Erdbeeren gekauft – und jetzt?

Lifehacks sind ja momentan der letzte Schrei. Die meisten, die ich lese, finde ich völlig albern oder unbrauchbar. Ab und an ist eine Perle dabei. Viel lesen wir auch über die Lagerung von Erdbeeren. Was ich nun vorstelle, ist also nicht eine Wahnsinnserfindung von mir, sondern eine praktische Zusammenfassung diverser Tipps.

Ich lege ein grobes Sieb mit einem Stück Haushaltspapier aus.

Darauf schütte ich die ungewaschenen, unbearbeiteten Erdbeeren und stelle das ganze in den Kühlschrank.

Auf diese Weise habe ich Erdbeeren schon über drei Tage aufbewahrt, und zwar ohne dass sich großartig faule Stellen entwickelt hätten. Klappt auch mit Wald- bzw. Heidelbeeren gut.

Beim Küchenpapier habe ich beim letzten Mal wohl daneben gegriffen: Es ist einseitig bedruckt. So einen Mist kaufe ich sonst nie, aber einfach wegwerfen löst mein Problem auch nicht. Ich achte allerdings darauf, dass meine Früchte nicht mit der farbigen Seite in Kontakt kommen.

Vernichtung von Erdbeeren

Mehrmals habe ich es in den letzten Tagen gelesen, dass Erdbeer- und Spargelfelder umgepflügt werden, weil die Bauern keine vernünftigen Preise bezahlt bekommen.

Bild von 1195798 auf Pixabay

Mir fällt dann immer ein Spruch von meinem Eltern ein: Bauern haben immer was zu meckern, fahren aber einen dicken Mercedes.

Gut, diesen Spruch übernehme ich nicht einfach so. Aber dass er mir immer wieder einfällt – kann ich auch nix machen. Meine Eltern haben in Hungerzeiten beim sogenannten „Hamstern“ auch nicht unbedingt die besten Erfahrungen mit Bauern gemacht, das prägt sicher. Wobei ich auch weiß, dass ein Bauer nicht seine ganzen Kartoffeln verschenken konnte, weil er dann selbst nichts mehr hatte. Also ich bin mir der Problematik solcher Gedanken durchaus bewusst.

Ich weiß auch, dass es deutsche Bauern schwer haben, mit der billigen ausländischen Konkurrenz mitzuhalten. Da wäre so meine persönliche Idee, dass man von einem Sonderhaushalt mit über 100 Milliarden Schulden, vorwiegend für die Rüstungsindustrie, vielleicht auch ein wenig abzweigen könnte für die deutsche Landwirtschaft?

Worum es mir heute geht: Bei allem Verständnis für gebeutelte Bauern – denen fällt nichts ein, außer Spargel und Erdbeeren unterzupflügen? Verstehen sie nicht, dass es bei der jetzigen Preisentwicklung für viele Familien gar nicht mehr möglich ist zu überlegen, ob sie die hiesigen Bauern unterstützen sollen. Sie können es nicht.

Gibt es wirklich keine Möglichkeit außer Umpflügen? Gibt es in den Umgegenden dieser Felder wirklich nicht genug Bedürftige, die bei Bedarf sich gern selbst etwas holen würden?

Wir Verbraucher werden ständig angehalten, möglichst wenig Lebensmittel wegzuwerfen. Das ist auch gut. Aber umgepflügte Felder sind nicht unbedingt ein Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung.

Es gibt so etwas wie Direktverkauf. Oder man kann auch mit Verlust verkaufen, die Zähne zusammenbeißen und dann im nächsten Jahr eben keine Erdbeeren mehr anbauen.

Bin ich naiv? Mag sein.

Rezept erwünscht?

Heute habe ich, angelehnt an ein Rezept für Erdbeerkuchen, einen Aprikosenkuchen gebacken. Ich mag nämlich keine erhitzten Erdbeeren. Das Rezept war eine mäßige Vorlage – keine Flüssigkeit, aber dann soll man den Teig gießen?

Egal, wie auch immer. Ich weiß momentan noch nicht, wie der Kuchen schmeckt. Wenn fünf Kommentatoren das Rezept für den Kuchen lesen wollen, stelle ich es morgen vor. Sonst nur ein Foto vom Anschnitt. 😉

Vor dem Backen

Nach dem Backen

Bald Ende der Saison?

22. Juli 2016: Noch mal Erdbeeren

Dieses Jahr war die Erdbeerernte, so mein persönlicher Eindruck, ziemlich wässrig. So richtig lecker fand ich sie pur nicht. Hier ist aber quasi ein Evergreen-Rezept, das mit Erdbeeren immer schmeckt, auch wenn sie nicht so toll sind wie in anderen Jahren: die Erdbeer-Finger.

Ich kann sie nur empfehlen, wenn sie auch nicht in die Rubrik „fettarm“ fallen 🙂

Erdbeer-Finger

Erdbeerfinger

  • 25 g Rundkorn-Naturreis
  • 40 g Cashewnüsse
  • 40 g Kokosraspeln
  • 125 g Erdbeeren (netto)
  • 10 g Zitronensaft
  • 20-30 g Ahornsirup oder Honig (richtet sich nach der Süße der Erdbeeren, also erst einmal mit 20 g anfangen)
  • 30 g Kokosöl

Reis in der Getreidemühle fein mahlen. Nüsse und Raspeln im Vitamix mahlen, gemahlenen Reis zugeben. Die restlichen Zutaten in der angegebenen Reihenfolge ebenfalls in den Vitamix-Becher geben und auf der Höchststufe zu einer glatten Creme verarbeiten. Eine flache Form (z.B. Lasagneformen) mit Haushaltsfolie auskleiden, die Masse etwa 10 bis 15 mm hoch ausstreichen. Im Tiefkühlschrank 30-45 Min. halbfest werden lassen, in fingergroße Häppchen vorschneiden und gut in Plastik verpackt einfrieren. Nach Bedarf Portionen abbrechen und ca. 10 Min. antauen lassen. Dann kann man sie noch mit frischen Erdbeeren dekorieren.

 

Brechdurchfall-Erreger gefunden

Schuldige Erdbeeren

Gestern Abend las ich es auf dem Handy spät abends: Der Erreger für die Virenwelle in vielen Kindergärten und Schulen ist gefunden. Es sind Erdbeeren aus China, die nicht abgekocht wurden.

WIE BITTE? Warum brauchen Kindergärten und Schulen ein Essen, in dem kurz nach Ende der Erdbeersaison in China gewachsene Erdbeeren eingebaut werden? Wie kann man auf die Idee kommen, Tiefgekühltes erst zu kochen vor der Verwendung (nur, wenn man Tiefgekühltes aus fernen Ländern importiert doch wohl).

Da muss ich mich doch wohl nicht wundern. Was nutzt das ganze Gerede über regionales Essen, Bio-Ware usw. wenn die Kinder hier mit China-Gewächsen abgefüttert werden?

Man überlege bitte auch, was wohl die chinesischen Bauern für ihre Erdbeeren bezahlt bekommen, wenn die hier jetzt so billig sind, dass Kantinenessen-Hersteller sie in das Essen mischen? Können wir Kindern in Deutschland jetzt im Herbst (!!) keine Äpfel aus Deutschland mehr anbieten?

Ich war mir nicht sicher, ob ich dazu etwas schreiben soll, bis mich eine Leserin vorhin gerade daraufhin ansprach. Da dachte ich – stimmt, es muss „raus“!