Bohnen mit Hirse

Dieses Rezept habe ich vor genau fünf Jahren zubereitet. Es reicht für zwei Personen, ist 100% vollwertig (nach Bruker) und, wenn man die Sahne in der Soße ersetzt durch z.B. Hafersahne, auch vegan.

Bohnen-Hirse-Pfanne

Als Gemüsepfanne 20 Min., dann mit Salz abschmecken:

  • 130 g Hirse
  • 85 g Zwiebel, gehackt
  • 250 g Bohnen, in 2-cm-Stücken
  • 1-2 Prisen Salz

Man kann diese Pfanne einfach mit Zitronensaft und etwas Butter/Öl abschmecken, oder mit einer Soße servieren, wie ich das gemacht habe. Das Rezept steht unter dem nächsten Bild.

Currysoße

  • 20 g Butter
  • 20 g Kichererbsenmehl
  • 1/4 TL indisches Currypulver
  • 30 g Sahne
  • 220 g Wasser
  • 1 gute Prise Salz

Butter auf mittlerer Einstellung zerlassen, Kichererbsenmehl mit Curry mischen und einrühren. Eine Weile unter Rühren garen. Sahne mit Wasser mischen und 2 EL des Gemischs mit dem Salz zur Butter geben, unter Rühren zum Köcheln bringen und den Rest der Flüssigkeit nach und nach einarbeiten, bis es eine glatte Soße ist.

Hitze so einstellen, dass die Soße fast noch köchelt und 8-10 Minuten ziehen lassen.

Immer wieder gerne

Der folgende Beitrag sollte am 10. Sep. 2016 erscheinen. Daran erinnerte mich WordPress gerade. Na, dachte ich, dann eben heute. 🙂

Manche Dinge veralten nie

In loser Folge möchte ich einige Grundrezepte vorstellen, die die Vollwertküche bereichern. Der eine oder andere kennt es schon, aber manchmal vergisst man auch die Dinge, die man bereits kennt.

Heute wende ich mich der Gemüsepfanne zu.

Die Gemüsepfanne ist eine Grundlage der Vollwertkost, die es sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen lohnt. Erfunden wurde sie vielleicht von Waltraud Becker. Zumindest habe ich dieses Prinzip zum ersten Mal in ihrem Buch „Lust ohne Reue“ entdeckt. Was natürlich nicht heißt, dass es das nicht vorher schon gab. Die Gemüsepfanne hat mich sofort fasziniert. Wie, mit so wenig Flüssigkeit soll das funktionieren? Ich hatte vorher wie gewohnt mit Fett angebraten und in Wasser totgekocht. 😉

Das Grundprinzip ist einfach: In die Pfanne kommen ca. 50 g Wasser (Waltraud Becker gibt auch ein Beispiel mit Öl, was funktioniert, aber meiner Ansicht nach nicht mehr empfehlenswert ist). Darüber kommt Gemüse nach Belieben. Wichtig ist, dass das Gemüse nicht zu hochgestapelt wird, sonst dauert das Garen länger und das Wasser „wird“ knapp. Deckel auflegen, auf höchster Einstellung zum Kochen bringen, bis Dampf unter dem Deckel entweicht, auf kleinste Einstellung drehen und bei geschlosseneme Deckel 15 Min. dünsten. Deckel abnehmen, jetzt erst salzen und würzen und auch jetzt erst, wenn man es verwendet, Öl oder Butter unterrühren. Sofort beim ersten Versuch fiel mir auf: Das Gemüse behält seine Farbe und seinen Eigengeschmack viel stärker als bei herkömmlicher Zubereitung.

In der heutigen Küche gibt es zwei kleine Probleme, die es dabei zu umschiffen gilt:

(1) Die modernen Deckel haben alle so ein – ich muss es mal so nennen – idiotisches Abdampfloch. Da wird Wasser verdunstet, und die Flüssigkeits- und Zeitangaben werden dadurch nicht mehr eingehalten. Außerdem will man ja „im eigenen Saft“ dünsten. Interessanterweise haben gerade die Billigdeckel aus Glas immer dieses Loch, teurere Exemplare nicht. Dies hat mich mal zu dem Schluss geführt, dass diese „Löcher“ eher produktionsbedingt sind und uns dann als Abdampflöcher schmackhaft gemacht werden soll. Es gibt aber noch Deckel ohne diese Löcher. Man kann natürlich auch einen Metalldeckel nehmen, aber ich mag Glas wegen der Durchsicht.

(2) Früher hatte so ein Elektroherd 3 Einstellungen, vielleicht noch halbe Zahlen zwischendurch (meist als Punkte). Da war die Anweisung „kleinste Einstellung“ einfach. Heute aber haben vor allem die Induktionsherde einen Bereich bis zu 15. Da muss man erst ein wenig experimentieren, bei welcher Zahl denn wohl der Dünstvorgang noch funktioniert. Es ist auch je nach Pfannenmaterial unterschiedlich. Mein Induktionsherd hat eine Einteilung bis „14“, da weiß ich mittlerweile, dass in der Regel „3“ und bei einer bestimmten Pfanne „2“ die gewünschte Einstellung ist.

Die Zeit richtet sich auch ein wenig danach, welches Gemüse man nimmt. Bei meinen ersten Versuchen hat es immer mit 15 Minunte funktioniert, heute mische ich aber nicht mehr so viele Gemüse und daher können die Zeiten auch schon mal kürzer (Blumenkohl, Kürbis, Pilze usw.) oder länger (Kohl) sein.

Gemüsepfannen…

7. November 2014: Gemüsepfanne mit Induktionsherd

Schon bei meinen Induktionsplatten fiel mir auf, dass Gemüsepfannen nicht mehr ganz so einfach sind wie früher – denn Induktionsplatten speichern keine Hitze. Noch stärker fiel mir das auf, als ich nun in meiner neuen Küche mir habe eine 2-Platten-Induktion einbauen lassen. Mein Gemüse wurde und wurde nicht gar… eigenartig. Mittlerweile weiß ich, wie es geht. Dem einen oder anderen mag das jetzt umständlich erscheinen und er denkt sich: Oh, fein, da kann ich mir die Induktion sparen.

Ich sehe das anders, weil das Induktionskochen so viele Vorteile hat, vorne weg die Geschwindigkeit.

Wie also koche ich mittlerweile Gemüsepfannen:

Ich fange an wie immer, d.h. ich stelle die entsprechende Platte auf P (Power Boost). Sobald Dampf entweicht UND ich sehe, dass es köchelt, schalte ich herunter. Aber nicht auf die kleinste Stufe, die würde nur warmhalten, auch nicht auf die kleinstmögliche Stufe – sondern ich stelle nur etwas herunter. Meine Herd hat eine Einteilung von 1 bis 14. Nach dem „Dampf entweichen“ stelle ich auf Stufe 10 und dann nach und nach immer weiter herunter. Schließlich läuft alles wie gewohnt auf einer sehr niedrigen Stufe (die man herausfinden muss, bei meiner alten Platte war es 2, jetzt ist es 3).

Dasselbe gilt übrigens auch für den Schnellkochtopf, auch da arbeite ich mich allmählich auf die 3 herunter – und da kann ich den Topf auch „stundenlang“ bei stehen lassen.

Gemüsepfanne ganz einfach

4. Juni 2014: Spinatpfanne

Dieses Gericht hat „nicht einmal“ eine Soße. Das Kokosöl gibt ein sehr feines Aroma, die Kombination der Zutaten hat mir insgesamt sehr gut geschmeckt. Grünen Knoblauch kannte ich früher nicht, bei Lebegesund ist er öfter in den Abokisten. Sehr lecker, weil knoblauchartig, aber eher dezent.

Kaufen könnte Ihr dieses Rezept mit der Nummer 6029 (für 1 Euro): hier

Einfache Spinatpfanne

6029t

 

Mittwochs Brotreste

15. Januar 2014: Zwei Brotpfannen

Ich bin ja ein großer Fan der Resteverwertung. Und gerade für Brot ist das durchaus interessant. Ich weiß zwar mittlerweile recht gut, wie viel Brot ich für eine Woche benötige, aber auf die Scheibe genau kann ich das natürlich nicht vorhersehen. Also habe ich alle paar Wochen ein paar Scheiben über. Sind sie noch frisch und knackig, friere ich sie ein. Das schafft einen Vorrat. Aber manchmal sind sie doch zum Einfrieren schon zu trocken. Nachdem ich letztlich auf Muffinluffs Blog ein Rezept gelesen hatte, wo sie das Brot uneingeweicht in einen Auflauf gegeben hatte, war mir klar: Das versuche ich auch! Nun wollte ich aber keinen Auflauf machen, das ist mir in der Wochenmitte zu viel Aufwand. Aber warum sollte das nicht in einer Gemüsepfanne versuchen? Gedacht, getan – und es war so lecker, dass ich das gleich am nächsten Abend sehr ähnlich wiederholt habe. Was bei mir selten ist 😉

Kaufen könnte Ihr diese beiden Rezepte mit der Nummer 5853-5854 (zusammen für 1 Euro): hier

Brot-Kürbis-Pfanne mit Lauch

5853

Brot-Kürbis-Pfanne mit Grünkohl

5854

Grundlagen

2. Januar 2014: Grundlagen des Vollwertkochens

Von mir heiß geliebt sind ja die Gemüsepfannen. Zwar bemühe ich mich, die Beschreibung möglichst kurz in jedes Rezept aufzunehmen, aber ich möchte natürlich auch, dass Ihr selbst einmal experimentieren könnt. Daher habe ich den heutigen Tag den Gemüsepfannen gewidmet 🙂

Das erste Mal habe ich diese Art des einfachen Dünstens bei Waltraud Becker (Lust ohne Reue). Sie beschreibt dort zwei Arten der Zubereitung:

  1. 50 g Wasser in eine Pfanne geben, dann die Pfanne mit Gemüse füllen. Den Deckel auflegen, auf höchster Einstellung zum Kochen bringen und sobald Dampf unter dem Deckel austritt, den Herd auf die kleinste Einstellung drehen. Nun auf kleinster Einstellung 12-15 Min. (je nach Gemüse) dünsten. Dann erst den Deckel anheben, salzen und evtl. Butter oder Öl hinzugeben. Dass das Salz erst jetzt hinzugegeben wird, ist sehr wichtig, damit die Nährstoffe nicht ins Wasser abfließen und verdampfen (etwas laienhaft ausgedrückt).
  2. 50 g Öl in eine Pfanne geben, ansonsten fortfahren wie in Nr. 1 beschrieben.

Becker verwendet nur Gemüse außer Kartoffeln. Sie gibt auch keine Getreide oder Hülsenfrüchte hinzu. Im Laufe meines Kochlebens habe ich so allerlei ausprobiert und gelernt, was diese Art des Kochdünstens zu einer Universaleinrichtung für mich gemacht hat, die immer schmackhaft ist, nicht viel Arbeit macht und schnell geht. Während der Dünstzeit muss ich nicht umrühren oder Ähnliches, kann also eine Rohkost vorbereiten und essen oder die Küche aufräumen. Oder auch einfach nur die Zeitung lesen 🙂

Ich weiß noch, wie ich das erste Mal ganz „mutig“ Kartoffeln ergänzt habe. Werden sie anbraten? Und ich habe festgestellt: Ja, mit Kartoffeln muss ich entweder etwas mehr Wasser hinzugeben, oder einen Teil des Wassers durch Öl ersetzen oder die Kartoffeln oben auflegen (Becker legt nebeneinander). Mein nächstes Experiment waren Getreide wie Hirse, Buchweizen und Quinoa mit relativ kurzer Garzeit und Hülsenfrüchte wie rote oder gelbe Linsen. Dabei muss ich natürlich  die Wassermenge ändern. Die lässt sich einfach kalkulieren, ich zeige das einmal am Beispiel der Hirse:

Wenn ich Hirse alleine koche, nehme ich dreimal so viel Wasser wie Hirse. Bei 75 g Hirse (meine Portion Hirse für eine Gemüsepfanne) brauche ich 3 x 75 = 225 g Wasser. Für die Gemüsepfanne nehme ich jetzt noch 40-50 g Wasser zusätzlich – die ursprüngliche Wassermenge. Bei Buchweizen und Quinoa ist es die doppelte Wassermenge. Bei Linsen ebenfalls die dreifache Menge. Wobei ich gerne weich koche.

Die Kombination mit Reis, wie Becker sie vorschlägt, finde ich nicht zufriedenstellend. Selbst wenn ich den Reis schon morgens in Wasser einweiche und abends mit dem Gemüse gare, finde ich ihn viel zu hart.

Aus der Gemüsepfanne entstanden sind auch meine heißgeliebten Bratdünstkartoffeln, dafür ist allerdings eine beschichtete Pfanne empfehlenswert: etwa ein Fünftel bis zwei Fünftel der Wassermenge (10-20 g) ersetze ich durch Kokos-, Oliven- oder Sonnenblumenöl. Ich muss hier kein Öl verwenden, das stark erhitzbar ist, denn durch die Zugabe von Wasser und wasserhaltigem Gemüse und das relativ schnelle Herunterschalten der Hitze entstehen keine gefährlich hohen Temperaturen. Möchte ich die Kartoffeln stärker gebraten als gedünstet, drehe ich zum Schluss die Hitze nochmals ordentlich hoch für ein paar Minuten. Je nach Kartoffelsorte (festkochend z.B. oder mehlig kochend) kann hier die Zeit stark variieren, manche Kartoffeln (ich spreche hier immer von Scheiben) benötigen 16 Minuten, andere nur 10 Minuen.

Zwei Dinge sind ebenfalls wichtig für die Kalkulation der Wassermenge: Der Deckel und der Herd.

Moderne (billige) Deckel haben meist eine Auslassöffnung. Diese Öffnung verhindert natürlich weitestgehend, dass sich eine wirklich gute Atmosphäre in der Pfanne bilden kann. Es gibt von Pyrex zum Glück noch Deckel ohne Öffnung und auch teure Töpfe und Pfannen werden mit „lochlosen“ Deckeln verkauft. Ich habe festgestellt, dass ich bei den „gelöcherten“ Deckeln 100 g Wasser für eine Gemüsepfanne benötige.

Manche Herde lassen sich nicht soweit herunterdrehen, dass wirklich nur noch eine geringe Temperatur oder Restwärme herrscht. Bei Ceranfeldern ist das relativ unproblematisch. Bei Gasherden empfiehlt sich meist etwas mehr Wasser in meiner Erfahrung (ich habe in meinem England-Urlaub im Mai mit Gas gekocht), genauso auch bei einfacheren Induktionsplatten, da ist die Wärme entweder zu hoch oder zu niedrig.

…. und weihnachtet und Beitrag

26. Dez. 2013: Video und Beitrag Nr. 30

Eines meiner Lieblingsgerichte – ein Gemüsepfanne 🙂

Beitrag Nr. 30 – ein Sachbeitrag

Einsenderin Nr. 30 hat aus Spaß an der Freude mitgemacht. Da sie bereits einmal einen großen Preis in den Preisausschreiben gewonnen hatte, wollte sie nicht jemandem etwas „wegnehmen“. Aber die Aufgabe – hat sie gefordert.

Der gute Ton beim Autofahren

Meinen Führerschein habe ich vor ungefähr 20 Jahren gemacht. Seitdem sind nur wenige Tage vergangen, an denen ich nicht auch Auto gefahren bin. Vieles über den „guten Ton“ beim Autofahren habe ich von meinem Vater gelernt. Als Außendienstler jeden Tag im Auto unterwegs, brachte er uns Beifahrer-Teenagern ganz en passant immer mal das ein oder andere darüber bei. Einiges habe ich mir auch schlicht abgeguckt.

Da ist zunächst einmal das „Danke“ und „Bitte“ sagen unter Autofahrern. Lies ein anderer Autofahrer meinen Vater in eine Lücke hinein, so hob er am Lenkrad grüßend die Finger vom Rad. Oder hob für Fahrer hinter sich die Hand vom Schaltknüppel. Mehr nicht. Als ich nun in meinem ersten Auto endlich selbst zu den Autofahrern gehörte, liebte ich diese Gesten am meisten. Denn ich hatte nicht weiblich-freundlich zu lächeln, eine lässig-männliche Geste allein wies mich als vollwertiges Mitglied der Autofahrergemeinschaft aus. Man bedenke, als Mädchen hatte ich vor Erwachsenen noch Knicksen müssen und im Beruf war ich ein „Fräulein“ und keine „Frau“. Noch heute macht es mir daher Freude, wenn ich die Gelegenheit habe, mich bei anderen Autofahrern zu bedanken.

Ein „Bitte“ wurde damals durch eine auffordernde Handbewegung „Bitte fahre Du“ symbolisiert. Fuhr man auf der 2. Spur neben jemandem und wollte diesem Raum geben, damit er vor einem selbst in eine Lücke fahren kann, so machte man eine Lichthupe, also kurz 2x das Fernlicht aufblitzen lassen. Diese Geste nutze ich heute nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Denn oft, das merke ich, werde ich nicht richtig verstanden – der andere zögert, bleibt stehen, ist ratlos. Ich vermute, dies ist das Ergebnis einer Unsitte, die auf deutschen Autobahnen Einzug gehalten hat. Als Raser auf der linken Spur benutzt man die Lichthupe, um demjenigen, der da gerade von der rechten Spur herüber gekrochen kommt, zu zeigen: „Verzieh‘ Dich, Du Blödmann! Merkst Du nicht, dass ICH hier gerade komme!“

Mein Vater sagte: „Kind, gewöhne Dir an, eine gleichbleibende Geschwindigkeit zu fahren, wenn Du auf einer längeren Straße unterwegs bist. Nichts ist ärgerlicher als ein Fahrer vor Dir, der mal so und dann mal so fährt. Entscheide Dich für eine Geschwindigkeit. Dann können die anderen Autofahrer sich auf Dich einstellen und entscheiden, ob sie hinter Dir bleiben oder Dich überholen möchten.“ Diesen Rat befolge ich noch heute. Auf Autobahnen und langen Bundesstraßen kann ich bei den anderen Autofahrern in dieser Beziehung in den letzten Jahren sogar eine Verbesserung feststellen. Der serienmäßige Einbau von Tempomaten ist also doch nicht so überflüssig, wie ich zunächst dachte.

Ich erinnere mich noch an eine Frage in den Übungsbögen für die schriftliche Fahrprüfung. Das Lernen war öde, umso schöner war es, wenn man auch mal lachen konnte: „Hinter einem LKW hat sich eine längere Schlange gebildet. Wer sollte als erster überholen? A) derjenige, der gerade auf die Schlange zufährt, weil er noch am meisten Schwung hat. B) derjenige, der direkt hinter dem LKW fährt, weil er als erster dran ist.“ Ich fand das mit dem „weil er noch Schwung hat“ zum Totlachen, denn natürlich gebietet es ja wohl „der gute Ton“, dass derjenige zuerst fährt, der schon am längsten wartet. Möge ein jeder selbst entscheiden, ob dies noch heute Sitte ist auf unseren Straßen …

Auch der Rat meines Vaters, sich dem fließenden Verkehr anzupassen, anstatt stets auf die eigene gewählte Geschwindigkeit zu bestehen, ist mir noch häufig präsent. Besonders dann, wenn wieder einmal jemand mit Tempo 50 auf der linken Spur vor mir fährt und alle versuchen, sich rechts an ihm vorbei zu mogeln. Der Eindruck eines „Verkehrserziehers“ ist nicht nur eine Idee. Denn ich kenne drei Menschen, die mir selbst gesagt haben, dass sie mit diesem Verhalten den anderen beibringen möchten, „richtig“ Auto zu fahren.

Weiterhin gute Fahrt!

Frag doch mal die Ute: August-Fragen

31. August 2013: Frag doch mal die Ute

Frage 1 für August: Bist Du zuckersüchtig? In dem Beitrag klingt das so. Oder meinst Du, dass quasi alle Menschen süchtig nach Zucker sind und Du deshalb diesen starken Drang hattest, den Kuchen usw. aufzuessen?
Zuckersüchtig bin und war ich zum Glück nie, d.h. mir ist es sehr leicht gefallen, auch ohne Zucker zu leben. Ich glaube, dass alle Menschen zuckersüchtig werden können, so wie auch alle Menschen nikotinsüchtig werden können, aber nicht müssen. Zucker hat Suchtpotential, das steht für mich außer Frage.

Frage 2 für August: Was ich bislang nicht herausfinden konnte ist, ob der keimunfähige nackthafer nun gänzlich “unbrauchbar” ist, ist er gar gleichzusetzen mit den haferflocken aus den märkten, obwohl er ja immerhin noch frisch geflockt wurde, hast du da eine idee?
Die Produktion von Nackthafer, sodass die Keimfähigkeit erhalten bleibt, ist eine äußerst heikle Angelegenheit, wie mir letztlich ein Biobauer versicherte. Hafer ist auch von den Standardgetreiden am schwierigsten zum Keimen zu bringen. Eben weil er „nackt“ ist, können die Keime sehr leicht beschädigt werden. Besagter Biobauer trägt seinen Hafer sogar vorsichtig quasi mit der Hand, und dennoch kann es passieren, dass der Hafer die Keimfähigkeit verliert. Deshalb ist er jedoch keinesfalls gleichzusetzen mit den Haferflocken aus der Tüte, die immer, auch im Bioladen, wärmebehandelt sind, damit sie nicht ranzig werden. Ich hatte letztlich das Pech, 5 kg Nackthafer zu kaufen, der nicht keimfähig war, nicht einmal 50 %. Ich halte es so: Diese 5 kg verbacke ich in Brot und Fladen oder mische sie in meinen Kakao, ins Frühstück. Aber wenn es ums roh Essen geht, dann kommt für mich nur keimfähiger Nackhtafer in Frage.

Frage 3 für August welche Erfahrung hast du damit Frischkorn-Gericht-Verschmähern die Speise näher zu bringen (nein ich will niemanden missionieren oder zwingen)? Welche Variante würdest du auftischen, wenn jemand überall das frische Getreide heraus schmeckt und das Essen dann verschmäht? Folgende Varianten habe ich schon probiert: Traditionelles Frischkorngericht nach Bruker in diversen Varianten mit geschrotetem Getreide, Frischkorn nach Dr. Ewers (aus deinem Buch), Frischkorn als Salatbeigabe, Eis mit Frischkorn, Frischkorn in einem sahnigen, fruchtigen selbst gemachten Frühstücksdrink. Hast du auf obigem Gebiet vielleicht schon eine interessante persönliche Erfahrung gemacht und oder einen heißen Tipp, vielleicht gibt es ja ein Rezept von dir, das deiner Erfahrung nach wahre Wunder bewirken kann?
Ich hatte noch nie einen Frischkornverschmäher am Tisch sitzen 🙂 Ich weiß nicht, ob du es schon einmal mit Flocken versucht hast? Einen Wundertipp habe ich da leider nicht, ich würde einfach anfänglich das Verhältnis von Getreide zu Obst z.B. sehr obstlastig halten, d.h. die Getreidemenge erst einmal sehr klein halten. Dann ist auch noch die Frage: Ist es ein Erwachsener? Wenn es da Geschmacksvorurteile gibt, kann man kaum noch etwas machen. Bei Kindern kann man mit Minimengen „versteckt“ anfangen. Gut ist auch Buchweizen, weil der durch seinen Knackeffekt im Obst (oder Gemüse) nicht so auffällig ist.

Frage 4 für August Was hältst du als Vollwertlerin von Matcha Tee? Hast du schon mal davon gehört? Beim Matcha Tee wird ja das ganze Blatt getrunken nicht nur ein Auszug davon. Man kann ihn roh oder erhitzt trinken. Ist Matcha Tee deiner Ansicht nach vollwertig?
Ich hatte von Matcha-Tee noch nie gehört. Daher habe ich im Internet nachgeschaut: Es handelt sich um zerkleinerten Grünen Tee und Grüner Tee ist genau wie Schwarzer Tee im strengsten Sinne nicht vollwertig. Ich selbst trinke gelegentlich aus Genuss oder auch mal zum Aufputschen eine Tasse schwarzen Tee und fühle mich dennoch nicht schuldig 😉 Als regelmäßiges Getränke würde ich aber Matcha-Tee daher genausowenig empfehle wie schwarzen Tee oder Kaffe.

Frage 5 für August (1) Ich frage mich, ob man den für Rohkost üblichen Nuss-Teig auch aus
– frisch gemahlenem Getreide (z.B. Hirse) mit pürierter Banane vermischt bzw. aus
– gekeimten und anschließend pürierten Getreidekörnern (wie für das Essener Brot) mit pürierter Banane vermischt
herstellen kann und zu einem schmackhaften Ergebnis kommt. Okay, ich kann es ausprobieren,aber vielleicht kannst Du weiterhelfen und mir eine Enttäuschung ersparen. (2) Immer wieder stößt man in der Vollwertküche und insbesondere auch in der Rohkostküche auf diverse Küchengeräte (Vitamix, Thermomix, Rohofen, Spirelli…). Kommt man denn langfristig auch mit einer normalen Küchenmaschine (550 W) aus?
(1) Viele Rohköstler haben sich meiner Ansicht nach erheblich Falsches über Getreide im Internet angelesen. Insoweit, klar, kannst du Getreide nehmen oder zumindest zum Teil, wie du auch in meinen Rohkostrezepten sehen kannst. Getreide hat jedoch Nüssen gegenüber einen Nachteil: Es verändert sich stärker im Geschmack. Nach drei Tagen schon kann es merkwürdig schmecken. Ich persönlich finde gekeimte und anschließend pürierte Getreidekörner nicht schmackhaft.
(2) Selbstverständlich kommst du ohne teure Geräte aus. Je schlichter du in deinem Essensleben sein möchtest, umso weniger Geräte brauchst du. Es ist immer eine Frage dessen, was du willst. Ein cremiges Eis ohne Sahne geht nicht ohne teures Gerät, Schokolade selbst machen erfordert zumindest einen dieser kleinen Mixer. Einen Salat kannst du genauso gut nur mit dem Messer schneiden statt mit einer Elektroraspel. Je nach Salatmenge dauert es einfach länger. Ein Dörrgerät ist Luxus, wenn man nicht einen riesigen Garten hat. Ich finde sowieso den Anteil des Getrockneten in der modernen Rohkost viel zu hoch. Ein Spirelli ist ein lustiges Spielzeug, das nach anfänglicher Begeisterung nicht nur bei mir nach zwei- oder dreimaliger Begeisterung irgendwo vor sich hinrottet. Die genannten Geräte sind ein kleiner Luxus, den Vollwertler (und nicht nur die) sich leisten. Für einen Vollwertler ganz wichtig halte ich allerdings eine Getreidemühle. Auf jeden Fall ist es möglich auch ohne Gerät köstliche Vollwertgerichte zu machen. Eben einfach andere.

Frage 6 für August: Mir fällt bei deinen rezepten auf, dass man das gemüse nicht in öl anbrät, sondern in wasser dünstet, ich nehme mal an, dass ist schonender für den vitaminerhalt (?) oder aus welchem grund wird das so gemacht? kannst du mir da weiterhelfen?
Du hast schon einen Aspekt richtig erkannt: Es ist besser für die Inhaltsstoffe des Gemüses, wenn man es dünstet statt anbrät. Wichtig ist auch, dass die Wassermenge möglichst gering ist, damit das Gemüse sozusagen im eigenen Saft bleibt. Waltraud Becker, quasi die Erfinderin der Gemüsepfanne, nimmt 5 EL Wasser. Das kommt bei mir nicht mit allen Deckeln und Öfen hin, ist aber eine gute Ausgangsbasis. Der zweite Grund ist das Öl: Es gibt nur wenige Öle, die sich zum Anbraten eignen (Erdnussöl sehr guter Qualität, Kokosöl, ebenfalls Topqualität). Noch gesünder ist, wenn du erst nach dem Dünsten ein kaltgepresstes, natives Öl unterziehst.