Bild der Frau

Die Zeitschrift zeichnet sich ja durch Rezepte aus, die unnachahmlich sind. Das heißt, wer sie nacharbeiten will, wird staunen ob der Diskrepanz zwischen Essbarem und Beschreibung … Ich habe hier auch schon mal eines oder sogar zwei vorgestellt.

Jetzt aber beantwortet Bild der Frau auch Fragen, die uns bisher niemand beantwortet hat. Zum Beispiel zu der wichtigen Entscheidung:

Soll ich Gemüse aus der Dose waschen?

Ich finde das so wunderbar, das hat ja Karnevalscharakter. Aber Bild der Frau schafft es wirklich, einen ganzen Artikel darüber zu verfassen. Aber lest selbst (damit Ihr in der Küche wirklich auch alles richtig macht 😉 ).

Lesen: hier

Böses rohes Gemüse

Kommentar vom 26. Juni 2010: „Die DKV und gekochtes / rohes Gemüse“

Wie ich vor einigen Wochen schon mal berichtete, bin ich bei der DKV (Deutsche Krankmacher-Versicherung 😈 ) versichert und seit einiger Zeit verschickt die DKV vierfarbige Broschüren. Ich würde ja bevorzugen, dass statt dieser teuren Broschüren meine Beiträge stabil bleiben….

Einige Artikel diese Ausgabe (02/10) fielen mir u.a. deshalb ins Auge, weil die DKV die moderne Methode beherrscht, Maßnahmen durch Gelaber zu vertuschen. Statt zu sagen: „Wir schließen Agenturen“ werden die Methoden den Wünschen der Kunden nach mehr Internet-Kontakt angepasst. Haha. Und ein Arzt erzählt, wie sich Krankenhauseaufenthalte noch stärker verkürzen lassen. Ach ja.

Nun gut, kommen wir endlich zum Gemüse. Schon auf der Titelseite prangt als eines der Hauptthemen „Obst und Gemüse: Roh am gesündesten?“ Im Grunde brauchte ich das Heft jetzt gar nicht mehr aufzuschlagen, denn die Frage ist schon so suggestiv, dass jeder weiß, dass die Antwort kaum „na klar“ lauten wird.

Der Artikel beginnt auf einer Doppelseite, in der Mitte das unweigerliche Foto von ein paar kargen Möhren. Womit schon klar ist: Wer immer diesen Artikel verfasst hat, verwechselt Rohkost mit Kaninchenfutter. Der ganze Artikel, das kann ich schon vorausschicken, strotzt vor allem mit einem: zusammengelesenen Vorurteilen. Es ist zum Kotzen, wenn ich denke, wie viel Geld ich jeden Monat für solchen Unsinn zahle!

Natürlich wird erst einmal über Vitamine doziert. Gähn. Dann wird es spannend, denn wir erfahren etwas über die Vorteile des Erhitzens: Viele Nährstoffe können erst durch Hitze erschlossen werden. Und dann kommt genau ein Beispiel – mal wieder die Möhre. Genau heißt es, dass viele Nährstoffe durch Kochen für den Körper leichter verwertbar werden. Da drängt sich mir die Frage auf: Ist das denn überhaupt wünschenswert, dass für den Körper alles so leicht gemacht wird? Wir können auch unseren Zähnen die Arbeit erleichtern, indem wir nur noch Flüssignahrung zu uns nehmen. Nach zehn Jahren können wir uns ja den Erfolg dieser Maßnahme an unseren Zähnen oder eher Zahnstümpfen erkennen, die ein bequemes Leben hatten. Zweiter Vorteil: „Das Garen macht viele Lebensmittel besser verdaulich.“ Absoluter Unsinn, wer vollwertig lebt, weiß, dass das keinesfalls der Fall ist. Liebe DKV, Bruker noch nie gelesen? Es kommt noch mehr solcherlei Gefasel: Das Erhitzen macht Krankheitserreger unschädlich (klar, wenn wir unser Immunsystem mit Zivilisationskost fast zerstört haben, ist jeder Mikroorganismus gleich ein Krankheitserreger).

Dann kommen wir zu den Gemüsen, die wir nicht roh essen sollen. Bohnen, klar. Dann aber: „Linsen und Kichererbsen können nur durch Erhitzen genießbar gemacht werden.“ Komisch, ich lasse Linsen und Kichererbsen regelmäßig keimen, esse sie unerhitzt und fühle mich bestens. Bin ich ein medizinisches Wunder?

Hey, und jetzt kommt der Hammer, nämlich die spannende Frage „Wie viel rohes Obst und Gemüse ist gut für mich?“ Ich rechnete natürlich schon mit einer Lachnummer, aber es war besser, als ich zu hoffen gefürchtet hatte: „Von der Menge Gemüse pro Tag, etwa 400 Gramm für einen Erwachsenen, sollten 100 bis 200 Gramm roh verzehrt werden. Hinzu kommen noch etwa 200 bis 250 Gramm Obst.“ …. „Wenn nach dem Genuss Probleme auftreten, sollten Sie gekochtes Essen bevorzugen“. Wer öfter beim Kochen wiegt, darf jetzt den Lachanfall bekommen. Eine größere Tomate wiegt ca. 100 Gramm! Eine kleine Möhre 50 Gramm.

Ein Kleinod auch der letzte Absatz, worauf wir nämlich bei der Zubereitung achten müssen. „Weil Krankheitskeime erst durch das Erhitzen abgetötet werden, muss bei Rohkost penible Sorgfalt auf Hygiene und Frische gelegt werden.“ …. „Kaufen Sie nur so viel, wie Sie sofort verbrauchen.“ (Ob hier jemand Hackfleisch mit Obst und Gemüse verwechselt?) Aber der allerletzte Satz des Artikels ist wirklich die Krönung und ich frage mich langsam, warum ich überhaupt noch lebe, und zwar so gesund, dass mir die DKV seit Jahren regelmäßig Beiträge zurückerstatten muss:

„Obst und Gemüse gründlich unter fließendem Wasser waschen. Schale wegschneiden oder gründlich schrubben. Falls Sie sich nicht sicher sind: Einfach ein leckeres Gericht daraus kochen.“

Ach ja, Quellenangaben spart sich die DKV. Das Wort der DKV ist heilig und bedarf keiner Beweise, oder?