Nudeltest Teil 1

8. Mai 2014: Die geheimnisvollen Nudeln, Teil 1

Kurz vor Ostern hatte ich zum Nudeltest aufgerufen, Ihr habt abgestimmt, wer testen durfte. Heute erfahrt Ihr die ersten Ergebnisse. Es sind übrigens wirklich gekaufte Nudeln: Nudeln aus schwarzem Einkorn vom Biohof Walz (hier) Ergänzung: Der Link funktioniert entweder gar nicht mehr oder zurzeit nicht; ob der Shop wiederkommt, weiß ich nicht, zu finden ist die Familie Walz derzeit in einem Verbund: http://www.die-biobauern.de/walz/ ). Die Testergebnisse stelle ich in der Reihenfolge ihres Eintreffens bei mir vor. Wer das Foto anklickt, sieht eine Tüte völlig gleichmäßiger Nudeln…. die sind aber nicht immer so, wie die Testerinnen feststellten.

Muffinluff hat getestet

Nudeltest_muffinluff (2)

Also gleich beim Öffnen des Umschlags dachte ich, dass es wohl selbstgemachte sein müssen, da doch nicht grade wenige zerknautscht und zusammengedrückt waren. Bei genauerer Betrachtung, waren die anderen aber dafür schon fast wieder zu perfekt. Die Farbe war sehr dunkelbraun-davon habe ich jetzt leider kein Bild gemacht-ich hoffe jetzt einfach, das hat eine andere Testerin gemacht.

Die Kochanweisung war 10-11 Minuten-der wollte ich aber nicht folgen, da nach 11 Minuten noch keine Nudel durch war. Die zusammengeknuddelten erwiesen sich dann als sehr kochresistent und machten eine Kochzeit von 16 Minuten nötig. Die allermeisten waren dann durch, aber eben nicht alle-siehe Bild im Sieb. Die zusammengepappten Nudeln hatten einen deutlich harten Kern-aber die anderen wollte ich dann auch nicht zu Brei verkochen. Erstaunlicher Weise waren aber auch die normalen Röhrchennudeln nach der langen Kochzeit nicht verkocht. Ich hatte noch nie Nudeln, die so lange im Wasser sein mussten!

Geschmacklich waren sie dann schon lecker, bis auf die harten Stückchen ab und an. Was es für ein Getreide war, kann ich so nicht erraten.

Ich habe ein Wirsing-Nudelgericht für 3 Personen daraus gemacht, hier das Rezept:

Nudeltest_muffinluff (1)

Zutaten:

  • 250 g Testnudeln
  • 400 g Wirsing, netto in Streifen geschnitten
  • 130 g Champignons, in Stückchen geschnitten
  • 60 g rote Paprika, gewürfelt
  • 25 g Frühlingszwiebel, in Halbringe geschnitten (mit Grün)
  • 40 g Vollkornreis, fein gemahlen
  • 320g + 200 g Nudelkochwasser
  • 30 g Senf
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Nudeln im Wasser garen-siehe oben. Beim Abgießen das Kochwasser auffangen. Gemüse in einen Topf geben, 320 g Wasser zugeben und mit aufgelegtem Deckel 12 Min. köcheln. Gemahlenen Reis in einem Mixbecher mit 200 g Nudelkochwasser und 30 g Senf aufmixen. Nach der Kochzeit die Reissoße zum Gemüse geben, gut durchrühren und kurz aufkochen lassen, würzen und die Nudeln einrühren und kurz warm werden lassen.

Danke an Dich Ute, für die Nudeln-sie waren auch lecker, aber kaufen würde ich mir die Nudeln wohl eher doch nicht 🙂

Teirra hat getestet:

Erstmal war ich beim Eintreffen der Nudeln schonmal etwas verwirrt, weil Ute auf dem Blog geschrieben hat, es handelt sich um Spiralnudeln (sorry, Irrtum von mir, ich habe in der letzten Zeit ausschließlich Spiralnudeln gegessen, die haben sich wohl bei mir eingebrannt 🙂 ), bei mir aber dann Rigatoni im Paket waren.
Vom Ausssehen hätte ich jetzt auf selbstgemacht getippt. In meinem Augen waren sie für gekauft einfach nicht regelmässig genug. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass sie in Massenproduktion hergestellt wurden. Manche Nudeln waren auch etwas plattgedrückt. Ich frage mich jetzt, wo man die fertigen Nudeln kaufen kann, die wie selbstgemacht aussehen? 😉

Beim Kochen habe ich mich an die Vorgabe von 10 bis 11 Minuten Kochzeit gehalten. Also erstmal 10 Minuten gekocht und da sie mir noch zu „al dente“ waren, habe ich nochmal eine Minute zugegeben. Ich fand sie dann immer noch zu fest, aber mein Mann (Halbitaliener) meinte sie sind fertig. Also kamen sie nach 11 Minuten auf den Tisch.

Beim Essen der Nudeln ist uns dann aufgefallen, dass sie leider nicht ganz gleichmässig weich waren. Einige Nudeln waren noch mehr als „al dente“. Eigentlich habe ich die Nudeln gekocht wie ich sonst auch Nudeln koche (passiert mir sonst nie), aber mein Mann meinte es könnte auch an zu wenige Wasser im Kochtopf gelegen haben.
Geschmacklich fanden wir sie echt super. Da die Menge nicht für 4 Personen gereicht hat, gab es auch noch andere gekaufte Vollkornnudeln hinterher, die ich dann aber geschmacklich einfach nicht mehr überzeugend fand, obwohl da die Konsistenz aller Nudeln gleich war.

Also ich bin gespannt auf die Auflösung und wo ich die Nudeln kaufen kann, weil ich dann gern nochmal einen zweiten Test starten würde mit extra viel Wasser.

 

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Frag doch mal die Ute? Gab keine Frage :-)

29. April 2013: Statt „Frag doch mal die Ute“ eine Empfehlung

Von Lesern bekomme ich manchmal Supertipps. So auch für den Biohof Walz. Dort gibt es alte Getreide, deren Namen ich teils noch nie gehört habe: rauer Kreuzritterweizen, schwarzer Einkorn, schwarzer Hafer. Ich habe sofort eine Bestellung aufgegeben und noch eine Frage zum Hafer gestellt. Die Frage wurde prompt und sehr freundlich beantwortet. Außerdem schrieb mir Herr Walz, dass ich auch gerne anrufen kann, auch abends, wenn ich Fragen habe. Den Hafer gibt’s erst wieder nach der nächsten Ernte im August – als Haferfreundin bin ich schon mal sehr gespannt! Ausprobiert habe ich bis jetzt zwei Getreide: den rauen Kreuzritterweizen, der keimt wie doof :-), ist prima zum Backen, wenn auch die Foccacia etwas kleiner bleibt als sonst. Er hat wirklich einen tollen Geschmack – und wenn ich das schon merke (ich schmecke sonst selten unterschiedliches Getreide im Backwerk) muss das was sein. Auch der „schwarze Einkorn“ ist lecker, jedoch völlig anders im Verhalten als Einkorn, den ich kenne. Er flockt zum Beispiel überhaupt nicht gut. Ich meine dann im Internet gefunden zu haben, dass schwarzer Einkorn der Name für Emmer ist. Ich finde die Stelle nun nicht mehr, kann es also nicht aufrechterhalten. Auf jeden Fall backt und mahlt er sich nicht so, wie ich Einkorn kenne. Geschmacklich anders ist er auf jeden Fall, als ich Eric kommentarlos ein frisches Brötchen vorsetzte, fragte er nach Verzehr spontan: „Die sind ja sehr lecker! Irgendwie schmecken die anders, ist das ein anderes Getreide?“

Die Bestellung wurde professionell abgewickelt, es ging flott, alles gut verpackt und eine handgeschriebene Rechnung lag bei. Ich bin sicher, ich werde auch weiterhin viel dort bestellen! Eine solche Bemühung – nämlich nicht nur alte Getreide mit geringeren Erträgen anzubauen, sondern dies auch noch in Demeterqualität – zu unterstützen halte ich für meine „Bürgerpflicht“. Wenn ich nicht bereit bin, etwas mehr für mein Getreide auszugeben, brauche ich auch nicht die Nase über die zu rümpfen, die ihr Getreide nur beim Bio-Discounter kaufen oder nur dort, wo es am allerbilligsten ist.

Recherchen im Internet verweisen darauf, dass der Kreuzritterweizen wirklich mit den Kreuzrittern aus Ägypten kam. Und dass der schwarze Hafer bzw. Schwarzhafer vor allem als Pferdefutter dient. Wird sich dann zeigen, ob ich dann im September wiehere 🙂

Das Brötchenrezept:

Schwarze Einkornbrötchen

eink

Weil ich das Getreide gar nicht kenne, habe ich mit Dinkel gemischt. Im Frühstück war der Einkorn geflockt prima, lässt sich aber nicht so weich flocken wie anderer Einkorn, den ich kenne.

  • 1/2 Würfel Bio-Hefe (21 g) in
  • 125 g Wasser verrühren.
  • 300 g schwarzer Einkorn und
  • 200 g Dinkel mischen, fein mahlen und mit
  • 2 gestr. TL Salz verrühren. In die Rührschüssel vom Kenwood
  • 55 g saure Sahne gemischt mit
  • 135 g Wasser und
  • 13 g tiefgekühltem Schnittlauch geben, darauf das Mehl und darauf das Hefewasser.

Da mir das Getreide unbekannt ist und ältere Sorten häufig in meiner Erfahrung weniger Wasser brauchen, habe ich erst mit 120 g Wasser angefangen und erst später mehr Wasser hinzugegeben. Dann muss man beim maschinellen Kneten etwas warten, bis wieder ein Teichkloß entsteht! Knetzeit: 1 Min. auf Minimum, ca. 5-6 Min. auf Stufe 1-2 (Kenwood, Knethaken).

Mit nassen Händen in einer Peng-Schüssel zu einer Kugel unter Spannung formen, Schüssel schließen und 1 Std. gehen lassen. Gut durchkneten, zu einem Rechteck auseinanderdrücken. Von der Längsseite aufrollen, in 12 Stücke schneiden. Die Mitte der Stücke eindrücken und nebeneinander auf ein mit Dauerbackfolie ausgelegtes Blech setzen. Unter Gärfolie 15 Min. gehen lassen, dann den Ofen auf 230°C (Heißluft) vorheizen. Mit Wasser einsprühen, in den Ofen schieben und 23-25 Min. bei 200°C backen. Auf ein Gitterrost geben und einsprühen.