Shitstorms und mehr

Ich gestehe, wenn ich den Namen Sahra Wagenknecht gehört habe, habe ich die Augen immer himmelwärts gedreht. Ich bin keine Anhängerin der Linken. Vor ein paar Tagen schickte mir eine Freundin ein YouTube-Video mit Sahra Wagenknecht. Ich hab’s mir komplett angehört und etwa 100 mal mit dem Kopf „JAJAJA“ genickt. Einzig bei der Interpretation der Coronazahlen stimme ich nicht komplett überein – aber der Rest über Liberalität in Deutschland und ob ich auch was sagen darf, was die AfD beklatscht, finde ich umwerfend gut.

Die Videos „allesdichtmachen“ kann ich nicht beurteilen – ich habe sie nicht gesehen. Aber den Eindruck habe ich auch bei 90% derjenigen, die sich darüber aufregen. Das ist die moderne Art der Recherche und sich Informierens: Ich lasse mir von Dritten sagen, was in der Welt los ist, und übernehme auch gleich ihr Urteil. Spart mühsames Denken. Deshalb habe und hatte ich auch kein Urteil zu diesen Videos. Aber darum geht es auch nicht wirklich, sondern um den Umgang damit. Und den hat Wagenknecht vorzüglich dargestellt.

Außerdem mag ich ihre ruhige Art des Vortrags ohne große emotionale Kopfwäsche. Anschauen lohnt!

Wehret den Fortsetzungen

24. März 2016: Nachbarn sind erst einmal meine Feinde

In Zeiten, wo der Rechtsruck schon da anfängt, wo man es gerne morgen vielleicht wieder so hätte wie heute, ist es ganz wichtig, dass wir unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Deutschland muss sauber bleiben! Und das geht nur, wenn wir alle mithelfen.

Dass wir unsere Nachbarn beobachten, ist nicht nur in Sachen Kindesmisshandlung oder Tierquälerei ein oberstes Gebot. Wir müssen auch dem freien Denken in den Ansätzen schon den Garaus machen. Man stelle sich nur vor, wir würden in einer Demokratie leben, die ein Links, eine Mitte und ein Rechts kennt. Geht gar nicht. Eigentlich bin ich dafür, Rechtshänder von Geburt an zu Linkshändern zu erziehen, ich wette – das würde einen politisch korrekten Ruck erzeugen. Was ich bereits am Montag ausgeführt habe.

Aber es geht auch anders. Wir können unsere Umwelt fein beobachten, Schlüsse ziehen und Gegenmaßnahmen ergreifen. Wie das geht, habe ich letztlich in einem hervorragenden Artikel gelesen:

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/wenn-der-nachbar-neonazi-ist

Diese Methoden sind ja nur ein schwacher Anfang. Wenn wir Musik aus Nachbars Wohnung hören, sollten wir nicht warten, bis wir zufällig mitbekommen, was das denn ist. Das Anlegen des Ohrs an die Wohnungstür ist mehr als legitim. Im Zweifelsfalle können wir klingeln, eine leere Tasse in der Hand, und um etwas Zucker bitten. Bei der Gelegenheit machen wir am besten gleich so eine Bemerkung wie „Na, in Deutschland ist es im Moment ja nicht einfach, keiner weiß, wie das alles bezahlt werden soll!“. Wenn der Nachbar daraufhin ein Büchlein zückt und diese Bemerkung mit Datum und Unterschrift einträgt, ist er ein guter Deutscher, der weiß, wo sein Herz hingehört. Sollte er allerdings breit lächeln mit den Worten: „Ja, das sage ich schon seit Wochen und Monaten“, dann ist es Zeit, dass IHR euer Büchlein zückt und eine Notiz macht.

Solche Notizen sind zu sammeln. Gibt es eigenartige Besucher, deren Kurzhaarschnitt verdächtig ist? Kommen an einem Abend vielleicht regelmäßig mehrere Leute in diese Wohnung, angeblich um Skat zu spielen oder noch angeblicher, um gemeinsam zu essen? Klick-Klack, ein Foto mit dem Smartphone und wir können unsere Unterlagen dokumentieren.

Haben wir 10 solcher Notizen zusammen, gehen wir zum Notizenhauswart, den es hoffentlich in eurem Hause bereits gibt. 10 solcher Notizen ergeben eine „Besorgnismeldung“. Der Notizenhauswart sammelt sie und reicht sie, sobald 10 Besorgnismeldungen über eine Person / Familie gesammelt wurden, bei seiner nächst höheren Instanz ein. Es wird dann nicht mehr lange dauern, und wir müssen nicht mehr weiter vor die Tür des verdächtigen Nachbarn spucken oder unsere Bioabfälle in seinem Briefkasten deponieren, er wird dann schon anderweitig deponiert – der Nachbar, der verdächtige, nicht der Briefkasten. Letzterer ist anfangs erst einmal schuldfrei.

Die Zwischeninstanzen werden gleich übersprungen, falls der neue Nachbar Laute von sich gibt, die einen Satz ergeben könnten wie „Also mein Onkel hat gesagt, er hat sich das AfD-Programm durchgelesen und Kinderschänder werden da nicht gefördert, also eigentlich sieht das alles ganz ordentlich aus.“ Dann ist Gefahr angesagt, da will jemand politische Hetze betreiben. Ab damit!

Zum Glück haben wir in Deutschland gute Erfahrungen gemacht mit der Nachbarn-Aufmerksamkeit. Sagte meine Oma immer, und auch meine Tante aus Dresden.