Forks over Knives – nicht mehr für mich

10. Sep. 2015: Abschied von Gabel statt Skalpell / Forks over Knives

Hiermit distanziere ich mich von FoK als Ernährungsform. Das Prinzip der Fettvermeidung/-reduzierung finde ich nach wie vor lobenswert, darauf wird in der Vollwertkost nicht genug Wert gelegt. Dies ist ein Beitrag, den ich zuerst in der Gruppe „https://www.facebook.com/groups/VWKundFOK/“ veröffentlicht habe.

John McDougall gehört zur FoK-„Truppe“. Ich habe mir sein Buch „The Starch Solution“ gekauft, weil ich mir davon Anregungen versprach (ISBN 978-1-62336-027-6). So ein Reinfall! Jede Menge Toastbrot wird dort verarbeitet, Zucker auch. Hier einmal die Zutaten als Beispiel für ein typisches Rezept: „2 cups confectioners‘ sugar / 1/4 cup Wonderslim Wondercocoa Fat-Free Cocoa Powder / 1/4-1/3 cup soy milk / 1/4 teaspoon pure vanille extract.“ Hier ist nichts mehr Natur.

Auch das Buch „The China Study Quick & Easy Cookbook“ von Del Sroufe (ISBN 978-19406381-3) überzeugt mich nicht. Ganz wenige Anregungen, viele Fertigzutaten. Die Rezepte auf der Homepage von Forks Over Knives machen mir häufiger Bauchschmerzen als Freude.

Fett runter! fand ich von Anfang an gut. Ganz ohne Fett? Ist das nötig? Die Frage blieb mir. Ich selbst habe konsequent FoK 6 Monate gemacht, sogar auf den Honig habe ich verzichtet, was ja aberwitzig ist. Während es mittlerweile bis nach Amerika gedrungen ist, dass Zucker / Fructose aus Obst anders zu bewerten ist als dieselben Stoffe in isolierten Produkten, hat sich das beim Honig nicht herumgesprochen. Aber nicht nur ich, sondern auch ein guter Freund hat aus Gesundheitsgründen FOK konsequent betrieben, um sein Gewicht abzusenken und den Blutdruck zu kontrollieren.

Ich habe  keinen Unterschied gespürt. Allerdings konnte ich in der Zeit ein paar tolle Rezepte entwickeln, die auch ohne Tierprodukte superlecker sind. Andere Dinge (Soßen, viele Hauptspeisen) schmecken mir auch nach 6 Monaten fettfrei nicht wirklich. Ich habe in dieser Zeit einen immer stärker werdenden Fleischhunger verspürt, für mich stets ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Auch Richtungen der FoK, wo man große Mengen Kohlehydrate (Bananen, Reis, Kartoffeln usw.) verzehren soll, sind für mich nicht natürlich. Ich kenne Fleischgelüste nur aus der Rohkostzeit, nicht aber bei tiereiweißfreier Vollwertkost! Bei meinem Freund ist es noch dramatischer – er hat kein Gramm abgenommen, keines seiner Blutdruckmedikamente kann er verringern, seine Blutwerte sind schlechter geworden, und zwar auch gerade noch die Blutfette!

Die Hauptgestalten der FoK – Campbell and Barnard – predigen Whole Food (natürliche Nahrung), akzeptieren aber in den Rezepten jede Menge verarbeiteter Industriekost. Ähnlich wie bei sektenartigen Auswüchsen von Ernährung hierzulande werden keine Misserfolge berichtet.

Die Vollwertkost für Gesunde ist nicht einmal tiereiweißfrei. Der Abschied von den Tierprodukten kann meiner Ansicht nach – wohlgemerkt: bei Gesunden! – ausschließlich ein moralisch/ethischer, niemals ein wirklich natürlicher sein. Die überwiegende Mehrzahl der Naturvölker greift immer zu Tierprodukten.

Es gibt ein Video von McDougall, in dem er Tipps für die Ernährungsumstellung gibt. Kurz zusammengefasst:: Jedes Speiseöl ist Gift, aber keine Sorge, Zucker ist okay. (Aber von Honig wird abgeraten hahaha, dies allerdings nicht in diesem Video) https://www.youtube.com/watch?v=OF7Uanr-lYA

Mir ist das zu einseitig. Da stellt Neal Barnard eine Studie bei 19 Probanden als Beweis vor. Oha! Das ist lächerlich. So etwas kann allenfalls ein Test für eine echte Studie sein. Ich habe das dort kommentiert und auf die Studie eine Medizinjournalisten hingewiesen, dessen – absichtlich – getürkte, aber korrekt durchgeführte Studie ergab, dass mit regelmäßigem Schokoladenverzehr das Körpergewicht abgesenkt werden kann. Die Ergebnisse dieser Studie gingen um die ganze Welt, denn er konnte sie auch in anerkannten Zeitschriften veröffentlichen! Dieser Journalist hat auch sehr schön aufgezeigt, warum Studien mit kleinen Teilnehmerzahlen einfach nicht akzeptabel sind. Wobei Studien zu Ernährung immer schwierig sind, denn Hand auf’s Herz: Wie soll das kontrolliert werden? Geantwortet hat niemand auf diesen Kommentar.

Wenn wir mit offenen Augen umherschauen, und das sollten wir auch tun, wenn wir von etwas überzeugt sind, finden wir  durchaus überzeugende Studien, die nicht die komplette Fettfreiheit und die komplette Abkehr von den Tierprodukten empfehlen (um es noch einmal zu sagen: der ethisch-moralische Aspekt ist hier ein ganz anderer).

Für mich ist FoK endgültig unglaubwürdig geworden. Der Einfluss ist gut, aber der Rest – nein danke. Warum sind denn Vollwertler gesund, die durchaus Fette essen, aber keinen Zucker? Was ist mit der erwiesenen Zuckersucht? Wie kann mich eine Ernährung überzeugen, die auf die Einnahme von Vitaminen (Vitamin B12) angewiesen ist? Das ist eine Diät, keine Ernährung (der englische Sprachgebrauch macht hier keinen Unterschied).

Ich bin durch Zuckerlosigkeit und Auslassen von Auszugsmehl alleine durchaus gesünder geworden, nicht aber durch Weglassen von Fett, da hat sich bei mir nichts geändert. Was mein Freund erlebt hat, passt auch nicht ins FoK-Wunderbild.

 

Vollwertkost mit Forks Over Knives

27. Juli 2015: Vollwertkost und Forks over Knives

Wie lassen sich Vollwertkost und FoK (Forks over Knives – Gabel statt Skalpell) voneinander abgrenzen, wo decken sie sich? Wie sieht eine Kombination sinnvollerweise aus? (Beitrag in der entsprechenden Facebook-Gruppe)

Vollwertkost (Grundlage: Max Otto Bruker) (Abkürzung: VWK)

  • Wichtig: So natürlich wie möglich, keine industriell verarbeiteten Nahrungsmittel, d.h. kein Zucker (zum Süßen nur Honig und Trockenfrüchte), kein Auszugsmehl, keine Sojaprodukte usw.
  • Verwendung ausschließlich hochwertiger Zutaten
  • Hauptgewicht liegt hier auf der Vermeidung von Industriezucker und Auszugsmehl, die als Auslöser der Zivilisationskrankheiten gelten. Gute Fette und Öl sowie Sahne und Konsorten sind – reichlich – erlaubt.
  • Ein hoher Rohkostanteil ist wichtig.

Schwachpunkt: Der hohe Fettverbrauch, für manche auch die fehlende Abgrenzung zum Tierprodukteverzehr

Vorteil: Die Erkenntnisse sind in unserer Region gewonnen worden und die Ernährungsratschläge sind daher auch auf diese Region und die Menschen, die in ihr wohnen, ausgerichtet.

Das große Nein heißt: kein Zucker, kein Auszugsmehl

Gabel statt Skalpell (Grundlage: Colin T. Campbell / Neal Barnard) (Abkürzung FoK von Forks over Knives)

  • Wichtig: Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte stehen im Vordergrund.
  • Komplett zu meiden sind alle tierischen Produkte und alle Fette – tierische und pflanzliche -, die als „Extrakte“ bezeichnet werden können. Nüsse und Avocados sind wegen ihres hohen Fettgehaltes nur in kleinen Mengen zulässig.

Schwachpunkt: Zucker und Auszugsmehl werden zwar theoretisch nicht gerne gesehen, in Rezepten tauchen sie aber immer wieder auf. Ein großes Manko ist auch der Versuch von Massentauglichkeit, der auf die katastrophalen Ernährungsverhältnisse in den USA aufbaut. Daher auch häufig Verwendung von Teilfertigprodukten (Pizzaböden, Ketchup usw.).

Vorteil: Die Vermeidung von Extrakten auch in Form von Fetten ist konsequent.

Das große Nein heißt: keine tierischen Produkte, keine Fette (auch nur wenige Nüsse)

Da an der FoK unterschiedliche Individuen maßgeblich beteiligt sind, gibt es auch Variationen – manche lehnen Nüsse komplett ab, manch einer bevorzugt vor allem stärkehaltige Lebensmittel, der eine baut Sojaprodukte in die Ernährung ein, der andere lehnt sie ab – allen gemeinsam ist der Veganismus.

VWK plus FoK

Die großen Neins sind:

  • Kein Zucker
  • Kein Auszugsmehl
  • Keine Fertigprodukte
  • Keine Tierprodukte
  • Keine „isolierten“ Fette

Stattdessen:

  • Honig und Trockenfrüchte zum Süßen
  • Ausschließlich Verwendung von Vollkorngetreide
  • Fertigprodukte werden selten und nur in Gewürzmengen (1 EL Tomatenmark usw.) verwendet.
  • Pflanzliche Ernährung, abgesehen vom Honig
  • Fette nur in kleinen Mengen, besser in „natürlicher“ Umgebung; Beispiel: Nüsse nicht mehr als ca. 10 g/Person in einer Mahlzeit, maximal (!) 20-30 g/Tag/Person (Maßgabe von Neal Barnard)
  • Ein deutlicher Rohkostanteil

Apfeltarte à la FoK

21. Juni 2015: Flach und lecker

Ein Kuchen, der genau in eine 28-cm-Pizzaform passt. Ich habe PerfectClean-Formen, da ist das besonders einfach, es backt wirklich nichts an. Der Kuchen entspricht konsequent den Vorgaben von FoK, da er weder Fett noch andere Tierprodukte verwendet, d.h. ausnahmsweise nehme ich Agavensirup statt Honig. Wer will, kann natürlich den Sirup durch flüssigen Honig ersetzen.

6958

Der Teig ist ein wenig klebrig, da heißt es, die Hände möglichst frei halten. Ich habe schließlich nur noch mit nassen Händen gearbeitet.

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Schmeckt lauwarm und kalt!

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Fett und kein Fett

6. April 2015: Fragen zu FoK

Es gibt einige Dinge, die mich (und nicht nur mich) bei Forks over Knife (fettarme bis fettlose rein pflanzliche Ernährung) immer wieder wundern:

  1. Warum wird Honig als genauso nutzlos dargestellt wie Zucker, während Agavendicksaft – ein Extrakt und im Grunde nicht besser als Industriezucker – lieber verwendet wird?
  2. Warum wird in Gebäcken vorwiegend Hafer verwendet?
  3. Warum werden Pflanzenöle so komplett abgelehnt, ohne einen Unterschied zwischen qualitativ hochwertigem Öl direkt von einer bewährten Ölmühle und normalem Supermarktöl zu machen?

Diese Fragen haben mich länger beschäftigt. Ich bin für mich zu einer Antwort gekommen, die lautet: FoK will massentauglich sein. So erkläre ich mir daher die obigen drei „Probleme“:

  1. Zum Honig: Wenn ich mir den Honig anschaue, der in amerikanischen Videos gezeigt wird, wundert mich nichts mehr. In einem Antihonig-Video saß der Sprecher hinter so einer Plastikquetschflasche mit einem Bärengesicht drauf. Angeblich war da Honig drin 😉 Wer eine einfache Sicht der Dinge hat und sich für eine Ernährungsumstellung nicht erst 3 Jahre in Literatur vertiefen will, dem ist kaum klarzumachen, dass er teuren Imkerhonig kaufen muss und dass der wertvoll ist, sowohl von den Inhaltsstoffen als auch von der wichtigen Funktion der Bienen her. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Mediziner aus der FoK-Bewegung diesen Unterschied auch kennen. Ich will ihnen keine Dummheit oder Ignoranz unterstellen, aber Amerika kommt einfach aus einer anderen (schlechteren) Ernährungsecke.
  2. Zum Hafer: Auch hier steht die Massentauglichkeit (ggf. einfach Unkenntnis?) im Vordergrund. Haferflocken kann man in jedem Supermarkt kaufen, aber wie ist das mit Dinkel- oder Roggenflocken? Wir müssen uns ja auch klarmachen, dass FoK alle Menschen erreichen möchte, nicht nur die Bewohner der großen Städte, wo es vermutlich alles gibt. Wenn ich die Zutaten für eine Ernährung im Laden um die Ecke bekomme, warum sollte ich dann zu so einem komischen Bioladen gehen? Sicher ist das auch mit ein Grund, warum niemandem eine Getreidemühle empfohlen wird. Ich weiß von diversen Kontakten zu US-amerikanischen Lesern, dass es in vielen Landstrichen unmöglich ist, an gute Lebensmittel zu kommen, überhaupt eine Getreidemühle zu kaufen. New York ist nicht mit den USA gleichzusetzen.
  3. Zum Öl: Die Antwort ist dieselbe wie für den Honig. Es ist schon bei Vollwertlern nicht immer einfach, klar zu machen, dass Öl von bekannten Biomarken teilweise auch einfach nicht gut ist. Die Ärzte von FoK, die festgestellt haben, dass Herzpatienten z.B. ganz ohne Öl besser zurechtkommen als auch mit geringen Mengen: Wissen sie wirklich von den feinen Unterschieden beim Öl? Ich wage ihnen zu unterstellen, dass sie das nicht tun.

Amerikaner haben einfach einen deutlich geringeren Ernährungsstandard und auch Wissensstand in diesen Dingen. Von Verwandten, die in Amerika waren, weiß ich, dass Obst- und Gemüsekauf dort nicht so einfach ist wie hier, wo schon die Discounter Frisches auch in Bioqualität anbieten. Ich habe auch vor einigen Monaten im Radio gehört (ich weiß leider nicht mehr, wo), dass in einem Stadtviertel, das bisher ohne Geschäft war, ein Supermarkt gebaut werden sollte. Und es gab einen Kampf darum, ob der auch frisches Obst und Gemüse anbieten sollte/muss. Das ist doch in unseren Verhältnissen undenkbar.

Die amerikanischen Wissenschaftler von FoK kennen meines Wissens Bruker sowie Kollath und auch Kneipp und deren Erfolge nicht, die diese zweifellos gehabt haben. Das hat mich schon bei der Lektüre der China-Study (ich habe sie schon gelesen und zu schätzen gewusst, als es sie in Übersetzung noch nicht gab und sie hier noch nicht jeder Veganer auf dem Nachttisch liegen hatte) genervt, dass sich das so darstellte, als hätten sie das gesunde Essensrad erfunden, dabei ist vieles davon uns schon lange bekannt.

Daher bin ich auch immer vorsichtig im Umgang mit FoK-Ergebnissen. Sie sind nicht unbedingt auf europäische oder deutsche Verhältnisse übertragbar, weil hier grundsätzlich mehr Interesse an Ernährung herrscht und auch Wisssen vorhanden ist. Und daher bin ich nach wie vor der Meinung, dass wir (Vollwertler) zwar auch von der FoK lernen können, nicht aber alles 1:1 übernehmen sollten. Denn wenn auch Brukers Erkenntnis kleine Fehler haben oder teils nicht weit genug gehen – es gibt genügend Menschen, die nur mit der Umstellung auf die vollwertige, noch mehr die tiereiweißfreie Ernährung (in Brukers Sinne) beschwerdefrei geworden sind.

Der hohe Fettkonsum, der teils in der Vollwert à la Lahnstein praktiziert wird, kann sicher einen FoK-Dämpfer gut vertragen. Wer mit Brukerscher Kost nur Teilerfolge erzielt, ist gut beraten, sich einmal intensiv mit FoK auseinanderzusetzen. Auch die FoK ist kein Wunderheilmittel, auch sie hat ihre Schwächen und auch sie wirkt nicht bei allen gleich gut, davon bin ich überzeugt. Natürlich werden Menschen, die mit dieser Ernährung erfolglos bleiben nicht auf der FoK-Webseite vorgestellt 🙂

 

Eine gute Küchenausstattung

6. Feb. 2015: Ausstattung

Diesen Text hatte ich als Beitrag in meiner Vollwert-FoK-Gruppe veröffentlicht. Dort steht er auch immer noch als Datei zur Verfügung.

Ausstattung für eine Vollwertküche

(VWK = Vollwertkoch; FoK = forks over knives / Gabel statt Skalpell)

Was braucht der Vollwertler? Eine Mühle und ein Messer.
Was braucht der FOKler? Ein Messer und drei Päckchen Pacos 🙂

Damit will ich sagen: Grundsätzlich kann jede vernünftige Ernährungsform mit geringem technischen Aufwand betrieben werden. Es gibt ein paar Dinge, die das Leben durchaus einfacher machen. Die Geräte, die ich im folgenden als „notwendig“ bezeichne, sind ganz klar notwendiger Luxus. Beispiel: Ein Bauer kann mit Pferd und Egge sein Kornfeld pflügen oder mit einer modernen Maschine. Getreide wächst auf beiden Feldern, ist eben nur die Frage, welcher Aufwand betrieben wurde.

Wer Vollwertkost mit FoK Einfluss leben möchte, hat ein paar andere Ansprüche als ein normaler Vollwertler und erst recht als ein „normaler“ FoKler, was die Küchenausstattung betrifft.

Ich setze eine „normale“ Küche voraus und erwähne Herd/Backofen und Handrührgerät nicht noch in der Liste.

  • Eine Mühle ist auf jeden Fall auf der Pflichtliste
  • Weiterhin empfehle ich einen Magic Maxx / Mr. Magic. Diesen kleinen Mixer (bitte darauf achten, dass im Set 18 Teile, vor allem 2 Messer enthalten sind) gibt es immer wieder einmal als Angebot, und
  • einen Schnellkochtopf. Für viele Dinge werden Hülsenfrüchte gebraucht. Selbst mit Einweichen kochen Kichererbsen noch sehr lange und müssen beaufsichtigt werden. Es gibt auch Schnellkochtöpfe für kleine Mengen, bei denen die Mindestwassermenge nur 150 g beträgt, sonst sind das 250 g. Es gibt auch immer wieder Sonderangebote, so habe ich z.B. einen zusätzlichen 6-Liter-Topf im Sommer 2014 für 40 Euro erworben;

Zur gehobenen Ausstattung, die aber sehr nützlich ist, zähle ich:

  • einen Hochleistungsmixer. Er ist „nicht nötig“, aber erleichtert doch die Arbeit erheblich und macht viele Dinge einfach schöner als sie im Kochtopf möglich sind. Mit einem Hochleistungsmixer lassen sich die von mir gerne genutzten „Stützcremes“ einfacher herstellen als mit einem Topf, aber es geht auch alles ohne und bei Gelegenheit werde ich dann auch Beispiele geben, wie es anders funktioniert.
  • Börner-Hobel für geschickte Menschen, aber mir ist das Teil zu scharf 🙂

Diese Dinge sind wie gesagt nicht lebensnotwendig, es geht auch ohne – aber sie geben manchmal eben diesen kleinen Kick.

  • Küchenmaschine, Thermomix, Speedy und Flocker sind nett – aber wer keine schöne große Küche hat, muss eben gut überlegen. Eine Küchenraspel brauche ich ganz selten, ein Messer tut’s auch. Das sagte mir auch vor kurzem die Mutter einer 6-köpfigen Familie.

Aktionen

Nach reiferer Überlegung habe ich mich entschlossen, die sogenannten Aktionen probeweise nach Facebook in die Gruppe Vollwert + Gabel & Skalpell (https://www.facebook.com/groups/VWKundFOK/) zu verlagern.

Heute habe ich die erste Aufgabe gestellt:

„Heute gibt’s zum Vertraut- und Warmwerden eine recht einfache Themenstellung:
Ofenkartoffeln ohne Fett (Rezept unten) entweder mit einer Gemüsebeilage, einem Salat, einem Dip oder was euch dazu einfällt.
Wichtig hier ist, dass die Kartoffeln der Hauptbestandteil sind und nicht – wie in der konventionellen Ernährung üblich – die Beilage. Außerdem sollten natürlich alle Zutaten und Zubereitungsweisen vollwertig sein und den Vorgaben der Gabel-statt-Skalpell-Ernährung entsprechen, d.h. hier vor allem: fettfrei, maximal fettarm (maximal 5 g pflanzliches Öl pro Person).
So bereite ich meine Ofenkartoffel zu, Angaben für 2 Personen:
Ofenkartoffeln:

– 500 g Kartoffeln
– 1 TL Salz
Kleine Kartoffeln längs halbieren, größere in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die angeschnittene Seite – im Falle von Scheiben nur eine Seite – mit dem Finger mit etwas Salz einreiben. Mit der Salzseite nach unten dicht an dicht in eine 28-cm-Pizzaform legen. Ich habe eine PerfectClean-Pizzaform, die brauche ich nicht einzufetten. Es geht auch mit Dauerbackfolie oder Backpapier.

Blech auf den Gitterrost in den kalten Ofen stellen, auf 225 °C aufheizen und 20 bis 25 Minuten bei dieser Temperatur backen. Die Backzeit richtet sich nach der Dicke der Kartoffeln und der Sorte (mehlig, vorwiegend fest oder fest kochend).“

Der Vorteil für euch: Ihr bekommt von mir keine Auflagen zur Dateiform oder zu den Fotomaßen. Der Vorteil für mich: Ich muss nichts einstellen oder kontrollieren.

In der Gruppe gibt es auch eine kleine Datei zum Download, wie ich mir das Schreiben von Rezepten vorstellen. Für regelmäßige Leser hier – überhaupt nichts Neues!

Ein Rezept von Forks over Knives/Gabel statt Skalpell

Gerne schaue ich auf die Webseite von FoK, weil es dort manchmal interessante Rezepte gibt. Ich sage auch immer gerne, dass FoK ganz gute Anstöße gibt. Aber heute gibt’s ein neues Rezept, da schüttelt es mich und ich denke (wieder einmal): „So natürlich wie möglich“ ist und bleibt der beste Grundsatz, und dem ist die Vollwertkost nach Bruker (mit kleinen Einschränkungen, gerne von FoK angeregt) für mich der beste Ansatz.

http://www.forksoverknives.com/recipes/smoky-sweet-potato-burgers/

  1. Ich lese Ketchup. Ketchup ist eines der zuckerhaltigsten Lebensmittel überhaupt! Es ist übrigens nicht das erste Rezept, indem Ketchup verwendet wird.
  2. Ich lese „few drops of liquid smoke“. Was soll das denn bitte sein? Ein Aromaöl? Nein, danke!

Den frisch gemahlenen Pfeffer können sie sich meines Erachtens auch sparen, wenn sie weiter oben Knoblauchpulver einsetzen. Und „non dairy milk“ ist garantiert auch ein Industrieprodukt. 2 Esslöffel werden verwendet – hätte da nicht auch Wasser gereicht, ohne den Geschmack zu sehr zu beeinträchtigen?

Es gibt Kompromisse, die finde ich für den Einstieg in eine gesunde Ernährung für Anfänger vertretbar. Ketchup bzw. Industriezucker gehört ganz bestimmt nicht dazu.

 

Die Krise der Vollwertkost

8. September 2014: Vollwertkost ist unbedeutend, leider

Warum hat die Vollwertkost praktisch keine Bedeutung?

Während die Rohkostgemeinde wächst, die Zahl der Vegetarier und jetzt auch der Veganer ständig steigt, bleibt die Vollwertanhängerschaft überschaubar. Von irgendeiner Bedeutung in der Presse kann nicht gesprochen werden. Verstanden habe ich das nie, vor allem da vor etwa 10 Jahren der Eindruck hätte entstehen können, dass diese Ernährung attraktiv wird. Leider beobachte ich, dass diese natürliche Ernährung schwindet und wieder in den Bereich der Lächerlichkeit rutscht.

Woran liegt das? Nachdem ich mich eine Weile mit der Gabel & Skalpell-Bewegung auseinandergesetzt habe, ist mir das vermehrt klar geworden und ich mutmaße einige Gründe.

Keine politische Aussage

Zwar sind einige Veganer, Vegetarier oder FoKler (FoK für das englische Original Forks over Knives der Gabel statt Skalpell-Bewegung) durchaus politisch, aber die Bewegungen sind es nicht. Wenn wir uns den Hauptmotor (wie lange noch?) der Vollwertkost nach Bruker in Lahnstein anschauen, so politisieren sie sich selbst. Sie greifen in Themen ein, die nichts mit Ernährung zu tun haben. Das mag verständlich sein, kann aber nach außen hin dann einen sektenhaften Eindruck hinterlassen. So nach dem Motto: Wer sich vollwertig ernährt, kann nicht für Atomkraft sein. Warum aber nicht?

Ein fehlendes Dach

Rohkost, Vegetarismus und Veganismus sind recht klar definierte Begriffe. Nur kurze Zeit Beschäftigung mit diesen drei Wörtern macht es den meisten klar: Rohkost = alles unter 42°C, Vegetarismus = nichts vom toten Tier, Veganismus = nichts vom Tier. Zwar gibt es auch hier kleine „Gruppenkämpfe“, sie haben aber nicht die Qualität, wie das in der Vollwertkost abgeht. Auch die FoK vereint durchaus Dinge und Richtungen, die auf den ersten Blick nicht zueinander zu passen scheinen. Da gibt es Ärzte, die jeglichen Fettkonsum ablehnen, andere sind nur für eine starke Einschränkung. Die Verwendung von vor-bereiteten Zutaten schwankt auch. Das merkt, wer einmal auf der Homepage den diversen Weblinks folgt.

Für die Vollwert ist dies scheins unmöglich. Ich kann mir geradezu vorstellen, wie das Management der GGB reagieren würde, wenn Schnitzer, UGB und GGB aufgefordert würden, als eine Kraft mit einem gemeinsamen Slogan einen Internetauftritt zu gestalten. Von der UGB weiß ich es nicht, aber Schnitzer und GGB tun ja geradezu so, als gäbe es sie gegenseitig nicht.

Jeder hat das Heil für sich gepachtet, bums, das war’s.

Wie schade! Klar, ich finde Rohrohrzucker auch nicht richtig. Einen gemäßigten Fleischverzehr oder Tierprodukteverzehr lehne ich für mich (!) ebenfalls ab. Aber hängt meine Gesundheit wirklich davon ab, ob ich Vollkornnudeln aus Gries oder Mehl esse? Bei FoK ist das völlig egal. Ich würde aber sofort meine Rezepte zur Verfügung stellen, wenn es eine solche Dachorganisation gäbe, deren einziges Motto wäre „So natürlich wie möglich“. Unter einem solchen Dach kann ja jede Organisation, die gewisse noch festzulegende Standards erfüllt, wiederum ihren eigenen Weg vorschlagen. Aber nein. Lieber sieht man die eigentlichen Freunde als Feinde und zermürbt sich in solchen Grabenkämpfen.

Komplizierte Regeln

Obwohl Bruker uns ja mit vier Ja und vier Nein ein überschaubares Instrument in die Hand gegeben hat, werden einige Empfehlungen zu starren Regeln mit weitergegeben. Rohkost vor dem Essen muss sein, ist nur ein Beispiel. Ein Vegetarier hat es einfach – er lässt einfach das Fleisch aus seinem Essen. Ein Veganer weiß auch auf den ersten Blick, was er essen kann und was nicht. Dem normalen Rohköstler, der nicht ewig auf der Jagd nach den 42°C ist, geht es genauso. Nur der Vollwertler muss im Restaurant erst eine halbe Stunde mit dem Koch diskutieren, bevor er sich ein Essen bestellt. Das macht die Ernährung unsozial. Ich habe jahrelang diese Regeln strikt befolgt, frage mich aber heute: Ist das wirklich nötig? Wäre es nicht einfacher, mehr Menschen für diese natürliche Ernährung zu gewinnen, wenn man die Regeln vereinfachen würde? Wer stirbt, wenn er einmal Weißmehlnudeln mit Tomatensoße beim Italiener isst? Anders ist das sicher für Menschen, die sehr häufig außer Haus essen müssen. Da ist größere Vorsicht angebracht. Aber wenn ich mein Leben quasi um 10 Jahre Gesundheit verkürze, weil ich einmal im Monat im Restaurant weiße Nudeln, Weißmehl-Pizzabrötchen, weißen Reis oder ähnliches esse, dann fange selbst ich an, mit der Schulter zu zucken und frage mich: Wie kann das sein und soll ich das wirklich glauben?

Wer die Wirkung von Industrieprodukten sofort bemerkt, weil er krank ist – für den gelten selbstverständlich deutlich strengere Regeln. Da die Vollwerternährung mir aber geholfen hat, trotz meiner Gallenerkrankung wieder „normal“ zu essen und ich keine negativen direkten Beschwerden bekomme, wenn ich einmal im Hotel ein „normales“ Brötchen esse, mache ich mir jetzt das Leben deutlich einfacher.

Wobei die natürliche und auch fettarme Ernährung einen großen Vorteil hat: Wir werden ja deutlich empfindlicher. Ich schmecke also durchaus, ob eine konventionelle Mahlzeit mit guten Zutaten hergestellt wurde oder aus dem Fertigbottich aufgetischt wurde. Auch das sehe ich als Erfolg meiner Ernährungsumstellung.

Ich weiß nicht, ob es der Vollwerternährung gelingen wird, eines Tages wirklich wieder ein Standbein in der Allgemeinbevölkerung zu haben. Ich würde es mir wünschen, denn unter Einbeziehung neuer Erkenntnisse (wie z.B. Vermeidung von Tierprodukten außer Honig und deutliche Reduzierung des Fettgehalts) kenne ich persönlich nichts, was logischer und praktisch besser belegt ist.

Kartoffelsalat

24. August 2014: Rezept Kartoffelsalat

Einen veganen Kartoffelsalat mit sehr leckerer Mayonnaise habe ich im Buch „Immer öfter vegetarisch“ vorgestellt. Nun aber ist mir selbst diese Mayonnaise zu fettig. Lässt sich auch hier die Stützcreme verwenden? Die Antwort ist: aber hallo! Dies war einer meiner besten Kartoffelsalate überhaupt und hat auch von Eric drei Sternchen bekommen, der durfte sich was in den Henkelmann packen 😉

Kaufen könnte Ihr dieses Rezept mit der Nummer 6208+6211 (für 1 Euro): hier

Kartoffelsalat ohne Fett

Reicht mit Bratlingen für 2 Personen

6211

 

Ganz schlicht

10. August 2014: Einfach und lecker, so soll Essen am besten sein

Tomatenkartoffeln

Dies ist quasi eine neue Serie, ausgelöst durch die Beschränktheit in den letzten Tagen vor dem Umzug. Die Gerichte haben nur wenige Zutaten, zum Würzen dient Salz und vielleicht Pfeffer, außerdem sollen die Gerichte kein bis sehr wenig Fett enthalten. Und das Wichtigste: Es soll lecker sein 🙂 Das trifft für die heutige Pfanne zu.

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