Gewalt

22. September 2014: Wir lernen etwas über Frauen und Gewalt

Frauen sind gewaltbereiter in Beziehungen als Männer. Jawohl. Eine britische Studie hat es bewiesen.

So nachzulesen in unser aller Lieblingsblatt, der Apotheken-Umschau, A Ausgabe September, Seite 6.

„Gegenüber ihrem Partner verhalten sich jüngere Frauen häufig aggressiver als Männer – in Worten und Taten“. Um das festzustellen, haben englische Wissenschaftler 1104 Studierende „zu ihrem Verhalten gegenüber Partnern und Freunden befragt.“ […] „Je kontrollierender die Frau war, desto häufiger kam es bei beiden Geschlechtern zu körperlicher Gewalt. Die Männer neigten eher gegenüber anderen Männern zu Aggressionen.“

Ist das nicht wieder spannend? Einmal frage ich mich, warum denn hier gerade nur Studierende befragt wurden. Auch wüsste ich gerne, wie viele von den 1104 Befragten Männer, wie viele Frauen waren. Dass das ausgewogen war – kann ich nur vermuten und hoffen. Was ich aber besonders lustig finde, ist, dass die Ergebnisse aus Befragungen stammen.

Eine andere mögliche Interpretation, statt einfach die Frauen als aggressiver darzustellen, wäre auch, dass Männer sich der Aggressionsproblematik gegenüber Frauen bewusst sind und sie daher nicht so schnell zugeben. Was ist im übrigen mit „kontrollierende Frauen“ gemeint? Solche, die – lapidar gesagt – zu Hause die Hosen anhaben, oder solche, die die Jackentaschen ihrer männlichen Partner durchzusuchen?

Auch fände ich es wünschenswert, die körperliche Gewalt zu stufen. Ist ja vielleicht doch ein Unterschied, ob ich schnell – sagen wir einmal nach 5 Minuten – bereit bin, meinen männlichen Partner ein Kissen an den Kopf zu werden, während er mir nach 10 Minuten mit der Brechstange eins über die Rübe gibt? Dann wäre ich auch schneller aggressiv, räusper….

Ach ja, die Vorstellung von wissenschaftlichen Studien und ihren Ergebnissen in den normalen Medien bleibt ein Kreuz, weil die Journalisten offenbar ihre Gehirne vorher ins Tiefkühlfach zur Ruhe gelegt haben.

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