Diät Teil 3

Kommentar vom 25. Juni 2009: Welche Diät passt zu mir (Teil 3) (Fortsetzung vom 2. und 14. Juni).

Die zweite vorgestellte Diät trägt die Überschrift „Für Eilige“. Und dann kommt die Atkins-Diät, die sich dadurch auszeichnet, dass man am Anfang nur Fleisch und etwas Sahne isst, dann in kleinen Wochenschritten mehr Kohlenhydrate hinzugibt, aber Obst und Gemüse sind im Grunde verpönt. Im Praxis-Check sagt der Artikel „Wer nicht gerne Fleisch isst, kann diese Ernährungsform kaum durchhalten.“ Und der Tipp für Familien: Für Kinder die Diät mit Reis oder Nudeln ergänzen.

Unter Experten-Urteil kommt dann der Hammer: „Lange war diese Abnehmvariante verpönt. Doch man kann damit zumindest kurzfristig schnell und effektiv abnehmen. Bis zu einem Jahr sind keine negativen Effekte bekannt.“

Ich habe in den 70er Jahren diese Diät selbst einmal gemacht. Nach 6 Wochen war ich mit den Nerven so runter, dass ich bei jeder Kleinigkeit anfing zu heulen oder auszurasten. Wenn dies nur meine eigene Erfahrung wäre! Meinem Vater ging es, ohne dass er von mir wusste – genauso. Und anderen auch. Wer das ein Jahr lang macht, kann sich gleich Psychopharmaka dazu holen (Nährungsergänzungsmittel sind sowieso Pflicht, weil offenbar viele Dinge fehlen.)

Abgesehen von meinen persönlichen Erfahrungen kann ich nur den Kopf schütteln, wie eine Familien-Programm-Zeitschrift solch gefährlichen Unsinn verbreiten kann: Wie kann man nur auf die Idee kommen, Kindern eine solche fast vitalstofffreie Kost zu geben! Und wie können Experten behaupten, dass sei über ein Jahr ungefährlich? Zivilisationskrankheiten haben lange Zeiten, bis sie offenbar werden. Bei einer solchen Ernährung über 365 Tage sind Rheuma, Gicht und Allergien vorprogrammiert.

Über manche Expertenempfehlungen kann ich lächeln. Aber dies ist wirklich das Schlimmste, was ich seit langem gelesen habe. Getreide aus der Ernährung zu streichen ist schlimm genug, aber die rohe Kost über ein Jahr zu streichen bzw. auf ein Minimum zu fahren und durch Vitaminpillen zu ersetzen, ist kriminell.

Die Verfasserin des Artikels U.G. ist Diplom-Ökotrophologin. Lernt man wirklich so gefährliche Sachen in diesem Studium? Hat sie einmal selbst nur 2 Monate eine Atkins-Diät gemacht? Oder redet sie vom hohlen Tisch, in dessen Schublade vielleicht ein kleiner Scheck der Metzger-Innung und der Fleisch-Industrie liegt?

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