Plumpe Werbung, pfui

17. August 2013:  Betreff: Eine Kooperationsanfrage

Es scheint bei Firmen teils die Meinung weit verbreitet zu sein, dass Blogger ein bisschen dämlich, weltfremd und ganz heiß auf Berühmtheit sind. Und die Berühmtheit erlangen sie natürlich nur, wenn sie sich mit großen Firmennamen schmücken können. Oder wie soll ich mir sonst die Mail einer Mitarbeiterin von Zalando (im folgenden: Firma ABC) erklären? Ich gebe hier extra keinen Link zu Firma ABC, weil ich ausdrücklich für eine solche Firma KEINERLEI Werbung machen möchte.

Ich bekam also folgende Mail, die ich hier veröffentliche, weil sie nicht unter das Briefgeheimnis fällt, denn ich hatte sie unangefragt erhalten und persönlich ist sie auch nicht.

Hallo Ute,
mein Name ist Silke Holzschuher und ich arbeite im Onlinemarketing bei Firma ABC.
Auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern bin ich auf Deine Seite gestoßen und war sofort begeistert von den tollen Rezeptideen, aber auch von den kritischen Texte, die Du über verschiedenste Themen schreibst. Jetzt habe ich mich gefragt, ob du Lust hast mit Firma ABC zusammenzuarbeiten? Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir eine ähnliche Zielgruppe ansprechen.
Bei der Zusammenarbeit habe ich an so etwas wie einen Shoptest gedacht oder vielleicht könntest Du auch unserem Home Bereich vorstellen, wo es zahlreiche Küchenutensilien zu kaufen gibt und das dann mit einer leckeren Rezeptidee verbinden. Schau dich doch mal bei uns um: (hier stand ein Link)
Was hältst Du davon? Vielleicht hast Du ja auch ein tolle Idee? Lass sie mich hören!
J
Ich würde mich sehr freuen bald von Dir zu hören.
Viele Grüße,
Silke Holzschuher
Onlinemarketing
Firma ABC

Also ich fasse zusammen: Ich soll für lau = unbezahlt nicht nur Werbung für eine Firma machen, sondern auch noch Ideen für sie entwickeln? Lustig… Aber vielleicht wollte man mir ja doch was anbieten? Ich schrieb zurück:

Hallo Frau Holzschuher,
ich dutze mich zwar gerne mit Blogkommentatoren und privaten Online-Kontakten, aber im Geschäftsbereich bevorzuge ich das Sie. Sorry 🙂
Ich freue mich ja sehr, dass Ihnen meine kritische Seite so gut gefällt. Wunderbar, dass Firma ABC sich die Mühe macht, einen Blog so gründlich durchzulesen. Wobei ich immer dachte, Firma ABC steht für Schuhe? Wohl nicht mehr.
Faszinierend finde ich auch die gemeinsame Zielgruppe. Darüber wüsste ich gerne mehr, was nämlich Ihre Zielgruppe ist und wo Sie meine sehen.
Wenn ich das jetzt also richtig sehe, soll ich durch Tests auf meinem Blog Werbung für Firma ABC machen, dies noch mit Rezepten verbinden, möglichst tolle Ideen entwickeln und alles aus Spaß an der Freud‘, weil Firma ABC so wunderbar ist? Wenn ich da einen Strich ziehe und zusammenzähle, sehe ich feine Vorteile für Firma ABC und keine für mich.
Oder sehe ich da irgend etwas falsch? 🙂
Viele Grüße
Ute-Marion Wilkesmann

Die Antwort fand ich herrlich…. oh wie doof muss die Bloggerwelt sein – oder ist die Dummheit auf der anderen Seite? 😉

Hallo Frau Wilkesmann,
ich möchte  mich erst einmal bei Ihnen entschuldigen, dass ich Sie geduzt habe. Es war auf keinen Fall meine Absicht Sie nicht mit dem nötigen Respekt anzusprechen. Ich habe mich wahrscheinlich  schon zu sehr an unsere eigene Unternehmenskultur gewöhnt, bei der sich alle direkt duzen. Das tut mir leid.
Wie ich aus Ihrer Email heraushören kann, stehen Sie einer möglichen Zusammenarbeit mit Firma ABC sehr kritisch gegenüber. Ich bin mir unsicher, ob ich Sie vom Gegenteil überzeugen kann. Falls ich Ihre Email missverstanden habe, möchte ich Sie bitten sich noch einmal bei mir zu melden.
Vielen Dank für Ihre Zeit und die Rückmeldung.
Viele Grüße,
Silke Holzschuher

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Wie ich Zeit sparen werde

Kommentar vom 9. November 2011: Neue Regeln auf diesem Blog

Dieser Blog lebt nicht nur von meinen Beiträgen, sondern auch von euren Kommentaren. Für das Verfassen der Artikel brauche ich Zeit. Auch das Beantworten der Kommentare verbraucht Zeit, die ich in diesen Blog investiere. Die vielen Kommentare und Dialoge – oder Trialoge 🙂 – machen diesen Blog lebendig. Wenn Ihr mal eine andere Meinung habt als ich, kann ich gut damit leben. Es gibt jedoch bestimmte Kommentararten und Formulierungen, die kosten mich Zeit. Da sind z.B. die typischen Meckerbolzen, die alles schlecht finden, was hier steht und bei denen ich mich ernsthaft frage: Was wollen die denn hier? Alles aufmischen? Setzen sich hin, schreiben da ein Texthäuflein, ohne viel nachzudenken – ich als Blogbesitzerin möchte nicht solche Häuflein hinterlassen und muss mir daher Zeit nehmen, meine Antwort sorgsam zu überdenken und zu formulieren.

Dann gibt es Kommentatoren, bei denen ich per Zufall auf ein emotional stark besetztes Thema treffe und die dann plötzlich verbal um sich schlagen. Da heißt es besonders sorgsam antworten, denn gerade dort finde ich nur eine sachliche logische Antwort produktiv. Das aber ist ebenfalls zeitaufwändiger, als wenn ich mal gerade einen oder zwei mehr oder weniger unbedachte Sätze schreiben kann. Da feile ich an einer Antwort auch schon mal eine Viertelstunde. Wenn ich Pech habe, lässt mein Gegenüber nicht locker, ist emotional erregt und kann dann auch schon mal über die Strenge schlagen – merkt es vielleicht selbst gar nicht einmal. Dann erfordert das erneut von mir eine zeitaufwändige Antwort. Die ist möglicherweise nur ein oder zwei Sätze lang, hat mich aber viel Denkschweiß und: wieder Zeit gekostet.

Ich habe festgestellt: Das wird zu viel. Es geht nicht an, dass ich an meinem Arbeitsplatz oder in meiner knappen Freizeit eine Stunde verhampele, weil ich mich um mehrere ausgewogene Antworten bemühe. Einfach die Kommentarfunktion abschalten wäre das Ende des Blogs, so wie ich ihn mir wünsche, nämlich als freundliche Drehscheibe von Meinungen. Ohne Feedback, ohne euer „Mitleben“ ist das für mich hohl und leer. Ich habe mich jedoch entschlossen, auf die Gefahr hin, dass ich einige verärgere, demnächst früher die Leine zu ziehen.

(1) Kommentatoren, die ständig meinen, dass hier alles, was ich schreibe, Mist ist und demnach auch alles mit meist leider wenig fundierten Kommentaren runterzuziehen, werde ich einfach nicht mehr veröffentlichen.

(2) Wenn eine Diskussion mir sinnlos ausufert oder ich den mir entgegenbrachten Ton unpassend finde, beende ich den Thread. Im Zuge einer Diskussion vergaloppieren Menschen sich schon mal, vor allem wenn es um emotionale Belange geht und gerade online schreiben viele einfach nieder, was ihnen in den Sinn kommt, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie das vielleicht auf andere wirkt. Und wenn ich sage „Hier ist Schluss!“ erwarte ich von dem Angesprochenen, dass er nicht versucht, das letzte Wort zu haben. Das wird eh nie gelingen – denn dies ist mein Blog 😉

Hier ist keine öffentliche Einrichtung, die Meinungsfreiheit gewähren muss. Da täuscht sich der eine oder andere. Hier ist quasi eine Zeitung mit von mir ausgewählten Themen. Und Leserbriefe werden auch nicht alle veröffentlicht. Oder gekürzt. Und von diesen Möglichkeiten werde ich demnächst stärker Gebrauch machen, nämlich immer dann, wenn Antworten einen Zeitfresser darstellen würden.

Kommentieren auf dem Blog

Kommentar vom 16. Februar 2011: Warum erscheint mein Kommentar nicht direkt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Blogs mit Kommentaren umzugehen. Je nach Provider gibt es da auch kleine Unterschiede. Für mich, die ich in WordPress blogge, gibt es vier Möglichkeiten:

  1. Ich sperre alle Kommentare
  2. Ich lasse Kommentare nur nach Freischaltung zu
  3. Ein erster Kommentar eines neuen Kommentators wird von mir freigeschaltet, danach kann er seine Einträge immer sofort einstellen.
  4. Alle Kommentare erscheinen unkontrolliert.

Nummer 1 finde ich völlig dem Sinn von Blogs entgegengesetzt. Ein Blog lebt doch davon, dass viele der Leser und Leserinnen auch mitmachen. Einfach nur etwas in die Welt hineinposaunen und Kommentare verbieten? Dafür sind mir meine Leser auch viel zu wichtig.

Ich bin auf anderen Blogs ja auch zu Gast und habe festgestellt, dass mich das nervt, wenn mein Kommentar nicht direkt sichtbar ist. Dann habe ich das Gefühl, da wird nie ein richtiges Gespräch daraus. Denn der Blogersteller sitzt ja nicht den ganzen Tag am PC und wartet nur auf meine Kommentare. Da vergehen Stunden, manchmal Tage bis zur Freischaltung. Abgesehen davon, dass mir das auch zu lästig wäre. Und: Meine Kommentatoren verhalten sich in der Regel so, dass es nichts zu beanstanden gibt. Die ganz wenigen Ausnahmen halte ich auf andere Weise in Schach 🙂

Die dritte Möglichkeiten ist die auf meinem Blog geltende. Das heißt, wenn jemand sich zum ersten Mal auf meinem Blog zu Wort meldet, muss derjenige warten, bis ich es durchgelesen und genehmigt habe. Dadurch kann ich Blogspam, Werbe-Kommentare usw. aufhalten.

Nummer 4 ist mir dann doch zu „gefährlich“. Ich habe keine Lust, dass stundenlang irgendetwas auf meinem Blog zu lesen ist, was reine Werbung ist oder Parolen verbreitet, die mit Recht und Gesetz nicht viel gemeinsam haben.

Nun gibt es einige Kommentatoren, die schon bemerkt haben werden, dass ihre Kommentare trotz Erstfreischaltung eine Weile in der Warteschlange hängen. Woran liegt das?

Es gibt noch andere Möglichkeiten, Kommentare auf die Wartehalde zu schicken. Zum Beispiel kann ich festlegen, wie viele Links ein Kommentar enthalten darf, bevor er auf „Warten“ gesetzt wird. Anfangs hatte ich das bei drei Links, ich habe das aber mittlerweile auf noch niedriger gesetzt. Auch dies, weil mir teilweise die Werbung dann – auch wenn sie nicht immer als solche gemeint ist – zu stark wird.

Eine weitere wichtige Methode ist es, einen Kommentar dann aufzuhalten, wenn gewisse Stichwörter auftauchen. Das gibt mir einmal die Möglichkeit, unangenehme Charaktere (das heißt solche, die sich nicht an meine Blogregeln zu Höflichkeit und Respekt orientieren) fernzuhalten, und außerdem auch, zum Beispiel politisch radikale und verfassungswidrige Beiträge herauszufiltern. Andere Blogs haben damit schon reichlich Erfahrung gemacht, aus denen ich gelernt habe.

Journalisten und Blogger

Kommentar vom 21. Januar 2011: Prisma

Letzte Woche las ich genüsslich das Prisma, die wöchentliche Beilage zur Tageszeitung. Da gibt’s ja immer ein kleines Editorial, von schwankender Qualität. Diesmal musste ich es natürlich lesen, denn es geht um’s Bloggen.

Hui, da hat aber jemand einen dicken Hals auf die Blogger 😉 Ich empfinde den Artikel als recht aggressiv und frage mich: Warum sich so aufregen? Nur weil einige Journalisten absoluten Schwachsinn schreiben, behaupte ich doch auch nicht, dass Zeitungen überflüssig sind. Im Gegenteil, ich möchte morgens nach dem Frühstück nicht schon mit der Nase über dem PC hängen. Und auch wenn ich heute oft die Aufrichtigkeit und die Recherchefähigkeiten vieler Journalisten leider in Zweifel ziehen muss, so ist das Medium Zeitung auch wichtig, weil es eben nicht so flüchtig ist wie eine Website.

Nach einer kleinen schon leicht polemisch angehauchten Einleitung, zieht der Chefredaktuer Detlef Hartlap vom Leder: „Was Blogger nicht wahrhaben wollen: Das Internet hat sich […] zur übelsten Entprivatisierungsmaschine seit den östlichen Geheimdiensten entwickelt.“ Das wusste ich auch noch nicht, dass ich schlimmer bin als der KGB. Gut zu wissen 🙂 Oder anders herum, Herr Hartlap will wohl auch nicht wahrhaben, dass man nicht alle Blogger über einen Kamm scheren kann, genauso wenig wie alle Journalisten in einen Topf zu werfen. Dann kommt ein Satz, da habe ich laut gelacht: „Bei Zeitungen bleiben Stuss & Schund auf Reservate beschränkt (Boulevard, Yellow [Press; er meint: Regenbogenpresse]“. Schön wär’s, Herr Hartlap, wenn das stimmen würde. Dann würden ein Drittel meiner Blogartikel gleich unter den Tisch fallen, ich müsste sie nicht schreiben. Meine kleinen Funde stammen keineswegs aus der Frau im Spiegel, Tina oder wie sie sonst noch heißen, sondern gerne auch aus dem Hausblatt von Herrn Hartlap, dem Remscheider Generalanzeiger bzw. dem Prisma.

Es gibt blöde Blogs, das stimmt. Da wird einseitig dargestellt, argumentiert usw. Es gibt aber auch viele Blogs, die mit den Zeitungen gar nichts gemeinsam oder gegen sie haben, sondern einfach nur tagebuchartig durch anderer Leute Leben plätschern. Wem schaden die? Und dann gibt es auch viele Blogs, die Ungerechtigkeiten, Unwahrheiten und ähnliches aufdecken. Dabei arbeiten sie nicht gezielt gegen die Zeitungen, sondern es geht um gewisse Themen. Noch ein schöner Satz von Herrn Hartlap, der allen Bestrebungen vorarbeitet, doch endlich die Freiheit des Internets zu beschränken: „Die Freiheit des Internets hebt sich selbst auf, weil sie keiner Einschränkung unterliegt.“ Oder anders herum gesagt: Frei ist nur, wer eingeschränkt ist. Wie wär’s mit „alle Blogs verbieten“? Oder zum Beispiel beim Thema Ernährung nur solche Blogs zulassen, die sich guten Regeln unterwerfen, wie äh…. zum Beispiel den Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung? Oder wie soll die Einschränkung vonstatten gehen? Übrigens: Blogs mit verfassungsfeindlichem Inhalt sind eh nicht zulässig. Wieso brauchen also Blogs, die sich im Rahmen der Verfassung bewegen, noch Einschränkungen?

Hartlaps Schlussfolgerung: „So wird das Internet zum Symbol für das unbesiegbare Nichtbescheidwissen der Masse.“ Das „So“ steht ja als Ergebnis einer Schlussfolgerung, die der Chefredakteur leider für mich nicht schlüssig herbeigeführt hat. Da Informationen aus Zeitungen heutzutage häufig leider auch nur noch ohne eigene Nachforschungen abgeschrieben werden – das gilt natürlich auch für viele Internetinformationen, wie ich ja schon mehrmals aufgezeigt habe -, gilt das doch für die Zeitungsartikel genauso. Die Masse wird weder durch Zeitungen noch durch das Internet sehr klug oder verdummt. Der Schritt liegt weit vorher, nämlich zum Beispiel in der Schule, wo es gilt Menschen zu kritisch lesenden Menschen zu erziehen. Dies am Rande.

Und zum Schluss, ja da gibt es „uns Bloggern“ Hartlap noch mal so richtig: „Die Blogger aber, statt darüber [zu] klagen, arbeiten sich an den Zeitungen ab – ihrem Leitmedium, immer noch.“ Einmal stimmt das natürlich gar nicht, denn ich würde mal sagen, Herr Chefredakteur liest die falschen Blogs. Ohne dass ich ihm Einseitigkeit vorwerfen möchte, vielleicht ein wenig Einäuigkeit-Blindheit? 😉

Und zum anderen wundert mich das auch gar nicht, wenn Leute wie ein solcher Chefredakteur uns das Futter doch mit solchen antidemokratischen Thesen, die sich auch noch auf Unwissen stützen, griffbereit auf den Tisch legen 🙂

Bloggerie, Bloggera

Kommentar vom 21. Juni 2010: Was ist ein Blog?

Als erstes sei gesagt, dass es mein Sprachempfinden stört, dass es häufig heißt „das Blog“. Für mich ist es „der Blog“ – der Duden lässt beides zu, was mich beruhigt 🙂

Wikipedia definiert Blog wie folgt:

Ein Blog […] ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal. Häufig ist ein Blog „endlos“, d. h. eine lange, abwärts chronologisch sortierte Liste von Einträgen, die in bestimmten Abständen umgebrochen wird. Der Herausgeber oder Blogger steht, anders als etwa bei Netzzeitungen, als wesentlicher Autor über dem Inhalt, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen. Meist sind aber auch Kommentare oder Diskussionen der Leser über einen Artikel zulässig. Damit kann das Medium sowohl dem Ablegen von Notizen in einem Zettelkasten, dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen als auch der Kommunikation dienen. Insofern ähnelt es einem Internetforum, je nach Inhalt aber auch einer Internet-Zeitung.

Im Gegensatz zu einem Forum bestimme ich in einem Blog die Themen, bestimme ich den Gang der Diskussion und bestimme ich, was veröffentlicht wird und was nicht. Ein Blog ist daher nicht ganz so arbeitsintensiv wie ein Forum, was auch der Grund ist, warum ich einen Blog begonnen habe, und nicht z.B. ein Vollwertforum – außerdem gibt es ja da schon ein ausgezeichnetes, warum Arbeit verdoppeln?

Wie auch meine Webseite ist der Blog etwas, das mir (und natürlich auch meiner Leserschaft) Freude machen soll. Was nicht heißt, das alles, was ich anspreche, erfreulich ist. Leider nicht. Meine Webseite genau wie der der Blog sind kostenlose Angebote, die von mehr als Tausend (im Falle der Webseite) und mehreren Hundert (im Falle des Blogs) Menschen täglich genutzt werden. Ich verwende einen Großteil meiner Freizeit neben einer Vollberufstätigkeit dafür. Ich erwähne dies hier noch einmal, nicht weil ich jetzt viele viele „Oh danke!!“ erwarte 🙂 Mir ist nur wichtig, dass immer klar ist, dass dies eine freiwillige unbezahlte Leistung ist, die mir Spaß machen muss. Damit mir das Spaß macht, wende ich eben in seltenen Fällen das Recht der Blogherrin oder im Zeitungssinne: der Herausgeberin an.

Es gibt seltene Fälle, wo sich Besucher oder Besucherinnen im Ton vergreifen, obwohl ich schon auf der Seite „Verhaltensregeln für diesen Blog“ deutlich angesprochen habe, dass ich das nicht hinnehme. Ich habe genug Selbstbewusstsein, um zu wissen, dass ich, um ein Beispiel zu nennen, Anfängern in der Vollwert in vielen Dingen überlegen bin – sachlich, nicht menschlich. Dafür erwarte ich ebenso Akzeptanz. Wir können hier alle viel lernen, ich ja auch. Es gibt immer wieder Kommentare, wo ich dann schreibe: „Oh, das habe ich nicht gewusst!“ Das ist keine Schande. Ein Blog ist auch eine schöne Möglichkeit, Wissen untereinander auszutauschen. Und das hebt ihn in Lebendigkeit auch von einer Zeitung ab.

Von meinen Lesern wünsche ich mir Respekt für die Beiträge. Darunter verstehe ich z.B., dass Leser meine Beiträge sorgfältig lesen, bevor sie irgend etwas selbst schreiben. Wer keine Lust oder Zeit hat, einen Beitrag sorgfältig zu lesen – kein Problem! Aber man muss ja nicht zu jedem Beitrag etwas schreiben. Außerdem erwarte ich Respekt untereinander. Wenn ich eine andere Meinung habe als du, ist da ein Problem? Ich sehe da keines, solange eine gegensätzliche Meinung mit menschlicher Rücksichtnahme geäußert wird, und dazu zählen auch Wortwahl und Tonfall. Das beziehe ich selbstverständlich nicht nur auf mich, sondern auch auf den Kontakt zwischen der Blogleserschaft untereinander oder auch zu Verfassern von Gastbeiträgen.

Ich handhabe das hier wie eine Zeitung. Ich stelle Artikel ein und wer möchte, kann sie lesen. Wer möchte, kann Leserbriefe in Form von Kommentaren dazu schreiben. Da ich ein geduldiger und ausgeglichener Mensch bin, gehe ich gerne auf die Nöte und Zweifel, oder auch die Freude und Anregungen meiner Leser ein. Ich nehme mir gleichzeitig genau wie jeder Zeitungsherausgeber das Recht, Kommentare so wie Leserbriefe gelegentlich zu kürzen oder zu ändern, wenn ich das für richtig halte. Es kommt übrigens nur äußerst selten vor, ich glaube seit Bestehen des Blogs in drei Fällen.

Dieser Blog ist eine öffentliche Meinungsäußerung von mir, aber kein öffentlicher Platz, auf dem das Recht nach freier Meinungsäußerung beansprucht werden kann 🙂

Von den Lesern und Leserinnen meines Blogs weiß ich, dass viele meinen Blog wie eine Art Vollwert-Tageszeitung konsumieren. Mit diesem Gedanken fühle ich mich sehr wohl.