Sinn und Unsinn von Superfoods

Quinoa, Amaranth, Chiasamen, Gojibeeren … ein sehr interessanter Bericht im ZDF aus dem Jahr 2019.

Leider ist es mir nicht gelungen, einen direkten Link zum Film einzubauen, es kommt immer eine Fehlermeldung. Im ZDF im Suchfeld eingeben: Superfood Anne Kaut

ZDF findet Ihr hier: https://www.zdf.de/live-tv

Auch wer schon länger über die Superfoods lächelt und sie belächelt: Der Beitrag ist interessant. Finde ich.

Rosinen sind out!

7. Okt. 2016: Schrot & Korn

Normales Essen ist nicht mehr interessant. Es muss ein Pülverchen, ein Superfood verwendet werden. So, als würde Essen nur schmecken, wenn mindestens Quinoa oder Gojibeeren drin sind. Wohlgemerkt – ich verwende beides gelegentlich auch, Quinoa sehr selten, weil ich den Geschmack nicht sehr schätze, Gojibeeren sind eine nette – wenn auch sicher entbehrliche – Dekoration. Warum also müssen ständig Rezepte mit den exotischsten Zutaten veröffentlich werden, um Leser anzulocken? Kocht das dann wirklich jemand nach? Mich persönlich faszinieren eher Rezepte, wo etwas aus „normalen“ Dingen interessant kombiniert oder verarbeitet wird. Neues ausprobieren? Ja, klar, es könnte den Essensplan erweitern, wie z.B. die Chiasamen.auch in meiner Küche Einzug gehalten habe. Obwohl ich auch da merke: Nach einer Phase der Begeisterung rücken sie wieder etwas in den Hintergrund.

Was bietet uns z.B. die Schrott & Korn für September? Auf dem Titelblatt lädt sie uns ein: Das Beste mit Hefe: Zwetschenkuchen, Zitronen-Pizzabrot, Cranberry-Schnecken und mehr.

Der Zwetschenkuchen ist sicher versehentlich hineingerutscht? Was soll ich mit knochenharten Cranberrys in Hefeschnecken? Rosinen sind da viel essfreundlicher Das Foto vom Zitronenpizzabrot, au wei, da wird der Kollege den Teller gleich wegschieben. Und der harmlos klingende Titel „Olivenöl-Fladenbrot“ zeigt ein Rezept, in dem ganze Trauben im Teig verarbeitet wurden. Nee, klar, so muss das sein.

Wobei sich da mein Unwohlsein gar nicht alleine gegen Schrot(t) & Korn wendet, die sich nur einem Trend anpassen. Tausend von sogenannten Food-Blogs – und die meisten entweder mit wirklich Banalem oder aber mit Dingen, die vor allem eins wollen: Auffallen durch neue Kombinationen und Verwendung der ausgefallensten Zutaten. Besonders tut sich für mich da ja die Clean-Eating-Szene hervor. Einfach das Label „Clean Eating“ drauf, „Superfoods“ dazu – und schon ist der Erfolg da.

Ich bin da deutlich bescheidener in meinen Ansprüchen, was ich lesen will. Rezepte von Menschen, die das auch wirklich gekocht und gerne gegessen haben. Eine Rarität :-).

Lange nicht mehr gelesen: die Apotheken-Umschau

3. Mai 2014: Beeren für unsere Gesundheit, schön teuer bitte

Wunderbeeren…

Im Diabetes-Ratgeber fand ich in der April-Ausgabe einen Artikel, dem ich ausnahmsweise mal stetig mit dem Kopf nickend zustimmen konnte.

Endlich mal jemand, der klar macht, dass diese ganzen Wunderdinge wie Goji, Acerola, Aronia usw. vielleicht als frische Früchte einen guten Gehalt an Vitalstoffen halten, wir den entsprechenden Bedarf aber mit heimischem Obst und Gemüse genauso gut decken können. So lese ich daher mit großer Freude Sätze „Zudem weisen Experten seit Langem darauf hin, dass Vitamine und Pflanzenstoffe ihre gesundheitsfördernden Kräfte am besten entfalten, wenn sie in ihrer natürlichen ‚Verpackung‘ konsumiert werden – also als ganze Frucht und nicht zu Säften, Pulvern oder Kapseln verarbeitet.“

Ah, das ist schön, wenn ich mich mal von konventioneller Seite unterstützt sehe 🙂 Auf den hohen Preis dieser Früchte wird ebenfalls hingewiesen. Und dann folgt noch ein Artikel über die Nebenwirkungen – was uns die Versandhäuser natürlich gerne verschweigen. Um mal die bekannten Goji-Beeren herauszupicken: Es gibt Hinweise, dass Goji-Beeren das Blut verdünnen. Nicht gut für Menschen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, weil die Wirkung dieser Präparate dann verstärkt wird.

Außerdem wird noch auf den möglichen Schadstoffgehalt dieser Früchte hingewiesen, weil eine Belastung nicht ausgeschlossen werden kann, da nur stichprobenweise überprüft wird.

Autorin ist Dr. Sabine Haaß, die wohl regelmäßig für den Diabetes-Ratgeber schreibt, mir aber bisher noch nicht aufgefallen ist. Ihr sei heute mal mein Dank gesagt 🙂