu geben:

Immer diese Wertigkeiten. Was soll das heißen “natürlichste Art der Ernährung”? Das ist so, als wenn ich das Klopfen von Text in Steine als “die natürlichste Art des Schreibens” bezeichne.
Nichts dagegen, wenn jemand Rohkost zu seiner Ernährungsweise macht – aber bitte doch nicht immer mit diesen Behauptungen, die durch nichts belegbar sind. Warum sonst, wenn es so natürlich ist, haben ALLE Völker, sobald sie das Feuer kannten, auch ihr Essen heiß gemacht?
Rohkost ist “natürlich” für Tiere. Ein Schimpanse kratzt sich beim Essen auch am Gesäß. Ich mache das nicht und verzichte gerne auf diese “Natürlichkeit”.
Ich finde einen hohen Rohkostanteil an der Ernährung wichtig, wer mich “kennt”, weiß das. Aber mir geht echt immer die Hutschnur hoch, wenn ich dieses “natürlichste” oder noch schlimmer die ungrammatische Konstruktion “rohköstlich” lese…

Und hier noch als Ergänzung:

Mit dieser Begründung kann ich auch nackt rumlaufen, denn die Natur hat mir keine Kleidung mitgegeben. Ob ich das im nächsten Winter überlebe (falls mich nicht vorher die Polizei aufgegabelt hat), sei dahingestellt. Ich werde auch aus meiner Bude ausziehen, denn die natürlichste Art des Wohnens ist sicher einfach im Garten. Vor allem aber werde ich von Dorf zu Dorf ziehen und das Internet meiden, denn Reden ist die natürlichste Art der Kommunikation, nicht das Absetzen von Sprechblasen in einem Blog. Ganz zu schweigen vom Toilettengang. Hat die Natur wirklich Toilettenschüsseln und Toilettenpapier vorgesehen? Wenn ich weiter nachdenke, ein wenig zurück zur Natur würde ja schon Besserungen bringen. Statt der albernen Teller auf dem Tisch kommt alles in eine kleine Holzvertiefung in die Mitte, wo ich mit den Fingern herzhaft zugreife. Ab und zu sollte ich dann auch eine Hungerphase durchmachen, vielleicht gar daran sterben, denn das Essen so zu nehmen wie es kommt, ohne für Notzeiten vorzusorgen, ist völlig natürlich.

Das ist polemisch, ich weiß, danke, da braucht mich jetzt niemand darauf hinzuweisen 🙂 ABER: Solche Sätze wie oben zitiert sind ebenfalls haltlos polemisch. Kollath hat den Satz geprägt „So natürlich wie möglich“. Und sicher wusste er, warum er das so formulierte.

Rohkost zu leben ist eine Einstellung, die teils gesundheitlich begründet ist. Das akzeptiere ich gerne, denn es gibt ja gute Gründe dafür. Diese unmäßige Arroganz aber, die auf Ignoranz beruht – bringt mich auf 180 …. 👿 (nicht wirklich, wie treue Leser dieser Seite wissen….) und löst eine Reihe von wunderbaren Gegenbeispielen aus.

Mal wieder die Rohkostqualität

30. August 2012: Cashewnüsse in Rohkostqualität

Am 18. August bekam ich Besuch von einer Freundin. Sie ist Portugiesin, lebt in Deutschland. Sie ist Heilpraktikerin, hat das GGB-Examen und auch schon einmal ein Seminar von Urs Hochstrasser besucht, das ihr sehr gut gefallen hat. Für die reine Rohkost isst sie zu gerne Brot, sagt sie, aber die Zubereitung von Rohkost an sich fasziniert sie und sie beschäftigt sich gerne damit.

Wir plaudern natürlich viel auch über Essensdinge, wie das unter Vollwertlern so üblich ist, weil man es da wenigstens mal tun kann 🙂 Dabei erzählte sie mir von ihrem sechswöchigen Aufenthalt in Brasilien, dort wird übrigens portugiesisch gesprochen, also für meine Freundin gab es keine Verständigungsprobleme. Das war im vergangenen Jahr. Und jetzt wird es interessant: Sie hat dort auch Cashewnuss-Anbaugebiete besucht. Die Anbauer dort haben ihr versichert, dass es völlig unmöglich ist, Cashewnüsse roh aus der Schale zu bekommen. Sie hat die Früchte gesehen und gesagt, „das geht wirklich nicht!“. Sie will mir bei Gelegenheit auch einmal eine Frucht zeigen, damit ich mich selbst davon überzeugen kann.

Wie ist das denn mit den Filmen, wo wir Arbeiter sehen, die Rohkost manuell schälen? Sie zuckt die Schultern, das mag sein, dass sie mit der Hand geschält werden – aber dann voll vorher erhitzt, so ihre feste Überzeugung.

Nun ist meine Freundin absolut zuverlässig und für mich glaubwürdiger als alle Online-Shops dieser Welt. „Könnte es sein“, so habe ich gefragt, „dass es mit Cashewnüssen aus anderen Anbaugebieten wie Thailand oder Vietnam anders ist?“ Sie hält das nicht für möglich, denn die Früchte sind ja im Prinzip alle „gleich gebaut“.

Noch einmal zu den Videos, in denen ich sehen kann, dass Cashews mit der Hand geschält werden: Nun, wenn ich eine Walnuss knacke, sehe ich auch nicht, ob die vorher schon erhitzt wurde, oder?

Ich werde weiterhin die Cashewnüsse essen, die als Rohkost gekennzeichnet sind, wenn sie mir besonders gut schmecken (für mich sind das einmal die Cashewnüsse von prohviant.de – mir schmecken die einfach von allen am besten – und dann der Cashewbruch von Bode). Aber ich bin wieder einmal mit der Nase darauf gestoßen, dass wir heute gar nichts, aber rein gar nichts mehr glauben können, was nicht wir selbst oder uns bekannte, vertrauenswürdige Personen berichten. Und auch wieder einmal, wie sich mit dem Etikett „Rohkost“ alles für teuer Geld an Mann und Frau bringen lässt.

Was mich dann auch immer ein wenig böse grinsen lässt, wenn ich an Sätze denke wie „Habe mir heute Rohkost-Cashews gekauft, die schmecken wirklich ganz anders!“ So so. Des Kaisers neue Cashewnüsse……..

Essbare Blüten: Ein Ketzerbeitrag

22. Juli 2012: Überlegungen zu Wildkräutern

Vor ein paar Tagen erhielt ich folgendes Foto von einem Rohköstler:

Sieht hübsch aus, oder? Auf jeden Fall ein Hingucker. Andererseits war ich froh, dass mir das nicht live angeboten wurde: Auch wenn ich das eine oder andere Wildkraut verzehrt habe, bei den Blüten habe ich immer noch eine Hemmschwelle. Da habe ich schon im Praxiskurs mit Frau Richter rumgeblödelt, die Löwenzahnblüten als (essbare) Deko verwendete und mich ermunterte: „Macht gesund und stark!“, worauf ich konterte „Bin stark genug :-)“.

Das war natürlich nicht ganz ernst von mir gemeint, aber ich habe so eine kleine Blockade. Drei Jahre lang habe ich bei der Wilden7 Wildkräuter in der Saison bestellt und gegessen. Freude kam da bei mir nicht so recht auf, es war der Kopf, der mir sagte: „Das ist jetzt aber wirklich ganz toll gesund und muss dir schmecken!“ Auch aus eigenem Garten gab’s dann schon mal Löwenzahnblüten (bevor die Katzenfamilie hier einzog und ihren Garten zu ihrem Königreich erklärte). Zaghaft aß ich die eine oder andere. Es ging, aber als Delikatesse konnte ich das immer noch nicht betrachten.

Dann habe ich letztes Jahr eine wunderbare Kräuterwanderung gemacht, dazu gab’s ja auch ein Video (hier). Das war sehr beeindruckend, vieles davon war wirklich lecker. Leider wohne ich aber mitten in der Stadt, sodass ich das kaum praktisch umsetzen konnte. Und mit dem Auto erst 30 Minuten rausfahren (und wieder zurück), um Wildkräuter zu sammeln, finde ich unterm Strich ökologischen Unsinn. Abgesehen davon, dass ich das auch zeitlich schlecht unterbringe, hatte dann irgendwie immer „Wichtigeres“ vor.

Dennoch ist mir die Bedeutung von Wildkräutern und essbaren Blüten durchaus bewusst. Vitalstoffdichte etc., wir können es (fast) überall nachlesen. Und dann kam dieses Foto. Ein kleiner Mailaustausch ging hin und her, und ich bekannte meine zögerliche Haltung. Schrieb der Fotoversender:

„Ja, ich lasse die Blüten auch lieber den Bienen und Hummeln, meine Frau verbietet mir die abzureißen ;-)“

So ein kleiner Scherz am Rande kann auch manchmal ein Denkanstoß sein, bei mir war es so. Es stimmt doch: Wenn jetzt alle – und da würden schon alle Rohköstler und Vollwertler reichen – nach draußen stürmen und die Blüten von den Pflanzen reißen, die Wildkräuter aus dem Boden zupfen: Da gibt es bald nichts mehr für die in Freiheit lebenden Tiere, seien es Insekten oder auch größere Exemplare.

Das ist ja so ähnlich wie beim Honig: Wenn alle Welt jetzt Zucker durch Honig ersetzt, so bedeutet das einen Raubbau an der Natur.

Und so denke ich mir dann: Der Wald, die Wiese, werden es mir danken, dass ich nicht rausstürze, um die wilden Kräuter und Blüten zu sammeln und zu essen. Denn nicht nur die Pflanzen werden ja dabei geschädigt, auch die Natur wird be- und zertreten. Ich hinterlasse eine Spur im Wald, und wenn ich noch so vorsichtig gehe.

Was jetzt keineswegs bedeutet, dass ich einen Kreuzzug gegen Wildkräuter anzetteln möchte, auf keinen Fall! Ich möchte mir nur immer wieder bewusst machen, was ein Schritt für Folgen haben kann. Genauso wie ich weiß, dass ich meine vollwertige Ernährung luxeriös auf dem Rücken der Zivilisationskostesser austrage: Würden alle Menschen, sei es auch nur in Deutschland, sich ausschließlich der Roh- und Vollwertkost verschreiben, würden wir in vielen Dingen sehr viel bescheidener werden müssen, denn dass die Lebensmittelindustrie Arbeitsplätze als Argumente anführt, ist ja nicht völlig verkehrt. Und wir können nicht alle Arbeitsplätze, die dann dort entfallen würden, in die ökologische Landwirtschaft umlenken. Erstens wollen nicht alle Menschen dort arbeiten und zweitens ist dort auch nicht genug Platz.

Manche Gedanken kann ich einfach nicht konsequent zu Ende denken, nur erahnen, was ihre Konsequenz bedeuten würde. Dafür war das Foto wieder einmal ein Anstoß. Und – last but not least – eine feine Entschuldigung, auch diesen Sommer (äh wen???) ohne Blüten auf dem Kuchen zu bleiben.

Da ich das Copyright zu schätzen weiß, wollte ich das Foto nicht einfach übernehmen. sondern habe mir sagen lassen, von wo es stammt. Ich habe mit dem Geschäftsführer von http://www.naturladen-online.de/ Kontakt aufgenommen und gefragt, ob ich es in diesen Artikel einbinden kann. Gar kein Problem. Und ein netter kleiner Mailaustausch. Auch das ist schön – über sachliche Dinge spinnen sich unsichtbare Netze, die man vielleicht nie wieder braucht, die aber das Leben bereichern. Ein kleiner Blick in den Laden und seinen Hintergrund lohnt!

pROHviant

1. März 2012: Interview mit Manuela vom Shop http://www.pROHviant.de

Wer mich jemals in den letzten Monaten nach einer guten Quelle für Schokoladenzutaten gefragt hat, weiß es bereits: Ein neuer Onlineshop kommt auf den Markt! Bestellen konnte man dort schon länger über eine Preisliste, aber jetzt ist der Shop auch „ganz normal“ online.
Was ist das Besondere an dem Shop? Ganz einfach: Die Ehefrau des Betreibers ist eine „von uns“, d.h. eine Leserin dieses Blogs. Und sie ist über diesen Blog und über „meine“ Schokolade mehr oder weniger zufällig in den Shop-Aufbau geraten. Deshalb verfolge ich das auch seit Monaten schon mit großem Interesse und auch Spaß, denn Manuela hat einen ungeheuren und ansteckenden Schwung – trotz so mancher Rückschläge.

Frage: Manuela, magst du uns einmal erzählen, was genau deinen Mann und dich bewogen hat, diesen Shop aufzubauen?

Manuela: Das Aufbauen des Shops war ein Prozess, der durch unterschiedliche Faktoren vorangetrieben wurde. In Dresden kann man an vielen Stellen biologisch erzeugte Lebensmittel erwerben. Es ist aber nahezu unmöglich an Rohkost-Produkte wie beispielsweise Chiasaat, Kakaobutter oder -bohnen zu kommen. Oft haben wir deswegen in Bioläden vorgesprochen und nachgefragt. Dabei stießen wir zwar auf Interesse, doch leider auch auf Zurückhaltung. Die Nachfrage wurde einfach nicht gesehen.
Unser Eindruck war, dass auch andere Bekannte, die sich mit Vollwert- und Rohkost beschäftigen, über diese Lücke im Angebot nicht glücklich waren.
Auf der Rohkostmesse Rohvolution im März 2011 in Berlin haben wir die ungeheure Vielfalt dieser Ernährungsform noch besser kennen gelernt. Nach der Messe sind wir auf die Idee gekommen, die Produkte, die wir uns wünschten, selbst anzubieten.
Es war auch die Neugier, die uns motiviert hat. Was erwartet uns, wenn wir uns in die Selbstständigkeit begeben? Das haben wir uns oft gefragt. Und fragen es uns heute noch. Wir sind inzwischen am bisher wichtigsten Punkt angelangt: Wir sind online. Damit hat sich die Anspannung der vergangenen Wochen und Monate ein wenig gelegt und wir sehen der Zukunft des Shops mit Vorfreude und Neugier entgegen.

Frage: Kannst du einmal kurz deinen Vollwert-Weg skizzieren?

Manuela: Vor ca. fünf Jahren bin ich durch den Hinweis einer Bekannten auf die Ernährungslehre von Dr. Bruker gestoßen. Mein Mann und ich fingen schrittweise an, tierische Eiweiße, Auszugsmehl und raffinierten Zucker zu reduzieren.
Nach der Geburt unseres Sohnes vor 3 Jahren nutzten wir unsere mehrmonatige gemeinsame Elternzeit, um uns intensiv mit Vollwerternährung auseinanderzusetzen und unsere „Küche“ endgültig umzustellen. Deine Webseite und Deine Bücher waren uns dabei stets eine wertvolle Hilfe und gaben uns Orientierung.
Unsere Begeisterung für Deine Arbeit und die „gesunde Küche“ besteht unvermindert fort. Mit dem verstärkten Erkunden der Rohkost seit Ende 2010 hat sie eine weitere Facette erhalten, die wir nicht missen möchten.

Frage: Welche Stolpersteine waren für euch beim Aufbau des Shops besonders „hinterhältig“ und unerwartet?

Manuela: Unerwartet war die Komplexität des Unterfangens. Damit haben wir nicht gerechnet, als wir uns entschieden, unser einstiges Hobby professionell zu betreiben. Auch das Einarbeiten in ein umfangreiches IT-Programm zur Lagerhaltung und Abwicklung des Geschäftsverkehrs hat deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als anfangs gedacht.
Hinzu kamen die vielen behördlich notwendigen Dinge, die erforderlich sind, um ein Lebensmittel-Unternehmen überhaupt betreiben zu dürfen: Gewerbeaufsicht, Industrie- und Handelskammer, Finanzamt und Lebensmittelamt sind nur einige Institutionen, mit denen wir uns auseinandersetzen mussten. Immer wenn wir dachten, jetzt sind alle Formulare ausgefüllt, gab es neue. Das war zeitweise schon anstrengend 🙂

Frage: Was hat euch trotz allem bei Stange gehalten?

Manuela: Die kleinen Schritte, mit denen wir vorwärts gekommen sind. Das stetig wachsende Wissen in sämtlichen Bereichen. Und vor allem der Zuspruch vieler Menschen aus unserem Umfeld. Dies alles hat uns motiviert, den eingeschlagenen Weg auch fortzusetzen.

Frage: Kannst du uns einen groben Überblick über das Sortiment geben?

Manuela: Aus einem ursprünglich geplanten kleinen Sortiment sind mittlerweile mehr als 90 Produkte geworden.
Unser Angebot erstreckt sich von Kakao & Co über Algen, Nüsse, Trockenfrüchte und wichtige Kokosprodukte bis hin zu basischen Körperpflegeprodukten, Pralinenförmchen, Küchenzubehör und Büchern. So können die Kunden beispielsweise auch Dein Schokoladenbuch nebst aller notwendigen Grundzutaten bei uns bestellen.
Wir haben uns für dieses breit gefächerte Angebot entschieden, um unseren Kunden einen größeren Service zu bieten. Wenn sie bestimmte Produkte in unserem Sortiment vermissen, haben wir dafür immer zwei offene Ohren. Schließlich kennen wir diese Situation…

Frage: Gibt es zu Anfang ein paar Sonderaktionen?

Manuela:  Für alle Neukunden übernehmen wir für die erste Bestellung (ab 20 Euro) die Versandkosten.
Für unseren bereits bestehenden Kundenstamm gewähren wir einmalig  5% Rabatt auf die nächste Bestellung als Dankeschön für das bereits entgegengebrachte Vertrauen.
Auch haben wir vor, einen „leckeren“ Preis für ein kommendes Preisausschreiben bei Dir bereitzustellen.

Frage: Wodurch unterscheidet sich euer Shop von anderen x-beliebigen Shops?

Manuela: Wir sind als Familienunternehmen gestartet und legen jetzt und auch zukünftig großen Wert darauf, nicht nur „anonyme Versender von Waren“ zu sein. In den Shop ist viel Herzblut geflossen und es ist uns ein großes Anliegen, die  Vielfalt, die Freude und den Genuss dieser Ernährungsform ideologiefrei zu verbreiten.
Wir freuen uns auf den Kontakt zu unseren Kunden und hoffen, ihnen ein angenehmes Einkaufserlebnis bei Proviant zu bereiten.

Frage: Natürlich frage ich dich nicht, wie viel Geld schon in den Shop geflossen ist. Damit meine Leser aber einmal einen Eindruck von der Größenordnung eines solchen kleinen Engagements bekommen, die Frage: Wie lange, hofft ihr, werdet ihr brauchen, um in die schwarzen Zahlen zu kommen?

Manuela: Diese Frage ist relativ schwierig zu beantworten. Wir wünschen uns natürlich, dass sich unser Kundenstamm und unsere Umsätze positiv entwickeln werden. Hinter uns liegt fast ein Jahr Vorbereitungszeit von der Idee bis zum tatsächlichen Start im nun voll funktionsfähigen Online-Shop. Und wir haben uns professionelle Hilfe in all den Dingen geholt, die wir entweder zeitlich oder fachlich nicht selbst erledigen konnten. Wegen dieser im Vorfeld bereits getätigten Investitionen rechnen wir mit ca. vier bis sechs Jahren, bis sich die Ausgaben amortisiert haben.

Ich empfehle http://www.prohviant.de  sehr gerne, weil ich weiß, dass wir hier dieselbe Qualität bekommen wie damals bei „roh und vital“ (wer sich noch erinnert) und einen persönlichen Service, der heutzutage rar ist. Alles Gute euch beiden für die Zukunft des Shops! Wir werden euren Fortschritt im Auge behalten :mrgreen:

Äpfel und Kartoffeln vergleichen

Kommentar vom 27. August 2011: Unlogische Rohkostargumente

In Simons Heilkostblog – mit häufig übrigens anregenden Beiträgen – ist ein Interview mit Norbert Wilms zu lesen, der sich quasi auch selbst zu einem Rohkost-Botschafter ernannt hat. Natürlich hat auch Herr Wilms ein Schlüsselerlebnis gehabt, wie er zur Rohkost kam, ich zitiere aus dem Blog (hier):

„Als Normalköstler und guter Hobbykoch las ich in einer Zeitschrift zwei Zeilen, die mein Leben komplett veränderten: Nehme zwei Kartoffeln, koche eine und pflanze beide wieder ein. Darauf hin ging mir sofort ein „Licht“ auf. Norbert sagte ich zu mir: Du ernährst Dich von „nicht lebensfähiger Nahrung“ und so nahm ich mehr [F]Rohkost in meine tägliche Ernährung auf“

Ich kann diese Formulierungen Frohkost, Rohköstlich etc. eh schon nicht mehr sehen. Das hat alles so etwas von leerem Marketing. Aber das ist eine persönliche Abneigung gegen Phrasen. Im weiteren Interview beschreibt Wilms nun, was er so isst. Unter anderem auch schon mal rohe Eier. (In einem YouTube-Interview sagt er übrigens, dass er auch mal ein gekochtes Ei isst, wenn er dann Hunger drauf hat.) Nee klar, lecker. Aber auch nur eine persönliche Meinung von mir… Nur: In der ganzen Beschreibung taucht nicht eine einzige rohe Kartoffel auf. Komisch, oder? Ich meine, wenn ich schon so ein plastisches Beispiel nehme, sollte es doch auch den Vergleich von vorne bis hinten aushalten. Ich sage ja auch nicht: „Hundefutter ist gesünder als Katzenfutter und deswegen esse ich Dosenfutter“.

Irgendwie beschäftigte mich dieser Widerspruch. Bis ich mal zu anderen Vergleichen kam. Wieso nimmt er die rohe Kartoffel als Beispiel, wenn er sie gar nicht essen will? Die Antwort kam mir dann: Weil das Beispiel mit einem Apfel nicht so deutlich ist. Denn der Apfel an sich keimt ja auch nicht! Stecke ich nämlich einen Apfel ohne Kerne in den Boden, tut sich nix. Das heißt: Ein Rohköstler darf auch keinen Apfel ohne Kerne essen, eigentlich darf er nur die Kerne essen, denn der Rest lebt ja nicht.

Und wie ist das mit Bohnen? Klar, wenn Wilms eine Bohne in die Erde steckt, gibt’s eine neue Pflanze. Roh essen tut er sie vermutlich – klugerweise – aber auch nicht, gell?

Andere Frage: Isst Herr Wilms Mandeln? Sollte er nicht tun. Wenn er nämlich die Mandeln in die Erde steckt, gammeln die nur so vor sich hin. Aber vermutlich stählt Wilms seine gesunden Zähne an den kompletten Mandeln in ihrer harten Schale.

Man möge mich nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen Rohkost, ich habe nichts gegen Rohköstler, esse ich doch selbst gerne und häufig Rohkost und kann auch verstehen, wenn andere Menschen sich ausschließlich von Rohkost ernähren. Nur diese schlecht durchdachten Scheinargumente, die häufig dafür gebracht werden, mag ich nicht.

Rohkost oder nicht? Vanille

Kommentar vom 1. Juni 2011: Gibt es Vanille in Rohkost oder nicht?

Vor einiger Zeit hatte eine Leserin über einen Vanilleimporteur erfahren, dass Vanille immer kurz blanchiert werden muss, weil sie sonst nachreift und verdirbt. Dieselbe eifrige Leserin hatte sich daher damals auch an den Shop „Roh & Vital“ gewandt, die Rohkostvanille im Angebot hatten. Die Besitzerin schrieb an ihren Hersteller, erfuhr dass meine Leserin Recht hatte und nahm das Wort „Roh“ aus dem Angebot.

Mit diesem Wissen bestückt platziere ich gerne dementsprechende Bemerkungen an den passenden Orten. Vor wenigen Tagen nun veröffentlichte Simon auf seinem Heilkostblog einen Beitrag über seinen selbstgemachten Lieblingskakao (hier). Flugs hinterließ ich natürlich per Mail meinen Kommentar zur Vanille.

Vor wenigen Tagen nun entdeckte ich auch in Ebay mehrere Vanille-Rohkostangebote. Wie interessant. Bei einem Verkäufer hakte ich nach. Er reagierte freundlich, beschied mir, dass er sich beim Hersteller erkundigen werde und schickte mir dann die Originalantwort des Herstellers:

 „The curing process is the traditionnal process consisting in :
– harvesting by hand
killing (3 minutes in water at 45°)
– sweating during 24 hours
drying in the sun (3 to 4 hours a day during 10 to 15 days depending on the climate)
– drying in the shade (1 to 2 months)
– sorting
– setting in case for aroma development
– second sorting for confirmation of the 1s one
– sizing
– bundling
– conditioning

Die beiden wichtgsten Zeilen, die ich mit Fettdruck hervorgehoben habe, seien hier übersetzt: „Abtöten (3 Minuten in 45 °C heißem Wasser)“ und „Trocknen in der Sonne (3-4 Stunden über 10-15 Tage, je nach Klima)“. Beim Trocknen in der Sonne gehen die Temperaturen auch in 3-4 Stunden über 45 °C, aber da will ich mal nicht so „pingelig“ sein – alle Gewürze wie auch natürliche Trockenfrüchte sind hohen, aber eben natürlichen Temperaturen ausgesetzt. Was für mich etwas anderes ist, als eine künstlich zugeführte Temperatur. Das Schwitzen wird nicht mit Temperaturangabe versehen. Ich wandte mich nun an den Vanilleimporteur meines Vertrauens, der mir ebenfalls freundlich antwortete:

der Hersteller hat die Stufen gut beschrieben, das kurze „Abkochen“ der Schoten ist leider nötig da anderweitig die Schoten weiterhin reifen würden, bzw. wird damit der Reifeprozess gestoppt.
Nach den „Rohkostrichtlinien“ ist Vanille deswegen keine Rohkost.
Beim Trocknen der Vanille in der Sonne werden zudem auch sehr hohe Temperaturen erreicht, dies ist genauso bei vielen anderen Gewürzen der Fall.

Ich hakte nochmals nach:

„Ich finde aber in dem Text des Herstellers kein Wörtchen, das etwas über „abkochen“ sagt – oder verstehe ich den Fachwortschatz falsch? Sorry, wenn ich nachhake, aber das ist ja schon sehr wichtig.“

„mit dem „Killing“ meint er das abkochen, diesen Ausdruck für abkochen habe ich zwar auch noch nie gehört aber es kann sich nur um das Abkochen handeln, da er die Temperatur angegeben hat (die meiner Meinung nach zu niedrig ist…).“

Wem soll ich nun glauben? Die besagte Vanille ist im Übrigen auch noch gemahlen, und über die Wärmeentwicklung durch Reibung wissen wir vom Nussmus genug.

Ausgestattet mit einem gesunden Misstrauen und dem Wissen, dass dem Rohköstler nichts zu teuer ist, wenn es um seine Rohkostqualität geht (nicht allen natürlich 😆 ) bzw. dass mit Rohkostqualität derzeit viel Geld verdient werden kann, behalte ich meine Zweifel an der Rohkostqualität bei – bestärkt auch durch die Tatsache, dass Frau Schmid von Roh & Vital vor einem halben Jahr eben auch den „Rückzug“ angetreten hatte.

Auch ergibt sich die Frage, ob eine Messerspitze Vanille wirklich das Zünglein an der Waage ausmacht. Die Rohköstler sind doch sonst nicht päpstlicher als der Papst, wenn es zum Beispiel um das Blanchieren der Mandeln geht hahaha 👿

Fazit für mich: Wenn ich strenge Rohkost machen will, gibt es nach wie vor keine Vanille. Bin ich eher auf dem Schnitzer-Intensivkost-Trip, darf auch die Vanille mit  rein.