Beim Arzt

Letzte Woche bin ich zum Arzt gegangen, meine Zinkwerte sollten kontrolliert werden. Wie immer war viel zu tun, ich wurde aufgefordert, im Wartezimmer solange Platz zu nehmen.

Das Wartezimmer ist recht groß, da passen 10-12 Leute hinein. Es stehen zurzeit nur Stühle drin, Corona. Die Außentemperatur betrug 9 Grad Celsius. Das Fenster war auf, die Zimmertür war offen und die Wohnungstür zur Praxis stand offen. Es zog wie Sau und war eiseskalt. Ich kenne das vom Sommer, Corona-Maßnahme…. aber jetzt ist nicht mehr Sommer 🙂

Eine Frau, die einen Sitzplatz im Flur erwischt hatte, die Glückliche, fragte, ob man das Fenster schließen könne, es sei so kalt. „Nein, das dürfen wir nicht“, antwortete die Sprechstundenhilfe. Sie saß gut geschützt hinter der Rezeption. Der Arzt selbst benutzt wieder sein hübsches kleines gut geheiztes Behandlungszimmer im Stockwerk darüber.

Ich habe mir die Kapuze über die Ohren gezogen, die Kälte kroch langsam die Füße hoch. Blasenentzündung, nee, danke, dich will ich nicht. Nach ca. 10 Minuten bin ich zum Empfang gegangen und habe gesagt, dass mir zu kalt ist. Erst taten alle drei Grazien so, als hätten sie mich nicht gehört. Dann bekam ich einen anderen Raum „zugewiesen“. Kleiner Raum, kleines Fenster (offen), offene Zimmertür. Diesmal habe ich nur drei Minuten gewartet. Dann habe ich mir einen neuen Termin geben lassen. Die drei Eissäulen am Empfang (Eis bezieht sich hier auf ihre Gesichter, bei ihnen zog es ja nicht) fanden das merkwürdig.

„Das wird dann aber beim nächsten Mal genauso sein“, trumpfte die mir Zugewandte auf.
„Dann bringe ich mir eben eine Decke mit!“, gab ich zurück.

Nö, ich bringe mir keine Decke mit. Wenn ich wieder in einem kalten Zugloch sitzen soll, verabschiede ich mich gleich wieder. Was mich wundert: Wieso nehmen Patienten solche Zustände einfach hin? Ich bin sicher nicht der kälte- und zugempfindlichste Mensch auf der Welt.

Ich habe bis abends Schüttelfrost und Unterleibsschmerzen gehabt. Ich habe mich zu Hause dick warm eingepackt, die Heizung auf unübliche Höhen gestellt und viel Heißes getrunken. Zum Glück ist nichts „hängengeblieben“. Aber ich möchte mein Glück nicht noch einmal so aufs Spiel setzen.

Kleine wahre Geschichte

16. Apr. 2015: Arztbesuche

Die folgende Story schrieb mir eine gute Bekannte. Ich kenne sie gut genug, um zu wissen, dass sie nicht übertreibt. Wäre es nicht so schauderhaft, könnte man darüber lachen.

Seit etwa 8 Monaten bin ich wegen Bluthochdruck in Behandlung. Wesentliche Fortschritte sehe ich nicht. Im März war ich dann wieder einmal zur Kontrolle beim Arzt, nahm einen Behandlungsplan mit und die Anweisung, zu einem Kardiologen zu gehen, der mal abchecken soll, warum sich bei mir nichts bessert – ich habe nach wie vor bei gesunder Lunge Atembeschwerden, wenn ich länger oder schneller gehe.

Der Behandlungsplan stimmt nicht. Am Telefon will mir die Dame erklären, dass 2 x 2,5 mg = 5 mg ist. Danke, das war mir neu. Außerdem steht da ein Medikament, das ich so gar nicht nehme, in der einen Spalte steht, ich soll morgens 2 Tabletten nehmen. Hä? Ach, erfahre ich nach Rücksprache der Hilfe mit dem Arzt, ein kleiner Fehler, es muss das andere Medikament sein, 1 x morgens. Nee klar.

Dann habe ich gefragt, was denn ein Langzeit-EKG kostet, da ich wohl die Auswahl habe, das beim Hausarzt oder in einer Kardiologiepraxis machen zu lassen. Sagt meine Telefonpartnerin: Darüber bekommt der Patient anschließend eine Rechnung. Ich fragte daher, wo das EKG denn teurer sein. Sie, schon etwas angenervt: Überall das Gleiche. Was ich nicht so recht glaube, dann Privatpatienten kriegen so einen Multiplikationsfaktor oben drauf, der ist nicht immer gleich. Aber gut, ich hake weiter nach: Was kostet es denn? Wusste sie nicht. Pikierter Tonfall. Offenbar fragen so etwas Patienten nicht. Ich bin Privatpatient. Das heißt vor allem, ich bezahle die Rechnungen selbst. Ich gehe ja auch nicht in den nächsten Elektroladen, nehme irgendeinen PC und warte dann geduldig auf eine Rechnung in mir unbekannter Höhe.

Ich habe zwei Termine für ein Langzeit-EKG bekommen: einen bei meinem Hausarzt und einem auf dem Überweisungsschein an einen Kardiologen. Das habe ich erst am nächsten Morgen gesehen und gestutzt. Ich habe am Telefon gefragt: Wieso zwei Termine? Ja, wenn ich beim Kardiologen vorher einen Termin bekomme, dann ist der im April hinfällig. Wäre nett gewesen, wenn der Arzt mir das am Tag vorher gesagt hätte.

Dann habe ich einen Zettel mit der Adresse und Sprechzeiten usw. dieser kardiologischen Praxis bekommen. Ich rufe dort an, um einen Termin zu machen. Nummer ist der Telekom nicht bekannt. Ich schaue auf die Internetseite – ist eine völlig andere Nummer. Diese ist natürlich besetzt. Aber man kann für Termine auch ein Fax schicken. Habe ich dann auch gemacht:

Termin für „Untersuchung bei Belastungsluftnot und ausgeprägter Hypertonie“, von Herrn Dr. XXX
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich benötige einen Termin für die oben beschriebene Untersuchung. Sollte der Termin vor dem 14.4. liegen, ist  laut Überweisungsformular auch ein LZ-EKG erbeten.
Da ich Privatpatientin bin, wüsste ich gerne auch im Voraus, mit welchen Kosten ich in etwa zu rechnen habe.

Nach immerhin nur 6 Stunden kam auch eine Antwort, ich habe dann nochmals angerufen und dort konnte man mir auch die Preise sagen. Ach was…. geht also doch?