Neu ab 1. Januar 2015

9. Oktober 2014: Portoerhöhung

Zum 1. Januar 2015 will die Deutsche Post das Porto für die Standardbriefe erhöhen, von jetzt 0,60 auf dann 0,62 Euro pro Brief.

Die Argumente sind nicht so recht durchsichtig. Kostenanpassung heißt es (ich liebe dieses Wort, meine Krankenkasse schreibt immer Beitragsanpassungen, wenn sie Erhöhungen meint…. denn bei Senkungen, ist doch klar, würde sie großartig mit der Reduzierung angeben).

Zurück zur Post. Ich habe kapiert, warum diese Portoerhöhung nötig ist:

Bei der Umstellung des Portos von 58 Cent auf 60 Cent hatten viele Menschen – so auch ich – noch Vorräte an 58 Cent Marken. Dafür wurden dann extra 2 Cent-Marken auf den Markt geworfen. Über deren ästhetischen Wert kann man streiten, gutmütige Menschen würden es mit „Bauhaus-Optik“ betiteln.

(Dies ist ein Link zu einem Foto.)

Nun bin ich sicher – die Post hat einfach zu viele von diesen 2 Cent-Marken produziert. Jetzt sitzen sie da auf einem Berg teuer gedruckter Marken und niemand will sie mehr kaufen.

Da hilft nur eins – nochmal eine Erhöhung um 2 Cent.
Clever, was? Ich meine – clever von mir, das zu durchschauen!

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Gucken und staunen

Kommentar vom 15. September 2011: Falsch verstanden

Jeder kennt vermutlich das Phänomen, in einem ausländischen Popsong – vorzugsweise in englischen Titeln – deutsche Worte oder halbe Sätze zu erkennen. Es gibt da in YouTube diverse Beispiel, sehr lustig. Ich kenne da noch aus einem Uraltlied „Walter mach die Tür zu“ (ich weiß gar nicht mehr, was es war, nur diese deutsche Zeile).

Mein Kolläsche hat mir letztlich eines präsentiert, mir gezeigt und mich gefragt, ob das nicht was für den Blog wäre. Nun ja, er hat ja Blogerfahrung, wie sich einige vielleicht noch erinnern 😉 Ich hab’s mir angeschaut… und finde es sehenswert 🙂

Auszugsmehl und Industriezucker

Kommentar vom 9. September 2011: Mühlenchemie

Heute stelle ich zwei Links zu Webseiten vor, die für sich selbst sprechen. Da muss ich kein Wort hinzufügen… denke ich. Viel Vergnügen beim Lesen kann ich da auch nicht so recht sagen….

Wichtiges zum Mehl, räusper, findet Ihr hier

Und hier noch was zum Gruseln, ist schon etwas älter, aber nicht weniger „aktuell“; als ihn mir jetzt eine Leserin schickte, dachte: ja, prima, die beiden zusammen werden uns hier alle glücklich machen :mrgreen:

Und jetzt den Klick ins gesunde Zuckerreich: hier

Triticale und Wildhefe

Kommentar vom 25. Juli 2011: Noch mal die Wildhefe und Triticale

Das „Theater“ letzte Woche mit zig Mal Teig gehen lassen ist mir für meinen Geschmack schon etwas reichlich – Freitag Morgen den ersten Teig ansetzen! Ich war also entschlossen, stufenweise mit den Ansätzen herunterzugehen. Daher habe ich diesmal Freitag Abend angefangen. Außerdem fand ich das Brot zu trocken. Am Samstag war es schon richtig hart, da sind meine normalen Hefebrote fast noch lockerer. Was natürlich auch an meiner Flüssigkeitszugabe lag. Da Triticale an sich ja so ein „feuchtes“ Getreide ist, habe ich diesmal gleich zwei Experimente kombiniert.

  1. Freitag Abend:
    100 g Triticale / 50 g Wildhefe / 50 g Wasser
  2. Samstag Morgen: Große Enttäuschung, nicht ein einziges Bläschen zu sehen. Aber egal, dachte ich mir, ich mache jetzt weiter. Im Zweifelsfalle kann ich ja Sonntag Morgen immer noch Hefe aus dem Beutel hinzugeben.
    Ansatz (1) + 200 g Triticale / 200 g Wasser verrühren
  3. Samstag Abend: Freudige Überraschung, als ich die Peng-Dose öffnete: Der Teig war gegangen und blasig. Ein kleiner Geschmackstest zeigt: Die Zitrone aus der Wildhefe schmeckt immer noch ein wenig durch, es ist also kein Sauerteig.
    Ansatz (2) + 400 g Triticale / 400 g Wasser verrühren
  4. Sonntag Morgen: Der Teig war wieder blasig
    Ansatz (3) + 650 g Triticale fein geschrotet / 225 g Wasser, Salz, 1 EL Öl

Vor dem Gehen:

Diesmal wollte der Teig überhaupt nicht gehen. Nach 6 Stunden Wartezeit war ich es Leid und habe den Ofen vorgeheizt.

Nach 6 1/2 Stunden

Es gab ein bisschen Ofentrieb, das schon. Dass der Teig diesmal so schlecht gegangen ist, könnte z.B. ein weiterer Beweis dafür sein, dass es sich hier um Hefe, und nicht um Sauerteigkulturen handelt. Denn Triticale geht ja mit Sauerteig sehr gut.

Das Brot ist diesmal viel dunkler geworden. Warum? Ich weiß es nicht, denn die Backzeit war  dieselbe (10 Min 250 °C; 50 Min 200 °C).

Beim Aufschneiden zeigte sich – es ist doch was passiert, es ist auf jeden Fall lockerer als mein erster Versuch. Es schmeckt säuerlicher als meine Sauerteige, aber auch wieder nicht wie Sauerteig. Es ist recht „nass“, aber noch nicht klitschig. Triticale lässt sich da also gut verwende. Es schmeckt lecker. Nächste Woche muss ich dann mal erst wieder an meinen Sauerteig ran.

Wie verschiedene Spezies miteinander spielen

Kommentar vom 25. Juni 2011: Wenn Tiere spielen

Vor einer Weile habe ich hier einen Film gezeigt, wie eine freche Elster einen Katzenschwanz zu fangen sucht. Dieser Tage machte ich eine ähnliche Beobachtung. Jedoch mit einem für mich erstaunlichen Ergebnis: Normalerweise halten Katzen beim Fressen ihren Schwanz völlig still. Hier aber wedelt die Katze deutlich mit dem Schwanzende, als wolle sie die Elster nochmals herlocken. Ist das böse Jagdabsicht oder Spiel? Vielleicht ist es mein menschliches Auge, was mich das eher als Spiel einordnen lässt.

Alkohol am Steuer

Kommentar vom 22. Juni 2011: Trunkenheit am Steuer

Eines fand ich in der ehemaligen DDR wirklich gut: 0 Prozent Alkohol am Steuer. Ich habe noch nie verstanden, was der Sinn einer höheren Alkoholgrenze – auch wenn sie niedrig ist – sein soll, da sie auch stark von der Tagesform, Gesundheitszustand usw. abhängt. Es ist ja auch klar, dass ein Angetrunkener eher überfordert ist, seine Reaktionsfähigkeit realistisch einzuschätzen. Da ist es einfacher zu sagen: Gar kein Alkohol, kein Schluck. Ich bin auch überzeugt, dass keine Feier deswegen trauriger wird. Ich habe für mich persönlich immer festgestellt, dass die Nicht- und Wenigtrinker auf Parties für meinen Geschmack sowieso die bessere Stimmung verbreiten 🙂

Was ich auch nie verstanden habe und was ich persönlich ein Unding finde ist, dass bei einem Unfall – und nicht nur dort – Trunkenheit strafmildernd als „nicht zurechnungsfähig“ bewertet wird. Wieso? Jeder weiß, dass Alkohol trinken gewisse Wirkungen hat. Jeder darf auch gerne Verantwortung für sein Tun, also auch das Trinken übernehmen. Jeder, der gerne etwas Alkohol trinkt, kennt auch ziemlich genau die Grenze, wo er ausfallend wird – und stoppt vorher. Und wenn er nicht stoppt, sollte er das auch wissen und dementsprechend früher den Alkoholhahn zudrehen. Handy am Steuer? Oh, da wird die Strafe gleich viel drastischer. Wieso? Da bin ich doch abgelenkt und somit auch weniger zurechnungsfähig. Rauchen am Steuer soll eventuell auch verboten werden? Wieso? Sollte es nicht strafmindernd sein? Wenn mir nämlich glühende Asche zwischen die Beine fällt, bin ich auch nicht mehr voll zurechnungsfähig.

Wie komme ich gerade jetzt auf dieses Thema? Am Montag las ich im RGA auf Seite 3: „Geisterfahrer geht gegen Verurteilung vor“. Der junge Mann hat als alkoholisierter Geisterfahrer einen Unfall mit mehreren Toten aus einer Familie verursacht. Er hatte sich „nach einem Streit mit Freunden alkoholisiert hinter [das] Steuer gesetzt, mit mehr als zwei Promille“ und war ohne Licht als Geisterfahrer unterwegs. Da hatte der entgegenkommende, korrekt fahrende Wagen keine Chance. Verurteilt wurde der betrunkene Fahrer zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft plus vier Jahre lang Führerscheinverbot. Was hören wir von dem jungen Mann? Sitzt er völlig geknickt auf der Anklagebank, weil er nicht weiß, wie er mit der Schuld weiter leben soll, eine Familie praktisch vernichtet zu haben? Oh keineswegs. Er legt Berufung gegen das Urteil ein, ein Gutachter soll prüfen, ob der 24-jährige wegen Trunkenheit vielleicht schuldunfähig ist.

Ich finde das unfassbar. Ich weiß, dass jeder einen Unfall verursachen kann, denn wir sind leider nicht immer stets 100 Prozent bei der Sache. In meiner Familie gab es einen Fall: Der Mann – allgemein gelegentlich ein unachtsamer Fahrer – überfuhr aufgrund eigenen Verschuldens einen Fahrradfahrer, einen Zeitungsboten. Der Zeitungsbote starb. Der  etwa 40-jährige Fahrer wurde vom Gericht zu einer Geldstrafe von damals 3000 DM und einer Bewährungsstrafe von 3 Monaten verurteilt. Seine Bitte ans Gericht, das Geld den Hinterbliebenen zu zahlen, wurde abgelehnt. Er hat daraufhin der Familie (Ehefrau mit zwei kleinen Kindern) bis zum Ende der Ausbildung der Kinder freiwillig monatlich ein paar Hundert Mark bezahlt. Diese Schuld hat ihn nie verlassen, obwohl er im Zweiten Weltkrieg sicherlich mehr als einen Familienvater hat töten müssen. Nie wäre er auf die Idee gekommen, die Verantwortung mit irgend einem fadenscheinigen Grund von sich zu weisen. Ist das besonders lobenswert? Nein, ist es nicht. Es ist für mein Gerechtigkeitsempfinden NORMAL.

Sich aber durch Trunkenheit aus der Verantwortung stehlen zu wollen, ist für mich unfassbar. Dass Gutachter und Richter es möglicherweise strafmindernd erwägen, ist eine Sache, weil das deutsches Recht ist. Dass jemand aber so wenig Anstand haben kann, lässt mich wirklich fast sprachlos zurück.

Mind over matter

Kommentar vom 5. Juni 2011: Mind over Matter

Dass es lebensbedingte Krankheiten gibt, wissen wir. Wenn auch mindestens 85 % der Zivilisationskrankheiten ernährungsbedingt sind, so dürfen wir uns bei jeder Krankheit jedoch auch fragen: Warum werde ich krank? Welche Botschaft will mir mein Körper damit vermitteln? Wer sich das vorurteilsfrei immer wieder fragt, findet manchmal erstaunliche Antworten auf einfache Fragen. Beim Schnupfen einfach mal nachdenken über „Wovon habe ich die Nase voll?“, beim verzerrten Beinmuskel „Wohin will ich nicht gehen?“. Wobei die Antwort vorsichtig zu geben ist, denn manch einer sagte mir dann schon: „Aber ich wollte unbedingt dahin, das kann die Antwort nicht sein, ich habe mich auch unheimlich darauf gefreut!!“. Der Körper aber offensichtlich nicht 😉

Dass es auch umgekehrt geht, habe ich selbst gestern erlebt. Wenn mir das jemand erzählen würde, ich packte mir an den Kopf und würde sagen: „Jaja, nee klar (haha)…. „.

Was war passiert? Ich bin derzeit in Beruf und Freizeit so ziemlich an der Grenze dessen, was ich mir selbst zumuten darf, ich weiß das. Ich bemühe mich um Ausgleich usw., versuche auf die Körpersignale zu hören. Mir ist klar, dass ich in solchen Zeiten anfälliger bin für Erkältungen und ähnliche kleine Unpässlichkeiten, die ansonsten seit meiner Umstellung auf die Vollwerternährung in meinem Leben praktisch nicht zu finden sind. Am Samstag nun hatte ich eine sehr wichtige Verabredung in Frankfurt. Das sind für mich mehr als 2 Stunden Autofahrt eine Strecke. Freitag Abend, ganz plötzlich wie angeflogen, ereilten mich um 20 Uhr Schluckbeschwerden. Erkältungen fangen bei mir in 80 % aller Fälle mit deftigen Schluckbeschwerden an. Na wie toll…. Ich ging zeitig zu Bett, denn ich wollte um 5 Uhr losfahren. Meine Hilfe bei solchen Beschwerden: Ein Halstuch tragen, auch wenn ich schwitze. Das hilft sehr oft. Also band ich mir so ein Ding um, bevor ich mich hinlegte. Um 2 Uhr wurde ich wach, ich horchte in mich hinein: Mist, die Halsschmerzen waren unvermindert da. Ich stand auf, trank einen Schluck Wasser. Aua, das tat aber an der linken Seite richtig weh. Auch so fühlte ich mich ziemlich elend. Ich ging wieder zu Bett, konnte nicht einschlafen. Absagen am nächsten Tag? Das hieße etwas sehr Wichtiges versäumen oder verschieben – und ich hatte für diesen Termin schon andere Dinge verschoben. Also, ich bin ja von der Arbeit gewohnt, auch mit Unpässlichkeiten meinen „Pflichten“ nachzukommen, und so malte ich mir aus, wie ich dicke erkältet, mit fiebrigem Kopf mehr als 4 Stunden im Auto verbringen würde. Das sorgte mich schon ein bisschen, denn ich will ja gesund wieder nach Hause kommen.

Der Wecker stand auf 4 Uhr. Um 2.55 Uhr habe ich nochmals auf die Uhr geschaut und überlegt, ob ich einfach aufstehen soll. Ich blieb dann aber doch liegen. Um 4 Uhr riss der Wecker mich aus dem Schlaf. Ich war wie benommen, die Nachrichten (ich habe einen Radiowecker) habe ich kaum wahrgenommen. Ich lag wie eine Bleigestalt im Bett, außerdem war ich total verschwitzt. Ich schluckte und – NICHTS. Kein Schmerz, kein „Widerstand“, alles okay. Huch, was für ein tolles Immunsystem. Ich stand auf, das Morgenprogramm habe ich gekürzt und pünktlich um 5 Uhr saß ich im Auto. Es war übrigens eine tolle Fahrt, nicht viele Fahrer unterwegs. Pünktlich um 7.15 Uhr stand ich auf der Schwelle. Dann kam für mich das nächste Problem: Es war kalt dort: große, hohe Räume ohne viel Licht. Durchzug. Ich bin relativ durchzugsanfällig, vor allem wenn ich eh schon angeschlagen bin. Um 14 Uhr trat ich die Heimreise an. Immer noch erfreute ich mich meines effektiven Körperabwehrsystems.

Die Rückfahrt war nicht ganz so spaßig, die Straßen waren einfach voller. Aber nicht mal am Nadelöhr Köln gab es einen Stau. Um 16 Uhr war ich dann wieder daheim. Prima.

Ich bin dann noch spazieren gegangen, ich hatte den ganzen Tag nur gesessen oder gestanden. Auf dem Weg habe ich mir noch Obst frisch gekauft, da die Vorstellung von „Kochen“ mich nach all der Anstrengung nicht lockte. So etwa gegen 18 Uhr dachte ich: Komisch, so hast du doch vorhin nicht geschluckt… Und langsam krochen die Halsschmerzen wieder hoch. Ich war platt.

Abends habe ich mir dann noch ein heißes Hafergetränk gemacht, brav wieder den Schal umgezogen. So ganz in Ordnung war ich aber auch heute morgen noch nicht wieder. Ich weiß, ich muss aufpassen. Ich fühle mich auch nicht besonders. Nicht so top wie gestern den Tag über…

In einem übrigens neben Leo ebenfalls empfehlenswerten Lexikon (hier) wird „Mind over Matter“ mit „Geistesstärke triumphiert über die Materie“ übersetzt. Da dies nicht so richtig knackig klingt, habe ich dann doch lieber die englische Formulierung gewählt 😉

Heute ist die Küche gelb…

Nachtrag zu gestern: Heute Morgen lief der Vitamix wieder, siehe mein Frühstück, ein Nektarinendrink. Also wollte ich mir gleich einen schönen heißen Drink mit Gerste machen. Nett gelb gefärbt, mit Kurkuma. Wie jetzt meine Küche 😦 Und ich hatte das Messer auf festen Sitz überprüft! Das gibt jetzt eine Beschwerde, ich halte euch auf dem Laufenden!

Vollwertpäpstin?

Kommentar vom 1. Mai 2011: Die Vollwertpäpstin

Vor einigen Tagen hatten wir hier die Mediation zum Thema, Gespräche über strittige Themen. Dann anschließend in ein Streitgespräch verwickelt zu werden ist interessant. Dabei habe ich nämlich festgestellt, dass es Menschen gibt, die einfach nur belehren wollen: belehren – und keine Sekunde zuhören. Nun bin ich keine gewiefte Mediatorin, falsch: ich bin überhaupt keine 🙂 Normalerweise behaupte ich von mir, dass ich ruhig und gelassen bin, nicht auf den Mund gefallen, und wer mich in vernünftigem Ton anspricht, kriegt eine vernünftige Antwort.

Manchmal staune ich jedoch. So hatte sich letztlich ein Vollwertler über mich geärgert. Das ist nicht schwer, denn ich schreibe in den Blog meine Meinung zu vielen Themen, so wie ich sie sehe. Das entspricht manchmal der Meinung der meisten, manchmal nicht. Ich weiß auch, dass ich sarkastisch, ironisch und polemisch sein kann. Je nach Thema ist das kräftiger oder sanfter. Wenn ich an die Amazon-Geschichte zurückdenke … da haben auch einige Menschen mir gegenüber einen Ton an den Tag gelegt, den ich mir noch niemanden gegenüber rausgenommen habe.

Zurück zu dem obigen Streitgespräch. Es war eigentlich kein Streitgespräch, sondern nur dazu gedacht, mich telefonisch zu belehren und zu beschimpfen. Nun finde ich das eher amüsant, wenn jemand so tut, als sei ich der Teufel in Person „Mit Ihnen will ich nie wieder was zu tun haben“, drang es vehement durch das Telefon an mein Ohr. Naja, muss ja nicht, oder? 😉 Da der Vorfall, der zu dem Gespräch (d.h. der Belehrung) führte, für einen empfindlichen Menschen vielleicht missverständlich war, habe ich natürlich mein Bedauern dazu ausgedrückt. Das nützte nichts.

Dann wurde es interessant: „Sie als selbsternannte Vollwertpäpstin…“, zischelte es mir ins Ohr. Oha. Auch dieser Begriff stammt aus der Amazon-Zeit. Es stand in der Überschrift des Beitrags eines netten Bloggers, der meine Partei ergriffen hatte. Ich habe mich damals schon mit diesem Titel nicht wohl gefühlt, ich habe ja die Vollwerternährung nicht erfunden. Ich bin keine Ärztin, ich bin keine Wissenschaftlerin – ich bin eine gewiefte Anwenderin mit guten Kenntnissen und der Freude, dies anderen weiterzugeben. Das ist jedoch nicht päpstlich, und unfehlbar bin ich schon gar nicht. Wer schon mal meine Telefonstunde genutzt hat, kennt das: Ich weiß eben auch nicht alles. Auch andere Dinge, die mir vorgeworfen wurden, hatten mit meinem „Vergehen“ gar nichts zu tun, kamen von anderen Menschen. Tja, da stand ich dann da, mit dem Teufelskrönchen geschmückt. Aber nicht nur das:

„Nicht jeder ist so REICH wie Sie!“. Oha. Habe ich etwas übersehen? Ich sah mich in meiner Wohnung um, nein, keine versteckten Goldbarren, kein Edelgeschirr (wer meine Videos gesehen hat, kennt meine blumigen Teller aus der Zeitschriftenwerbung 🙂 ). Bin ich „reich“, weil ich einen Thermomix habe? Per Zufall stellte sich heraus, dass mein Gegenüber ebenfalls dieses schrecklich teure Gerät besitzt. Hmmmm. Der Hauptvorwurf galt u.a. dem, dass ich etwas über jemanden sage, den ich gar nicht kenne, auch nicht seinen Hintergrund. Wie ist das denn mit dem „reich“? Ich klage nicht, denn ich bin sicher nicht arm. Zwischen meinem Kontostand und Reichtum liegt aber noch eine weite Strecke 🙂 Ist es aber nicht auch ein Vorwurf an mich, ohne mich zu kennen?

Was hat der Anrufer mit seinem Anruf erreicht? Mir hatte mein Fehlverhalten leid getan, weil ich nicht bedacht hatte, dass manche Menschen sehr empfindlich sind. Das war vorbei, denn ich dachte: Jo, meine erste Einschätzung der Person war richtig. Alles Wohwollen, was ich zu Anfang des Gesprächs noch hatte, war abgekühlt zu einem: „Was für ne Zeitverschwendung…“

Ich sage ja immer, alles hat einen Zweck im Leben. Was habe ich gelernt? (1) Es ist durchaus nicht immer verkehrt, von dem Zipfel eines Menschen, den man zu sehen bekommt, auch auf den Rest zu schließen. Meine echte Lehre steht also im Gegensatz zu dem, worüber ich so wortreich belehrt werden sollte. (2) Wenn ich mich mal über jemanden ärgere – lass den anderen auch einen Mensch sein, mach‘ ihn nicht zum Buhmann.(3) Wenn ich denke, dass sich jemand zu Unrecht einen Titel oder eine Ehre anmaßt – überprüfe ich erst einmal gründlich, ob derjenige das wirklich selbst behauptet….