Wehret den Fortsetzungen

24. März 2016: Nachbarn sind erst einmal meine Feinde

In Zeiten, wo der Rechtsruck schon da anfängt, wo man es gerne morgen vielleicht wieder so hätte wie heute, ist es ganz wichtig, dass wir unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Deutschland muss sauber bleiben! Und das geht nur, wenn wir alle mithelfen.

Dass wir unsere Nachbarn beobachten, ist nicht nur in Sachen Kindesmisshandlung oder Tierquälerei ein oberstes Gebot. Wir müssen auch dem freien Denken in den Ansätzen schon den Garaus machen. Man stelle sich nur vor, wir würden in einer Demokratie leben, die ein Links, eine Mitte und ein Rechts kennt. Geht gar nicht. Eigentlich bin ich dafür, Rechtshänder von Geburt an zu Linkshändern zu erziehen, ich wette – das würde einen politisch korrekten Ruck erzeugen. Was ich bereits am Montag ausgeführt habe.

Aber es geht auch anders. Wir können unsere Umwelt fein beobachten, Schlüsse ziehen und Gegenmaßnahmen ergreifen. Wie das geht, habe ich letztlich in einem hervorragenden Artikel gelesen:

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/wenn-der-nachbar-neonazi-ist

Diese Methoden sind ja nur ein schwacher Anfang. Wenn wir Musik aus Nachbars Wohnung hören, sollten wir nicht warten, bis wir zufällig mitbekommen, was das denn ist. Das Anlegen des Ohrs an die Wohnungstür ist mehr als legitim. Im Zweifelsfalle können wir klingeln, eine leere Tasse in der Hand, und um etwas Zucker bitten. Bei der Gelegenheit machen wir am besten gleich so eine Bemerkung wie „Na, in Deutschland ist es im Moment ja nicht einfach, keiner weiß, wie das alles bezahlt werden soll!“. Wenn der Nachbar daraufhin ein Büchlein zückt und diese Bemerkung mit Datum und Unterschrift einträgt, ist er ein guter Deutscher, der weiß, wo sein Herz hingehört. Sollte er allerdings breit lächeln mit den Worten: „Ja, das sage ich schon seit Wochen und Monaten“, dann ist es Zeit, dass IHR euer Büchlein zückt und eine Notiz macht.

Solche Notizen sind zu sammeln. Gibt es eigenartige Besucher, deren Kurzhaarschnitt verdächtig ist? Kommen an einem Abend vielleicht regelmäßig mehrere Leute in diese Wohnung, angeblich um Skat zu spielen oder noch angeblicher, um gemeinsam zu essen? Klick-Klack, ein Foto mit dem Smartphone und wir können unsere Unterlagen dokumentieren.

Haben wir 10 solcher Notizen zusammen, gehen wir zum Notizenhauswart, den es hoffentlich in eurem Hause bereits gibt. 10 solcher Notizen ergeben eine „Besorgnismeldung“. Der Notizenhauswart sammelt sie und reicht sie, sobald 10 Besorgnismeldungen über eine Person / Familie gesammelt wurden, bei seiner nächst höheren Instanz ein. Es wird dann nicht mehr lange dauern, und wir müssen nicht mehr weiter vor die Tür des verdächtigen Nachbarn spucken oder unsere Bioabfälle in seinem Briefkasten deponieren, er wird dann schon anderweitig deponiert – der Nachbar, der verdächtige, nicht der Briefkasten. Letzterer ist anfangs erst einmal schuldfrei.

Die Zwischeninstanzen werden gleich übersprungen, falls der neue Nachbar Laute von sich gibt, die einen Satz ergeben könnten wie „Also mein Onkel hat gesagt, er hat sich das AfD-Programm durchgelesen und Kinderschänder werden da nicht gefördert, also eigentlich sieht das alles ganz ordentlich aus.“ Dann ist Gefahr angesagt, da will jemand politische Hetze betreiben. Ab damit!

Zum Glück haben wir in Deutschland gute Erfahrungen gemacht mit der Nachbarn-Aufmerksamkeit. Sagte meine Oma immer, und auch meine Tante aus Dresden.

Eine Antwort auf einen Beitrag

3. Dezember 2015: Wahlen

Dies war eine Mail als Antwort auf meinen Beitrag „Dämonkratie“ vom 28. November. Das ist schon ein wenig schaurig, oder? Der Verfasser ist mir gut genug bekannt, um nicht am Wahrheitsgehalt zweifeln zu müssen. Ich kann da nur noch auf „unglücklichen Zufall“ hoffen.

Hallo Ute,
habe gerade dein Blogthema gelesen. Ich schreibe dir einmal was mir passiert ist. Es war bei einer Wahl, weiß nicht mehr genau welche, denn es ist schon einige Jahre her. Da ich mich für nichts entscheiden konnte, habe ich meinen Stimmzettel ungültig gemacht. Nach der Wahl wird ja immer veröffentlicht, wieviel Stimmen in dem jeweiligen Bezirk abgegeben werden, für welche Partei etc. Und was soll ich sagen, in meinem Bezirk gab es keine  ungültige Stimme??? ABER ICH WEIß, WAS ICH GEMACHT HABE; IST DOCH SCHON MERKWÜRDIG ODER??
Dachte erst an einen Druckfehler, und habe dann auf das wöchentliche Amtsblatt gewartet, da stand aber das gleiche. Was soll man davon halten? Leider kann ich ja nichts beweisen.

Dämonkratie

28. Nov. 2015: Demokratie

Früher war ich vorbehaltlos Vertreterin der Demokratie. Heute bin ich das nur noch, weil ich keine Alternative weiß.

De facto leben wir meiner Ansicht nach sowieso in einer Scheindemokratie. Wenn wir nicht selbst ein politisches Amt anstreben, bleibt uns nur das Kreuzchen auf dem Wahlzettel. Aber da können wir auch nur diejenigen wählen, die sich freiwillig zur Wahl stellen. Und wenn „ich“ überstimmt werde, so muss ich mich der Mehrheit fügen. So ist das.

Manchmal passieren aber Dinge in einer Wahlperiode, die bei der Wahl noch gar nicht abzusehen waren – wie die Wiedervereinigung, die Flüchtlingsströme usw. Da kommt niemand aus der politischen Kaste auf die Idee, mich zu fragen, was ich da möchte. Speziell bei den Flüchtlingsströmen haben die Willkommens-Politiker vermutlich – zurecht – Furcht, dass sie überstimmt werden. Das heißt, ich kann in meinem Blog schreiben: Dies und das will ich nicht!, was vielleicht meine Leser interessiert. Ich kann mit Gleichgesinnten auf die Straße gehen – und schon wird es kompliziert. Gehe ich nämlich für etwas auf die Straße, was nicht dem aufgepfropften Mainstream entspricht, werde ich in eine Extremistenecke gesteckt. Die es übrigens scheins nur noch rechts gibt, alles aus der linken Ecke wird bejubelt (wie z.B. Sara Wagenknechts linkspopulistische Verteufelung von Steuersündern, deren Summen ja auch nur geschätzt sind).

Da geht es ja immer um die Flüchtingszahlen, die uns nur noch selten genannt werden. Da sind wir mündig genug, um ein Kreuzchen zu machen, aber nicht mündig genug, die Wahrheit zu erfahren, weil wir – das ist ja wohl die Schlussfolgerung – nicht erwachsen reagieren würden? Wenn das so ist, dass die Mehrzahl der Bevölkerung eine unpolitische Masse ist, die leicht von Aufwiegeleien und Manipulationen in eine Richtung gelenkt werden kann, dann hilft nur eine Nichtdemokratie. Warum ihr aber das Mäntelchen „Demokratie“ umhängen? Warum nicht ehrlich sein?

Wir werden nicht behandelt wie erwachsene Menschen. Wir haben zwar das – auch nur bedingte – Recht auf freie Meinungsäußerung, aber damit hört es auch auf. Wie eine Herde Schafe dürfen wir uns alle paar Jahre das Gatter aussuchen, durch das wir zu einer Weide gehen möchten. Aber wenn entschieden wird, aus der Weide, die wir gewählt haben, eine Steinwüste mit kargem Grasbewuchs zu machen, dann müssen wir halt schauen, wie wir weiterkommen. Beschweren wir uns, heißt es: Du konntest doch das Gatter aussuchen, durch das du gehen wolltest!

Dass ich das nicht alleine so sehe, sieht man auch an der sinkenden Wahlbeteiligung. Dafür machen sich die Politiker und Regierenden natürlich nicht verantwortlich, nein, nein, es sind die Wähler. Aber warum sollte ich wählen, wenn ich keine Partei finde, die meine Wünsche auch nur annähernd vertritt, sondern nur ein Pack von Egozentrikern sehe, die sich mit Macht oder Geld oder beidem die Taschen füllen wollen?

Vielleicht wäre es eine theoretisch bessere Lösung, wenn Politiker nach einem Zufallssystem ausgesucht würden, so wie das bei Schiedsgerichten ist. Da werden für einen Bundestag von sagen wir einmal 500 Mitgliedern 1500 Kandidaten nach einem echten Zufallssystem aus der Bevölkerung ausgelost, diese haben 6 Wochen Zeit zu sagen, wofür sie sich einsetzen und dann können wir von diesen wählen? Schlimmer als jetzt kann es kaum werden außer in einer echten Unterdrückungstyrannei.

Interessant finde ich es zu beobachten, dass der Übergang zur Demokratie nicht immer mit Besserungen für die Allgemeinbevölkerung verbunden ist. Wie ist das im Libanon, in Afghanistan, im Irak, in Libyen, im Iran (nach dem Schah)? Die Tyrannen sind verschwunden, der Bevölkerung an sich geht es nicht nur schlechter, sondern meist sind auch noch bürgerkriegsähnliche Zustände ausgebrochen. Ist es das wert? War es das wert?

Ich kann keine Antwort darauf finden. Die Masse der Bevölkerung ist unpolitisch oder politisch wenig interessiert. Das ist schon richtig, aber ich finde das nicht (mehr) schlimm. Wir haben alle unser eigenes Leben, durch das wir uns einfach durchwurschteln möchten. Wenn ich das nun akzeptiere, ist eine Demokratie sinnlos, denn entweder wählen vorwiegend die Extremisten auf beiden Seiten oder leicht beeinflussbare Menschen.

Wenn ich träumen könnte, wünschte ich mir eine Art gütigen König (ja es darf auch eine Königin sein ;-), aber ohne Vererbung des Titels oder der Machtbefugnisse. Jemand, dem ich zutrauen würde, dass er über den Tellerrand von heute schaut und für sich und sein Volk das Beste zu erreichen bemüht ist und auch durchsetzt. Dabei würde ich mich deutlich wohler fühlen als unter dem Regime einer politischen Kaste, die es nicht wirklich interessiert, was ich möchte. Die ein Mandat als einen Geldtopf zum Abfüllen betrachtet. Oder warum sind beispielsweise die Sitze im Bundestag häufig so leer?

Bitte nicht teilen!

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik kursieren im Internet die wildesten Stories, die sowohl bezeugen, was für wunderbare Menschen durchweg alle Flüchtlinge sind, als auch solche, die anhand von Augenzeugenberichten, meist anonym, irgendwelches Fehlverhalten von Flüchtlingen aufzeigen und dann gerne einen Schluss auf alle ziehen. Wenn wir 1 Million Menschen innerhalb kürzester Zeit und relativ unüberprüft (Grenzgänger abseits der offiziellen Übergänge) im Lande haben, da wird es rein statistisch darunter sehr nette, nicht so nette und gar nicht nette Personen geben. Deshalb finde ich solche Einzelberichte eher unwürdig. Warum z.B. ist eine Familie ganz erstaunt, bekommt unendliche Klicks in Facebook, weil Asylanten beim Heckeschneiden helfen und nichts dafür haben wollen? Hat das mal jemand überprüft? Ein anderer „Augenzeugenbericht“ über den Besuch in einem Flüchtlingsheim ist entsetzt über die trägen jungen Flüchtlinge, die einen 60-jährigen Mann einen Tisch tragen lassen, ohne mal zu helfen. Es wird nicht einmal eine Stadt genannt. Ein Name schon gar nicht. Also lege ich das ebenso zu den Akten: „Wenn es überhaupt stimmt – so ist das statistisch ohne Bedeutung“.

Mir geht es nicht darum, ob Flüchtlinge schlechte oder gute Menschen sind, das werden sie genauso gut sein wie alle anderen Menschen auf dieser Welt. Mir geht es um den Umgang der Politiker mit der deutschen Bevölkerung in diesem Zusammenhang, wie uns rosa Bilder vor die Augen gehalten werden („Bereicherung“), wie die Problematik alleine der Zahlen unter den Tisch gekehrt wird. Es sind in diesem Jahr zwei Großstädte voller Flüchtlinge nach Deutschland gekommen (Grundlage: Wuppertal mit ca. 400.000 Einwohnern), und da soll ich glauben, das macht überhaupt keine Probleme, wir haben Geld und Platz satt? Nein. Ich möchte einmal die Wahrheit hören, was uns an finanzieller Belastung und anderen Problemen ins Haus steht. Darauf habe ich ein Recht, finde ich.

Deshalb veröffentliche ich im folgenden eine Email, die ich gestern nach Erscheinen meines morgendlichen Artikels erhielt und die ich ohne Namen hier poste. Und genau deshalb möchte ich nicht, dass dies irgendwie und irgendwo geteilt wird, weil auch dies anonym ist.

Übrigens: Es steht jedem frei, der wissen möchte, wie Flüchtlinge sich verhalten, sich freiwillig den Helfern anzuschließen. Ein persönlicher Eindruck ist unvergleichbar mit allem Geschwätz aus dem Internet. Hier nun die Email:

Ich sprach letztlich mit dem Fahrer eines Lieferunternehmens. Er ist mit seinem Job unzufrieden und schimpft auch öfters auf seinen Chef und lässt kein gutes Haar an ihm. Ich versuche solche Gespräche zu vermeiden, denn da sag ich mir, wenn es wirklich so schlimm ist, dann soll er sich doch einen anderen Job suchen. Jedenfalls kamen wir auch einmal auf die Flüchtlinge zu sprechen. Ich habe dazu ein paar kritische Anmerkungen gemacht, denn mir ist es noch gut im Sinn, als vor 20 Jahren wir schon einmal ein Problem mit Asylanten hatten. Da wurde eine meiner Töchter gerade eingeschult und in ihrer Klasse waren 3 von 4 Schülern Asylanten, die alle 4 Wochen wechselten, weil sie dann an eine andere Stelle von Deutschland verteilt wurden und dann kamen wieder die nächsten in die Klasse. Ich habe meine Tochter aus der Schule genommen, weil das für uns kein Zustand war, meine Tochter hat kaum etwas gelernt. Die Direktorin meinte damals, dieses Opfer müssten wir bringen und hat mir für den Schulwechsel noch Steine in den Weg gelegt. Dies habe ich u.a. dem jungen Mann erzählt und gesagt, man kann nur hoffen, dass man aus den Zeiten damals gelernt hat, sonst würde es bestimmt bei der Menge an Flüchtlingen zu Unruhen kommen. Daraufhin hat mich dieser Mensch auf das Übelste beschimpft, ich würde rechtes Gedankengut äußern und ob ich ein Nazi sei… Ich habe ihn ganz ungläubig angeschaut, ich war über diesen Ausbruch total erschrocken. Er meinte, wir müssten noch viel mehr Flüchtlinge aufnehmen usw. Ich habe dieses Gespräch dann abgebrochen, aber es hat mich gedanklich noch eine Weile beschäftigt. Sind wir wirklich schon so weit, da man auch vor eigenen Landsleuten nichts Kritisches mehr sagen darf? So langsam denke ich, die Leute tragen Scheuklappen.

Gelebte Demokratie

Im Radio heute morgen: Nach Österreich kamen am Wochenende 20.000 neue Flüchtlinge.

Das wäre vielleicht interessant, falls ich Urlaub in Österreich machen möchte.

Warum sagt mir niemand in den Nachrichten, wie viele die deutsche Grenze an diesem Wochenende überquert haben? Warum nennt niemand klare Zahlen, wie viele Asylanten in diesem Jahr bis heute insgesamt gekommen sind? Geht mich das nichts an? Wird schon gar nicht mehr gezählt?

Wodurch unterscheidet sich eine Demokratie von einer Nichtdemokratie, wenn ich außer ein paar bunten Blättchen zum Kreuzchen machen, völlig ignoriert werde, nicht einmal informiert?

Ich betone, dass ich hier keine Diskussion über die Flüchtlingsfrage an sich starten möchte. Entsprechende Kommentare werde ich umgehend löschen, also macht sie am besten gar nicht erst 🙂

Mir geht es einzig und alleine darum, dass dir und mir, uns allen, Zahlen nicht offengelegt werden, auf die wir ein Recht haben.