Der Bäcker und die Mehrwertsteuer

Seine Antwort (heute):

Bei der Berechnung der „im Haus“ Verzehrs berechnen wir auf den Preis +12%.
Das Stück Buttercreme kostet bei uns €3,50. Bei einer Berechnung von €3,30 würde ich Ihnen vollkommend recht geben.
Ein Stück Buttercreme Pflaume-Marzipan: €3,50 (incl. 7%) +12% (Differenz von 7% auf 19%) sind somit €3,92 („im Haus“ Verzehr).
 Mit freundlichen Grüßen

Meine Antwort:

Leider stimmt Ihre Rechnung so nicht.  Wie gesagt, Grundlage ist bei der Mehrwertsteuerberechnung immer der Nettopreis.  Beispiel zum einfachen Rechnen:
Nettopreis = 100 Euro
(Außer Haus) + 7 % von 100 Euro = 107 Euro
(Im Haus) + 19 % von 100 Euro = 119 Euro

Sie aber rechnen:
Nettopreis = 100 Euro
(Außer Haus) + 7 % von 100 Euro = 107 Euro
(Im Haus) + 12 % von (Außer Haus)) 107 (!) Euro = 119,84 Euro

Im konkreten Beispiel war der Außerhauspreis definitiv als 3,30 Euro angegeben, sonst hätte ich das nicht als Berechnungsgrundlage genommen. Aber selbst bei 3,50 Euro besteht noch ein Unterschied:

Nettopreis von 3,50:
3,50 / 1,07 = 3,27102
Inhauspreis bei diesem Nettopreis ist= Nettopreis + 19 % = Nettopreis * 1,19 = 3,08 * 1,19 = 3,8925, nicht 3,92.

​I​hr Steuerberater müsste das wissen.​ Oder mir erklären, warum Prozentrechnung heute anders ist als vor zehn Jahren. 🙂
Viele Grüße

Noch ’ne Bäckerei

Am Sonntag gingen wir in die Filiale einer anderen Bäckereikette für den Sonntagskaffee, da unsere Lieblingsbäckerei für unseren Geschmack zu voll war. Da, wo wir dann hingegangen sind, war es bis auf ein anderes Paar leer.

Ein junger Mann und eine Frau mittleren Alters bedienten. Die Frau kenne ich, die scheint zum regulären Personal zu gehören. Ich mag sie nicht besonders, da sie schon mal gern einen schnippischen Ton anschlägt. Das ist nicht so mein Ding. Wir hatten Glück, der junge Mann bediente uns.

Es dauerte etwas, er war offenbar ein Anfänger. Fasziniert beobachtete ich seine Anstrengungen, keinesfalls etwas mit der bloßen Hand zu berühren, was auch mit Erfolg gekrönt war. Wirklich lobenswert. Erics Schwarzwälderkirsch war zwar auf die Seite gekippt, aber das nimmt man dann ja gern in Kauf.

Derweil bediente die mufflige Blondine andere Kunden. Mir fiel auch auf, dass sie an diesem Tag nicht einmal die „Bäckerei-Uniform“ trug. Nicht, dass ich das bewerte, mir ist das egal. Es ist nur einfach ungewöhnlich und ich weiß nicht, was sie damit demonstrieren möchte.

Nun beobachtete ich sie, wie sie bediente. Ein Stück Torte fasste sie mit einem Papier an. Zum Halten des etwas wackligen Stücks nahm sie dann noch die andere – ungeschützte – Hand zu Hilfe. Ein anderer Kunde bekam schnell das ganze Stück mit der Hand gefasst aufs Papiertablet. Und die ältere Dame wollte ein Brot. Während die Verkäuferin sich erkundigte, was sie denn wolle, schob sie die Brotreihe schon mal zusammen. Mit der bloßen Hand wohlgemerkt. Das gewünschte Brot nahm sie dann wieder vorsichtig.

Da kann man sich ja ausmalen, was hinter dem öffentlichen Teil los ist. Keiner der betroffenen Kunden hat sich beschwert. Ich weiß nicht, ob die das nicht merken oder nichts sagen wollen.

Gibt es denn da keine Schulungen für Hygiene? Und wird das nicht mal kontrolliert, ob das eingehalten wird?

Bäckerei zum Zweiten

Regelmäßige Leser dieses Blogs erinnern sich vermutlich noch an mein Entsetzen, weil eine Verkäuferin in einer bestimmten Bäckerei die Brötchen mit der Hand anfasste usw.

Heute waren wir in derselben Bäckerei.

Wir wollten belegte Brötchen kaufen. Ich fragte nach den verschiedenen Arten von Belag, da geht die Verkäuferin (eine andere als letze Woche!) mit der nackten Hand die Brötchenreihe hinunter. Dabei hat sie die Brötchen berührt. Ich bat sie daraufhin, Handschuhe anzuziehen. Was sie auch freundlich tat. Als sie kassierte, zog sie den Handschuh aus und reichte mir das Rückgeld mit der bloßen Hand. Was für mich heißt, dass sie, wenn Kunden nicht meckern, mit derselben Hand Ware und Geld anfasst. Bzw. Geld anfasste, bevor sie uns bediente.

Die Filiale derselben Kette hier bei uns im Vorort hat diese Probleme nie.

Wie kann das sein?

In der Bäckerei

Vor einigen Jahrzehnten hat es mich nicht gestört, wenn das Personal in der Bäckerei Brötchen usw. mit der „nackten“ Hand anfasste. Das hat sich bei mir geändert. Seit die meisten Verkäuferinnen (und wenigen Verkäufer….) Handschuhe tragen oder Papier zu Hilfe nehmen und ich eine Freundin habe, die es sehr gruselig findet, wenn ihre Bäckereiwaren „pur“ angefasst werden, bin ich achtsamer und auch selbst etwas empfindlicher geworden.

Heute wollten Eric und ich uns belegte Brötchen holen. Die Entscheidung fiel schwer, ah, das ist scharf (nix für Eric, aber für mich). Oh, dies ist mit Remoulade, das ist eher Erics Ding.

Endlich hatten wir unsere Entscheidung getroffen. Ich konzentrierte mich auf die noch vorhandenen Brötchen. Da sehe ich plötzlich, wie die Verkäuferin mit ungeschützter Hand zum zweiten Brötchen greifen will.

„Haben Sie das erste Brötchen auch ohne Handschuhe genommen?“
„Ja, aber ich habe meine Hände gerade gereinigt, die sind ganz sauber!“. Ihre Hand zielte weiter auf Brötchen Nummer 2.
„Könnten Sie dann bitte jetzt Handschuhe nehmen und das erste Brötchen ersetzen?“

Das machte sie. Sie hat nicht öffentlich gemault, blieb freundlich. Immerhin :-). Dann legte sie das bereits per Hand angefasste Brötchen vorn in die Auslage. Zum Weiterverkauf.

Das habe ich nicht mehr kommentiert. Manchmal fällt mir auch nix mehr ein.

Brotverbrauch der Deutschen

Kommentar vom 26. November 2009: Der Verband Deutscher Großbäckereien e.V. informiert

In der Apothekenumschau finde ich eine kleine Meldung:

„Im vergangenen Jahr hat jeder Deutsche im Durchschnitt 56 Kilogramm Brot verzehrt. Eingekauft wurde wesentlich mehr,  nämlich 85 Kilogramm.“

Aha, und was ist mit den restlichen 29 Kilogramm passiert? Uns fällt da natürlich sofort Wegwerfen ein, aber Vorsicht: Das ist hier nicht gesagt. Und das missfällt mir ja schon einmal wieder. Mit so zwei kleinen Zahlen kann ich viel mutmaßen, weiß aber nichts. Heruntergerechnet auf die Woche hieße dies, dass jeder Deutsche im Durchschnitt – also auch Leute mitgerechnet, die kaum Brot essen, und die Gruppe ist ja gar nicht so klein – 1,07 kg Brot in der Woche isst. Mannomann, das schaffe ich nicht! Und als Vollwertlerin gehöre ich ja zu denen, die als Vielbrotesser verschrieen sind. Das ist also alles schon mal wieder sehr eigenartig. Kurzmitteilungen mögen ja nett sein, aber sie sollten informieren, nicht verwirren.

Dann habe ich mal die Homepage dieses Verbands aufgesucht. Da gibt es eine Menge Infos und wie nicht anders zu erwarten, wird natürlich zwischen ausgemahlenem Mehl und Vollkornmehl kein Unterschied gemacht. Nicht, dass ich das erwartet hätte – eine Großbäckerei hat nicht viel Spaß am schnell verderblichen Vollkornmehl und schon gar nicht am selbst mahlen. Auf der Homepage wird uns eine heile Bäcker-Welt vorgehalten, wo alle Bäcker ohne Schimmelschutzmittel backen (was aber vorher mit dem Mehl passiert ist, bevor es die Bäckerei erreicht, verrät uns niemand).

Der absolute Hammer sind ja die Verbraucherinfos, die teils direkt aus einem Vollwertbuch hätten entnommen sein können. Unter der Überschrift Getreide, Mehl und Brot sichern täglichen Nährstoffbedarf“ werden uns hier Vitamin- und sonstiger Vitalstoffgehalt (das Wort Vitalstoffe wird nicht benutzt) hochgelobt. Die Bedeutung von Getreideprodukten als Quelle für die Versorgung des Menschen mit Eiweiß wird häufig unterschätzt. Die Stärke-Kohlenhydrate aus Getreide stehen ernährungswissenschaftlich als Basis für die Energieversorgung auf der Empfehlungsliste.“ Und auch zum Vitamin B wissen die Großbäcker etwas zu sagen: Getreide, Mehl und Brot sind eine wertvolle Quelle für viele dieser Funktionsstoffe: Insbesondere als maßgebliche Lieferanten der zur B-Gruppe zählenden Vitamine, wie z.B. das ‚Nervenvitamin‘ Thiamin, das maßgeblich an der Gewinnung von Energie aus der verspeisten Nahrung beteiligt ist und außerdem einen wichtigen Botenstoff im Nervensystem des Menschen darstellt“.

Leider, leider erzählten die so auskunftwilligen Großbäcker uns nicht, dass in dem gerade von ihnen mit Begeisterung verwendeten Auszugsmehl außer Stärke nix mehr drin ist. Und wenn ein Mensch, der noch nie etwas davon gehört hat, was mit einem Getreidekorn auf seinem Weg von der Ähre bis zum hellen Weizenbrötchen passiert, das liest – warum sollte er misstrauisch werden?

Wenn das noch die Homepage der Bäckerinnung wäre, dann würde ich noch die Schultern zucken und denken: ‚Naja, die kleinen Bäcker, sie meinen es gut und wissen es nicht besser, und es gibt auch sicher einige außer den Vollkornbäckern, die ihr bestes tun‘. Aber gerade die Großbäcker, denen es nur noch um Massenware geht, nehmen jetzt den Gesundheitsmund so voll. Das ist dreist, um es gelinde auszudrücken.

Selbst nachlesen könnt Ihr den ganzen Krempel hier: klick