Eine gute Küchenausstattung

6. Feb. 2015: Ausstattung

Diesen Text hatte ich als Beitrag in meiner Vollwert-FoK-Gruppe veröffentlicht. Dort steht er auch immer noch als Datei zur Verfügung.

Ausstattung für eine Vollwertküche

(VWK = Vollwertkoch; FoK = forks over knives / Gabel statt Skalpell)

Was braucht der Vollwertler? Eine Mühle und ein Messer.
Was braucht der FOKler? Ein Messer und drei Päckchen Pacos 🙂

Damit will ich sagen: Grundsätzlich kann jede vernünftige Ernährungsform mit geringem technischen Aufwand betrieben werden. Es gibt ein paar Dinge, die das Leben durchaus einfacher machen. Die Geräte, die ich im folgenden als „notwendig“ bezeichne, sind ganz klar notwendiger Luxus. Beispiel: Ein Bauer kann mit Pferd und Egge sein Kornfeld pflügen oder mit einer modernen Maschine. Getreide wächst auf beiden Feldern, ist eben nur die Frage, welcher Aufwand betrieben wurde.

Wer Vollwertkost mit FoK Einfluss leben möchte, hat ein paar andere Ansprüche als ein normaler Vollwertler und erst recht als ein „normaler“ FoKler, was die Küchenausstattung betrifft.

Ich setze eine „normale“ Küche voraus und erwähne Herd/Backofen und Handrührgerät nicht noch in der Liste.

  • Eine Mühle ist auf jeden Fall auf der Pflichtliste
  • Weiterhin empfehle ich einen Magic Maxx / Mr. Magic. Diesen kleinen Mixer (bitte darauf achten, dass im Set 18 Teile, vor allem 2 Messer enthalten sind) gibt es immer wieder einmal als Angebot, und
  • einen Schnellkochtopf. Für viele Dinge werden Hülsenfrüchte gebraucht. Selbst mit Einweichen kochen Kichererbsen noch sehr lange und müssen beaufsichtigt werden. Es gibt auch Schnellkochtöpfe für kleine Mengen, bei denen die Mindestwassermenge nur 150 g beträgt, sonst sind das 250 g. Es gibt auch immer wieder Sonderangebote, so habe ich z.B. einen zusätzlichen 6-Liter-Topf im Sommer 2014 für 40 Euro erworben;

Zur gehobenen Ausstattung, die aber sehr nützlich ist, zähle ich:

  • einen Hochleistungsmixer. Er ist „nicht nötig“, aber erleichtert doch die Arbeit erheblich und macht viele Dinge einfach schöner als sie im Kochtopf möglich sind. Mit einem Hochleistungsmixer lassen sich die von mir gerne genutzten „Stützcremes“ einfacher herstellen als mit einem Topf, aber es geht auch alles ohne und bei Gelegenheit werde ich dann auch Beispiele geben, wie es anders funktioniert.
  • Börner-Hobel für geschickte Menschen, aber mir ist das Teil zu scharf 🙂

Diese Dinge sind wie gesagt nicht lebensnotwendig, es geht auch ohne – aber sie geben manchmal eben diesen kleinen Kick.

  • Küchenmaschine, Thermomix, Speedy und Flocker sind nett – aber wer keine schöne große Küche hat, muss eben gut überlegen. Eine Küchenraspel brauche ich ganz selten, ein Messer tut’s auch. Das sagte mir auch vor kurzem die Mutter einer 6-köpfigen Familie.
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Die Krise der Vollwertkost

8. September 2014: Vollwertkost ist unbedeutend, leider

Warum hat die Vollwertkost praktisch keine Bedeutung?

Während die Rohkostgemeinde wächst, die Zahl der Vegetarier und jetzt auch der Veganer ständig steigt, bleibt die Vollwertanhängerschaft überschaubar. Von irgendeiner Bedeutung in der Presse kann nicht gesprochen werden. Verstanden habe ich das nie, vor allem da vor etwa 10 Jahren der Eindruck hätte entstehen können, dass diese Ernährung attraktiv wird. Leider beobachte ich, dass diese natürliche Ernährung schwindet und wieder in den Bereich der Lächerlichkeit rutscht.

Woran liegt das? Nachdem ich mich eine Weile mit der Gabel & Skalpell-Bewegung auseinandergesetzt habe, ist mir das vermehrt klar geworden und ich mutmaße einige Gründe.

Keine politische Aussage

Zwar sind einige Veganer, Vegetarier oder FoKler (FoK für das englische Original Forks over Knives der Gabel statt Skalpell-Bewegung) durchaus politisch, aber die Bewegungen sind es nicht. Wenn wir uns den Hauptmotor (wie lange noch?) der Vollwertkost nach Bruker in Lahnstein anschauen, so politisieren sie sich selbst. Sie greifen in Themen ein, die nichts mit Ernährung zu tun haben. Das mag verständlich sein, kann aber nach außen hin dann einen sektenhaften Eindruck hinterlassen. So nach dem Motto: Wer sich vollwertig ernährt, kann nicht für Atomkraft sein. Warum aber nicht?

Ein fehlendes Dach

Rohkost, Vegetarismus und Veganismus sind recht klar definierte Begriffe. Nur kurze Zeit Beschäftigung mit diesen drei Wörtern macht es den meisten klar: Rohkost = alles unter 42°C, Vegetarismus = nichts vom toten Tier, Veganismus = nichts vom Tier. Zwar gibt es auch hier kleine „Gruppenkämpfe“, sie haben aber nicht die Qualität, wie das in der Vollwertkost abgeht. Auch die FoK vereint durchaus Dinge und Richtungen, die auf den ersten Blick nicht zueinander zu passen scheinen. Da gibt es Ärzte, die jeglichen Fettkonsum ablehnen, andere sind nur für eine starke Einschränkung. Die Verwendung von vor-bereiteten Zutaten schwankt auch. Das merkt, wer einmal auf der Homepage den diversen Weblinks folgt.

Für die Vollwert ist dies scheins unmöglich. Ich kann mir geradezu vorstellen, wie das Management der GGB reagieren würde, wenn Schnitzer, UGB und GGB aufgefordert würden, als eine Kraft mit einem gemeinsamen Slogan einen Internetauftritt zu gestalten. Von der UGB weiß ich es nicht, aber Schnitzer und GGB tun ja geradezu so, als gäbe es sie gegenseitig nicht.

Jeder hat das Heil für sich gepachtet, bums, das war’s.

Wie schade! Klar, ich finde Rohrohrzucker auch nicht richtig. Einen gemäßigten Fleischverzehr oder Tierprodukteverzehr lehne ich für mich (!) ebenfalls ab. Aber hängt meine Gesundheit wirklich davon ab, ob ich Vollkornnudeln aus Gries oder Mehl esse? Bei FoK ist das völlig egal. Ich würde aber sofort meine Rezepte zur Verfügung stellen, wenn es eine solche Dachorganisation gäbe, deren einziges Motto wäre „So natürlich wie möglich“. Unter einem solchen Dach kann ja jede Organisation, die gewisse noch festzulegende Standards erfüllt, wiederum ihren eigenen Weg vorschlagen. Aber nein. Lieber sieht man die eigentlichen Freunde als Feinde und zermürbt sich in solchen Grabenkämpfen.

Komplizierte Regeln

Obwohl Bruker uns ja mit vier Ja und vier Nein ein überschaubares Instrument in die Hand gegeben hat, werden einige Empfehlungen zu starren Regeln mit weitergegeben. Rohkost vor dem Essen muss sein, ist nur ein Beispiel. Ein Vegetarier hat es einfach – er lässt einfach das Fleisch aus seinem Essen. Ein Veganer weiß auch auf den ersten Blick, was er essen kann und was nicht. Dem normalen Rohköstler, der nicht ewig auf der Jagd nach den 42°C ist, geht es genauso. Nur der Vollwertler muss im Restaurant erst eine halbe Stunde mit dem Koch diskutieren, bevor er sich ein Essen bestellt. Das macht die Ernährung unsozial. Ich habe jahrelang diese Regeln strikt befolgt, frage mich aber heute: Ist das wirklich nötig? Wäre es nicht einfacher, mehr Menschen für diese natürliche Ernährung zu gewinnen, wenn man die Regeln vereinfachen würde? Wer stirbt, wenn er einmal Weißmehlnudeln mit Tomatensoße beim Italiener isst? Anders ist das sicher für Menschen, die sehr häufig außer Haus essen müssen. Da ist größere Vorsicht angebracht. Aber wenn ich mein Leben quasi um 10 Jahre Gesundheit verkürze, weil ich einmal im Monat im Restaurant weiße Nudeln, Weißmehl-Pizzabrötchen, weißen Reis oder ähnliches esse, dann fange selbst ich an, mit der Schulter zu zucken und frage mich: Wie kann das sein und soll ich das wirklich glauben?

Wer die Wirkung von Industrieprodukten sofort bemerkt, weil er krank ist – für den gelten selbstverständlich deutlich strengere Regeln. Da die Vollwerternährung mir aber geholfen hat, trotz meiner Gallenerkrankung wieder „normal“ zu essen und ich keine negativen direkten Beschwerden bekomme, wenn ich einmal im Hotel ein „normales“ Brötchen esse, mache ich mir jetzt das Leben deutlich einfacher.

Wobei die natürliche und auch fettarme Ernährung einen großen Vorteil hat: Wir werden ja deutlich empfindlicher. Ich schmecke also durchaus, ob eine konventionelle Mahlzeit mit guten Zutaten hergestellt wurde oder aus dem Fertigbottich aufgetischt wurde. Auch das sehe ich als Erfolg meiner Ernährungsumstellung.

Ich weiß nicht, ob es der Vollwerternährung gelingen wird, eines Tages wirklich wieder ein Standbein in der Allgemeinbevölkerung zu haben. Ich würde es mir wünschen, denn unter Einbeziehung neuer Erkenntnisse (wie z.B. Vermeidung von Tierprodukten außer Honig und deutliche Reduzierung des Fettgehalts) kenne ich persönlich nichts, was logischer und praktisch besser belegt ist.