Rezept der Woche: Ein Frühstück

10. Oktober 2012: Wochenrezept

Ein Frühstück mit Wassermelonen… zwar ist die Wassermelonenzeit vorbei, aber mit Ananas oder anderen Melonen lässt sich das genauso lecker herstellen.

Gelegentlich höre oder lese ich Klagen, dass Frischkorngericht nach Bruker sei zwar gesund, mache satt und munter (auch wenn es Leute gibt, die es gar nicht mögen, aber meiner Ansicht nach machen die dann etwas falsch 🙂 ), aber es sei auf Dauer so langweilig. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten!. Daher finde ich es wichtig, immer wieder Variationen aufzuzeigen, um vor allem auch mal das Sahne-Schema und ähnliches aufzureißen. Die Brukersche Variante ist nämlich nur ein Vorschlag, kein Zwangsgerüst! Wichtig war Bruker einzig und allein der Getreideanteil, alles andere bezeichnete er selbst als „Geschmacksverbesserer“ (Wort von mir, aber sinngemäß sagt er das so).

Die Angaben sind ausnahmsweise einmal für zwei Personen.

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Herzlichen Dank an Simon Bodzioch ❗

P.S. Nicht vergessen: Heute ist Mini-Preisausschreibentag !

Bruker und das frische Korn

Kommentar vom 8. Dezember 2011: Das Frischkorngericht

Vor wenigen Tagen sprach ich mit einer befreundeten Gesundheitsberaterin GGB, die sich über einen Artikel in der Zeitschrift „Gesundheitsberater“ aufregte (es ist NICHT die im Artikel erwähnte).

Der Artikel von Ilse Gutjahr trägt den Titel „Frischkornbrei“. Ich selbst sage mit Bedacht seit Jahren „Frischkorngericht“, weil das Wort „Brei“ unangenehme Assoziationen hervorrufen kann. Matschiger Getreidebrei? Nee, danke, mag ich auch nicht. Schon der erste Satz strotzt für mich vor unsäglicher Arroganz: „Eine Gesundheitsberaterin GGB kündigte im November 2011 … weil wir so unbelehrbar und dogmatisch am Frischkornbrei festhalten. Da kann ich nur sagen: Gott sei Dank!“

Kritik ist in Lahnstein nicht gerne gesehen, sei sie auch noch so gut gemeint, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dass dort der Frischkornbrei nicht „aufgegeben“ wird, weil eine Gesundheitsberaterin ihn dogmatisch findet, ist verständlich und richtig. Aber darüber froh zu sein? Störfaktoren, kritische Stimmen sind nicht erwünscht? Ein „Schade“ hätte ich hier angemessen gefunden, nicht ein Dank an Gott. Leider trieft genau dieser Artikel vor Dogmatismus. Das hat Bruker nicht verdient, und das Frischkorngericht auch nicht. [Nachträglicher Hinweis: Eine GGBlerin hat in Lahnstein wegen dieser Stelle im Bruker-Haus angerufen. Offenbar ist der Satz so gemeint, dass das Gott sei Dank sich auf das FKG, nicht die ausgetretene Dame bezieht. Am Rest meines Artikels ändert das natürlich nichts.]

Da werden zum Beispiel Halbwahrheiten präsentiert, nämlich bei der Aufzählung, was der Frischkornbrei (wieder fällt mir auf, wie unangenehm das Wort vor allem für ‚Außenstehende‘ sein muss) alles kann. Und das stimmt einfach nicht – die dort aufgeführten Dinge sind Ergebnis einer insgesamt vollwertigen Ernährung.

Lang anhaltende Sättigung? Nö, sorry, ich kenne einige, für die das nicht stimmt, die die Menge vergrößern oder hinterher noch eine Scheibe Brot essen „müssen“.

Stuhlverstopfung verschwindet? Da bedarf es schon ein bisschen mehr.

Steigerung der Leistungsfähigkeit bei Jung und Alt. Klingt fast wie ein Werbeslogan für aktives Joghurt… ja, quasi-religiös und insoweit kann ich der oben erwähnten Gesundheitsberaterin nur zustimmen. Da werden Versprechungen gemacht, die nicht durchgängig so der Wirklichkeit entsprechen. Mir passiert es nämlich gelegentlich durchaus, dass ich NACH dem Verzehr des Frischkorngerichts müder bin als vorher.

Blutbildung wird gefördert – Infektanfälligkeit lässt nach/hört auf / Verhütung ernährungsbedingter Zivilisationskrankheiten und positive Beeinflussung bei deren Bestehen: Dies sind Heilversprechen! Ich bitte euch, hier wird aber der Mund reichlich voll(er Frischkorn!) genommen. Zur Herabsetzung der Infektanfälligkeit gehört mehr als gesunde Ernährung, zum Beispiel auch Bewegung in frischer Luft. Und Ernährung alleine kann auch keine Krankheiten verhüten, sie kann nur die Grundlage dafür schaffen, dass Krankheiten seltener werden.

Zahnkaries und Parodontose kommen zum Stillstand. Noch so ein Käse. Ich kann mir morgens kräftig den FKB reinschaufeln, wenn ich ansonsten nicht vollwertig lebe und z.B. nicht auch den Honigkonsum in Grenzen halte, gammeln meine Zähne auch sstill vor sich hin.

Zwar werden diese Aussagen auf der folgenden Seite etwas relativiert und auf die Gesamternährung wird hingewiesen. Dennoch bleibt dieser Eindruck bestehen, als sei der FKB ein heiliger Gral, was durch eine Wortwahl wie „Segen“, vorher „Gott sei Dank“ noch verstärkt wird. Und dann, oh große Freude, ich fass es kam – wird das beliebte (haha) Original-Frischkornrezept abgedruckt. Immer noch ist die Sahne dabei, immer noch diese unsägliche Anweisung „Die Wassermenge wird so berechnet, dass nach der Quellung nichts weggegossen zu werden braucht.“ Sehr hilfreich gell? Vor allem Anfänger müssen erst tagelang experimentieren. Dabei ist es doch einfach, mal das Rezept zu ändern und in Klammern „(etwa 75-90 g Wasser)“ hinzuzsetzen. Aber nein, dieses Rezept ist ja die Bibel. Der Verzehr des Frischkornger… äh, pardon, FrischkornBREIs quasi das vollwertige Abendmahl.

Es steht auch ansonsten nix Neues in dem Artikel. Warum auch? Jünger hören immer wieder gerne dieselben Worte ihres Herrn…

Meine persönliche Meinung: Ja, sicher ist das FKG ein (!) wichtiger Pfeiler der gesunden Ernährung. Und so wichtig das FKG ist – die Zuckerelimination aus der Ernährung halte ich für wichtiger. Er alleine bewirkt auch keine Wunder. Wir müssen ihn auch zeitgemäß gestalten, weil wir sonst die ewig gestrigen sind. Und wollen wir das? Wir wollen doch die Jugend von heute begeistern, weil sie Gesundheit nötiger hat als jede Generation zuvor. Mit zeitgemäß gestalten meine ich nicht, dass jetzt Kellog’s Cornflakes oder Fruchtzwerge untergerührt werden, sondern einfach mal die Formulierung der Sätze aufgepeppt wird („Quellung“ z.B. – das klingt schon nach Staub und Mottenpulver), die Sahne überdacht – bei der wachsenden Zahl von Veganern in unserer Gesellschaft wäre das mal ein wichtiger Schritt. Und das endlich ein zeitgemäßeres Begriff als Frischkornbrei verwendet wird!

Bruker: Ärztlicher Rat

Kommentar vom 1. Juli 2011 Bruker: Ärztlicher Rat

Der Preis des Buchs „Ärztlicher Rat aus ganzheitlicher Sicht: Fragen und Antworten aus der Sprechstunde“ von Dr. Max Otto Bruker (ISBN 3891890028, 900 Seiten, 8. Auflage 2005) von 27,50 Euro ist für die Seitenzahl und das umfangreiche Wissen verglichen mit anderen Bruker-Büchern hervorragend platziert. Schön auch der gefällige Schuber dafür! Das Buchstabenregister an der Seite und das gesamte Layout mit gut lesbarer, aber nicht zu großer Schrift und deutlichen Überschriften machen die Bücher zu einem Lesegenuss.

Man kann sie lesen, wie einen Roman. Es ist ja unsäglich spannend, auch wenn wir uns mit Bruker schon gut auskennen. Ich bin überzeugte aktive „Brukerianerin“ und habe viele seiner Bücher gelesen, dennoch sind diese Bücher keine reine Wiederholung. Viele Punkte sind aus einem anderen Blickwinkel dargestellt oder rufen sie einfach noch mal nach vorne ins „Vollwertgedächtnis“, andere sind in dieser Deutlichkeit sonst nicht aufgeführt.

Auch für Anfänger ist das Werk sicher eine Hilfe neben dem Buch „Unsere Nahrung, unser Schicksal“ (eine sogenannte „Lesepflicht“), da hier bei Unsicherheiten gezielt nachgeschaut werden kann.

Von fast unschätzbarem Wert sind die Bände für Menschen, die in Sachen Vollwertigkeit um Rat gefragt werden. Wer hat schon immer alles parat? Bruker hatte das natürlich, er war Arzt und hatte die Materie selbst erarbeitet. Aber selbst fitte Gesundheitsberater wissen spätestens nach einigen Jahren nicht mehr so genau, wie das eine oder andere Detail zu erklären ist. Da können sie hier schnell einmal schauen: Wie war das denn noch gleich???

Ohne Abstriche und in jeder Beziehung eine Kaufempfehlung.

Tiereiweißfrei – wie weit?

Kommentar vom 12. Juni 2011: Tiereiweiß-Verträglichkeit und mehr

Ich weiß, ich bin nicht die Welt 🙂 Dennoch habe ich in den letzten Wochen / Monaten einige Erfahrungen gemacht, die ich hochinteressant finde. Da würde ich gerne wissen, ob andere schon mal Ähnliches erfahren haben.

Bedingt durch eine lange Rohkostzeit mit anschließend ein bisschen Schnitzer habe ich ja monatelang keine Tierprodukte mehr gegessen. Ebenso wenig erhitzte Dinge. Nach Rückkehr zur tiereiweißfreien Vollwerternährung stellte ich erst einmal mit Freude fest, dass ich Brot bestens vertrage. Auch heiße Getränke machen keinerlei Probleme.

Was mich aber völlig überrascht hat: Meine Galle reagiert jetzt extrem auf Tiereiweiß. Schon 2 Esslöffel Sahne im Essen führen dazu, dass ich das Gefühl habe, ich habe einen Klumpen im Magen. Butter schmeckt mir jetzt schon frisch „gammelig“. Gekochtes Gemüse in kleinen Mengen geht von der Verträglichkeit, macht mich jedoch ziemlich müde.

In den letzten Tagen vor Verfassen dieses Beitrags habe ich vier Tage lang kleine Mengen Sahne ins Essen getan, mal ein Kakao mit 2 Esslöffeln, mal eine Suppe mit einem oder zwei Esslöffeln. Ich habe dann Gallenbeschwerden bekommen, wie ich sie seit Jahren nicht mehr hatte, obwohl ich in meiner Rohkostphase wirklich Nussmengen verdrückt habe (das ist ja auch eine Menge Fett), wo jeder Schulmediziner sagen würde: „Um Himmels willen, damit ruinieren Sie Ihre Galle!“ Naja, die ist ja schon ruiniert … 😉

Die vielen Nüsse sind schon nicht so gut, und das ist ein Punkt in meiner Ernährung, an dem ich arbeite. Die hohe Unverträglichkeit selbst kleiner Tiereiweißmengen zeigt mir wieder einmal: Tiereiweiß gehört nicht wirklich in unsere Ernährung. Nun könnte jemand argumentieren: Ja, du bist ja auch krank, ich als Gesunder kann aber Eier, Quark, Käse und erst recht Sahne und Butter essen, so viel ich will. Gesund? Wer ist heute noch gesund? Und was ist in zehn Jahren? Und es ist ja nicht so, als ob ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen nun Grundregeln verkünde für jedermann. Meine geschilderten Erfahrungen passen nur bestens zu vielen ernstzunehmenden Erkenntnissen (ich verweise da zum 14958049505. Mal auf die China Study).

Für mich wird in Zukunft die tiereiweißfreie Ernährung nach Bruker ein Extra für Feiertage und spezielle Anlässe sein. Einmal im Monat oder halben Jahr ist das sicher verkraftbar. Mein Körper, der mein bester Ernährungskompass ist, sagt ganz klar: Rohkost muss nicht sein; komplett tiereiweißfrei steht nun als bewusstes Ziel auf meinem Plan. Bewusst sage ich deshalb, weil ich ja schon seit vielen Monaten erkenne, dass ich mich automatisch vom Tiereiweiß wegbewegt habe.

Noch eine interessante Beobachtung zur industriellen Verarbeitung: Ich bin ja ein Kakaojunkie, Kakaonibs putschen nett auf im Getränk und belasten mich nicht. Wenn ich mir aber jetzt einen Kakao mit Kakaopulver mache: Hui, das bekommt mir aber gar nicht. Mein Magen besteht dann nicht mehr aus Muskeln und Geweben, sondern aus bleiverkleideten Stahlwänden 🙂

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie genau unser Körper uns mitteilt, was wir vertragen und was nicht, sobald wir ihn einmal aus dem Knechtdasein der Zivilisations- und Unterdrückungskost befreit haben.

Deutschland, dein Jodmangel

Kommentar vom 17. April 2011: Jodmangellüge

Noch bevor ich von Bruker mehr als den Namen gehört hatte, las ich von Dagmar Braunschweig-Pauli das Buch „Die Jod-Lüge“, das mich damals sehr beeindruckt hat. Der Name „Bruker“ fiel mir dort zum ersten Mal auf. Sie ist selbst Betroffene und führt jede Menge Beweise und Belege dafür an, warum die Zwangsjodierung mehr Menschen schadet als nützt und vieles andere mehr. Dennoch bemerke ich im Freundes- und Verwandtenkreis, dass sich das Märchen immer noch hält. „Deutschland ist doch ein Jodmangel-Gebiet“, sagen sie mir und rücken das Salzfässchen mit Jod vor mich hin.

Es sind ja nicht nur Pauli und Bruker, die die Schädlichkeit der Pauschal-Jodierung erkannt haben. Dennoch wird es weiter verbreitet. Kein Wunder, denn dahinter steckt eine ganze Menge Geld. Man denke nur einmal, wie viele Tonnen Salz in deutschen Haushalten verbraucht werden. Und dann auch noch die ganzen Fertigmahlzeiten, ja, alles ist mit jodiertem Salz versetzt. Wir haben hier fast kaum noch die freie Wahl. Das alleine ist entwürdigend.

Die Apotheken-Rundschau ist auch eines dieser Organe, die diesem Gerücht weiter Auftrieb geben. In der März-Ausgabe auf Seite 9 führen sie sogar aus, dass die Jodversorgung gefährdet ist. Wie kommt’s?

„Wer reichlich Wasser trinkt tut seiner Gesundheit etwas Gutes.“ Der erste Fehler – denn ich habe mittlerweile schon mehrmals, und das durchaus nicht in alternativen Zeitschriften und Quellen gelesen, dass die Wasserzufuhr in der Menge auch nach oben hin begrenzt werden sollte. Dieser pauschale Satz ist also schon einmal falsch. Und nun hat eine Studie der Universität Bonn festgestellt, dass man nicht so viel trinken soll, weil die große Flüssigkeitsmenge dann das ha-ha-ha wertvolle Jod mit dem Urin ausscheidet (vermutlich einer der wenigen Gründe, warum die Menschen nicht an Jodvergiftung sterben). „Da Deutschland ein Mangelgebiet für dieses Spurenelement ist“ (ach ja?), „empfehlen die Forscher, auf eine jodreiche Ernährung mit Seefisch und Milchprodukten zu achten.“ Es wundert mich, dass sie nicht freudestrahlend zwangsjodiertes Salz vor sich hertragen. Aber den reichlichen Verzehr von Seefisch finde ich bei unseren überfischten Meeren auch immer toll, ganz zu schweigen von den Milchprodukten und ihren Allergiefolgen.

Hauptsache, die Apotheken-Umschau konnte wieder einmal eine Studie vor uns ausbreiten!

Sparsam bis zum Geiz

Kommentar vom 30. März 2011: Sparwut

An alle, die dies lesen, bitte beachten: Es geht mir hier nicht darum, eine einzelne Person herauszugreifen. Ich nehme lediglich etwas, dem ich häufiger begegne, als ANLASS, einen Standpunkt von mir klarzumachen. Dies möge sich bitte jeder vor Augen halten, der den folgenden Text liest.

Ich las letztlich folgende Suchmeldung in einem thematisch entsprechenden Forum:

„Ich suche „Unsere Nahrung – unser Schicksal“ bis max. 10€ inkl. Bücherporto. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand meldet der es viell doppelt hat oder nicht mehr braucht.“

Mich macht eine solche Unverschämtheit sprachlos. Bloß nichts ausgeben, wir fröhnen in Deutschland dem Geiz. Bloß nicht dem emu-Verlag ein paar Euro zukommen lassen, der überhaupt dafür sorgt, dass Brukers Bücher noch gedruckt werden und sicherlich nicht in den Millionen erstickt. Das Buch kostet neu 17,50 Euro, ohne Porto, bei Online-Buchläden und somit auch im Buchhandel. Da hat derjenige nicht einmal diese 7,50 Euro extra, um in Gesundheit zu investieren? Wer in thematisch entsprechenden Foren ein wenig herumliest, muss ja schon darüber gestolpert sein, dass dieses Buch eine Lebenswende sein kann. Andererseits scheint der Verfasser wirklich an allem zu sparen, nicht nur an Euro, sondern auch an Buchstaben, denn das Wörtchen „vielleicht“ wollte derjenige nicht einmal vollständig schreiben, zu viel Text, es musste gekürzt werden. Auch ist es doch bemerkenswert, dass in diesen zwei Sätzen noch zwei Abkürzungen auftauchen. Was für ein beispielloser Geiz.

Ich glaube einfach nicht, dass es jemandem an diesen 7,50 Euro mangelt. Wetten derjenige ziert sich bei einem T-Shirt nicht, ob es nun 10 Euro (inklusive Porto!) oder 17,50 Euro kostet, ob die neuen Schuhe mit 90 oder 97 Euro ausgezeichnet sind? Wetten, dass auch nicht um 7,50 Euro gefeilscht wurde, als es darum ging, den PC zu kaufen, mit dem die Online-Verbindung hergestellt wurde, um diese Botschaft aufzusetzen?

So viel Arbeit steckt in dem Buch. Und bei allem, was ich an der GGB zu kritisieren habe: Sie sind kein Halsabschneider-Verein, der in die eigene Tasche arbeitet, sie sind die einzigen, die Brukers Lebenswerk für uns aufbereiten. Das erkennt jeder, der einmal dort gewesen ist. Brukers Lebenswerk um 7,50 Euro zu prellen finde ich peinlich.

Brukers Schilddrüsenbuch

Kommentar vom 18. Juni 2010: Bruker/Gutjahr: Störungen der Schilddrüse

Wenn ich auf einer Skala von 1 bis 5 Sternchen ein Buch bewerten würde, gäbe ich diesem Buch (ISBN 978-3-89189-062-2) nur ein einziges Sternchen. Das ist für meine Erfahrung mit Büchern von Dr. Bruker einmalig.

Was habe ich an dem Buch zu bemängeln?

Vor allem stört es mich, dass es im Grunde ein Anti-Jod-Buch ist. Wobei ich nicht die Tatsache bemängele, dass gegen die Zwangsjodierung Partei ergriffen wird, dies ist ja ganz in meinem Sinne. Ausgezeichnete Bücher dazu hat auch Frau Braunschweig-Pauli, selbst eine Betroffene, verfasst. Der Titel des Buchs würde besser lauten „Die Zwangsjodierung und ihre Folgen auch für die Schilddrüse“. Ich habe viele Passagen dieses Buchs einfach nur geblättert und geblättert, denn ich weiß bereits von den negativen Folgen der Jodierung von Salz usw., auch viele der dargestellten Fakten sind mir vertraut. Okay, wer noch nie etwas dazu gelesen hat, findet hier vielleicht noch etwas Neues. Dazu kommt, dass es auch nicht mehr das Originalbuch von Bruker ist, sowohl Gutjahr (2008) als auch Dr. Birmanns (2008) haben zusätzliche Beiträge geleistet – auch zum Jod, nicht zu der Schilddrüse.

Die Funktion der Schilddrüse ist gut erklärt, das ist ja eine der Stärken von Bruker, dass er die Körperfunktionen schön plastisch darstellen kann, dass jeder sie versteht. Aber das Einzige, was er über Schilddrüsenstörungen wirklich sagt ist, dass sie sämtlich lebensbedingt sind und ihre (homöopathische) Behandlung möglichst früh einsetzen soll. Was aber hilft dies einem 50-jährigen, der seit vielen Jahren schilddrüsenkrank ist? Den Beweis, dass wirklich alle diese Krankheiten auf Lebensbedingungen zurückzuführen sind, bleibt der Autor auch schuldig.

Mich interessierte dieses Buch auch von der Thematik her persönlich, weil ich Anfang 20 einmal dachte, ich hätte vielleicht eine Schilddrüsenunterfunktion. Noch spannender aber war es deshalb für mich, weil  H., ein Freund von mir, an Hashimoto-Thyroiditis leidet. Dies ist eine über die mütterliche Linie vererbte Autoimmunerkrankung, d.h. die Schilddrüse stellt nicht nur ihre Tätigkeit ein, sondern greift auch ihr eigenes Gewebe an und vernichtet sich selbst. Als ich H. kennen lernte, lebte ich noch lange nicht vollwertig, war aber damals schon sehr vorsichtig mit Schulmedizin und Medikamenten. H. war wegen seiner Erkrankung auf Thyroxin eingestellt. Dennoch konnte ich ihn überreden, das Medikament abzusetzen und sich homöopathisch behandeln zu lassen. Die Wirkungen zeigten sich alsbald: das Haar ergraute, der Bartwuchs wurde löchrig, Trägheit, Gewichtszunahme usw. Er brach daher diese Art der Behandlug ab, nahm die Hormonbehandlung wieder auf, fühlte sich alsbald wieder völlig gesund. Soweit ich weiß, hat er das bis zum heutigen Tag fortgesetzt.

Mag sein, dass sich seine Veranlagung bei anderen Lebensbedingungen niemals in einer Krankheit geäußert hätte. Er konnte aber auch sehr gut erklären, wie dramatisch sein Leben abwärts verlief, bis endlich ein Arzt die Schilddrüsenerkrankung feststellte (vorher hatte man ihn wegen „Depressionen“ behandeln wollen!) und es mit Einnahme des Schilddrüsenhormons sofort bergauf ging.

Ein Einzelfall aus dem persönlichen Umfeld macht nicht alle anderen Erkenntnisse zunichte. Aber er steht in so krassem Widerspruch zu dem, was in dem Buch steht, dass mir das schon zu denken gibt. Vor allem auch gibt das Buch keine Antwort auf die Frage: Was machen wir denn mit einem Schilddrüsenkranken, bei dem die Krankheit erst spät entdeckt wurde, so spät, dass Homöopathie nicht mehr hilft?

Wo steht die Rohkost zur Vollwerternährung?

Kommentar vom 10. Mai 2010: „Ein Wort zur Rohkost von der Vollwertseite aus“

Es ist  einmal Zeit, den Stellenwert der Rohkost in der Vollwert darzulegen, so wie ich ihn verstehe und wie jeder ihn auch bei Bircher-Benner und Bruker nachlesen kann.

Die Rohkost ist definiert als Lebensmittel, die in keinem Stadium ihres Lebens oder während der Verarbeitung über 40-41 °C erhitzt wurden. Alles, was blanchiert (normale Cashewnüsse z.B.) oder pasteurisiert (Milch, Butter, Sahne) usw. wurde, ist keine Rohkost, dafür können wir den Begriff Frischkost verwenden. Bei der Rohkost gibt es verschiedene Richtungen, viele lehnen Getreide ab, viele auch tierische Produkte, andere essen nur das, was ihnen beim Riechen zusagt. Aber die 41°C Grenze ist allen gemeinsam.

Ich selbst habe seit einigen Jahren mehrere konsequente Rohkostphasen eingelegt, die längste lief über vier Monate – und mit konsequent meine ich Rohkost ohne Ausnahme, also keine eingeschummelten Kartöffelchen, Esslöffel Sahne oder gerade mal ein Esslöffel Kürbiskernöl. Daher habe ich eine sehr gute Vorstellung davon, was Rohkost kann und was sie nicht kann.

Die Vollwertkost soll, auch daran herrscht kein Zweifel, einen hohen Rohkostanteil haben. Wie hoch soll der sein? Bruker sagte, dass gesunde Menschen etwa ein Drittel ihrer Nahrung roh verzehren sollten. Wir können jedoch heute davon ausgehen, dass niemand so gesund ist, d.h. noch nicht durch Zivilisationskost vorgeschädigt, dass dies ausreicht. Daher sollten wir uns bemühen, mehr als ein Drittel roh zu essen. Wenn wir mit einem Frischkorngericht den Tag beginnen, mittags einen großen Salat mit etwas Brot danach und abends nochmals eine Rohkost mit einem kleinen warmen Gericht oder Brot verzehren, liegen wir ganz weit vorn.

Häufig wird der Eindruck erweckt von Menschen, die sich für die Rohkost entschieden haben, als sei die Rohkost quasi die Vollendung der Vollwertkost. Und dem möchte ich hier ausdrücklich widersprechen. Das mag in den Augen der Rohköstler so sein und ihnen will ich diese Meinung gar nicht nehmen, Rohkost ausschließlich zu seiner Nahrung zu machen verlangt automatisch diese Einstellung. Sie gilt aber, und ich betone dies hier noch einmal, nur für die Rohköstler. Von keiner maßgeblichen Vollwertautorität wird eine 100%ige Rohkost angestrebt.

Da kommen dann die angeblichen Gegenbeispiele: Also Bircher-Benner und Bruker waren ja eigentlich Rohköstler. Sie haben das nur nicht so offen gesagt. Dazu sag ich mal nix 🙂 Oder aber: Diese beiden haben die Rohkost doch für Schwerkranke empfohlen, und was für Kranke gut ist, ist auch gut für Gesunde. Dies Argument finde ich besonders gelungen 😉 Bei bestimmten Krankheiten ist Fasten, also Nichts essen, auch gut. Bruker empfiehlt auch Fastenzeiten. Dennoch käme wohl niemand auf die Idee zu behaupten, die Vollendung der Vollwertkost sei nach der Rohkost dann das Gar-nichts-essen. Eine der ganz wichtigen Säulen der Vollwerternährung, betonte Bruker ja immer wieder, ist das Brot.

Einige Rohköstler überspringen quasi die Vollwert. Wenn ein Normalesser sich schrecklich fühlt, irgendwie zur Rohkost kommt und dann plötzlich gesundet: Da ist er natürlich ein begeisterter Anhänger der Rohkost. Verständlich. Und da derjenige sich ja so gut fühlt, sucht er den Grund für die Besserung in der absoluten Rohkost, nicht in der Abwendung von der Normalkost.

Ich kenne auch Rohköstler, die mit der Vollwert nicht zurecht gekommen sind. Wenn ich dann einmal nachhake, stelle ich oft fest, dass sie die Vollwert nicht konsequent durchgeführt haben. Wer z.B. Milch in den Frischkornbrei gießt und sich dann wundert, wenn er Last mit der Verträglichkeit bekommt – wird sich natürlich bei Rohkost besser fühlen.

Ich wünsche mir – nicht nur für diesen Blog -, dass sich Vollwert und Rohkost auf gleicher Augenhöhe begegnen. Es sind zwei verschiedene Weisen, etwas anzugehen. Mir liegt es völlig fern, einem Rohköstler zu erzählen, seine Ernährung sei falsch – wenn er es gut genug macht, sodass er keine Zahnprobleme oder andere Mangelerscheinungen bekommt, ist das wunderbar. Ich möchte aber auch die Rohköstler darum bitten, die gleiche Toleranz zu zeigen und nicht immer so zu tun, als sei die Vollwertkost eine Übergangszustufe zur alleinseligmachenden Rohkost. Das kann sie für den Einzelnen sein, sie ist es aber nicht als Ganzes. Wer sich einmal intensiv in Rohkostforen umsieht, wird auch lesen können, wie Menschen ernsthaft mit ihrer Gesundheit gefährdet sind. Das liest man selten von der Vollwertkost.

Da ich der Rohkost wohlgesonnen bin, lese ich hier auch gerne von Erfahrungen, die Ihr mit der Rohkost macht oder gemacht habt. Es besteht aber kein Grund für irgend jemanden sich minderwertig zu fühlen, weil er es „noch nicht bis zur Rohkost“ geschafft hat. Erlaubt mir eine Art Gleichnis: Ich kann, wenn ich luxuriös Autofahren möchte, einen großen BMW oder einen großen Mercedes fahren. Beide Autos sind schnell und sehr bequem und führen mich ruckelfreier und ausgeruhter zu meinem Ziel, als wenn ich denselben Weg mit einem klapprigen VW aus den 60er Jahren fahre. Wer will aber – außer den Fans – behaupten, dass eines besser sei?

Forschung nötig!

Kommentar vom 1. Mai 2010: „Der Prophet im eigenen Land“

Da lese ich doch in der April-Ausgabe der Apotheken-Umschau die sensationellen Ergebnisse einer Untersuchung, die von der Australischen National-Universität in Canberra durchgeführt wurde. Die emsigen Forscher belegen mit Zahlen, dass bei einer Senkung des Fleisch- und Wurstkonsums um ein Drittel die „durch Herzinfarkte bedingte Krankheitslast in Industrienationen um etwa 15 Prozent“ gesenkt werden können. Ja, es kommt noch besser: „Würden die Menschen mehr Gemüse und Getreideprodukte essen, ließe sich zudem die Fleischproduktion drosseln, was dem Klima zugute käme.“

Das sind also jetzt ganz nagelneue Erkenntnisse. Fantastisch! Oder etwa nicht? Viele tun ja immer so, als sei das, was Dr. Bruker erarbeitet hat, Schnee von gestern und lange überholt. Offenbar nicht. Er war seiner Zeit soweit voraus, dass es selbst dieser australischen Universität nur teilweise gelungen ist, seine Erkenntnisse zu wiederholen. Denn hier steht ja nichts von Produkten aus vollwertigem Getreide.

Auch in dem Buch China Study von T. Colin Campbell werden vollwertige Erkenntnisse als neu oder amerikanisch erarbeitet dargestellt. Warum lassen „wir“ uns das gefallen? Warum schreit die deutsche Wissenschaftswelt nicht auf und sagt: Mensch Leute, lest doch mal unsere Bücher hier, da steht das meiste schon drin, was Ihr jetzt neu zu entdecken glaubt?“

Immer wieder fangen diese Wissenschaftler bei Adam und Eva an. Warum wird Brukers Arbeit nirgendwo fortgesetzt, nicht in Amerika, nicht in Japan, nicht in China und schon gar nicht in Deutschland? Allenfalls wird sein Werk gehütet wie ein heiliger Gral, an dem kein Buchstabe verändert werden darf. Wenn ich mir vorstelle, Bruker würde heute noch leben, ich bin sicher: Er wäre nicht versteinert, er würde mit offenem Kopf und Herzen seine Forschungen weiter treiben und auch neue Erkenntnisse integrieren.

Manchmal wünsche ich mir, ich wäre Ärztin oder Mitarbeiterin eines Instituts für Ernährungswissenschaften. Dann würde ich mich um Forschungsgelder bemühen, um endlich die fantastische Grundlagenarbeit von Bircher-Benner, Kollath und Bruker weiterzuführen, auszubauen, lebendig zu gestalten – statt sie einzumauern und wie ein Blümchen vertrocknen zu lassen. Bruker wird von deutscher Wissenschaftsseite verschämt vergraben, als habe es ihn nie gegeben.

Mein Kollege warnt mich manchmal, wenn er meine Beiträge liest: Sei vorsichtig, wenn du immer wieder Bruker erwähnst, das klingt so ein bisschen, als gäbe es sonst niemanden. Da hat er Recht, ich weiß das kann negativ wirken. Aber es gibt – mit Ausnahme der China Study – nichts, was seine Arbeit systematisch oder empirisch auf breiter Basis weiterführt. Ein Jammer.