Ein Tuch für den Sommer

Derzeit häkele ich mal ein Dreieckstuch – geplant ist es ausnahmsweise für mich selbst. Im Moment mache ich die Heizung nicht an, aber am Nachmittag oder frühen Abend kann es mir im Schulterbereich dann doch etwas zu kalt werden. Die „Wolle“ macht einen nicht zu flauschigen Eindruck, das war mir wichtig 😉

Und hier noch das Muster im Detail:

Es ist ein einfaches Muster. Wer errät, wie es geht?

Ein neuer Pullover

Zum Glück habe ich eine Freundin, die meist auch die verrücktesten Sachen, die ich herstelle, cool findet. So auch bei dem folgenden Pullover. Ich habe ihn angefangen, ohne einen großen Plan zu haben. Und letztendlich wurde der Pulli auch ganz anders, als selbst in meinem Miniplan vorgesehen war. Ab und zu habe ich ihr per WhatsApp ein Foto geschickt – das natürlich mehr neugierig machte als Aufschluss gab. Die Farben und der Mustermix gefielen ihr immer.

Nun ist das Stück fertig. Die Fäden habe ich noch nicht vernäht, meine Freundin soll ihn erst anprobieren. Wenn er sitzt und gefällt, vernähe ich. Wenn nicht, werde ich halt einen Teil wieder aufziehen (die Ärmel habe ich sowieso links 2x und rechts 3x gestrickt, weil ich mich vertan hatte).

Die Wolle habe ich aus dem Sonderangebot. Das Knäuel 1 Euro. Ich kann bei sowas nicht widerstehen. „Was wollen Sie denn draus machen?“, fragte mich die Bedienung, weil sie mich bei der Zahl der Knäuel beraten wollte. „Keine Ahnung.“ Sie ließ sich nichts anmerken. 😉

Als erstes das Foto von vorn. Auf dem Foto links den Ärmel habe ich etwas umgeklappt, damit man sieht, wo die Ärmelöffnung aufhört. Der Halsausschnitt ist absichtlich schräg.

Vorderteil
Rückenteil

Ich habe Stricken und Häkeln gemischt. Das gefällt mir sehr gut, und wird sicher nicht das letzte Mal sein. Nun bin ich gespannt, wenn mir meine Freundin ein Foto schickt, wie er aussieht. Aufgrund von Corona lege ich ihr den Pulli nämlich in den Briefkasten.

Die Wolle gefiel mir ja optisch sofort, aber zum Verarbeiten ist sie ein wenig schwierig. Da sie sehr rutschig ist, kann man einen Fehler beim Stricken in der Runde darunter kaum reparieren, es fällt alles sofort metertief …

Basteln mit Ute

Ab heute biete ich einen Videokurs an: „Basteln mit Ute“.

Teil 1 beschäftigt sich mit der interessanten Makramee-Technik. Der Kurs umfasst 6 Stunden und zeigt euch, wie Ihr auch als Anfänger Atemschutzmasken in drei Größen in dieser Technik herstellen könnt. Fortgeschritteneren zeige ich dann nicht nur die Basisversionen, sondern auch Schmuckmasken in bis zu drei verschiedenen Farben.

Teil 2 ist ein Strickkurs, Voraussetzung: Ihr wisst wie man Maschen aufnehmen, rechts und links stricken könnt. In nur vier Stunden führe ich euch in die Kunst des Strickens von Atemschutzmasken im Norwegermuster ein.

Teil 3 wendet sich an die Häkelbegeisterten. Hier häkeln wir Abstandshalter in zwei Farben: 1,5 Meter in dunkelblau für die minimale Sicherheit, daran fügt sich ein rotes 50-cm-Stück an, für die, die gar kein Risiko eingehen wollen. Dieser Kurs erfordert keine Kenntnisse. Wer möchte, kann auch seine Strickliesel mitbringen.
Da es hierfür keine Altersbeschränkungen gibt, ist der Kurs auch für die ganz Kleinen geeignet. Während Ihr im Home Office sitzt, können die Schulkinder ihre kleinen Lernberge abarbeiten – was aber ist mit den Kita-Kindern? Kinder zahlen nur die Hälfte, und so könnt Ihr nicht nur eure Kleinen beschäftigen, sondern tragt auch noch zur Sicherheit in der Bevölkerung bei. Ein kleines persönliches Geburtstagsgeschenk oder eine kleine Gabe für den armen Paketboten, der mit vier Paketen auf dem Arm Tag für Tag Treppen hoch- und wieder heruntersteigt?

Jeder Kurs kostet 60 Euro, ohne Vorauszahlung ist keine Teilnahme möglich. Start jederzeit.

Meine schönsten Stücke könnt Ihr übrigens auch in meinem Online-Basar erwerben. Dort könnt Ihr auch eure überzähligen Kunststücke in Kommission einstellen.

 

Strick- und Häkelwaren

5. November 2012: Mal wieder rausgekrost

Während meines Studiums und auch noch einige Jahre danach kannten mich viele Menschen nur mit Strickzeug unterwegs. Ich fand Stricken toll, obwohl nur die wenigsten Stücke für mich selbst waren. Ich trage nämlich Selbstgestricktes nur selten gerne. Keine Ahnung, warum – vielleicht eine Perfektionsmarotte von mir. Jahrelang habe ich meine Stricknadeln nicht mehr angeschaut. Vor ein paar Wochen aber hat es mich wieder gejuckt und ich habe mir Wolle in drei verschiedenen Farben gekauft. Die Farbkombination ist nicht unbedingt jedermanns Geschmack (neongrün – aubergine/lila – eierschal/beige), aber ich finde sie toll :-). Ich habe einen Pullover in Arbeit (es fehlt nur noch der Halsausschnitt). Die Wolle reicht auch noch für Handschuhe und Socken. Auch mit der Häkelei habe ich mich wieder beschäftigt. Da konnte ich ebenfalls feststellen, dass sich einiges getan hat.

Gab es zum Beispiel früher nur Stricksocken, gibt es jetzt ganze Bücher über das Häkeln von Socken. So etwas reizt natürlich meine Neugier. Außerdem hatte ich jemandem einen roten Schal versprochen. Im Geschäft wunderbares Bändchengarn erworben, Nadelstärke 5-6. Klingt gut für einen Schal. Tja, nur leider war die Nadelstärke mit 5-6 völlig falsch angegeben. Selbst mit Häkelnadel Nr. 12 ist es noch fast ein Brett. Eric meinte, vielleicht sollte ich lieber eine kugelfeste Weste verschenken? Ich habe das Garn kurzerhand für die Produktion eines Türabtreters umfunktioniert.

Was mich beim Wiedereinstieg nervt: Anleitungen sind meist völlig wirr und vor allem unsystematisch. Wenn man also nicht dieselbe Wolle hat, die selbe Größe trägt und auf dieselbe Weise strickt…. steht man staunend davor. Ich habe das bei den Handschuhen gemerkt. Die Anleitung finde ich nach wie vor sehr bescheiden. Jetzt, wo ich die Handschuhe fertig habe, verstehe ich den Text. DAS kann nicht Sinn der Sache sein! Auf YouTube ist es auch nicht viel besser: Und jetzt müsst Ihr 4 Maschen so stricken und dann 3 zunehmen (oder so ähnlich). Das spricht mich als organisiert denkenden Menschen nicht an.

Es muss doch Regeln dafür geben, wie zum Beispiel Armausschnitt und Armkugeln miteinander im Verhältnis stehen, denn ich bin sicher, dass diejenigen, die die Modelle entwerfen, nicht herumraten. Deshalb liebe ich Raglanärmel: Das System ist einfach und ich habe es verstanden.

Das Buch zu Häkelhandschuhen von Veronika Hug ist wirklich gruselig. Vielleicht will ja Hug das System nicht wirklich verraten, weil sie noch drei Bücher veröffentlichen will? Dabei gibt sich das ganze so – wie viele andere Bücher auch, als ob uns etwas ganz klar vor Augen geführt würde. Aber wenn ich dann auf Seite 7 lese „Wie Stufe 3 der der Fingerhandschuhe arbeiten (siehe Seite 4/5)“ geht mir schon wieder die Hutschnur hoch. Das erinnert mich an Kochrezepte, wo ich erst an fünf anderen Stellen rumblättern muss, um endlich einfache Bratkartoffeln nachmachen zu können 😉 Anstatt mir irgendwelche Maschenzahlen um die Ohren zu hauen („1. Masche = rechte Mittel-Masche, die folgenden 7 Maschen = Handrücken, folgende Masche = linke Mittel-Masche“) usw., würde sich hier ein Satz anbieten mit der Erklärung, dass die Zunahmen immer an den Seiten vorgenommen werden, stets an einer Seiten-Mittelmasche, und dass das in der ersten Runde zwischen diesen Mittelmaschen 7 Maschen sind, die sich dann pro Reihe durch die Zunahmen erhöhen. Dann nämlich verstehe ich nicht nur das System, sondern habe nach 3 Reihen auch eine ganz einfache Kontrollmöglichkeit, ob ich die Zunahmen alle korrekt durchgeführt habe.

Für alle Nichtstricker: Es geht ja nicht nur ums Stricken. Es ist so ein gruseliger Trend, dass uns einfache Dinge nicht richtig erklärt, sondern eher vergeheimnist werden. Das ist beim Brotbacken so, beim Sauerteig herstellen, beim Sauerkraut. Werden meine Brotrezepte schlechter, wenn ich sie so schreibe, dass sie (fast) jeder nachmachen kann?

Ich bin für gute Erklärungen. Und das dürfen wir im Kleinen genauso verlangen wie im Großen. Vielleicht gibt es eines Tages vernünftig geschriebene Strickanleitungen und für Menschengehirne entworfen Steuererklärungen 🙂