Vollwertkost: Wohin gehst du?

22. August 2013 (Do)  Vollwertkost und „Gabel statt Skalpell“

Vor etlichen Monaten schon habe ich ja meine Bedenken in einem Artikel geäußert, was die Gewichtsabnahme unter Brukescher Kost betrifft. Ich bin ja der Meinung, kurz und knapp, dass nicht nur die Qualität, sondern durchaus auch die Quantität des Essens etwas mit dem Gewicht zu tun hat, die Kalorien zwar nicht unser Leben diktieren sollten, aber schon auch nicht völlig am Wegesrand verkümmern. Dazu erhielt ich jetzt per Email einen kleinen Erfahrungsbericht von Daniela. Daniela ist schon lange Gast auf diesem Blog und auch eifrig an Aktionen auf dem „Menüblog“ beteiligt. Sie ernährt sich seit einigen Wochen nach den Grundsätzen, die im Film (und Buch) „Forks over Knives (FoK)“ (deutsch: Gabel statt Skalpell, vorgestellt auf diesem Blog hier) vorgelegt werden. Dies ist eine vegane Kost mit möglichst geringem oder zumindest sehr kleinen Fettanteil. Hier also Danielas Bericht. Außerdem, und das ist für uns alle sehr spannend, denke ich, wird sie ebenfalls in den nächsten Wochen immer Dienstag auf dem „Menüblog“ ein Rezept vorstellen, VWK mit FoK.

Außerdem möchte ich mich bei Daniela für ihren Mut bedanken, dass ich ihren Erfahrungsbericht – der ja eigentlich nur für mich bestimmt war – mit ihrem Namen veröffentlichen darf. Wenn man gerade einen neuen Weg beschreitet, von dem man überzeugt ist, ist es nicht immer einfach, das auch nach außen zu zeigen. Vor allem, wenn man zwei nicht völlig überlappende Ernährungsformen in abgeänderter Form zusammenführt – da ist immer die Gefahr, dass beide „Lager“ über einen herfallen.

Natürlich ist das hier der beste Ort für diese Veröffentlichung, denn es ist ja ein Sammelplatz für die nettesten Blogleser und Blogleserinnen, die es überhaupt gibt 🙂


Ich wollte dir mal einen kurzen Erfahrungsbericht schreiben, ich dachte, vielleicht interessiert dich das, auch, wenn ich natürlich weiß, dass du vielleicht manches anders beurteilen wirst und du ja die Bruker´sche Vollwertkost vertrittst, Ute. Es gibt bei der Art, wie ich mich seit einigen Wochen ernähre, einige Unterschiede zur Brukerschen Kost, aber auch viele Gemeinsamkeiten.Ich ernähre mich ja seit einiger Zeit aus hauptsächlich gesundheitlichen Gründen (Asthma, zunehmende Allergien,  starke Probleme mit Gelenken und dem Rücken) wieder vollwertig nach Bruker, seit einigen Wochen nun auch vegan nach dem Gabel-statt-Skalpell-Prinzip. Das heißt, ich esse zwar weitgehend weiter vollwertig, aber mein Fokus liegt seit einiger Zeit zudem noch auf den Ernährungsregeln von Esselsyn und Campell nach dem Film Gabel statt Skalpell, also „plant-based“, fettarm und mit vielen Hülsenfrüchten. Ich bin, was zugesetztes Fett betrifft, nicht ganz so strikt, wie von Esselstyn gefordert, hab ja keine Herzerkrankung, verwende also hin und wieder etwas zugesetztes Öl, aber nur Teelöffelweise und auch Saaten und Nüsse esse ich in geringeren Mengen als vorher. Manches, das da Verwendung findet, ist nicht ganz vollwertig nach Bruker, aber mir geht es seither erstaunlicher Weise so gut, wie lange nicht mehr.  Diese Art der Ernährung tut mir gesundheitlich tatsächlich noch besser, als die Vollwertkost mit Sahne und Butter oder eben sehr vielen Saaten oder Nüssen, die ja in der veganen Vollwertkost oft als Ersatz für Milchprodukte verwendet werden. Ich hab die letzten Monate, die ich vollwertig erst mit Sahne, Butter, dann vegan mit viel Öl und Nüssen gegessen hab, recht schnell einige Kilos zugenommen, das hat mich doch erstaunt, da es ja immer heißt, man würde in jedem Fall mit der Vollwertkost nach Bruker zum Idealgewicht kommen und Kalorien oder Fett würden keine Rolle spielen – also vom Idealgewicht bin ich nach wie vor noch einiges entfernt und ich war wirklich die letzten Monate für meine Verhältnisse sehr konsequent, hab aber vom Erlaubten viel gegessen, hatte auch immer viel Hunger. Seit ich nun meine Ernährung nach dem Forks over Knives (engl. Version von Gabel statt Skalpell) oder Engine 2 Prinzip, das ja gleich mehrere Herzspezialisten und Ärzte in dne USA propagieren (auch Bill Clinton isst seit seiner Herzerkrankung seit einiger Zeit nach Esselstyns Konzept) und interessante Erfolge damit aufweisen können, ernähre und weiterhin auch weitgehend auf Vollwertigkeit achte, das mach ich jetzt seit gut 4 Wochen, hab ich drei Kilo abgenommen, ich habe auch, seit ich so esse, erstaunlicher Weise weniger Hunger als vorher.Auch mein Allgemeinbefinden hat sich gebessert, erst seit dieser fettarmen veganen Kost kann ich komplett auf Kortison verzichten. Kurzum, ich mach weiter so und es geht mir jetzt schon, nach kurzer Zeit, deutlich besser. Ich dachte, vielleicht interessiert es dich, das zu lesen. Ich weiß selbstverständlich, dass das meine rein subjektiven Erfahrungen sind und diese keinerlei Bedeutung für andere Menschen haben. Dr. Bruker hat zig tausend Patienten mit seiner Art der Vollwertkost heilen können, das will ich überhaupt nicht schmälern, aber mir persönlich haben Sahne und Butter, wie größere Mengen Fett wohl anscheinend nicht so gut getan, das merke ich jetzt, seit ich es weg lasse und den Unterschied erlebe. Ich bin doch überrascht, was das für mich persönlich ausgemacht hat. Dagegen schaden mir die paar nicht so ganz vollwertigen Dinge, die ich jetzt hin und wieder benutze, wie z.B. ab und an Bio Agavendicksaft, bisher nicht merklich. Vielleicht ist das für mich persönlich ein guter Weg, ich beobachte es einfach weiter, ich mache das ja erst seit kurzer Zeit, sagt also noch nicht so viel aus. Ich beschäftige mich halt grad mit dieser Art zu essen und recherchiere dazu viel und drum dachte ich, ich schreib dir das mal.Vermutlich könnte man mir entgegnen, dass ich nach zu kurzer Zeit schon Rückschlüsse ziehe, aber es war wirklich für mich subjektiv eine deutliche Vebesserung meines Befindens spürbar, auch schon in den paar Wochen. Vor allem auffällig war, dass ich, als ich noch Butter und Sahne verwendet hab, zwar das Kortison schon etwas reduzieren konnte nach einiger Zeit, aber immer noch regelmäßig welches gebraucht hab, mit fettarmer veganer Ernährung hab ich es jetzt seit kurzem ganz absetzen können und fühle mich deutlich besser. Vermutlich hab ich aber auch deutlich mehr Fett gegessen, als Bruker für gut befunden hätte, das heißt, Sahne hab ich wenig gegessen, aber kaltgepresste Öle und Butter doch recht viel, was nach seiner Auffassung ja ziemlich unproblematisch ist, was sich nicht unbedingt mit meinen persönlichen Erfahrungen der letzten Monate und Wochen deckt.
Ich denke, gegen Honig spricht an sich nichts, ich verwende den auch sicher bald wieder, ich hab nur halt mal eine komplett vegane Ernährung und den Agavendicksaft probieren wollen, der da unter anderem auch hin und wieder verwendet wird, die verwenden auch Rohrohrzucker in geringen Mengen oder Ahornsirup das mache ich aber nicht. Ich hab aber beim Agavendicksaft immerhin bisher keine negativen Effekte bemerkt, wie ich das bei weißem Zucker sofort merke! Honig ist sicher weit weniger verarbeitet. Ungezuckerte Trockenfrüchte verwende ich seither zum Süßen sparsam auch wieder und mir bekommen sie gut.

Bruker hat Enormes geleistet, daran besteht kein Zweifel. Aber es gibt kaum Etwas, was nicht noch zu verbessern wäre. Vielleicht ist hier für viele, die sich mit ihrem Gewicht quälen oder auch mit Allergien, Asthma usw. und die Vollwertkost nicht als 100% heilsam empfunden haben, eine Variante, die es einmal auszuprobieren gilt?

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Fast Food und Asthma

Kommentar vom 27. August 2010: Fast Food fördert Asthma

Ich denke nicht, dass diese Erkenntnis einen der Leser dieses Blogs überrascht. Für die Apotheken Umschau (B-Ausgabe August) ist das eine kleine Sensation, die in der Rubrik „Natur kompakt“ veröffentlicht wird. Da haben australische Wissenschaftler (nun denn, wenigstens geht es diesmal nicht an MEINE Geldbörse) doch in einer Studie bei 46 Asthma-Patienten bewiesen, dass die Zahl der Entzündungsmarker bei den Hamburger Essern (mit Bratkartoffeln) im Auswurf nach der Testmahlzeit (Prost Mahlzeit, Forscher sein ist auch nicht immer lecker) deutlich gestiegen und ihre Lungenfunktion herabgesetzt war. Die andere Gruppe bekam Magerjoghurt. Und aus diesem kümmerlichen Versuch bei so einer winzigen Versuchsgruppe werden hier gleich wieder in Bausch und Bogen Schlussfolgerungen gezogen. „Fettarmes Essen verbessert die Lungenfunktion.“ Das stimmt erstens gar nicht, denn die Studienergebnisse, zumindest so wie sie hier dargestellt sind, zeigen nur, dass nach Hamburgern mit Bratkartoffeln die Lungenfunktion herabgesetzt war. Das heißt ja noch lange nicht, dass Magerjoghurt sie VERBESSERT. Zweitens weiß auch keiner, ob es am Fett liegt – denn dafür hätten die Forscher Magerjoghurt mit Vollfettjoghurt vergleichen müssen. Ein Hamburger ist ja ein völlig anders denaturiertes Produkt als Magerjoghurt!

Was sind das für merkwürdige Forscher? Um wirklich vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, muss man doch so wenige Parameter wie möglich verändern. Beispiel: Wenn ich wissen will, ob Rot stärker die Laune bessert als Grün, kann ich eine Gruppe Versuchspersonen eine halbe Stunde in ein rotes Zimmer, eine andere Gruppe in ein grünes Zimmer setzen. Wenn die Zimmer ansonsten die gleiche Qualität haben, kann ich davon ausgehen, dass es der Farbunterschied ist, der die Laune ändert. Wenn ich aber die eine Gruppe in eine innen rotgestrichene Holzhütte mit Fenstern mit Blick in einen schönen Wald vergleiche mit der anderen Gruppe, die mit einem grünen Helm auf dem Kopf 3 Stunden mit dem Rad durch eine Großstadt geradelt ist: Wie kann da jemand wagen, die Auswirkung der Farbe beurteilen zu können?

Nun ich nicht. Australische Forscher schon. Ach ja, die Apotheken-Umschau auch. Vermutlich weil die „Journalisten“ dort gerade mit einem grünen Helm in der Redaktion eingetroffen sind.

Themenheft Asthma

Kommentar vom 7. Juli 2010: Wieder einmal Asthma

Die Apotheken-Umschau hat die A-Ausgabe des Monats Juni dem Thema Asthma gewidmet. Da gibt es dann eben viele Artikel zu diesem Thema. Was die Leser dieses Blogs nicht wundern wird: eine tiereiweißfreie Vollwertkost wird nicht empfohlen. Es ist einfach herrlich, wie dieses Thema ständig ignoriert wird – damit lässt sich ja jemand viel besser mundtot machen, als wenn wir ihn aktiv bekämpfen. Wenn in jedem Asthma-Artikel stünde „Die angeblich guten Wirkungen der Vollwerternährung auf Asthma und Allergien sind nicht in wissenschaftlichen Studien bewiesen“, käme der eine oder der andere vielleicht ja doch einmal auf die Idee, dort nachzuforschen. Nein, nein, da ist die Schulmedizin – und da zähle ich die Apotheken-Umschau zu – sich einig in Haltung und Kampf. Einfach nicht erwähnen. Lieber gleich im Editorial so Sätze wie: „Doch für die meisten Betroffenen besteht mittlerweile dank moderner Therapiekonzente die Chance, ein fast normales Leben zu führen.“

Was ist denn das größte Problem bei der Asthmabehandlung? Auch das erfahren wir vom Chefredakteur Peter Kanzler gleich im Editorial, sogar noch besonders hervorgehoben: „Die mangelnde Therapietreue ist das größte Problem bei der Behandlung.“ Wir verstehen das sicher richtig: Patienten, die so dreist sind, sich nicht wortwörtlich an die Anweisungen ihres Arztes handeln, möglicherweise nicht einmal so viele Tabletten schlucken und so häufig sprayen, wie das Rezept sagt, sind also selbst schuld, wenn sie nicht gesunden.

Wobei ich doch hier einmal erwähnen möchte, dass keines der Asthmamittel die Krankheit heilt. Die Symptome werden unterdrückt.

In derselben Ausgabe, also immer noch Hauptthema Asthma, gibt es dann einen Artikel über die Impfverstärker, die angeblich mittlerweile viel besser geworden sind. Passt für mich gut zum Thema Asthma und Allergien, wenn ich so rückblickend überdenke, was es da alles für Meldungen über die Impfungen zur Schweinegrippe gab. Der zweite Artikel preist uns dann die Schokolade als gesund an. Das hat nämlich eine Langzeitstudie (gähn) in Potsdam gezeigt: Schokolade ist gut gegen Herzinfarkt und Schlaganfall. Ach ja? Und wie ist das mit der Wirkung von Schokolade bei Asthma?

Aber wir sind ja hier meist alles Orthorektiker, die einfach nicht einsehen wollen, dass Industriezucker, Schokolade, Auszugsmehl, Fertiggerichte, Fisch und Steak usw. einfach so viel besser für uns sind 👿

Mitleid? Mal schauen…

Kommentar vom 8. Mai 2010: „Mitleid ohne Mitleid“

Am vergangenen Wochenende telefonierte ich mit einer Freundin, die einen starren Blick bekommt. Mit starrem Blick meine ich folgendes: Sie leidet seit vielen Jahren an schwerem Asthma. Wir hatten viele Jahre keinen Kontakt, als ich sie zum letzten Mal in den 70er Jahren gesehen hatte, litt sie noch nicht darunter. Wie üblich habe ich dann nach unserer erneuten Kontaktaufnahme auch etwas über tiereiweißfreie Vollwertkost berichtet. Nicht zu viel, nicht zu engagiert, das stößt ab, ich weiß. Dennoch bekommt sie schon diesen starren Blick und diesen Stock ins Kreuz, wenn ich nur „Ernährung“ sage. Also sprüht sie weiter ihr Spray in hoher Dosis, bevor sie zu Bett geht. Bitte schön. Ich habe ihr bzw. ihrer Familie vor drei Jahren das Buch „Unsere Nahrung, unser Schicksal“ geschenkt. Haben sie es gelesen? Nein, haben sie nicht.

Letzten Sonntag rief ich an. „Wie geht’s dir?“, fragte ich. Nun, es geht S. nicht so besonders. Schmerzen in den Fingern, die Knochen werden krumm. Sie war bei einer Ärztin, die festgestellt hatte, dass sie – „wie heißt das noch, nee nicht Osteoporose, nicht Rheuma, ach ja, Arthrose“ habe. Da könne man nichts machen, habe die Ärztin ihr gesagt und Brennesseltabletten verschrieben. Wobei man da ja noch jauchzen kann, dass die Ärztin meine Freundin hat so billig davonkommen lassen. Trotzdem machte mich das doch böse. Und so sagte ich ihr:

„Pass bitte einmal gut auf. Ich sage dir das Folgende genau einmal und dann werde ich das nie wieder ansprechen: Es ist nicht wahr, dass du bei Arthrose nichts machen kannst. Du weißt vermutlich schon, was ich jetzt sagen werde, aber ich sage es dir noch einmal: Auch hier kannst du mit Ernährung etwas bewirken. Ich kenne Leute, die eigentlich heute schon im Rollstuhl säßen, wenn sie ihre Ernährung nicht umgestellt hätten. Ich weiß, ich höre es schon daran, wie du nicht reagierst, dass du es nicht versuchen willst, nicht einmal 4 Wochen? Weil die Vollwerternährung so gefährlich ist, weil du ja gesund werden könntest? Gut, dann brauchst du deine Krankheit und möchtest krank bleiben. Aber erwarte von mir kein Mitleid mehr, erzähle mir nichts mehr darüber, dass es dir schlecht geht, jammer nicht bei mir!.“

Sie sagte nur „Nein, ich werde nichts mehr dazu sagen.“ Und damit gingen wir zu anderen Themen über. Ich meine das übrigens ernst. Ich ärgere mich, dass ich horrende Summen in meine Krankenkasse einzahle, weil die Menschen keine Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen wollen, aber dagegen kann ich mich nicht wehren, außer selbst die geringstmögliche Versorgung zu beanspruchen. In meinem kleinen eigenen Umfeld kann ich mich dagegen zur Wehr setzen. Ich bin es einfach Leid, die große Schulter zu haben für alle die, die so gerne krank sind. Ja, ich akzeptiere es, dass sie krank sein wollen. Das habe ich mehrmals schon gesagt und das meine ich auch. Das heißt aber nicht, dass mich auch nur das kleinste Mitleid ergreift, wenn Menschen, die es aus meinem Umfeld ja besser wissen könnten, einfach nicht auf sich nehmen wollen, gesund zu sein. Das ist ihre Sache. Aber eben IHRE Sache, und nicht meine. Klagen über Asthma, Heuschnupfen, Gelenkerkrankungen, Alterserscheinungen (haha) – ich höre sie mir an. Die Kranken tun mir auch Leid. Sie tun mir aber nicht Leid, weil sie krank sind, sondern weil sie so gerne krank bleiben möchten.

Meine Freundin S. behauptet übrigens von mir, wie das einige Menschen tun, ich sei „stur“ und „dickköpfig“. Ich finde ihr Bestreben und das vieler anderer Menschen, die sich für flexibel und im Vergleich zu mir für überhaupt nicht dickköpfig halten, sich aber an ihre Krankheit klammern als sei es ein Rettungsring, eine Sturheit, die ihresgleichen sucht.

Rezepte ganz einfach…

Kommentar vom 27. August 2009: Marmorkuchen: Ich habe ein einfacheres Rezept!

Einmal in der Woche stelle ich ein Rezept in YouTube ein. Ursprünglich dafür gedacht, dass die Besucher meiner Website sich diese Filme auf diese Weise problemlos ansehen können, hat sich auch in YouTube eine kleine „Fan-Gemeinde“ gebildet, die diese Filme regelmäßig anschauen.

In der 34. Kalenderwoche nun präsentierte ich einen Marmorkuchen. Das Besondere an diesem Kuchen ist, dass er nicht nur das Prädikat „vollwertig tiereiweißfrei im Sinne von Dr. Bruker“ trägt, so wie ich mich ja nun einmal ernähre. Ich habe auch schon Marmorkuchen mit Creme fraiche, Sahne und Butter gebacken. Dieser Kuchen nun ist aber völlig ohne tierisches Eiweiß gebacken. Wäre nicht der Honig drin, könnte ich ihn „vegan“ nennen. Er ist sehr lecker, ich habe ihn auf der Grundlage eines Rezepts von einer veganen Schweizer Website geschaffen – dort findet natürlich Zucker, Stärke usw. Verwendung.

Kaum stand der Marmorkuchen also in YouTube, erschien auch schon ein Kommentar von XXX:

viel zu kompliziert ich hab ein einfacheres rezept was eigentlich recht gut schmeckt ;)?

Ich finde das Rezept zwar nicht kompliziert und bevorzuge auch Dinge, die richtig schmecken, gegenüber Dingen, die nur eigentlich recht gut schmecken (was natürlich eine Formulierungsnachlässigkeit der Verfasserin sein könnte), bin aber natürlich immer offen für Verbesserungsvorschläge und habe deshalb um das Rezept gebeten. Die Verfasserin hat es auf ihrem Blog veröffentlicht, auf dem ich dann folgendes Rezept fand:

370 g Mehl
125  g Speisestärke
200 g Zucker
300 ml Sojamilch
1 Tütchen Backpulver
5 TL Kakao
[Erst im Text erwähnt: Margarine, keine Mengenangabe]
Euren Backofen heizt ihr vor – auf  180 grad.
Zu euren Zutaten vermischt ihr zuerst die Magariene mit dem Zucker . ( ca. 3 min mit dem Rührgerät ! )
Anschliessend vermengt ihr die restlichen Zutaten mit einem Rührgerät 😀 . Das ganze macht ihr etwa 3 minuten ! Nun gibt ihr den einen Teil in eure Backform , in den restlichen Teig wird das Kakaopulver eingerührt und anschliessend auch in die Backform gegeben. Nun das ganze in den backofen und zwar für ganze 60minuten! Dannach muss der Kuchen auskühlen und ist essfertig
.

Beim Lesen der Zutaten fiel mir natürlich der Unterkiefer etwas herunter. Ich schrieb dann auch an die YouTube-Kommentatorin: Das Rezept ist aber mit Zucker, Speisestärke und Soyamilch. Alles Dinge, die für Vollwertler nicht in Frage kommen 🙂

Ihr Antwort: 😀 stimmt . Ich bin aber veganerin xD Mich ist es also okay

Das haut mich dann doch um, sie ist nämlich regelmäßige Besucherin meines YouTube-Kanals. Und dann habe ich noch ihren privaten Blog gelesen, wo sie sich selbst (in der dritten Person) beschreibt. Dort lese ich, Zitat: „Sie hat Asthma.“

Noch Fragen?

Die Fachfrau für Allergien spricht

Kommentar vom 20. Juni 2009: Eine Diplom-Ernährungswissenschaftlerin spricht

Heute stelle ich mal wieder einen Artikel aus dem Remscheider Generalanzeiger, 20. Juni 2009, vor. Diese Tageszeitung versorgt mich momentan mit den „tollsten“ Infos. Überschrift: „Das richtig Maß: Gesundheitstreff Ernährung und Allergien“.

Nun, Allergien sind natürlich immer so ein besonders schönes Thema, an dem sich messen lässt, wie weit die Leute wirklich etwas dazu gelernt haben. Im ersten Absatz des Artikels kommt ein kleiner Abriss über die Allergien und ihre Folgen. Und dann:

Die Remscheider Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Eva Wisniowski wird am Donnerstag, 25. Juni, im Rahmen des RGA/AOK-Gesundheitstreffs über den Zusammenhang zwischen Krankheiten wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis und Ernährung referieren. Die Fachfrau, die selbst mit verschiedenen Allergien lebt, hat einige Tipps und Tricks für Betroffene parat.

Hier bereits tauchten meine ersten Zweifel an dieser Fachfrau auf, Diplom hin oder her: Wieso lebt sie mit mehreren Allergien? Der Zusammenhang zwischen Ernährung, vor allem dem tierischen Eiweiß, und den Allergien wurde nicht nur von Dr. Bruker nachgewiesen. Ich kenne persönlich mehrere Menschen die nach konsequenter tiereiweißfreier Vollwertkost, unter Umständen anfänglich einer Rohkostphase, Asthma und andere Allergien hinter sich gelassen haben – teils im Röntgenbild nachgewiesen. Übrigens: Die beteiligten Ärzte waren nur mäßig an dem Zusammenhang mit der Ernährungsumstellung interessiert oder glaubten einfach nicht daran. Aber zurück zu der Fachfrau.

„Kreuzallergiker, die auf Äpfel reagieren, können den Apfel beispielsweise zehn Sekunden in die Mikrowelle legen. Dann können sie ihn bedenkenlos verzehren“, gab sie eine Kostprobe.

Der Apfeltipp ist wirklich eine Wucht: Mach den Apfel tot, und er beißt dich nicht mehr.

Pseudoallergien, bei denen der Körper auf bestimmte Nahrungsmittel nur beim Überschreiten einer gewissen Menge reagiert, könne man durch das richtige Maß und die richtige Kombination der Nahrung überlisten.

Schade, dass Frau Wisniowski ihre Allergien so sehr liebt, dass sie gar nicht mehr von ihnen lassen mag. Noch bedauerlicher aber, dass sie dies dann als Fachwissen weiter gibt. All denen, die nicht in ihre Krankheit verliebt sind, empfehle ich z.B. das Buch „Allergien müssen nicht sein“ von Dr. Max Otto Bruker.