Ein Frühstück und eine Geschichte

14. August 2013: Rezept-Video und Geschichte Nr. 53

Der Film zeigt heute mal wieder ein Frühstück, mit Flocken. Durch die Zubereitung wird es sehr aromatisch!

Geschichte Nr. 53

Es ist Nacht. Irgendwo knarrt eine Holzbohle. Das Mondlicht scheint durch das gardinenlose Fenster in einen Raum. In der Mitte des Zimmers steht ein großer Tisch mit vier Holzstühlen. Mehr kann man nicht erkennen. In der rechten Ecke ist ein kleines weißes Licht zu sehen. Ab und zu schiebt sich eine kleine Wolke über den Mond, je weiter er über den Horizont kommt, umso besser kann man erkennen, was auf dem Tisch liegt: Bestecke, vielleicht aus Silber, die im Mondlicht funkeln. Eine Glasvase, deren Rundung ebenfalls das Mondlicht reflektiert. Irgendwo im Haus schlägt eine Uhr: Es ist 2 Uhr nachts. Wenige Minuten später klingelt es im Raum, drringgg-drringg, viermal geht das so. Dann springt eine Maschine an, das ehemals kleine weiße Licht ist nun rot und beginnt zu flackern. Nach einer Weile macht es klick und klock… die Stimme einer Frau ist zu hören “Ja, hallo, ich bin’s, tut mir Leid, dass ich so spät anrufe, aber…. ich muss einfach mit jemandem reden” Pause. “Eine blöde Idee, jetzt anzurufen, aber ich wollte …”. Pause. Ein unsicheres “Ja, dann bis bald, und… äh, tschüss.”. Man kann hören, wie der Hörer aufgelegt wird. Das kleine Licht leuchtet nun stetig grün. Wenige Stunden später durchflutet das erste Grau den Raum, Vogelstimmen verkünden den neuen Morgen. Ein Radio plärrt los, irgendwo knallt eine Tür. Wasser fließt, ein Fenster wird geschlossen, Lichter gehen an.

Als Alexander gerade auf dem Weg zu Küche ist, um dort zu frühstücken, fällt ihm auf, dass der Anrufbeantworter leuchtet. Schnell hört er den aufgezeichneten Anruf ab und wundert sich über die komischen Worte seiner Frau. Daher versucht er sie auf dem Handy zu erreichen. Sie befindet sich gerade geschäftlich in Amerika. Komischerweise geht sie nicht ans Telefon. Naja er wird jetzt erst einmal in Ruhe frühstücken und dann später nochmal anrufen. Irgendwie geht ihm die Nachricht aber nicht aus dem Kopf. Er macht sich Sorgen, dass irgendwas nicht stimmt. Normalerweise passt so ein Anruf gar nicht zu seiner Frau. Während er seinen Frischkornbrei zubereitet, überlegt er krampfhaft, warum seine Frau mitten in der Nacht mit ihm reden wollte. Ob irgendetwas passiert ist in den letzten 3 Tagen, wo sie sich leider nicht gesprochen haben. Er hat keine Ahnung, was dies sein könnte. Nachdem er sein Frühstück gegessen hat und die Küche aufgeräumt hat, versucht er nochmal ihr Handy anzurufen. Komischerweise ist es jetzt ausgeschaltet. Auch in ihrem Hotel erreicht er sie nicht.

Da er sich massive Sorgen macht, beschließt er in ihrer Firma anzurufen. Dort wird ihm aber mitgeteilt, dass sie die Firma vor ihrem Anruf bei ihm verlassen hat. Vielleicht ist ihr Handy ja auch einfach nur leer. Er beschließt sich keine Sorgen zu machen. Sie wird sich sicher melden, sobald sie sieht, dass er versucht hat sie anzurufen.

Der Tag vergeht und er hat immer noch nichts von seiner Frau gehört und ihr Handy ist auch immer noch ausgeschaltet. Mittlerweile ist es Abend und somit in USA schon ein neuer Arbeitstag. Also ruft Alexander nochmal in der Firma an, da er sie auch im Hotel nicht erreichen konnte. Diese kann ihm aber nur mitteilen, dass seine Frau nicht erschienen ist und sich auch nicht gemeldet hat. So langsam kommt ihm die ganze Sache sehr dubios vor. Seiner Frau wird doch nichts passiert sein. Also entschließt er sich nochmal im Hotel anzurufen und nachzufragen, ob seine Frau noch dort wohnt. Es wird ihm da von der Rezeption mitgeteilt, dass seine Frau am vorherigen Tag ausgecheckt hat.

Gerade als er den Hörer aufgelegt hat, geht die Haustür auf und seine Frau steht vor ihm. Lächelnd fällt sie ihm um den Hals und sagt: „Wir bekommen ein Baby, ich habe es nicht ausgehalten und wollte es dir unbedingt persönlich sagen, daher habe ich mich nach dem Anruf entschlossen, den nächsten Flug zu nehmen.“ Alexander ist erleichtert und überglücklich über diese tolle Nachricht. Ihm fällt ein Stein vom Herzen, dass alle seine Sorgen unbegründet waren.