Am Montag geht’s los!

Die „Viererbande“ (Agnes, Barbara, Daniela und ich) hat sich ja wiedergefunden. Wir haben alle viel Spaß, nicht nur wieder etwas zusammen zu machen, sondern auch wieder mehr Leserkontakt zu bekommen.

Immer am ersten des Monats stelle ich hier vier Bilder zu Rezepten vor. Dazu einen Link zum jeweiligen Rezept. Für diesen ersten Monat haben wir uns auf ein Frühstück geeinigt. Denn unser Entschluss war ja recht kurz vor dem Monatsende entstanden, da war nicht mehr viel Planung möglich.

Agnes hatte erst noch gezögert, weil sie dachte, Rezeptefinden und -schreiben würde sie stressen. Mittlerweile hat sie aber das „Feuer“ gepackt. Was es ihr einfacher macht, sagte sie mir, ist, dass sie nicht mehr jede Zutat wiegen muss. Beispiel: Senf dünn aufstreichen sei ja jedem verständlich.

Was es natürlich auch einfacher macht: Die Brukersche Vollwertkost ist keine 100%ige Pflichtvorgabe mehr. Natürlich hängen wir alle vier noch mit einem Bein darin, bildlich gesprochen. Agnes, Barbara und Daniela mahlen ihr Mehl noch selbst. Agnes mischt manchmal mit Weißmehl. Ich nehme nur noch gekauftes Mehl, gern Typ 1050 oder Vollkornmehl. Und dann und wann auch mal Weißmehl. Beim Süßen sind Daniela und Agnes noch honiglastiger als Barbara und ich. Ich bin bei den tiereiweißhaltigen Produkten sehr locker geworden. Sicher gibt es noch mehr Dinge, wo wir uns von Bruker und untereinander unterscheiden, das werden wir im Laufe der Monate noch beobachten können.

Also, wir sehen uns am Montag. Die Tagesüberschrift wird dann dem Namen unserer WhatsApp-Gruppe entsprechen: „Kochen macht froh“. Der kommende steht unter dem Motto

Frühstück

Namensänderung

Der eine oder andere hat es vielleicht schon bemerkt: Dieser Blog heißt nicht mehr Vollwertskandale. Der Grund ist einfach: Ich koche nicht mehr 100 % vollwertig (nach Bruker) und ich habe so viel Kritik an der Vollwertigkeit, wie sie nach Bruker praktiziert wird oder werden soll, dass das für mich nicht mehr passt.

Nach wie vor stehe ich dazu, dass Bruker enorm viel geleistet hat. Das entspricht aber einfach nicht mehr unserer Zeit (sein Frauenbild wurde vor Jahrzehnten schon kritisiert), den wissenschaftlichen Erkenntnissen und last but not least meiner persönlichen Erfahrung.

Da wäre es unredlich, mich weiterhin mit dem Titel „Vollwertlerin“ zu schmücken. Wobei ich mich keineswegs von diesen 15 Jahren distanzieren möchte. Es war eine Zeit mit vielen Entdeckungen, ich konnte in vielen Punkten Althergebrachtes in der Vollwerternährung auf einen modernen Stand bringen und habe auch ein paar Dinge entdeckt, die für Veganer, Vollwertler und Veganer wichtig sind. Da denke ich einmal an die Schokolade, die vor mir in dieser Weise niemals hergestellt wurde, und zum anderen auch an die Wilkesmannsche Formel. Eine Freundin von mir backt immer noch danach, weil sie wegen einer Rheumaerkrankung jegliches Tierweiß meiden muss.

Ich finde es bedauerlich, dass in Lahnstein vermehrt auf die Psychoschiene gesetzt und nicht die Brukerschen Erkenntnis in einen angemessenen zeitlichen Rahmen gesetzt wird. Wissenschaftliches, belegtes Wissen wird einfach negiert – ich erinnere mich noch gut daran, dass vor wenigen Jahren das Buch über die Nichtexistenz von Viren hochgelobt wurde. Hmmm. Auch das Märchen von der Zahngesundheit nur durch vollwertige Ernährung hat sich aufgelöst. Honig ist, das müssen auch die Vollwertler zugeben, schädlich für die Zahngesundheit, genau wie der weiße Zucker. Alternative: Pappkuchen essen. Nee, danke, schmecken soll’s schon.

Interessant da auch Gespräche mit Zahnärzten über die allgemeine Zahngesundheit. Viel mehr alte Menschen benötigen keine dritten Zähne als früher – und das geht auf die professionelle Zahnreinigung zurück – genau wie die gesünderen Zähne von Kindern.

Mein Standpunkt ist heute, dass die Verwendung von vollwertigen Produkten (Mehl, Nudeln, Reis usw.) und ein großer Frischkost- und Gemüseanteil sehr wichtig für unsere Gesundheit sind. Das geht aber auch ohne Tunnelblick. Und ich habe noch nie gehört, dass der Großteil der Über-Hundertjährigen sich strikt nach Bruker ernährt. Wenn ich genau überlege, kenne ich eigentlich keinen Fall, wo das beschrieben wird. 🙂

Bruker und Ernährungswissenschaftler

Nur weil Ernährungswissenschaftler heute einhellig etwas empfehlen, ist es nicht unbedingt verkehrt.

Und nur weil ein Schulmediziner etwas sagt, muss das auch nicht per se falsch sein.

Ich finde das merkwürdig, wie es aus bestimmten Ecken immer tönt: „Ach, die sind nur auf Geld aus, die Ärzte“, sobald ein Arzt, vielleicht sogar ein Facharzt etwas sagt, oder „Die Ernährungswissenschaftler haben keine Ahnung!“.

Das heißt nicht, dass ich alles blind glaube, was diese Menschen mir sagen. Aber ich gestehe ihnen erst einmal das bessere Wissen zu. Dass ich kritisch bleibe, ist natürlich – es gibt in jedem Beruf Scharlatane.

Ketzer-Ute sagt:
Und wenn Bruker viel früher gelebt und bewiesen hätte, dass die Welt eine Scheibe ist, würden dann jetzt alle Bruker-Anhänger immer noch überzeugt sein, dass wir über eine flache Erde laufen?

Zweifel sind immer erlaubt, sowohl an etabliertem Wissen als auch an überholtem oder nicht belegtem, nur plausiblem Wissen.

 

Bruker und ich

Wenn Lahnstein-Anhänger das Kriegsbeil ausgraben… 🙂

In Lahnstein bin ich nicht gut gelitten. Das ist vielen bekannt und ich will die ollen Kamellen auch nicht wieder ausgraben. Nur wundert mich, dass die Anhängerschaft soooo speziell ist, um es mal vorsichtig zu sagen. Ich gebe dafür einen kleinen Austausch aus Facebook hier wieder.

Das Umfeld der Kommentatorin ist ganz interessant. In Google ist sie nicht zu finden, aber unter ihren „Freunden“ ist der Name des Geschäftsführers der GGB. Wer daraus Schlüsse zieht, bitte schön – ich tue das natürlich nicht.

Anlass war meine Tendenz, Butter und Öle deutlich aus dem Essen zu streichen und das Vorstellen des Fotos zum „Butterkuchen ohne Butter“.

Das erste Mal schrieb sie:

XXX: Warum wurde denn die Butter weggelassen?

Meine Antwort: Weil ich mich an die Empfehlungen von „Forks over Knives“ halte: weil es ein einweißhaltiges tierisches Produkt und ein Fettextrakt ist. Grob zusammengefasst.

Beim nächsten Mal kam es dann etwas klarer:

XXX: Warum willst du ohne Fett backen? Naturbelassene Fette wie Öle sind gesund, unbedingt notwendig und der Körper braucht Fette..

Meine Antwort: Nein, Öle sind nicht gesund. Öle sind ja auch nicht naturbelassen, sondern Extrakte. Der Körper braucht Fette, aber keine Öle und keine Butter, er bekommt genug aus den anderen wirklich naturbelassenen Lebensmitteln (Nüsse, Samen, Getreide). Ich verweise noch mal auf Forks over Knives, wo moderne wissenschaftliche und nachvollziehbare Kenntnisse verarbeitet werden (wo nicht Ergebnisse aus der Mitte des letzten Jahrhunderts wie steingemeißelt als unantastbar gelten 😉 ): http://www.forksoverknives.com/
Ich diskutiere das hier nicht und bitte um Verständnis, weil ich keine Lust habe stundenlang am PC zu sitzen. Wenn dich das Thema interessiert, schau dich einfach mal auf der genannten Webseite um, ich empfehle auch gerne Videos mit Neal Barnard. Und wir können uns auch gerne in meiner Telefonstunde darüber unterhalten, aber schriftlich mache ich das nicht, sorry, bin genug am PC.

XXX: Hallo Ute, du solltest unbedingt “ … Vollwerternährung im Sinne von Dr. Bruker…“ aus deiner Info nehmen (er würde sich im Grabe umdrehen).
FoK scheint eine Bibel für [sic] zu sein, basierend auf einem Film, der interessant aber ganz klar keine ernsthaften wissenschaftlichen Kernaussagen trifft. Aber an irgendeine Theorie muss sich der Mensch klammern und das ist auch gut so.
Die Fettextrakt Aussage kann ich überhaupt nicht stützen, aber auch das ist gut so. Ich hoffe, du siehst es mir nach, dass ich den „Abboniert“ [sic] Haken wieder entferne. Leider gefällt mir deine Seite nicht und auch deine Fotos sind für mich nicht wirklich appetitlich und anregend (warum bekommst du so wenig Like Klicks dafür…)
Trotzdem weiterhin alles Gute, viel Erfolg und bessere Anhänger, als ich das bin.

[sic] ist das Zeichen dafür, dass der Fehler im Original steht.

Meine Antwort: Ich nehme überhaupt nichts heraus und wenn du nur den Film gesehen hast, hast du nichts verstanden. Aber das ist Lahnstein-Manier: Bloß nichts Neues gründlich anschauen 🙂
Das Entfernen des Häkchens stürzt mich natürlich in tiefste Verzweiflung 😉 😉 😉

*** Ende des Austauschs ***

Ich finde das immer wieder bedauerlich, wenn auf Argumente Gefühle kommen, lasche Aussagen und keine stichhaltigen Gegenargumente. Ob Bruker sich im Grabe herumdreht, weil seine Lehre wie ein starrer Stein behandelt wird oder weil es Menschen gibt, die versuchen seine Lehre zu verbessern – nicht umzustürzen -, sei dahin gestellt. Die Behauptung, dass die FoK auf einem Film basiert, ist lustig. FoK basiert auf der China Study und anderen wissenschaftlichen und medizinischen evidenz-basierten Erkenntnissen und hat dazu eine Art Trailer gedreht. Eine solche Aussage zeugt daher von … sehr einfacher Recherche. Dass die Kommentatorin mein Fettaussage nicht stützen kann, mag sein, aber wäre ein sachliches Argument nicht hilfreicher gewesen? 😉

Und die kleinen Seitenhiebe über das Nichtgefallen und die fehlende Appetitlichkeit meiner Fotos ist nun wirklich unterste Schublade. Es ist mir auch ein Rätsel, wieso man eine Seite mit Fotos, die einem nicht gefallen, überhaupt erst abonniert.

Nein, ich bin nicht auf Facebook gegangen, weil ich Likes sammeln wollte. Ich bin dort, weil ich Menschen mit gleichen Ernährungsinteressen kennen lernen und ihnen mein Wissen anbieten möchte. Mein Wissen über FoK geht übrigens durchaus über einen Demo-Trailer hinaus 😉

Und zu den Likes: Wer glaubt, die Qualität einer Facebook-Seite ist an der Zahl der Likes abzulesen, hat mein Mitgefühl. Abgesehen davon, dass ich noch nie mein Fähnchen nach irgendeinem Wind gehängt habe, um ein „Like“ zu erhalten. Und zumindest da sehe ich mich doch voll auf einer Linie mit einem uns bekannten Arzt, der sich aus Überzeugung mit so allerlei Menschen angelegt hat. 😉

Und wenn wir schon die Likes für eine Seite vergleichen: Die GGB als Organisation und länger in Facebook als ich hat heute 1126 Likes. Ich, als Privatperson, die alles in Sachen Ernährung alleine stemmt und erst seit Anfang 2015 in Facebook bin, habe für meine Seite 532 Likes. Tja….

Ein Rezept von Forks over Knives/Gabel statt Skalpell

Gerne schaue ich auf die Webseite von FoK, weil es dort manchmal interessante Rezepte gibt. Ich sage auch immer gerne, dass FoK ganz gute Anstöße gibt. Aber heute gibt’s ein neues Rezept, da schüttelt es mich und ich denke (wieder einmal): „So natürlich wie möglich“ ist und bleibt der beste Grundsatz, und dem ist die Vollwertkost nach Bruker (mit kleinen Einschränkungen, gerne von FoK angeregt) für mich der beste Ansatz.

http://www.forksoverknives.com/recipes/smoky-sweet-potato-burgers/

  1. Ich lese Ketchup. Ketchup ist eines der zuckerhaltigsten Lebensmittel überhaupt! Es ist übrigens nicht das erste Rezept, indem Ketchup verwendet wird.
  2. Ich lese „few drops of liquid smoke“. Was soll das denn bitte sein? Ein Aromaöl? Nein, danke!

Den frisch gemahlenen Pfeffer können sie sich meines Erachtens auch sparen, wenn sie weiter oben Knoblauchpulver einsetzen. Und „non dairy milk“ ist garantiert auch ein Industrieprodukt. 2 Esslöffel werden verwendet – hätte da nicht auch Wasser gereicht, ohne den Geschmack zu sehr zu beeinträchtigen?

Es gibt Kompromisse, die finde ich für den Einstieg in eine gesunde Ernährung für Anfänger vertretbar. Ketchup bzw. Industriezucker gehört ganz bestimmt nicht dazu.

 

Auf dem Weg zur Vollwertkost

16. November 2013: Was ist Vollwertkost?

Vor einigen Wochen habe ich mir einmal wieder das Buch „Lust ohne Reue“ von Waltraud Becker durchgesehen. Es ist und bleibt eines meiner Lieblingsbücher, weil es die tiereiweißfreie Kost (nach Bruker) wirklich erlebbar macht. Becker habe ich die Grundsätze der Gemüsepfanne zu verdanken genauso wie Reis- oder Hirsebrei (relativ neuentdeckt) als Füllmittel und Strukturgeber. Daraufhin habe ich mir das Buch eines schönen Sonntagnachmittags erneut sorgsam vorgenommen und darin geblättert und gelesen.

Für meinen Geschmack heutzutage ist da zu viel Fett drin, aber das hat mich nicht überrascht. Öl mehr als Zitrone oder Essig im Dressing, das habe ich vorher anders gemacht und mache das auch jetzt wieder anders. Es gibt Dinge, die haben mich einfach verwundert und die mich dann auch fragen lassen, ob wir die Vollwertkost entkrampfen müssten oder ob wir heute einfach bessere Erkenntnisse haben: Polenta wird mehrmals benutzt, Hartweizengrieß ebenso. In den Rezepten steht einfach Mehl, nicht immer „frisch gemahlenes“ Mehl. Becker verwendet auch gelegentlich gekaufte Vollkornnudeln, da steht kein Hinweis „nur aus Mehl, nicht aus Grieß“! Obst wird sowieso munter verbacken, aber auf dem Vollwertohr ist man ja in Lahnstein sowieso taub 😉 In eine Senfcreme kommen 2 TL Senf. Kein Hinweis, dass man darauf achten sollte, dass der Senf ohne Zucker hergestellt wurde. Wurde den Vollwertlern damals mehr Mitdenken zugetraut oder war das nicht so wichtig?

Da denke ich dann an die Rezepte von Forks over Knives, wo teilweise Kichererbsen (und Schlimmeres) aus der Dose verwendet werden, gekaufte Nudeln sowieso. Und ich frage mich: Wenn schon Frau Becker, quasi ein Urgestein der Vollwerternährung nach Bruker, Grieß und Fertignudeln verwendet, müssen wir uns dann heute darum raufen, ob die Nudeln aus Grieß oder Mehl sind? Wie weit müssen wir in unserer Vermeidung der Zivilisationskost letztendlich gehen?

Ich habe sehr viel in meiner Küche selbst hergestellt, mache das immer noch und finde das auch für mich richtig. Aber müssen wir den Anfängern den Weg in die Vollwert verbarrikadieren, in dem wir ihnen die Hartweizengrießnudeln aus der Küche reißen? Wäre es nicht wichtiger, die Betonung noch stärker auf die Vermeidung von Industriezucker und Auszugsmehl zu legen? Muss es uns wirklich den Schlaf rauben, wenn jemand das Mehl abends mahlt und erst morgens weiter verarbeitet?

Auf diese Fragen habe ich für mich noch keine endgültigen Antworten gefunden. Das heißt, für mein eigenes Leben weiß ich schon, dass ich nichts verwenden möchte, was ich sinnvoll selbst machen kann. Ich bin mir aber einfach nicht schlüssig darüber, wie weit wir bei einem Anfänger gehen können bzw. auch müssen.

Noch zwei Dinge weiß ich mit Sicherheit: Für mich hat die Forks over Knives-Ernährung zu viele Fertigprodukte und die tiereiweißfreie Vollwertkost nach Bruker, so wie sie heute von und in Lahnstein vorgeführt wird, viel zu viel Fett.

Vollwertkost: Wohin gehst du?

22. August 2013 (Do)  Vollwertkost und „Gabel statt Skalpell“

Vor etlichen Monaten schon habe ich ja meine Bedenken in einem Artikel geäußert, was die Gewichtsabnahme unter Brukescher Kost betrifft. Ich bin ja der Meinung, kurz und knapp, dass nicht nur die Qualität, sondern durchaus auch die Quantität des Essens etwas mit dem Gewicht zu tun hat, die Kalorien zwar nicht unser Leben diktieren sollten, aber schon auch nicht völlig am Wegesrand verkümmern. Dazu erhielt ich jetzt per Email einen kleinen Erfahrungsbericht von Daniela. Daniela ist schon lange Gast auf diesem Blog und auch eifrig an Aktionen auf dem „Menüblog“ beteiligt. Sie ernährt sich seit einigen Wochen nach den Grundsätzen, die im Film (und Buch) „Forks over Knives (FoK)“ (deutsch: Gabel statt Skalpell, vorgestellt auf diesem Blog hier) vorgelegt werden. Dies ist eine vegane Kost mit möglichst geringem oder zumindest sehr kleinen Fettanteil. Hier also Danielas Bericht. Außerdem, und das ist für uns alle sehr spannend, denke ich, wird sie ebenfalls in den nächsten Wochen immer Dienstag auf dem „Menüblog“ ein Rezept vorstellen, VWK mit FoK.

Außerdem möchte ich mich bei Daniela für ihren Mut bedanken, dass ich ihren Erfahrungsbericht – der ja eigentlich nur für mich bestimmt war – mit ihrem Namen veröffentlichen darf. Wenn man gerade einen neuen Weg beschreitet, von dem man überzeugt ist, ist es nicht immer einfach, das auch nach außen zu zeigen. Vor allem, wenn man zwei nicht völlig überlappende Ernährungsformen in abgeänderter Form zusammenführt – da ist immer die Gefahr, dass beide „Lager“ über einen herfallen.

Natürlich ist das hier der beste Ort für diese Veröffentlichung, denn es ist ja ein Sammelplatz für die nettesten Blogleser und Blogleserinnen, die es überhaupt gibt 🙂


Ich wollte dir mal einen kurzen Erfahrungsbericht schreiben, ich dachte, vielleicht interessiert dich das, auch, wenn ich natürlich weiß, dass du vielleicht manches anders beurteilen wirst und du ja die Bruker´sche Vollwertkost vertrittst, Ute. Es gibt bei der Art, wie ich mich seit einigen Wochen ernähre, einige Unterschiede zur Brukerschen Kost, aber auch viele Gemeinsamkeiten.Ich ernähre mich ja seit einiger Zeit aus hauptsächlich gesundheitlichen Gründen (Asthma, zunehmende Allergien,  starke Probleme mit Gelenken und dem Rücken) wieder vollwertig nach Bruker, seit einigen Wochen nun auch vegan nach dem Gabel-statt-Skalpell-Prinzip. Das heißt, ich esse zwar weitgehend weiter vollwertig, aber mein Fokus liegt seit einiger Zeit zudem noch auf den Ernährungsregeln von Esselsyn und Campell nach dem Film Gabel statt Skalpell, also „plant-based“, fettarm und mit vielen Hülsenfrüchten. Ich bin, was zugesetztes Fett betrifft, nicht ganz so strikt, wie von Esselstyn gefordert, hab ja keine Herzerkrankung, verwende also hin und wieder etwas zugesetztes Öl, aber nur Teelöffelweise und auch Saaten und Nüsse esse ich in geringeren Mengen als vorher. Manches, das da Verwendung findet, ist nicht ganz vollwertig nach Bruker, aber mir geht es seither erstaunlicher Weise so gut, wie lange nicht mehr.  Diese Art der Ernährung tut mir gesundheitlich tatsächlich noch besser, als die Vollwertkost mit Sahne und Butter oder eben sehr vielen Saaten oder Nüssen, die ja in der veganen Vollwertkost oft als Ersatz für Milchprodukte verwendet werden. Ich hab die letzten Monate, die ich vollwertig erst mit Sahne, Butter, dann vegan mit viel Öl und Nüssen gegessen hab, recht schnell einige Kilos zugenommen, das hat mich doch erstaunt, da es ja immer heißt, man würde in jedem Fall mit der Vollwertkost nach Bruker zum Idealgewicht kommen und Kalorien oder Fett würden keine Rolle spielen – also vom Idealgewicht bin ich nach wie vor noch einiges entfernt und ich war wirklich die letzten Monate für meine Verhältnisse sehr konsequent, hab aber vom Erlaubten viel gegessen, hatte auch immer viel Hunger. Seit ich nun meine Ernährung nach dem Forks over Knives (engl. Version von Gabel statt Skalpell) oder Engine 2 Prinzip, das ja gleich mehrere Herzspezialisten und Ärzte in dne USA propagieren (auch Bill Clinton isst seit seiner Herzerkrankung seit einiger Zeit nach Esselstyns Konzept) und interessante Erfolge damit aufweisen können, ernähre und weiterhin auch weitgehend auf Vollwertigkeit achte, das mach ich jetzt seit gut 4 Wochen, hab ich drei Kilo abgenommen, ich habe auch, seit ich so esse, erstaunlicher Weise weniger Hunger als vorher.Auch mein Allgemeinbefinden hat sich gebessert, erst seit dieser fettarmen veganen Kost kann ich komplett auf Kortison verzichten. Kurzum, ich mach weiter so und es geht mir jetzt schon, nach kurzer Zeit, deutlich besser. Ich dachte, vielleicht interessiert es dich, das zu lesen. Ich weiß selbstverständlich, dass das meine rein subjektiven Erfahrungen sind und diese keinerlei Bedeutung für andere Menschen haben. Dr. Bruker hat zig tausend Patienten mit seiner Art der Vollwertkost heilen können, das will ich überhaupt nicht schmälern, aber mir persönlich haben Sahne und Butter, wie größere Mengen Fett wohl anscheinend nicht so gut getan, das merke ich jetzt, seit ich es weg lasse und den Unterschied erlebe. Ich bin doch überrascht, was das für mich persönlich ausgemacht hat. Dagegen schaden mir die paar nicht so ganz vollwertigen Dinge, die ich jetzt hin und wieder benutze, wie z.B. ab und an Bio Agavendicksaft, bisher nicht merklich. Vielleicht ist das für mich persönlich ein guter Weg, ich beobachte es einfach weiter, ich mache das ja erst seit kurzer Zeit, sagt also noch nicht so viel aus. Ich beschäftige mich halt grad mit dieser Art zu essen und recherchiere dazu viel und drum dachte ich, ich schreib dir das mal.Vermutlich könnte man mir entgegnen, dass ich nach zu kurzer Zeit schon Rückschlüsse ziehe, aber es war wirklich für mich subjektiv eine deutliche Vebesserung meines Befindens spürbar, auch schon in den paar Wochen. Vor allem auffällig war, dass ich, als ich noch Butter und Sahne verwendet hab, zwar das Kortison schon etwas reduzieren konnte nach einiger Zeit, aber immer noch regelmäßig welches gebraucht hab, mit fettarmer veganer Ernährung hab ich es jetzt seit kurzem ganz absetzen können und fühle mich deutlich besser. Vermutlich hab ich aber auch deutlich mehr Fett gegessen, als Bruker für gut befunden hätte, das heißt, Sahne hab ich wenig gegessen, aber kaltgepresste Öle und Butter doch recht viel, was nach seiner Auffassung ja ziemlich unproblematisch ist, was sich nicht unbedingt mit meinen persönlichen Erfahrungen der letzten Monate und Wochen deckt.
Ich denke, gegen Honig spricht an sich nichts, ich verwende den auch sicher bald wieder, ich hab nur halt mal eine komplett vegane Ernährung und den Agavendicksaft probieren wollen, der da unter anderem auch hin und wieder verwendet wird, die verwenden auch Rohrohrzucker in geringen Mengen oder Ahornsirup das mache ich aber nicht. Ich hab aber beim Agavendicksaft immerhin bisher keine negativen Effekte bemerkt, wie ich das bei weißem Zucker sofort merke! Honig ist sicher weit weniger verarbeitet. Ungezuckerte Trockenfrüchte verwende ich seither zum Süßen sparsam auch wieder und mir bekommen sie gut.

Bruker hat Enormes geleistet, daran besteht kein Zweifel. Aber es gibt kaum Etwas, was nicht noch zu verbessern wäre. Vielleicht ist hier für viele, die sich mit ihrem Gewicht quälen oder auch mit Allergien, Asthma usw. und die Vollwertkost nicht als 100% heilsam empfunden haben, eine Variante, die es einmal auszuprobieren gilt?

Kommentarfunktion in YouTube

16. August 2013: Ich kenne da drei Vollwertler…

Es gibt Dinge, die bin ich einfach Leid zu hören. Ich denke, dass ich – direkt und indirekt – recht viele Vollwertler kenne. Und ich kenne ein wenig die Menschen.

Was ich besonders liebe, sind Argumente wie: „Also ich kenne 20 Vollwertler, die Schnitzerkost leben und zusätzlich Vitamin B12 einnehmen….“.

Was interessiert mich das? Es interessiert mich nicht. Papier ist geduldig, die Tastatur ebenfalls. Nicht jeder ist so exakt in einer Diskussion, wie ich mir das wünsche. Da passieren plötzlich Wunder: Vollwertler bekommen Rheuma oder schwerste Allergien, Mixer wie der Magic Maxx sind plötzlich in der Lage, schönstes Nussmus herzustellen und selbstverständlich kann ich auch mit einer Billigküchenmaschine ohne Sahne usw. köstlichstes cremiges Eis herstellen, ach nein, ein Vitamix ist dafür nicht nötig. Manch einer liebt nämlich einen angeblichen Sieg in einer Diskussion mehr als die Wahrheit. Ich liebe Diskussionen überhaupt nicht. Ich höre gerne zu, ich lerne gerne, ich tausche mich gerne aus. Ich habe Null Ehrgeiz, eine Diskussion „zu gewinnen“. Ich fand Gelabere um des Gelaberes Willen in der Schule schon eine unausstehliche Zeitverschwendung.

Mich langweilt das. Und meine Geduld, mich in solche Diskussionen einzulassen, wird immer kleiner. Als vor einer Weile wieder so eine Diskussion in YouTube losging, habe ich einfach die Kommentarfunktion deaktiviert. Früher habe ich das gemieden, aber da habe ich meine Meinung geändert. Sollen doch diese Leute ihre eigenen Videos machen, wo sie ihre unausgegorenen Weisheiten verbreiten, da muss ich mir den Mist nicht ansehen und anhören :mrgreen:

Da leiden plötzlich Schnitzler-Köstler und Brukerianer an Vitamin B12-Mangel und anderen Mängeln? Ja und? Weiß ich, ob das stimmt? Weiß ich, ob die sich konsequent daran halten? Wir hatten hier vor einer Weile das Thema von den Menschen, die alle ja so gesund leben, dass man sich wundert, dass überhaupt noch Zucker verkauft wird. Ich weiß natürlich auch, dass die Vollwerternährung kein Garant für Gesundheit ist, aber es ist ganz normal, dass ich nachhake, wenn jemand sagt „Also ich lebe wirklich tiereiweißfrei und habe drei Allergien“. Horche ich nach, ist das vielleicht eine Mutter, die ihre Kinder ganz „normal“ ernährt. Ach und da isst sie nie einen Rest? Nix gegen Mütter…. nur so als Beispiel.

Es gibt Zeiten für Märchen. Dann bitte oben dick „Märchen“ drüber schreiben. Mündliche Überlieferungen werden zu Sagen und Märchen, es gibt auch moderne Märchen. Solange das Schild „Märchen“ dran klebt, ist das völlig in Ordnung. Mir aber die Zeit damit zu stehlen….. ist nicht egal.

Meine Stimme ist zu laut, zu scheußlich, ich spreche zu schnell, zu langsam, meine Brote sind (dieser Kommentar kommt meist von Bäckern) völlig unmöglich und ich leide unter Geschmacksverwirrung, dass ich die lecker finde, ich nehme die falschen Küchenutensilien, zu viele Maschinen, zu viel Plastik, „ey du A…., alles Sch…, was du hier produzierst“, ich habe von nix Ahnung, rede nur Stuss… die Reihe ließe sich locker fortsetzen.

Ich weiß mittlerweile, dass ich genug Rückendeckung habe, um die Zeit lieber mit wichtigen Dingen zu verbringen … dies also einige Monate nachträglich als Erklärung für die Deaktivierung der Kommentarfunktion in YouTube: Bei den meisten meiner Filme müssen Kommentare jetzt von mir erst genehmigt werden, bevor sie erscheinen.

Ketzerisches zur Verdauungsleukozytose

6. Mai 2013: Verdauungsleukozytose – Teil 1/2

Verdauungsleukozytose in der Praxis

Die Verdauungsleukozytose ist ein ganz wichtiger Baustein der Brukerschen Vollwertkost und bedeutet, dass wir die Rohkost vor der Kochkost essen sollen. Begründung: Wenn wir direkt die Kochkost essen, wird in unserem Verdauungssystem eine Leukozytenreaktion ausgelöst, die der entspricht, wenn unser Körper eine Infektion bekämpfen möchte. Mehr dazu könnt Ihr in Wikipedia lesen, ein Zitat: „Unter Verdauungsleukozytose wird eine vorübergehende Zunahme der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) nach der Nahrungsaufnahme bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen physiologischen Vorgang.“

Es ist also offenbar, so können wir das auch woanders lesen, eine allgemein anerkannte Tatsache, dass die weißen Blutkörperchen zunehmen. Interessant ist der letzte Satz, dass dies nämlich physiologisch ist = normal, beim gesunden Menschen auftretend, nicht krankhaft.

Unbestritten ist auch, dass sie nicht auftritt, wenn wir ausschließlich oder als Vorspeise Rohkost essen, wie viel Rohes das sein muss, habe ich nicht herausfinden können. Die Interpretation dieser Tatsache kann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Ich habe mich lange Zeit mit der Brukerschen Idee gut identifizieren können, dass ich die Verdauungsleukozytose vermeiden muss, um „richtig“ zu essen.

Mittlerweile habe ich eine praktische Entdeckung gemacht, die vielleicht nur Menschen nachempfinden können, die einmal eine Essstörung in Richtung Übergewicht hatten bzw. zu viel diätet haben. Ich möchte dazu ein paar Jahrzehnte zurückgreifen.

Bis zu meinem 20. Lebensjahr hatte ich ein völlig normales Sättigungsverhalten. Ich habe manchmal zu viel gegessen. Zu Weihnachten bekamen wir von den Großeltern immer eine große Tüte mit Süßigkeiten geschenkt. Die hielt bei mir bis Ostern, meine Freundinnen freuten sich – bei mir gab’s immer was zu Knabbern.

Eine Weile in der Pubertät war ich zu pummelig. Dies wurde mir quasi als Schild an den Kopf genagelt, und selbst als ich dann ab 14 Jahren eigentlich normal war, vermittelte mir meine schlanke Mutter immer, dass ich doch ein wenig zu viel auf den Rippen hätte. Mit diesem Gefühl bin ich durch die Welt gegangen, denn es war auch die Zeit, in der Frauen nur noch hager und mager sein durften. Also entschloss ich mich mit 21 Jahren, eine Brigitte-Diät zu machen – eigentlich, wie ich das heute weiß, überflüssig, denn ich hatte eine normale Figur. Es war die erste Diät in einem Reigen von Diäten, die allesamt nur dazu führten, dass mein Sättigungsgefühl zerstört wurde. Selbst mit der Vollwert ist das nicht ganz behoben worden.

Parallel dazu habe ich gelernt, dass mein Hunger umso größer wird, je mehr ich esse. Für Essgesunde klingt das unglaublich, ähnlich Entwickelte werden das vermutlich nachempfinden können. Beispiel: Wenn man abends zu einem üppigen Mahl eingeladen ist. Normalesser essen den ganzen Tag über wenig, um Platz zu haben. Ich fange in so einem Fall lieber gleich morgens mit einem reichlichen Frühstück an, da passt mehr.

Vor etwa 20 Jahren bekam ich Probleme mit der Galle, wie sich herausstellte, habe ich Gallensteine. Im Zuge dieser Probleme habe ich deutlich an Gewicht verloren. Ich hatte mittlerweile auch genug Selbstbewusstsein, um als erwachsene Frau meine dann normale Figur als eine solche zu akzeptieren. Das war der Zeitpunkt, als ich die Vollwert kennen gelernt habe. Mit Beginn des vollwertigen Essens habe ich am Anfang langsam, später dann etwas schneller zugenommen. Und ich war brav! Ich habe mich auf drei Mahlzeiten beschränkt, habe die Regeln befolgt. Meine Gesundheit nahm auch einen enormen Aufschwung, keine Frage. Aber mein Gewicht wuchs ständig, selbst Rohkost konnte das nur geringefügig korrigieren bzw. halten. Der Kommentar in Lahnstein „Was wollen Sie denn, Sie sehen doch völlig normal aus“, half mir nicht weiter. Ich weiß selbst am Besten, was für mich „normal“ ist – und das war es nicht. Das Kochbuch-Schreiben hat mein kleines Sättigungsgefühl leider wieder komplett ruiniert – an erster Stelle hier das „Hartz IV in aller Munde“. Ich musste in diesem Buch ja große Portionen kochen und dann auch essen, weil ich mich sonst hätte dem Vorwurf aussetzen müssen, mit so kleinen Portionen könne jede(r) sparen.

Bitte heute nicht kommentieren – der Artikel ist erst am 9. Mai vollständig.

Obst im Fokus

11. Oktober 2012: Obst als Nachtisch

In einem meiner kleinen Preisausschreiben auf dem Menüblog hatte ich im September die Frage gestellt:

Wie steht’s mit Obst als Nachtisch nach einer Bohnensuppe in der Vollwerternährung ?

  1. Bestes: Der beste Nachtisch, den es gibt.
  2. Eingeweckt: Da Rohes vor dem Essen gegessen werden soll, darf es zum Nachtisch nur eingewecktes Obst geben.
  3. Einheimisch: Solange es einheimisches Obst ist, darf man es als Nachtisch essen. Exotisches Obst ist zu schwer verdaulich.
  4. Frisch: Frisches sollte grundsätzlich vor der warmen Mahlzeit gegessen werden.
  5. Sauer: Saures Obst geht nicht, weil das negativ auf die basischen Hülsenfrüchten einwirkt, sonst okay.
  6. Verträglichkeit: Das liegt alleine an der individuellen Verträglichkeit.

Die meisten hatten richtig geantwortet, mit Nummer 4. Aber einige hatten auch anders geraten, andere bezweifelten das und wollten von mir eine Erklärung. Dies wird auch in „erlauchten“ Vollwertkreisen nicht immer richtig gehandhabt. Deshalb möchte ich es hier mit Brukers eigenen Worten belegen. Dass jetzt einige dennoch Obst zum Nachtisch essen, heißt nicht, dass diejenigen sich nicht vollwertig ernähren. Manche trinken auch Saft. Die Vollwert ist ja kein Zwangsgerüst. Wichtig finde ich immer nur, dass wir WISSEN, was buchstabengetreu ist und was nicht. Denn häufig lassen sich auch Unpässlichkeiten damit erklären, für die sich sonst kein Grund finden lässt.

Wenn wir an das D-Zug-Beispiel denken: Der D-Zug (Rohkost) wird ja vor dem Bummel-Zug (gekochte Speisen) gegessen. Da macht es wenig Sinn, anschließend wieder einen D-Zug hinterherzuschicken.

Ich zitiere hierzu auch aus dem “Ärztlichen Rat”, Seite 265, Stichwort Frischkost:
Frage: Warum soll Frischkost immer vor der gekochten Nahrung gegessen werden?
Die Frischkost ist leichter verdaulich, weil sie noch zahlreiche biologische Wirkstoffe enthält, die beim Kochen zerstört werden. Je leichter eine Speise verdaulich ist, umso weniger lange ist es nötig, dass sie im Magen verbleibt, d.h. umso kürzer ist die Verweildauer.
Es ist selbstverständlich, dass man diese Speisen vor den schwerer verdaulichen zu sich nimmt. Deshalb muss logischerweise die Frischkost vor dem Gekochten gegessen werden.

Aufgepasst: Die Frage lautet „Warum soll Frischkost IMMER…“, und nicht „Warum soll vor dem Gekochten Frischkost gegessen werden“. Bruker schreibt auch nicht: Es muss etwas Frischkost vorher gegessen werden, und der Rest kann beliebig verteilt werden.

Zu 1: Obst ist sicher ein sehr gutes Lebensmittel, die Antwort 1 war ein bisschen fies ;-) Zu 2: Gekochtes Obst gehört zu den vier “Nein” der Vollwertkost; zu 3: das ist frei von mir erfunden, genau wie Nr. 5. Die Nummer 6 klingt verlockend, und weil viele Menschen eben Obst nach dem Essen auch vertragen, wird das häufig als Regel empfunden – was es aber nicht ist.

Einer Teilnehmerin, die es bisher anders verstanden hatte, habe ich es auch noch einmal dargelegt und stelle das zum besseren Verständnis hier ebenfalls ein:

Viele verstehen das Zitat von Bruker falsch, obwohl es so ganz eindeutig formuliert ist. Ich wiederhole den letzten Satz:
Es ist selbstverständlich, dass man diese [Frischkost = leicht verdaulichen] Speisen vor den schwerer verdaulichen zu sich nimmt. Deshalb muss logischerweise die Frischkost vor dem Gekochten gegessen werden.
Beachtet bitte: er sagt „die Frischkost“, und nicht „Frischkost“! Wäre es ander, müsste er nämlich formuliert haben: „Vor dem Gekochten sollte immer (etwas) Frischkost gegessen werden.“ Ich finde, das sind zwei völlig andere Sätze und keine Wortklauberei 🙂
Ich kann das übrigens aus eigener Erfahrung bestätigen. Esse ich zum Beispiel Trauben im Frühstück oder vor der Mahlzeit, ist alles wunderbar. Esse ich aber Trauben nach einer Scheibe Brot, bekomme ich Blähungen.
Viele Dinge werden in der Praxis anders gehandhabt, z.B. werden in Lahnstein Obstkuchen gebacken, was eigentlich nicht „erlaubt“ ist. Aber solange die Leute das vertragen, will man dann wohl nicht weiter einengen. Ich esse ja wie gesagt auch Obst zum Nachtisch – wundere mich dann aber auch nicht, wenn es mir anschließend nicht so gut geht.
Es ist eben ein Unterschied zwischen der praktischen Theorie und der Praxis 🙂 Für mich an dieser Stelle interessant ist eben auch, wie leicht Unpässlichkeiten dann falsch interpretiert werden können. Wüsste ich von dieser „Regel“ nichts, würde ich vielleicht glauben, ich vertrage kein Vollkornbrot!

Wie oben gesagt: Die Vollwertregeln sind kein Zwangsgerüst, wir haben Freiheiten (wobei ich die teils sehr leger gehandhabt finde, wer Kaffee trinkt und sich als Vollwertler bezeichnet, ist im Übergangsstadium, vielleicht auf dem Weg, aber kein Vollwertler). Wir haben Freiheiten, ja. Bevor wir uns aber über die Vollwertkost als nicht hilfreich beschweren, sollten wir ehrlich zu uns selbst sein.