Diabetes im Ratgeber

26. März 2016: Eine Studie

Weisheit aus dem Diabetes-Ratgeber, 3/2016, Seite 6:

„Werden Diabetes-Patienten im Krankenhaus behandelt, bleiben sie durchschnittlich zwei Tage länger als Nicht-Diabetiker. Das ergab eine Studie aus Kalifornien (USA).“

Mal ganz abgesehen davon, dass wir wie üblich weiter keinen Einblick in die Studie bekommen: Wieso wird ein US-amerikanisches, ja ein kalifornisches Ergebnis so formuliert, als sei es eine Weisheit für die ganze Welt? Wer das nur flüchtig liest und nicht nachdenkt, könnte meinen, dass gelte auch bei uns. Vielleicht tut es das, vielleicht auch nicht. Korrekt aber müsste die Meldung heißen:

„Werden amerikanische Diabetes-Patienten im Krankenhaus behandelt, bleiben sie durchschnittlich zwei Tage länger als Nicht-Diabetiker. Das ergab eine Studie aus Kalifornien (USA).“

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Ein Gastbeitrag aus der Praxis

11. Dez. 2015: Ein ärztlicher Gastbeitrag

Meine Frau hat seit vier Jahren Diabetes, war aber eine Weile mit den Werten völlig okay. Sie leidet aber seit dieser Zeit an Atemnot, die sich ständig verschlimmert hat. Vor vier Jahren waren ihre Lungen okay. Ich bin’s leid und bin schließlich mit zu dem Arzt in die Praxis gegangen.

Es ging u.a. darum, dass meine Frau bis Montag nur gekochten Haferbrei mit geriebenem Apfel essen soll und Diabetes-Medikamente nehmen, weil der Diabetes sehr heftig ist und das die schnellste Art ist, ihn runterzubringen. Habe ich den Arzt (Facharzt für Allgemeinmedizin) gefragt, ob der Hafer gekocht sein muss? „Also der wird gekocht.“ Ist das medizinische wichtig? „Also die Verträglichkeit ist besser.“ Ist das MEDIZINISCH von Bedeutung? „Die meisten Leute vertragen ihn so besser.“ Noch eine Runde drauf „Ist es m-e-d-i-z-i-n-i-s-c-h von Bedeutung?“Na, das schmeckt doch nicht.“. Ist die Frage so schwierig zu beantworten? Also medizinisch gibt’s da nix gegen. Aha…

Der Arzt würde meine Frau am liebsten eine Woche stationär unterbringen, um sie auf Diabetes und Herz durchchecken zu lassen. Zuerst war ich dafür. Also er empfiehlt eine Klinik in XXX, die sind spezialisiert auf Diabetes. Da gibt es auch Vorträge, was diese Krankheit bedeutet, Diätberatung und wie man mit BE umgeht. Meine Frau, ausgebildete Krankenschwester, muss unbedingt in einer Runde von absoluten Laien sitzen und sich anhören, was Diabetes bedeutet. Sie hat ja keine Ahnung. Ich hätte schreien können. Klar, haben die auch Kardiologie, aber eben nicht spezialisiert. Oder sie geht in YYY in die Kardiologie, die machen auch Diabetes, aber spezialisiert sind sie nicht.

Meine Frau scheut die Klinik. Ich war auch nicht mehr dafür. Arzt meint, Dyspnö könnte auch vom Diabetes kommen. Ich habe mindestens zwei-, wenn nicht dreimal gesagt. DIE ATEMNOT HATTE SIE AUCH IN DER ZEIT, ALS DIE DIABETESWERTE OKAY WAREN!!!!!!!

Also soll sie den Termin beim Kardiologen Dienstag doch besser wahrnehmen.

Dann ging es um das Blutzuckermessgerät. Ich habe rundheraus gesagt, dass meine Frau das erste in der Praxis umsonst bekommen habe, ob sie noch eines hätten? Na, die kosteten nicht viel und Privatpatienten bekämen das bezahlt. Ich gesagt: Meine Frau hat aber einen Selbstbehalt von 3500 Euro, da guckt man dann schon!!! Fand er nicht gut, weil er 2 Sätze weiter betonte, dass die ärztliche Verantwortung ihm wichtiger sei als (er meinte vermutlich das von meiner Frau, nicht sein) Geld. Mir ist die Gesundheit meiner Frau sicherlich auch wichtiger als Geld….

Dann kam er mit einem Leihgerät, seien aber keine Batterien dabei und ob es funktioniert, sicher sei er auch nicht. Auch kein Autocoding. Habe ich dann dankend über den Tisch geschoben.

Metformin und Januvia verschrieben. Und wenn die Apotheke das nicht hat? In Apotheke XYZ (15 Min zu Fuß, steil bergauf) ginge er davon aus, dass sie es hätten. Wir standen aber zufällig nicht vor XYZ. Wir sind dann in eine“neue“ Apotheke schräg gegenüber gegangen, 4 Schritte zu Fuß. Da bekamen wir ungefragt ein Gerät geschenkt und die Teststreifen für 27,50 statt 38 Euro (das ist günstig, ich hatte mich da schon erkundigt).

 

Gute Waffe gegen Diabetes

21. Juni 2014: Joghurt gegen Diabetes

Im Senioren-Ratgeber, der ja aus demselben Haus stammt wie die hier allseits beliebte Apotheken-Umschau, können wir auch wieder die tollsten kritischsten Beiträge lesen. So wie in der Ausgabe 6/2014 auf Seite 12 mit der Überschrift „Joghurt gegen Diabetes“.

Satz 1:
„Gesundheit zum Löffeln: Fettarmer Joghurt senkt offenbar das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.“
Man beachte hier das hübsche Wörtchen „offenbar“. Um die Bedeutung dieses Wörtchens zu illustrieren, setze ich es mal in einen Allerweltssatz ein: „1 plus 1 ist offenbar 2“. Stört das Wort da? Und wenn ja, warum wohl? 🙂

Satz 2:
„Darauf deutet eine britische Langzeit-Untersuchung über elf Jahre hin.
Aha, das sind natürlich Informationen, die das  enorm glaubhaft und transparent (durchschaubar) machen. Ich meine – elf Jahre ist eine lange Zeit. Sicher hat man 2000 Personen in zwei Gruppen geteilt, alle haben elf Jahre lang streng vorgeschriebene Kost zu sich genommen, die sich nur im Joghurt-Gehalt unterscheidet. Oder aber diese untersuchten Menschen haben unter Anwendung eines Lügendetektors ihr Essen detailliert aufgeschrieben. Ohne Gedächtnislücken. Schade, dass mein Lieblingswort „Studie“ hier durch „Untersuchung“ ersetzt wurde.

Satz 3:
Auch Hütten- und Frischkäse mit wenig Fett haben demnach einen vorbeugenden Effekt.“
Das ist jetzt hochinteressant. Hat man die 2000 Versuchskaninchen (denn ob die Studien bei Menschen, Ratten oder Mäusen durchgeführt wurden, hat uns auch noch niemand verraten) nun auch noch zusätzlich zum Joghurt mit Hütten- und Frischkäse – alles supermager – gefüttert? Wie war das nun mit den 2000 Probanden (= Studienteilnehmern): 1000 bekamen keine Milchprodukte, 1000 dieselbe Nahrung aber zusätzlich Magerjoghurt, -Hütten und -Frischkäse? Oder bekamen 500 die tiereiweißfreie Ernährung, 500 Joghurt hinzu, 500 Hüttenkäse hinzu und 500 Frischkäse?

Satz 4:
Über die Gründe rätseln die Forscher noch.“
Echt? Das erstaunt mich aber nun. Ich rätsel nicht so sehr an den Gründen, sondern an der Durchführung. Ich möchte nämlich gerne mal 500 Joghurtkandidaten mit 500 Tiereiweißfrei-Kandidaten vergleichen. Aber das interessiert Forscher natürlich nicht. Und die Milchindustrie ist an diesen Untersuchungen und ihren objektiven Ergebnissen auch sicher ganz wertfrei interessiert.

Britische Untersuchung… An einer Universität, in einer Schule? Finanziert vom Staat, der Milchindustrie, einer veganen Vereinigung oder wie? Was glauben wir da wohl?

Gastbeitrag: eine Vollwertgeschichte

Kommentar vom 22. März 2011: Gastbeitrag: Meine Vollwertgeschichte

Diese Geschichte finde ich auch besonders spannend, denn da spricht jemand, der richtiggehend krank war, verdammt zu einem Leben mit Tabletten und Spritzen. Und was können wir lesen? Es ist manchmal einfach wirklich umwerfend. Genauso umwerfend wie die Borniertheit der meisten Schulmediziner, die für diese phantastischen Entwicklungen nicht einmal gelindes Interesse zeigen. Das große Lob für mich in diesem Text, hmmm, so sehr es mich freut – hatte ich doch erst überlegt, ob ich es streiche, weil das sonst so nach Eigenlob aussieht. Aber es ist nicht meine Sache, in die Texte einzugreifen. Und Lob entgegenzunehmen ist auch etwas, das wir lernen dürfen 🙂

Weg zu einer besseren Gesundheit

Seit 20 Jahren bin ich Diabetiker und vor 3 Jahren wurde ich auf Insulin umgestellt. Danach nahm ich drastisch an Gewicht zu. Ich spritzte nach dem SIT-Verfahren. Alles ganz einfach: So viel Kohlenhydrate ich aß, so viel IE spritzte ich, ca. 20 IE pro Tag.

Mein Gesundheitszustand verschlechterte sich. Mein Kreatininwert (Nierenwert) lag bei 290, Perspektive laut Arzt: Dialyse. Das gefiel mir überhaupt nicht. Mir wurde klar, ich habe mich durch meine Lebensweise gesundheitlich geschädigt und nur ich kann was ändern.

Um die Insulineinheiten zu reduzieren, kam ich auf den Gedanken, die KH deutlich zu senken. Dabei stellte ich fest, dass ich nicht mehr so viel Insulin spritzen musste. Ich war überrascht. Nun begann ich mich im Netz schlau zu machen. Dabei stieß ich auf die Seiten von Ute und Dr. Schnitzer. Ich kaufte für mich und meine Frau eine Getreidemühle von Schnitzer.

Morgens ein Getreidemüsli mit Obst oder Gemüse und mittags und abends Gemüsesalate nach der Intensivkost von Schnitzer. Um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten hab ich dann angefangen die vielen wertvollen Anregungen von Utes HP bei meinem Essen einzubauen. Ich hab mir alle Videos angesehen und die ganzen Seiten durchgelesen.

Mit der Umstellung meiner Ernährung habe ich am 24.12.2010 begonnen. Vom 1. Feiertag an verzichtete ich auf Alkohol, tierisches Eiweiß, Brot und warme Gerichte. Zucker und Süßstoffe waren und sind tabu. Vollwertkost nach Dr. Bruker war angesagt. Ferner ging ich jeden Abend für mindestens 10 Minuten auf mein Ergometer, um mich mehr zu bewegen. Ich stellte mir das Ziel bis 01.03.2011 durchzuhalten.

Die ersten Tage waren furchtbar. Ich fror ständig und konnte nicht schlafen. Manchmal stand ich nachts um 2 Uhr auf und ging spazieren. Eine sehr unruhige Zeit. Nach 3 Wochen stellte ich erste Verbesserungen fest. Auf einmal war kein Wasser mehr in den Beinen und ich brauchte keine Wassertablette mehr nehmen. Mein Gewicht wurde immer weniger und mir ging es auch besser. Alle meine wesentlichen Werte erfasste ich elektronisch via Sidiary. Ich kann also alle Verbesserungen exakt nachweisen. In den kurzen Zeitraum nahm ich 12 kg ab. Der Insulinverbrauch konnte von ca. 15-20 IE auf 1 IE gesenkt werden. Der Blutdruck verbesserte sich von 190/70 auf 160/75 bei Reduzierung von Tabletten. Und am 01.03.2011 war ich bei meinem Nephrologen, der festgestellt hat, dass sich der Kreatininwert von 293 auf 180 eingepegelt hat. (Normal  < 106). Ein Riesenerfolg auf den ich gehofft, aber nicht mit gerechnet hatte. Dies ist auch ein ganz entscheidender Grund, warum ich weiter mache mit den Bemühungen, mich gesund zu ernähren, denn die bereits von einer Ärztin angekündigte Perspektive der Dialyse war damit erst mal vom Tisch..

Nun steht fest, es geht weiter mit den Bemühungen um eine bessere Gesundheit. Mit der Vollwertkost hab ich eine Möglichkeit gefunden mit der ich gut leben kann. Auch meine Frau macht mit. Sie ist aber nicht  ganz so konsequent. Sie backt Vollkornbrot und beschäftigt sich damit und ich bereite jeden Abend das Müsli vor .Tagsüber bereite ich die Salate, die sie dann auch artig mit isst. Aber sie sie sündigt auch ab und zu, wenn ich es nicht sehe.

Erfahrungen: Ärzte mit ins Boot zu holen schlugen fehl. Keiner interessierte sich für meine Ernährung. Lediglich eine Ärztin würdigte den Gewichtsverlust. Eigentlich wollte ich eine Diabetologin gewinnen, dass sie online verfolgt was ich esse und wie sich der Blutzuckerverlauf entwickelt und mir entsprechende Hinweise gibt. Aber keine war dazu bereit. Ärzte helfen nicht wirklich, man kann sich nur selber helfen. Eine traurige Erkenntnis. Um sich selber zu helfen muss man viel lesen und die Seiten von Ute und Dr. Schnitzer lieferten die notwendigen Informationen und motivierten. Im Netz gibt es viele Seiten. Es gibt viel Mist und Widersprüchliches, aber wer intensiv sucht findet hervorragende helfende und informative Seiten. Da ich ein Rohkostfreund bin, hat mich immer interessiert: Wie mach ich das nun praktisch und da sind Utes Seiten genial, obwohl ich nicht ein Gericht genauso  nachgemacht habe wie sie. Ihre Sahne und Ihre Schleckereien lass ich weg.

Ich muss feststellen, Ernährung hat einen weitaus größeren Einfluss auf unseren Gesundheitszustand als ich das jemals für möglich gehalten habe. Deshalb habe ich die 3 Jahrzehnte ungesunde Ernährungsweise beendet und versuche nun weiter nach den Prinzipien von Bruker, Dr. Schnitzer und Ute 🙂 zu leben. Zu meinem 60. Geburtstag in Jahresmitte will ich noch 5 Kg abgenommen habe.

Als mein Fernziel strebe ich eine Urkosternährung a la Franz Konz an. Deshalb beginne ich in diesem Frühling  mich mit Wildkräutern zu beschäftigen. Auf meinem Grundstück im Barnim habe ich genügend Möglichkeiten, um diese bei meinen Salaten einzubauen. Aber dies ist schon wieder ein anderes Thema.

Ich wünsche mir die Kraft, dass ich den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit meiner Frau weiter gehen kann.

Und jetzt der gesunde Kaffee

Kommentar vom 4. April 2010: „Und heute die Kaffee-Studie“

In der Apotheken-Umschau vom 15. März konnten wir unter dem Titel „Gesunde Heißgetränke“ erfahren, dass „Menschen, die regelmäßig Kaffee oder Tee trinken“ seltener an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken. Untersucht hat das die Universität Sydney (Australien) an Übersichtsdaten von 500.000 Teilnehmern.

Das ist fein, da bekommen diese Menschen dann weniger Diabetes und sterben eben vorher an Herz-Kreislauf-Krankheiten? Wobei die Untersuchung sich darüber ausschweigt.

Jetzt wüsste ich ja mal gerne, was mit „Übersichtsdaten“ gemeint ist. Die Apotheken-Umschau kann sich offenbar etwas Konkretes unter diesem Begriff vorstellen, denn sie erläutert ihn ja nicht. Ich bin in einer weniger glücklichen Lage, für mich ist das ein schwammiges Wort. Haben die wirklich 500.000 Menschen befragt und dann noch über mehrere Jahre beobachtet? Ein Wahnsinnsprojekt. Eine beachtliche Organisation wäre dafür nötig, und da soll eine Universität – und da vermutlich ja auch nur ein Fachbereich – ausreichend sein?

Wie immer erfahren wir nichts über Hintergründe. Obwohl das ja gerade bei einem beliebten Thema wie Kaffee oder Tee schon wichtig wäre, damit ich als Leserin die Bedeutung interpretieren kann. Aber das tut ja dankenswerterweise die Apotheken-Umschau schon für uns: Unter einem Foto eines Mannes, der glücklich an einer Tasse schnuppert, steht „Kaffee oder Tee: Eine Tasse voller Genuss und Schutz„.

In der letzten Zeit mehren sich ja in der allgemeinen Presse die Berichte über den „gesunden Kaffee“. Stets immer als Ergebnis von irgendwelchen Studien, natürlich ohne genauere Angaben. Wofür sollen wir uns auch unsere süßen Köpfe zerbrechen, wenn das doch andere so schön für uns tun. Auch hier verbleibt wieder ein großes Fragezeichen, wer denn diese Studien finanziert hat. Aber ich bin vermutlich mal wieder einfach zu kritisch 😉