Das Vollwertleben – Sprossen

21. November 2013: Organisation des Vollwertlebens, 1. Teil – Keimen und Sprossen

Häufig haben gerade Anfänger Probleme damit, sich zeitlich in eine Vollwerternährung einzupassen. Daran kann ich auch nicht viel ändern, das ist einfach so: Alles Neue, das wir in Angriff nehmen, erscheint anfangs umständlich. Nach einem Jahr läuft alles wie von selbst und wir fragen uns – wieso habe ich am Anfang gedacht, ich bekomme das nicht auf die Reihe?

Dennoch gibt es auch Abläufe, die man erst nach langer Zeit als sinnvoll erkennt. Und daher werde ich in loser Folge ab und an etwas dazu schreiben, wie ich mir mein Vollwertleben eingerichtet habe, so dass auch noch Platz für anderes bleibt.

Heute widme ich mich dem Thema „Sprossen“ und „Keime“. Sprossen sind in der Rohkost und in der Vollwertkost wichtige Bestandteile einer guten Ernährung. Dennoch scheitern viele Vollwertler daran, weil sie immer wieder vergessen, die Sprossen anzusetzen. Um einen wirklich guten Zugang zu einer regelmäßigen Versorgung mit Sprossen zu erhalten, ist eine gewisse Experimentierphase unvermeidlich.

Als Erstes muss ich herausfinden, welche Art des Keimens für mich am geeignetesten ist. Der eine bevorzugt einen Automaten, der andere BioSnacky-Gläser und der Dritte möchte seine Sprossen vielleicht einfach in der Schüssel ziehen. Alles geht. Alles habe ich schon ausprobiert, für meinen Bedarf haben sich die BioSnacky-Gläser bewährt und ich nehme nichts anders mehr. Die Menge, die ich in diesen Gläsern ziehen kann, ist für meinen Bedarf richtig. Sie sind einfach zu reinigen (Spülmaschine), der Schraubverschluss ist mit vielen Schraubdeckeln kompatibel und statt der BioSnacky-Gläser kann man, wenn einmal eines zerbricht, auch ein Standard-Einmachglas (750 ml Inhalt) nehmen. Wie gesagt – es ist ein Glas, der Trick ist der gelöcherte Kunststoffdeckel mit eingebauter „Lasche“ zum Schrägen aufstellen des Glases.

Dann ist herauszufinden, welche Sprossen und Keime ich wirklich gerne esse. Anfangs habe ich alles Mögliche gekeimt, denn Abwechslung ist ja immer wichtig. Dann hat meine Begeisterung fürs Keimen merklich nachgelassen. Woran lag das? Nun ich mag nicht so gerne gekeimte Kichererbsen, die gekeimten Mungbohnen haben regelmäßig steinharte Kerne als Reste, an denen man sich die Zähne ruinieren könnte, Getreidekeime schmecken mir nicht sonderlich. Nachdem ich mir selbst zugestanden habe, dass ich gewisse Keime und Sprossen nicht gerne esse und gesehen habe, dass mir die Linsen am besten schmecken, keime ich nur noch Linsen. Auch da gibt es verschiedene Sorten. Ab und an keime ich Sonnenblumenkerne, weil es so schön schnell geht, oder Roggen – aber der geht dann püriert in ein Frühstück. Leider schmecken zu lange gekeimte Sonnenblumenkerne mir überhaupt nicht, ich finde sie eher abstoßend, daher sind sie aus meinem Repertoire gefallen.

Während dieser Testphasen können wir auch schon feststellen, wie lange denn unsere Lieblinge so brauchen, um essfertig zu sein. Das ist ganz wichtig, wenn ich Keimroutinen entwickeln will. Linsen brauchen knapp 48 Stunden zum Erreichen der gewünschten Keimlänge. Das heißt, ich setze die Linsen für unsere Mittagessen im Büro samstags an, dann habe ich am Montag mittag gute Keime. Samstags nehme ich 50 g Linsen. Dann fange ich am Dienstag eine neue Serie an, diesmal aber nur 30 g, weil sonst zu viel übrig bleibt. Wenn ich das einhalte, habe ich immer genug Linsen. Wenn sie „ausgewachsen“ sind, kommen sie in eine gut verschlossene Plastikdose. Zwei bis drei Tage halten sie sich problemlos. Ich arbeite mich immer wieder durch verschiedene Linsensorten.

Seitdem ich das so mache, ist mein Keimvorrat immer gut. Okay, manchmal vergesse ich den Ansatz, dann gibt es eben zwei Tage mal keine Linsen. Aber die entsprechenden Handgriffe sind samstags und dienstags schon so automatisch für mich, dass ich es immer seltener vergesse.

Für den Anfänger bietet sich da auch noch ein Einwochen-Kalender an der Küchenwand an. Den kann man ja schnell selbst machen: Eine Tabelle mit 7 Spalten, das ganze im Querformat, eine Spalte so hoch wie die Seite – und schon kann ich eintragen, was ich wann machen will.

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
 

 

 

 

 

 

 

 

 

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