Neue Produkte, für diesmal reicht’s nun

1. Okt. 2016: Und noch ein letztes Mal…

Die September-Ausgabe von Schrot & Korn enthielt wirklich wunderbare Werbung. So auch ein Produkt von Ökoland. Ökoland klingt doch wirklich nach Gesundheitslatschen, ungewaschenen Haaren und Körnchen? Nix, da, auch Ökkoland ist modern und witzig geworden. Welcher hirnlose Texter sonst hätte sich einen Spruch wie „wir sagen Dankö!“ ausgedacht?

Das tolle Produkt hier, natürlich vegetarisch, ist eine Möhren-Ingwer-Cremesuppe aus der Dose. Auf ihrer Webseite, so zum Einstieg preisen sie sich selbst: „Ökoland-Lebensmittel verbinden Verantwortung, Geschmack und Genuss.'“. Verantwortung in der Dose oder aus der Dose? So muss es wohl sein.

Ich zitiere von der Webseite für die Möhren-Ingwer-Suppe:

„Trinkwasser, 32% Möhren*, Kartoffeln*, 4,5% SCHLAGSAHNE*, SELLERIE*, Zwiebeln*, Reissirup*, Reis*- und Maisstärke*, Sonnenblumenöl*, Meersalz, MILCHPULVER*, Ingwer*, Gewürze* (Macis*, Curcuma*, Pfeffer*, Knoblauch*), Kräuter* (Liebstöckel*, Petersilie*, Rosmarin*).
* = Zutaten aus ökologischem Landbau, ** = Zutaten aus ökologischer Aquakultur“

Lecker. Muss ich nix mehr zu sagen. Alles unter dem Bio-Mäntelchen.

Tests

4. Aug. 2016: Aktionen

Vor einigen Wochen erhielt ein Freund, der quasi ein Nachbar von mir ist, eine Einladung zum GEERS Hörtest. Termin: 2 Juni, kostenlos, man kann den ganzen Tag vorbeikommen. Aha. Und warum habe ich keine Einladung erhalten? Mein Verdacht war (ähnlich wie bei der Mammographie) das Alter. Da bin ich so datenschutzmäßig schon etwas säuerlich. Am 27. Mai habe ich mir dann gegönnt, unter der kostenfreien Nummer von Geers anzurufen, um nachzuhaken.

Es wurde ein mittellanges Gespräch. Mein Gesprächspartner wusste nicht, nach welchen Kriterien die Marketingfirma aussucht. Er vermutete auch das Alter. Aha. Die Marketingfirma Acxiom steht auch unten auf dem Briefbogen, bedeutete er mir. Richtig, allerdings ohne Telefonnummer – wie praktisch.

Nun wollte ich wissen, ob ich denn ohne so eine Einladung auch einen kostenlosen Hörtest machen könnte. Na klar! Ich könnte ja an einem der beiden vorgeschlagenen Termine vorbeikommen. Es ist nur ein Datum angegeben. Außerdem habe ich dazu keine Lust. Frage: Kann ich nicht einfach so einmal vorbeikommen? Ich komme nämlich sowieso jeden Tag an dem Laden vorbei. Er wand sich, es wäre besser, ich würde einen Termin machen, die Mitarbeiter sind ja gut ausgelastet und dann wäre da vielleicht eine Schlange. Ja, aber am 2. Juni ist doch dann sicher auch eine Schlange? Nein, das zieht sich ja über den ganzen Tag.

Sehe nur ich da einen Widerspruch? Ich war so frei, ich hatte meinen gründlichen Tag, ihn soweit runterzudiskutieren, bis er zugab: „Öhm, ja, Sie können es natürlich jederzeit versuchen.“ Mir ist auch klar, warum die gerne einen Termin machen möchten – Datenfraß. Nö.

Dann habe ich mir im Internet die Telefonnummer von Acxiom herausgesucht und dort angerufen. Da ging auch sofort eine freundliche Dame ans Telefon. Ich erläuterte mein Anliegen. Nein, da irrt sich der Herr bei Geers, das geht nicht nach Geburtsdatum, sondern nach Anfangsbuchstaben des Vornamens. Okay, da liege ich mit einem U ziemlich weit hinten, nur noch geschlagen von Waldemar, Wanda, Wildfried, Walter, Xaver, Yvonne und so weiter. „Dann bekomme ich also auch noch irgendwann eine Einladung?“ „Ja, damit ist zu rechnen.“

Da bin ich ja nun mal gespannt. Denn wenn ich keine bekomme, geht es doch nach Lebensalter 🙂

Außerdem ist schrägt gegenüber seit einiger Zeit noch so ein Gehörgeräteladen. Sonst könnte ich den ja mal probieren…

 

Avanzia – die kostenlose Kreditkarte

29. Okt. 2015: Unseriöse Kreditkarte

Auf der Suche nach einer neuen Kreditkarte bin ich über ein Vergleichsportal auf die Advanzia gestoßen. Die erschien mir interessant: Bargeldabhebung kostenlos, Partnerkarte kostenlos und die Karte an sich: auch kostenlos. Einzig vermeintlicher Haken: Am Monatsende wird der fällig Betrag nicht automatisch von einem Referenzkonto abgebucht, sondern man erhält per Email eine Rechnung, die man innerhalb von 20 Tagen zahlen muss, sonst gibt es horrende Zinsen.

Außerdem wollte ich eine Partnerkarte, denn die ist dort ebenfalls umsonst. Ich habe die Karte beantragt, aktiviert – alles bestens. Dann habe ich nachgefragt, wie ich an die Partnerkarte komme, denn online fand ich dazu gar nichts. Auf meine Frage kam die Antwort: „Die Partnerkarte bekommen Sie noch nicht. Lassen Sie Ihren Partner doch einfach eine eigene beantragen.“ Ich habe zurückgefragt, wann das denn soweit ist. Antwort „Wir werden Ihnen schon mitteilen, wenn es soweit ist.“ Aha. So redet man ja wohl kaum mit erwachsenen Menschen, oder?

Dann habe ich die kostenlose Barabhebung ausprobiert. Drei Tage später konnte ich online sehen: 4,95 Euro Gebühren wurden erhoben! Ups, ich denke das ist kostenlos? Also habe ich wieder nachgefragt, was das denn soll.

Antwort: Das ist die Gebühr, die die Bank erhebt (das ist sie eigentlich immer!), da können wir nichts für. Und wir berechnen ab Tag der Auszahlung 1,73% Zinsen pro Monat. Ey, davon steht aber in den Werbepamphleten auch nichts und auch die Vergleichsportale schreiben nichts darüber. Soweit zur Güte dieser Portale! Hier das Originalschreiben:

Sehr geehrte Frau WILKESMANN,
vielen Dank für Ihre Mitteilung.
Bargeldauszahlungen sind weltweit gebührenfrei, diese werden ab dem Auszahlungsdatum mit derzeit 1,73% pro Monat verzinst, insofern gibt es kein zinsfreies Zahlungsziel. Es gibt verschiedene Karten ausgebende Banken, die zusätzlich zu diesen Bearbeitungsgebühren der Automaten betreibenden Banken nochmals eigene Bargeldgebühren erheben – auf diese Gebühren verzichten wir.
Automaten betreibende Banken haben das Recht, bei einer Bargeldabhebung mit einer fremden Karte eine Gebühr zu erheben. Auf diese Gebühren wird mittels eines Aufklebers auf dem Geldautomaten aufmerksam gemacht. Sie können auch an Ort und Stelle prüfen, ob eine Gebühr bei Einsatz einer fremden Karte berechnet wird. Auf die eventuellen Gebühren bei Bargeldtransaktionen, die von den Automaten betreibenden Banken erhoben und nicht an uns weitergeleitet werden, haben wir keinen Einfluss.
In diesem Fall haben Sie die Gebühren von der Stadtsparkasse erhalten.

Für mich ist das unseriöse Werbung, denn sonst müsste irgendwo stehen: Achtung, für die Gebühren der Banken sind wir nicht verantwortlich.

Ich habe diese Karte zurückgeben. Auf einem Bewertungsportal habe ich mein Urteil hinterlassen.

Werbung

9. Oktober 2015: Werbeaussagen

Las ich doch letztlich in der Werbung für ein besonderes teures (Koch-)Salz, das mehr als sechs Mal so viel kostet wie das Salz, das ich im Bioladen kaufe: „[Dieses Salz] war im Mittelalter nur den Adligen vorbehalten.“

Aha. Das galt übrigens auch für Backwaren aus Auszugsmehl – sollten die jetzt auch teurer sein als Vollkornbackwaren und sollten wir uns darauf stürzen? 😉

Kundenservice

28. August 2015: Kundenservice von Elo

Immer wieder erleben wir, dass der Kundenservice uns in die Pfanne haut, für dumm verkaufen will, wie einen Doofi behandelt und und und. Ich könnte ein längeres Liedchen davon singen.

Dass es auch anders geht, zeigte mir der Erwerb eines kleinen Schnellkochtopfs von Elo. Was mich an ihm fasziniert, ist, dass ich teilweise mit 100 g Wasser als Mindestmenge auskomme. Mein kleiner Fissler braucht mindestens 125 g, das ist manchmal bei Gemüse noch viel. Der Preis von 99 Euro beim Hersteller liegt auf „der Straße“ bei etwa 50 Euro. Das ist mal ein Risiko wert. Im Preis enthalten ist auch ein passender Glasdeckel – nicht schlecht, wenn man weiterverarbeiten will, was der Topf schnellgegart hat. Das tolle Interaktive, für das geworben wird, reizt mich nicht und ist auch nicht wirklich interaktiv: Man kann auf eine Webseite mit Rezepten und Tipps kommen. Brauche ich das am Topf? Nicht wirklich.

Was mir nicht so gut gefällt: Ich kann den Deckel nicht in die Spülmaschine tun (bei Fissler und WMF kann man die Griffe mit der „Ventilanlage“ abnehmen) und ich muss auch das Ventil reinigen. Das kommt hoffentlich nur alle Jubeljahre vor, denn das muss ich nicht einmal bei meinem 6-Liter-Billigtopf.

Außerdem stieß mir gleich etwas auf. Aber lest die Mail an ELO selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe vor wenigen Tagen einen Schnellkochtopf Elo Darling gekauft. Beim Auspacken fielen mir sofort zwei Dinge auf: Eine der Kreuzschlitzschrauben, die den Griff festhalten, ist halb lose. Das ist vermutlich von mir selbst zu beheben, aber solide Verarbeitung finde ich das nicht. Auf dem Foto ist die Schraube mit „2“ markiert.
Dann habe ich eine Frage. Bitte schauen Sie die Nummer 1 auf dem Foto an. Ist das wirklich richtig so, dass dieses Metallteil so weit über den Deckel ragt? Das heißt nämlich, entweder drückt es sich in den Gummring (könnte ihn schädigen) oder aber ich muss den Gummiring darüber legen. Das habe ich probiert, dann ist der Deckel schon im kalten Zustand sehr schwergängig.
Ist das wirklich richtig so?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe.

__EloDarling

Die Antwort kam prompt am nächsten Tag:

Guten Morgen Frau Wilkesmann,
wir bedauern sehr, dass Sie einen Grund zur Reklamation eines unserer Produkte haben.
Die Schraube können Sie ganz leicht selbst andrehen, dies ist vermutlich bei der Fertigung nicht richtig geschehen.
Was die Nummer 1 auf dem Foto angeht, so ist das richtig. Der Dichtungsring sollte vor den Stift gelegt werden. Wenn Sie den Deckel auf den Topf machen, geht dieser Stift zurück und der Dichtungsring liegt genau richtig in der Falz des Deckels.

Ein freundlicher Ton, nicht lehrerhaft, einfach sachlich.

 

Besch… auch bei Biomarken

11. Juli 2015: Senf von Zwergenwiese

Normalerweise kaufe ich den mittelscharfen Senf von Zwergenwiese, das letzte Mal habe ich ihn für 1,49 Euro/160 g-Glas gekauft, ob das ein Sonderangebot war, weiß ich nicht mehr. Jetzt wurde die Senfserie neu aufgelegt (andere Glasform) und es gab Sonderangebote. 1,59 Euro/160 g Glas. Der erste „Betrug“! Eine Preiserhöhung als Sonderangebot getarnt.

Dann habe ich mir die Zutatenliste angeschaut. Im „alten“ Senf ist Zitronensaft enthalten.

#Zwergenwiese

Im neuen Produkt: Zitronensaft aus Zitronensaftkonzentrat.

#Zwergenwieseneu

War im alten Senf der Zitronensaft schon aus Konzentrat und es hat sich nur die DeklarationsPFLICHT geändert oder wurde die Herstellung geändert?

Die guten alten Biozeiten sind offensichtlich vorbei.

Wie mich Björn Moschinski zum K…. bringt

5. März 2015: Köche und Werbung

Köche verkaufen für Werbung ihre Seele, das wissen wir von Lafers und Konsorten, die von gesundem Essen schwafeln und keine Hemmungen haben, für irgendwelche Dosengerichte zu werben. Wo jetzt gerade eine vegane Welle herrscht, möchten auch vegane „Köche“ gerne absahnen – nicht in Form von Sahne, die ja verboten ist, sondern in Form von Geld.

Wohlgemerkt – prinzipiell nehme ich das niemandem übel, der Geld verdienen möchte, von mir aus auch viel Geld. Wer so blöde ist – wenn ich das mal sagen darf – und eine Dose Schrott kauft, weil Herr XYZ dazu lächelt, macht das freiwillig, keiner zwingt ihn dazu. Also sei Herrn XYZ der 1 Cent pro Dose (oder was er umgerechnet verdient) gegönnt.

Dass auch „die Veganer“ Geld verdienen möchten, ist verständlich. Heute steht „vegan“ auf Cashewnüssen, wie wir wissen, Hauptsache, der Kunde grapscht zu. Und ich sehe auch keinerlei Grund sich aufzuregen, weil sich ein Veganer ein dickes Sportmobil zulegt. Auch Veganer sind Männer und können Autos als Verlängerung ihres …. öhm, ja, ihres männlichen Selbstbewusstseins sehen. Wenn die Leut‘ Spaß daran haben – why not? Wenn ich mich andererseits als vegane Kultfigur aufbaue, wäre es schon peinlich, wenn man mich an der Currywurstbude mit 2 Portionen Currywurst in der Hand erwischen würde. So habe ich in Remscheid den dortigen Grünenkandidaten mal an einem Werbestand gesehen, vor ihm eine Schale aus Plastik (!) mit irgendeiner Wurst drin. Da fand ich die Glaubwürdigkeit schon ein wenig geschwächt 😉

Eine dieser selbsternannten veganen Kultfiguren ist Björn Moschinski. Als er noch nicht so bekannt war, habe ich einige seiner Videos gesehen und ein Häckchen dran gemacht. Muss ich nicht haben, ich stehe nicht so auf Selbstbeweihräucherung ohne was dahinter. Wenn ich ein Mützchen auf dem Kopf und ein passendes Outfit inklusive Löckchen am Kopf brauche, um mich selbst zu verkulten… okay, wer das toll findet. Mir egal.

Auch Meister Moschinski möchte am großen Werbebraten teilhaben, der sicherlich aus Tofu gestaltet ist. Für so eine richtig große Firma hat’s wohl noch nicht gereicht, aber Wheaty hat ihn entdeckt und übergießt die Biozeitschriften mit – natürlich grün unterlegten – Werbestreifen. Die beste fand ich auf Seite 92 der Märzausgabe von Schrot(t) und Korn: Der Vegan Headchef empfiehlt. Ich frage mich ja nun, was ein Kopfkoch ist. Wenn ich in leo headchef eingebe, wird mir headache vorgeschlagen. Kopfschmerzen. 🙂 Aber warum den Begriff auch so schreiben, wie es Englisch wäre (head chef)? Aber das ist Sache von Wheaty…. The Vegan Way. Deutsch geht nicht, was?

Aber der vegan Headchef empfiehlt uns etwas. Nämlich ein Schnitzel, das ist vegan, bio, lactosefrei, eifrei, palmölfrei. Leckerfrei. (Letzteres ist ein Zusatz von mir….). Und was ist der Slogän für dieses Schnitzelchen: „Echt fleischig – knusprige Panade“.

Ich meine, das Wort „fleischig“ ist echt der Hammer. Ich bin keine Veganerin, ich kann gut zusehen, wenn jemand neben mir ein (echtes) Schnitzel isst, aber bei dem Wort „fleischig“ wird mir komisch. Dem veganen Kopfchef Moschinski offensichtlich nicht. Oder schaut der sich nicht an, in was für Slogäns er verkauft wird, reicht ihm der Scheck?

Peinlicher geht nicht. Ich sage ja immer – wer als Veganer das Fleischliche über den Weizenweg zu finden sucht, würde genauso gut Menschenfleisch verkaufen können (ich hatte dazu bereits einen Artikel). Wer als Veganer das Wort „fleischig“ anregend findet, ist kein echter Nichtfleischesser und auch kein echter Tierliebhaber, behaupte ich nach wie vor. Wobei diese Werbekampagne sicherlich von einer Agentur gestaltet wurde, die nicht begriffen hat, worum es bei vegan geht. Aber als Vorzeigefigur einer Anzeige in meinem Namen würde ich mir ein Vetorecht einräumen – alleine wegen der Glaubwürdigkeit.

Eine wichtige Mail

27. Nov. 2014: Mail

Lasst euer Geld immer vorne in der Bank! Das dies wichtig ist, erfuhr ich letztlich durch eine Email:


Betreff: ANTWORT BALD

Hoffe, Sie bekommen, diese wichtige Nachricht in guter Gesundheit zu lesen.

Ich habe eine Geschäftsmöglichkeit, dringend mit Ihnen teilen, die einen Gesamtbetrag von 18.000.000,00 Millionen (USD) beinhaltet. Das Geld wurde hinten von einem verstorbenen Kunden von meiner Bank gelassen. Ich kontaktiere Sie, um Ihre vertrauensvolle Partnerschaft bei der Aufnahme dieser Mittel zu suchen. Wenn Sie interessiert sind, antworten Sie bitte sofort für detaillierte Informationen.

Mit freundlichen Grüßen,

D. Mitch


Irreführung

20. Nov. 2014: Deutschland ist groß

Regionalität wird groß geschrieben. Früher habe ich auch dafür plädiert – heute kotzt mich das Wort fast an. Für die „Regionalität“ bin ich natürlich immer noch, für einheimische Früchte und Gemüse, aber dass jetzt schon alle Hähne mit diesem Wort rumkrähen, nervt. Aber das Beste entdeckte ich letztlich in einer Werbung (Eve, November 2014): Es werden Produkte von Natumi beworden. Oben steht groß „100% Westerwald“. Nix dagegen.

Dann wird ein Bauer zitiert (ich denke eher, da hat die Werbeagentur Bauer gespielt, so blöde kann kein deutscher Bio-Bauer sein), der im Westerwald Hafer anbaut:

„Zu Bio gehört für mich unbedingt auch Regionalität. Bio-Dinkel, der Tausende von Kilometern zum Verbraucher transportiert werden muss, ist für mich kein Bio-Dinkel. Wir müssen wieder zurückkommen zum regionalen Denken.“

Öhm. Ich kenne nur deutschen Dinkel, allenfalls noch österreichischen. Kamut, ja, der kommt von weit her, Quinoa, Amaranth, okay. Aber Dinkel? Oder ich habe vielleicht falsche geographische Vorstellungen von Deutschland. „Unser Land“ ist scheins Tausend von Kilometern lang. Und ich hatte immer gedacht, es seien von Flensburg nach Garmisch-Patenkirchen nur ein paar Hundert. Tja….

Da auf der Werbung übrigens auch Dinkel gezeigt wird, gehe ich mal davon aus, dass dort auch deutscher Dinkel benutzt wird. Umso irreführender finde ich diesen Zitatsatz. Richtig müsste es heißen: „Bio-Hafer, der Tausende von Kilometern….“. Dann ist der Zusammenhang auch klar. Da aber nicht davon ausgegangen werden kann, dass gerade die Eve-Leser wissen, wo Dinkel überhaupt angebaut wird, finde ich das einen miesen Griff in die Werbekiste.

Veganes Plastik

20. Oktober 2014: Teigschaber

Als gute Vollwertlerin backe ich selbstverständlich mit Weinstein Backpulver. Mein Bio-Laden führt die Sorte von der Firma BioVegan. Ich finde zwar nicht das Backpulver einen besonders veganes Produkt ist, aber das ist ja letztendlich egal.

Wobei mir gerade auffällt: dürfen Veganer eigentlich Kuchen mit Hefe backen? Hefen sind ja auch kleine Lebewesen.

Vor einigen Monaten hatte Bio Regalen eine Sonderaktion mit dem Backpulver. Für den Preis von drei Tütchen bekam ich vier. Schade, dass ich das erst so spät bemerkt hätte, sonst hätte ich mir gleich mehr kaufen können und meine Vorräte aufstocken. Ich backe aber nicht sehr oft mit Backpulver, deshalb war mir das erst aufgefallen, als die Aktion schon zu Ende war.

Im Rahmen meiner Pflaumenkuchen-Backphase habe ich dann wieder viel Backpulver benötigt. Und so habe ich Ende September noch mal zwei Dreierpackungen Weinstein-Backpulver bestellt. Diesmal gab es wieder eine Aktion.

„Sonderaktion“ steht rot auf der Außenfolie der Packungen, „Mit Teigschaber!“

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Ich öffnete neugierig die Packung. Heraus kam ein rot-orangefarbene Teigschaber aus: Kunststoff! Plastik? Nicht, dass vegan Plastik ausschließt. Nicht, dass Bio, das Wort Bio, gar Kunststoff ausschließt. Aber irgendwie finde ich das merkwürdig.

Die Hersteller müssen doch davon ausgehen, dass viele diesen Teigschaber gar nicht haben wollen. Dazu müssen sie auch mit Menschen rechnen wie mir, die zwei oder drei dieser Dreierpackungen kaufen. Das ist doch klar, dass ich nicht alle diese Teigschaber verwahre. D.h., hier wird im Oberbegriff Bio Plastik produziert und zum wegwerfen mitgegeben. Das finde ich wenig gelungen.

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Dann habe ich mir den Teigschaber noch einmal genauer angeschaut. Vielleicht ist es ja ein Plastik aus recyceltem Material? Es sieht nicht so aus. Rechts steht noch der Aufdruck Zenker. Zenker ist eine bekannte Name für Zubehör zum Backen. Sie sind mir aber noch nie durch besonders umweltfreundliche Produkte aufgefallen.

Was soll ich mir dabei denken, wenn eine Firma, die BioVegan als Namen führt, Plastik-Produkte von Zenker als kleine Beigaben gibt? Wo ist da der Biogedanke?