Wie ich zur Fleischesserin werde

In Deutschland kann nichts ungeregelt bleiben und so verlangen die Grünen einen fleischlosen Tag in der Woche. Auch wenn das Gegenargument von Frau Aigner – die sich stets durch, äh, sehr eigenartige Äußerungen hervortut – natürlich Blödsinn ist „Am Ende brauchen wir eine ausgewogene Ernährung. Da gehört Fleisch dazu.“ Mich wundert immer wieder, mit wie wenig Sachkenntnis man so einen Ministerposten erreichen kann. So gesehen bin ich quasi prädestiniert für den Job als Verteidigungsministerin.

Schön auch die Argumentation der Grünen: Freitags habe es früher auch kein Fleisch gegeben. Nee, stimmt, es gab Fisch. Fein, dass da wieder jemand mal Fische nicht zu den Tieren zählt 😉

Zurück zum fleischlosen Tag. Wann ist es dann soweit, dass sich Fleischesser in einer dunklen Ecke verkriechen müssen, ohne dass sie zusammengeschlagen werden, weil sie eine Frikadelle mampfen? Gibt es passive Mitfleischesser, die gesundheitlichen Schaden nehmen, weil ihr Gegenüber ein Steak isst?

Warum nicht einen zuckerlosen Tag einführen? Hat die Zuckerlobby mehr Einfluss als die mächtige Fleischindustrie? Müssen wir bald alle morgens zusammen eine Stunde Zwangsgymnastik machen, damit die Deutschen fit und munter werden?

Ich bin selbst dem Begriff nach Vegetarierin, Teilzeit-Veganerin 🙂 und engagiert für geringeren Fleischverzehr. Aber an dem Tag, an dem die Fleischportionen, die ich täglich essen darf, mir nur noch portioniert verkauft werden, mutiere ich zurück.

Verbote und Befehle sind einfacher als Überzeugungsarbeit und Vorleben. Ich kriege bei Verboten steife Nackenhaare und fahre die Hörnchen aus.

Vegetarismus auf Anordnung? Nicht mit mir!

Remscheider Generalanzeiger, 6. August 2013, Titelseite

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