Vollwertkost: Wohin gehst du?

22. August 2013 (Do)  Vollwertkost und „Gabel statt Skalpell“

Vor etlichen Monaten schon habe ich ja meine Bedenken in einem Artikel geäußert, was die Gewichtsabnahme unter Brukescher Kost betrifft. Ich bin ja der Meinung, kurz und knapp, dass nicht nur die Qualität, sondern durchaus auch die Quantität des Essens etwas mit dem Gewicht zu tun hat, die Kalorien zwar nicht unser Leben diktieren sollten, aber schon auch nicht völlig am Wegesrand verkümmern. Dazu erhielt ich jetzt per Email einen kleinen Erfahrungsbericht von Daniela. Daniela ist schon lange Gast auf diesem Blog und auch eifrig an Aktionen auf dem „Menüblog“ beteiligt. Sie ernährt sich seit einigen Wochen nach den Grundsätzen, die im Film (und Buch) „Forks over Knives (FoK)“ (deutsch: Gabel statt Skalpell, vorgestellt auf diesem Blog hier) vorgelegt werden. Dies ist eine vegane Kost mit möglichst geringem oder zumindest sehr kleinen Fettanteil. Hier also Danielas Bericht. Außerdem, und das ist für uns alle sehr spannend, denke ich, wird sie ebenfalls in den nächsten Wochen immer Dienstag auf dem „Menüblog“ ein Rezept vorstellen, VWK mit FoK.

Außerdem möchte ich mich bei Daniela für ihren Mut bedanken, dass ich ihren Erfahrungsbericht – der ja eigentlich nur für mich bestimmt war – mit ihrem Namen veröffentlichen darf. Wenn man gerade einen neuen Weg beschreitet, von dem man überzeugt ist, ist es nicht immer einfach, das auch nach außen zu zeigen. Vor allem, wenn man zwei nicht völlig überlappende Ernährungsformen in abgeänderter Form zusammenführt – da ist immer die Gefahr, dass beide „Lager“ über einen herfallen.

Natürlich ist das hier der beste Ort für diese Veröffentlichung, denn es ist ja ein Sammelplatz für die nettesten Blogleser und Blogleserinnen, die es überhaupt gibt 🙂


Ich wollte dir mal einen kurzen Erfahrungsbericht schreiben, ich dachte, vielleicht interessiert dich das, auch, wenn ich natürlich weiß, dass du vielleicht manches anders beurteilen wirst und du ja die Bruker´sche Vollwertkost vertrittst, Ute. Es gibt bei der Art, wie ich mich seit einigen Wochen ernähre, einige Unterschiede zur Brukerschen Kost, aber auch viele Gemeinsamkeiten.Ich ernähre mich ja seit einiger Zeit aus hauptsächlich gesundheitlichen Gründen (Asthma, zunehmende Allergien,  starke Probleme mit Gelenken und dem Rücken) wieder vollwertig nach Bruker, seit einigen Wochen nun auch vegan nach dem Gabel-statt-Skalpell-Prinzip. Das heißt, ich esse zwar weitgehend weiter vollwertig, aber mein Fokus liegt seit einiger Zeit zudem noch auf den Ernährungsregeln von Esselsyn und Campell nach dem Film Gabel statt Skalpell, also „plant-based“, fettarm und mit vielen Hülsenfrüchten. Ich bin, was zugesetztes Fett betrifft, nicht ganz so strikt, wie von Esselstyn gefordert, hab ja keine Herzerkrankung, verwende also hin und wieder etwas zugesetztes Öl, aber nur Teelöffelweise und auch Saaten und Nüsse esse ich in geringeren Mengen als vorher. Manches, das da Verwendung findet, ist nicht ganz vollwertig nach Bruker, aber mir geht es seither erstaunlicher Weise so gut, wie lange nicht mehr.  Diese Art der Ernährung tut mir gesundheitlich tatsächlich noch besser, als die Vollwertkost mit Sahne und Butter oder eben sehr vielen Saaten oder Nüssen, die ja in der veganen Vollwertkost oft als Ersatz für Milchprodukte verwendet werden. Ich hab die letzten Monate, die ich vollwertig erst mit Sahne, Butter, dann vegan mit viel Öl und Nüssen gegessen hab, recht schnell einige Kilos zugenommen, das hat mich doch erstaunt, da es ja immer heißt, man würde in jedem Fall mit der Vollwertkost nach Bruker zum Idealgewicht kommen und Kalorien oder Fett würden keine Rolle spielen – also vom Idealgewicht bin ich nach wie vor noch einiges entfernt und ich war wirklich die letzten Monate für meine Verhältnisse sehr konsequent, hab aber vom Erlaubten viel gegessen, hatte auch immer viel Hunger. Seit ich nun meine Ernährung nach dem Forks over Knives (engl. Version von Gabel statt Skalpell) oder Engine 2 Prinzip, das ja gleich mehrere Herzspezialisten und Ärzte in dne USA propagieren (auch Bill Clinton isst seit seiner Herzerkrankung seit einiger Zeit nach Esselstyns Konzept) und interessante Erfolge damit aufweisen können, ernähre und weiterhin auch weitgehend auf Vollwertigkeit achte, das mach ich jetzt seit gut 4 Wochen, hab ich drei Kilo abgenommen, ich habe auch, seit ich so esse, erstaunlicher Weise weniger Hunger als vorher.Auch mein Allgemeinbefinden hat sich gebessert, erst seit dieser fettarmen veganen Kost kann ich komplett auf Kortison verzichten. Kurzum, ich mach weiter so und es geht mir jetzt schon, nach kurzer Zeit, deutlich besser. Ich dachte, vielleicht interessiert es dich, das zu lesen. Ich weiß selbstverständlich, dass das meine rein subjektiven Erfahrungen sind und diese keinerlei Bedeutung für andere Menschen haben. Dr. Bruker hat zig tausend Patienten mit seiner Art der Vollwertkost heilen können, das will ich überhaupt nicht schmälern, aber mir persönlich haben Sahne und Butter, wie größere Mengen Fett wohl anscheinend nicht so gut getan, das merke ich jetzt, seit ich es weg lasse und den Unterschied erlebe. Ich bin doch überrascht, was das für mich persönlich ausgemacht hat. Dagegen schaden mir die paar nicht so ganz vollwertigen Dinge, die ich jetzt hin und wieder benutze, wie z.B. ab und an Bio Agavendicksaft, bisher nicht merklich. Vielleicht ist das für mich persönlich ein guter Weg, ich beobachte es einfach weiter, ich mache das ja erst seit kurzer Zeit, sagt also noch nicht so viel aus. Ich beschäftige mich halt grad mit dieser Art zu essen und recherchiere dazu viel und drum dachte ich, ich schreib dir das mal.Vermutlich könnte man mir entgegnen, dass ich nach zu kurzer Zeit schon Rückschlüsse ziehe, aber es war wirklich für mich subjektiv eine deutliche Vebesserung meines Befindens spürbar, auch schon in den paar Wochen. Vor allem auffällig war, dass ich, als ich noch Butter und Sahne verwendet hab, zwar das Kortison schon etwas reduzieren konnte nach einiger Zeit, aber immer noch regelmäßig welches gebraucht hab, mit fettarmer veganer Ernährung hab ich es jetzt seit kurzem ganz absetzen können und fühle mich deutlich besser. Vermutlich hab ich aber auch deutlich mehr Fett gegessen, als Bruker für gut befunden hätte, das heißt, Sahne hab ich wenig gegessen, aber kaltgepresste Öle und Butter doch recht viel, was nach seiner Auffassung ja ziemlich unproblematisch ist, was sich nicht unbedingt mit meinen persönlichen Erfahrungen der letzten Monate und Wochen deckt.
Ich denke, gegen Honig spricht an sich nichts, ich verwende den auch sicher bald wieder, ich hab nur halt mal eine komplett vegane Ernährung und den Agavendicksaft probieren wollen, der da unter anderem auch hin und wieder verwendet wird, die verwenden auch Rohrohrzucker in geringen Mengen oder Ahornsirup das mache ich aber nicht. Ich hab aber beim Agavendicksaft immerhin bisher keine negativen Effekte bemerkt, wie ich das bei weißem Zucker sofort merke! Honig ist sicher weit weniger verarbeitet. Ungezuckerte Trockenfrüchte verwende ich seither zum Süßen sparsam auch wieder und mir bekommen sie gut.

Bruker hat Enormes geleistet, daran besteht kein Zweifel. Aber es gibt kaum Etwas, was nicht noch zu verbessern wäre. Vielleicht ist hier für viele, die sich mit ihrem Gewicht quälen oder auch mit Allergien, Asthma usw. und die Vollwertkost nicht als 100% heilsam empfunden haben, eine Variante, die es einmal auszuprobieren gilt?

Gastbeitrag: Rettung der Welt

Kommentar vom 14. Juni 2011: Gastbeitrag

Wieder ein schönes Erlebnis aus der Feder bzw. Erlebniswelt von Frau Schmidt, die uns ja langsam mit Ihren pointierten Erfahrungen unersetzlich wird 🙂

Grundsätzlich würde ich die Welt wohl retten – wenn man mich ließe! An manchen Tagen allerdings hinterfrage ich diese Bereitschaft dann doch…

Heute z.B. erzählte mir eine Mitsportlerin aus dem Verein, dass eine andere Dame zur Behandlung ihres Ekzems (Neurodermitis) in Kur fahren würde. Unvorsichtigerweise habe ich dazu das Thema Ernährung im Allgemeinen und das tierische Eiweiss im Besonderen angesprochen. Allein der Blick meines Gegenübers hätte mich verstummen lassen müssen, aber nicht immer reagiert man klug. Mir wurde also „geduldig“ erklärt, dass ja nicht jede Allergie eine Nahrungsmittel-unverträglichkeit sei (ach?) und somit auch eine Ernährungsumstellung wohl auch keine Lösung. Man würde ja auch keine Pollen oder Katzen essen und wäre trotzdem gegen sie allergisch.

Ich habe kurz die Zusammenhänge erläutert, worauf die Dame mich regelrecht anschnaubte „dann wären ja alle Allergien heilbar!“
Meine Antwort: „Ja“ (im Sinne von Beschwerdefreiheit).

Sie (herablassend): „Na davon hätte man aber sicher schon mal etwas gehört und ausserdem könnte man ja dann nur noch Gemüse und Getreide essen“
Ich: „Wenn das die Alternative zu jahrzehntelanger Dauermedikation mit den entsprechenden Nebenwirkungen und ggf. sogar kürzerer Lebenserwartung ist, wäre das doch ein guter Tausch“
Naja, jedenfalls war das Gespräch damit beendet und ich habe mir (mal wieder) vorgenommen, mich künftig mit meiner Weisheit zurückzuhalten.

Warum eigentlich reagieren viele auf für sie unbekannte Erkenntnisse so pampig?
Für manche ist und bleibt die Erde eben eine Scheibe…

Autor:  Frau Schmidt

Private Krankenversicherung und Allergie

Kommentar vom 29. April 2011: Wo wir gerade bei Allergien waren: Auch die DKV weiß was zu Allergien

Und wieder einmal ereilte mich das DKV-Blättchen. Es tut mir jedes Mal weh, wenn ich sehe, wie auch mein Geld in diesen Schwachsinn eingeht. Ich könnte natürlich die Krankenversicherung komplett kündigen nach dem Motto „Ich lebe ja gesund…“, aber dazu weiß ich dann doch zu gut, dass die Vollwerternährung zwar ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Grundstock für Gesundheit ist, aber eben auch keine Gesundheit garantiert (von Unfällen einmal ganz abgesehen). Zu viele andere Faktoren gibt es noch. Dennoch  weiß ich auch: Als Erstes muss ich immer die Ernährung ändern, wenn ich etwas erreichen will!

Dies behandelt natürlich die DKV gar nicht. Interessant in diesem Zusammenhang, dass selbst die Apotheken-Umschau (die ja an hohen Medizinkosten Interesse hat) immerhin Ernährung als wichtigen Faktor bei Allergien und Asthma erwähnt, die DKV das jedoch tunlichst unterlässt. Hier wird nur von Medikamenten gesprochen. Muss ich mich da jetzt fragen, wieso die DKV so pharmaindustrie-freundlich ist, wo es doch eigentlich ihr Bestreben sein sollte, sich um mein Wohl zu einem möglichst günstigen Preis einzusetzen? Nur wenige Aspekte aus dem schauderhaften Artikel möchte ich vorstellen. Als Experte kommt hier Ulrich Wahn zu Wort: „Kinder und Jugendliche müssen dafür [für eine normale Lungenentwicklung] allerdings täglich ein bis drei Medikamente nehmen, auch wenn es ihnen gut geht. Das muss man den Betroffenen und ihren Eltern begreiflich machen.“

Laut Aussage meiner Freundin, die in der Apotheke arbeitet, bin ich eine Rarität in deutschen Landen, denn ich nehme, obwohl ich die 50 überschritten habe, überhaupt keine Medikamente ein. Und wenn ich dann lese, dass Kinder schon vollgestopft werden mit Medikamenten, kommt es mir echt hoch. Für diese Kinder wird es etwas Normales sein, Medikamente zu nehmen – und keine Medikamente zu nehmen, ist dann schon „nicht mehr normal“. Meine Güte, da hat die moderne Medizin ja wirklich Phantastisches erreicht. Warum kann nicht mit gleicher Vehemenz darauf hingewiesen werden, dass eine Ernährungsumstellung, die natürlich ein bisschen Liebe und Sorgfalt vor allem in der Umstellungsphase erfordert, diese Leiden beseitigen kann? Ich zehre mit diesen Erkenntnissen mittlerweile ja nicht mehr nur aus Brukers Büchern, sondern auch aus der Korrespondenz und aus Gesprächen mit Menschen, die ihr Asthma, ihre Allergien mit einer tiereiweißfreien Ernährung beseitigen konnten.

Auch die Desensibilisierung wird gelobt – Desensibilisierung von Kindern, die ich leider im Verwandtenkreis auch habe beobachten müssen. Da fällt mir immer nur der Satz ein, den ich in der Telefonstunde von einem Betroffenen hörte, der – allerdings als junger Mann – diese Behandlung bekam: „Ich hatte eine Pollenallergie. Dann kam die Desensibilisierung, die Pollenallergie war auch verschwunden. Dafür hatte ich jetzt diverse Lebensmittelallergien, die mein Leben wesentlich schwieriger gestalteten. Ich wünschte mir meine Pollenallergie zurück, die wenigstens auf eine Jahreszeit begrenzt war!“

Auch der letzte Satz des Artikels lässt mich spucken: „Von Heilung zu sprechen wäre zu viel gesagt. Aber was ein beschwerdefreies Leben mit Asthma angeht, dürfen wir optimistisch sein.“

Was für eine schauerliche Medizin ist das, die Symptome bekämpft? Allergien sind Eiweißspeicherkrankheiten (s. Wendt und Schnitzer), Medikamente öffnen quasi nur Gefäße und Bronchien, damit z.B. der Atem durchkommt, aber im Gegensatz zu einer vollwertigen Ernährung verändern sie nichts an den Eiweißspeichern. Allergien sind heilbar, wenn wir an die Ursachen gehen, sollte eine verantwortungsvolle Krankenkasse sagen.

Allergien

Kommentar vom 9. April 2011: Die Fachwelt und Allergien

So Sprüche wie „Alle Ärzte werden von der Pharmaindustrie bezahlt und bestochen“ finde ich ziemlich einfältig. Ja, es gibt sicher solche Fälle. Aber ich denke, es gibt auch genug Ärzte, die ihrem Beruf gewissenhaft nachkommen, auch wenn sie ein wenig verbohrt sind, neue Erkenntnisse in ihr Wissen einzubauen. Worauf ich anspiele – ist schon klar. Wobei das ja gar nicht einmal neue Erkenntnisse sind. Hinter allem und jedem die Pharmaindustrie zu wittern, die nur an ihren Profit denkt, egal auf wessen Kosten, ist auch nicht mein Ding. Ich sehe das gerne differenziert. Steht hinter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung die Nahrungsmittelindustrie, so wie Dr. Bruker es andeutete, oder nicht? Die Frage kann sich einem schon ernsthaft stellen, wenn wir manche Empfehlungen lesen, die sie herausposaunen.

In der Apotheken-Umschau, B-Ausgabe März, steht eine Artikelserie über Allergie. Ich witterte natürlich gleich vieles, was sich für diesen Blog eignet, aber eigentlich ist es ja immer wieder dasselbe. Ich habe dann einiges gelesen, und für wahr: Ich wurde nicht überrascht. Genauer gelesen habe ich dann die Passagen, wo es um Ernährung geht, das sehe ich quasi als „meine Pflicht“ an. Empfohlen wird „Abwechlungsreich, ausgewogen und regelmäßig essen.“ Immer bereit, mich über einen neuen Ernährungswitz auszuschütten, las ich den Absatz. Allerdings konnte ich nach der Lektüre nicht mehr so recht lachen. Ich zitiere:

„Die Fachgesellschaften raten zu einer bewussten und ausgewogenen Ernährung […]. Auch Nahrungsmittel, die theoretisch ein hohes Allergierisiko haben, wie beispielsweise Milch, Fisch und Soja, sollten den aktualisierten Leitlinien zufolge nicht vom Speiseplan gestrichen werden.

Fragen, die sich mir spontan stellen:

  • Um welche Fachgesellschaften handelt es sich? Das Wort „Fachgesellschaft“ beeindruckt mich nun alleine wirklich noch nicht.
  • Wieso haben die später genannten Nahrungsmittel nur „theoretisch“ ein hohes Allergierisiko?
  • Wieso wird formuliert „sollten … nicht vom Speiseplan gestrichen werden“, statt allenfalls noch „müssen nicht vom Speiseplan gestrichen werden“?

Dieser Absatz beinhaltet ganz klar eine Aufforderung, Kinder als Allergieschutz mit Tiereiweiß und Soja abzufüttern! Da ziehen wir uns doch die Allergiker massenweise heran. Ich weiß aus zu vielen Gesprächen und medizinischer Lektüre, dass diese Substanzen hoch allergisierend sind, denn sie füllen die Eiweißspeicher. Wie können da Fachgesellschaften deren Verzehr nicht nur genehmigen, sondern sogar quasi noch vorschreiben? Wundert es da, wenn ich das Gefühl nicht loswerde, dass da die Nahrungsmittelindustrie mal wieder dick den Finger drin hat`?

Ich liebe meine Allergien

Kommentar vom 17. März 2010: „Allergien – nichts Neues“

In der HörZu (vom 26.2.2010) erschien ein Artikel mit dem Titel „Neue Hoffnung bei Allergien“. Und „Rund 20 Millionen Deutsche sind davon betroffen. BESSERE THERAPIEN bringen vielen Patienten jetzt endlich Hilfe“. Ich habe den Artikel gelesen, obwohl ich schon wusste, was mich erwartet. Das Übliche, unter anderem auch der vernünftige Rat, es vor allem bei Kindern mit der Hygiene nicht zu übertreiben, weil sie sonst ihr Immunsystem nicht aufbauen können. Die verschiedenen Allergien werden erklärt vom Allergie-Experten Prof. Tilo Biedermann. „Das Übel an der Wurzel packt aber nur die Hyposensibilisierung“, sagt er. Aha. Wie ist das mit all den tiereiweißfrei lebenden Vollwertlern, deren Allergie verschwunden oder stark zurückgegangen ist? Das ist ja keine Erfindung von mir, ich kenne mehrere persönlich.

Dann, wie sich das für eine Zeitschrift gehört, natürlich auch 10 Tipps zum Vorbeugen:

  1. Stillen hilft
  2. Vor Birkenpollen wird gewarnt
  3. Vorsicht bei zu viel Lichteinwirkung
  4. Feinstaub ist asthmafördernd
  5. Besonders apart: Kinder sollen sich im ersten Lebensjahr in Ställen aufhalten und unbehandelte Kuhmilch trinken
  6. Dreck ist gesünder als zu viel Hygiene
  7. Feinde (er meint Allergene) erkennen und meiden
  8. Pflegen der Haut
  9. Kleidung vor dem ersten Tragen waschen
  10. Staubfänger aus der Wohnung verbannen

Wer außer mir vergisst hier einen ganz wesentlichen Punkt? Genau – tiereiweißfreie Ernährung wird in diesem Artikel überhaupt nicht erwähnt, obwohl selbst Schulmediziner das heutzutage zumindest bei gewissen Allergien ins Gespräch bringen. Da frage ich mich doch, warum das hier fehlt.

Es erinnert mich an einen jungen Mann, mit dem wir geschäftlich zu tun haben. Er kommt relativ regelmäßig, leidet an Asthma und diversen Allergien. Was immer er hier vollwertig isst, es schmeckt ihm lecker, inklusive tiereiweißfreiem Kuchen und Plätzchen. Ein- oder zweimal habe ich ihn auf seine Allergien angesprochen. Seine Freundin ist Homöopathin und sie haben schon alles mögliche an Kügelchen probiert, auch andere Methoden. An Kortison etc. möchte er nicht ran, was ich nachvollziehen kann. Und mal die tiereiweißfreie Vollwertkost probieren? Mit der Hand freudig in der Plätzchendose sagt er dann: „Ach nein, so weit bin ich noch nicht, dafür geht es mir noch nicht schlecht genug, dass ich auf so vieles verzichten möchte.“ Und nimmt noch eine Tüte Plätzchen für sich und seine Freundin mit, weil die so lecker sind.

Ich habe ihm nicht gesagt, dass er natürlich auch seinem Körper schadet. Mit jedem Jahr, das er verstreichen lässt, wird es länger dauern, das Asthma und die diversen Allergien ganz wegzubekommen. Ich habe gelernt, wann es besser ist zu schweigen 🙂

Diät Teil 3

Kommentar vom 25. Juni 2009: Welche Diät passt zu mir (Teil 3) (Fortsetzung vom 2. und 14. Juni).

Die zweite vorgestellte Diät trägt die Überschrift „Für Eilige“. Und dann kommt die Atkins-Diät, die sich dadurch auszeichnet, dass man am Anfang nur Fleisch und etwas Sahne isst, dann in kleinen Wochenschritten mehr Kohlenhydrate hinzugibt, aber Obst und Gemüse sind im Grunde verpönt. Im Praxis-Check sagt der Artikel „Wer nicht gerne Fleisch isst, kann diese Ernährungsform kaum durchhalten.“ Und der Tipp für Familien: Für Kinder die Diät mit Reis oder Nudeln ergänzen.

Unter Experten-Urteil kommt dann der Hammer: „Lange war diese Abnehmvariante verpönt. Doch man kann damit zumindest kurzfristig schnell und effektiv abnehmen. Bis zu einem Jahr sind keine negativen Effekte bekannt.“

Ich habe in den 70er Jahren diese Diät selbst einmal gemacht. Nach 6 Wochen war ich mit den Nerven so runter, dass ich bei jeder Kleinigkeit anfing zu heulen oder auszurasten. Wenn dies nur meine eigene Erfahrung wäre! Meinem Vater ging es, ohne dass er von mir wusste – genauso. Und anderen auch. Wer das ein Jahr lang macht, kann sich gleich Psychopharmaka dazu holen (Nährungsergänzungsmittel sind sowieso Pflicht, weil offenbar viele Dinge fehlen.)

Abgesehen von meinen persönlichen Erfahrungen kann ich nur den Kopf schütteln, wie eine Familien-Programm-Zeitschrift solch gefährlichen Unsinn verbreiten kann: Wie kann man nur auf die Idee kommen, Kindern eine solche fast vitalstofffreie Kost zu geben! Und wie können Experten behaupten, dass sei über ein Jahr ungefährlich? Zivilisationskrankheiten haben lange Zeiten, bis sie offenbar werden. Bei einer solchen Ernährung über 365 Tage sind Rheuma, Gicht und Allergien vorprogrammiert.

Über manche Expertenempfehlungen kann ich lächeln. Aber dies ist wirklich das Schlimmste, was ich seit langem gelesen habe. Getreide aus der Ernährung zu streichen ist schlimm genug, aber die rohe Kost über ein Jahr zu streichen bzw. auf ein Minimum zu fahren und durch Vitaminpillen zu ersetzen, ist kriminell.

Die Verfasserin des Artikels U.G. ist Diplom-Ökotrophologin. Lernt man wirklich so gefährliche Sachen in diesem Studium? Hat sie einmal selbst nur 2 Monate eine Atkins-Diät gemacht? Oder redet sie vom hohlen Tisch, in dessen Schublade vielleicht ein kleiner Scheck der Metzger-Innung und der Fleisch-Industrie liegt?

Die Fachfrau für Allergien spricht

Kommentar vom 20. Juni 2009: Eine Diplom-Ernährungswissenschaftlerin spricht

Heute stelle ich mal wieder einen Artikel aus dem Remscheider Generalanzeiger, 20. Juni 2009, vor. Diese Tageszeitung versorgt mich momentan mit den „tollsten“ Infos. Überschrift: „Das richtig Maß: Gesundheitstreff Ernährung und Allergien“.

Nun, Allergien sind natürlich immer so ein besonders schönes Thema, an dem sich messen lässt, wie weit die Leute wirklich etwas dazu gelernt haben. Im ersten Absatz des Artikels kommt ein kleiner Abriss über die Allergien und ihre Folgen. Und dann:

Die Remscheider Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Eva Wisniowski wird am Donnerstag, 25. Juni, im Rahmen des RGA/AOK-Gesundheitstreffs über den Zusammenhang zwischen Krankheiten wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis und Ernährung referieren. Die Fachfrau, die selbst mit verschiedenen Allergien lebt, hat einige Tipps und Tricks für Betroffene parat.

Hier bereits tauchten meine ersten Zweifel an dieser Fachfrau auf, Diplom hin oder her: Wieso lebt sie mit mehreren Allergien? Der Zusammenhang zwischen Ernährung, vor allem dem tierischen Eiweiß, und den Allergien wurde nicht nur von Dr. Bruker nachgewiesen. Ich kenne persönlich mehrere Menschen die nach konsequenter tiereiweißfreier Vollwertkost, unter Umständen anfänglich einer Rohkostphase, Asthma und andere Allergien hinter sich gelassen haben – teils im Röntgenbild nachgewiesen. Übrigens: Die beteiligten Ärzte waren nur mäßig an dem Zusammenhang mit der Ernährungsumstellung interessiert oder glaubten einfach nicht daran. Aber zurück zu der Fachfrau.

„Kreuzallergiker, die auf Äpfel reagieren, können den Apfel beispielsweise zehn Sekunden in die Mikrowelle legen. Dann können sie ihn bedenkenlos verzehren“, gab sie eine Kostprobe.

Der Apfeltipp ist wirklich eine Wucht: Mach den Apfel tot, und er beißt dich nicht mehr.

Pseudoallergien, bei denen der Körper auf bestimmte Nahrungsmittel nur beim Überschreiten einer gewissen Menge reagiert, könne man durch das richtige Maß und die richtige Kombination der Nahrung überlisten.

Schade, dass Frau Wisniowski ihre Allergien so sehr liebt, dass sie gar nicht mehr von ihnen lassen mag. Noch bedauerlicher aber, dass sie dies dann als Fachwissen weiter gibt. All denen, die nicht in ihre Krankheit verliebt sind, empfehle ich z.B. das Buch „Allergien müssen nicht sein“ von Dr. Max Otto Bruker.