Ein Gastbeitrag zum Honig

6. November 2014: Honigproduktion hautnah

Honey – Honey – Honey

Früher habe ich den guten kalt geschleuderten Homig gekauft, mich aber immer gewundert, warum er so teuer ist. Nun hatte ich neulich die Gelegenheit, meinen Vater ein paar Tage beim Imkern zu begleiten. Seit er und seine Frau Rentner sind, sind sie auf die Biene gekommen. Sie hegen und pflegen inzwischen 11.000 Bienen in 8 Stöcken. Der Laden summt sozusagen. Ich kann sicher nicht erzählen, was in welcher Reihenfolge alles gemacht werden muss. Aber die Beobachtungen fand ich interessant, denn man muss sagen: Bienen zu haben bedeutet jeden Tag mehrere Stunden Arbeit.

Im Garten meines Vaters und seiner Frau ist nun alles auf Bienen gerichtet: es gibt Gewächse, die bienentauglich sind, es gibt Insektenhotels im großen Stil, zur Straße hin befinden sich alte Bienenstöcke, die Interesse für Bienen wecken sollen. Die Werkstatt wurde erweitert. Man braucht ja neben den paar Gläsern auch einen Dampfwachser, einen Smoker, Schutzkleidung, Ersatzrähmchen, Medikamente zur Varoa-Milben-Behandlung, eine Honigschleuder, ein Rührgerät usw.

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Die Bienen haben es in ihren mehrstöckigen Bienenkästen nett warm. Zum Sommer hin sind sie oft aushäusig, im Herbst schmeißen sie die Drohnen raus, auf dass diese sterben und rotten sich zusammen und summen. Dabei sind sie ständig in Bewegung, so erhalten sie als Kollektiv die Wärme. Das Bild oben zeigt einen Bienenstock, aus dem die Drohnen schon vertrieben wurden. Bei diesem haben wir die Königin gesucht und gefunden, indem wir Rahmen für Rahmen rausgeholt haben.

Ohne Schutzkleidung wäre der Umgang mit den Bienen noch viel aufregender, als er es  ohnehin schon ist. Man muss sich schon mit diesem blassgelben Zeug sehr daran gewöhnen, dass sie einen umschwirren und darf nicht hektisch werden – auch wenn sie ständig auf einem herumkrabbeln. Zusätzlich kommen dann gerne auch noch Wespen angeflogen, weil sie den süßen Honig riechen, und versuchen sich einzuschleichen oder lassen sich auf dem Gitter um den Kopf nieder. Die dicken Lederhandschuhe sind allerdings manchmal etwas unhandlich.

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Was macht man mit den Bienen: an diesen Tagen im Spätsommer haben wir kontrolliert, ob genug Futter da ist – das heißt: ob die Waben noch voll genug sind. Wenn das nicht der Fall ist, müssen die Bienen Futter bekommen, damit sie den Winter überleben. Dazu muss man mit einer Zugwaage den ganzen Stock hochziehen und errechnen, wie das Verhältnis von Biene und Futter ist. Dann muss man ggf. dazufüttern.

Einen großen Zeitraum nimmt auch die Varoa-Milben-Behandlung ein. Die Bienen werden behandelt, indem man Ameisensäure auf den Stock unter den Deckel legt. Diese Ameisensäure ist schwer flüchtig und sinkt nach unten. Dadurch fallen die Varoa-Milben von den Bienen ab. Sie landen dann – meistens verstorben – im unteren Bereich des Stocks. Praktischerweise legt der kluge Imker hier ein weißes Brett unter, das er rauszieht, um die Milben zu zählen.
Mit Bienen hat man das ganze Jahr zu tun. Man erntet also nicht nur ein bis zweimal im Jahr den Honig, sondern man muss auch das ganze Jahr gucken, dass sie noch eine Königin haben, dass das Volk groß genug ist, damit es durch den Winter kommt, dass das Volk nicht anfängt zu schwärmen (denn in der freien Wildbahn verendet es), dass die Varoa-Milben nicht überhand nehmen, dass alle satt werden und und und.

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Was ich an Wissen mitgenommen habe und auch noch interessant finde:

  • Sommerbienen leben 6 Wochen, Winterbienen 6 Monate. So überlebt das Volk bis zum nächsten Frühjahr;
  • Von Wildbienen kann man gar keinen Honig ernten, da sie keine Vorratshaltung betreiben, wie die Kulturbienen;
  • Königinnen leben bis zu vier Jahren. Sie paaren sich einmal im Leben mit den Drohnen und haben dann genügendSamenvorrat für ihr ganzes Leben. Wenn sie unfruchtbar werden, drängen die Bienen sie aus dem Stock und ziehen sich durch besondere Fütterung eine neue Königin heran.

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Die Biene wird als eines der wichtigsten Nutztiere gehandelt. Ohne sie (und andere Insekten) gäbe es keine Bestäubung der Obstpflanzen zum Beispiel. Und da sind 5 bis 6 Euro für ein Glas doch relativ günstig…

Honig, wo stehst du heute?

30. August 2013: Honig oder was oder wie?

Honig, Agavendicksaft, Apfeldicksaft, Ahornsirup – was darf ich denn nun verwenden?

Für mich als Vollwertlerin war viele Jahre die Antwort eindeutig: Honig. Sonst nix. Allenfalls noch Trockenfrüchte.

Durch die Forks-and-Knives-Bewegung erneut auf die Frage gestoßen, habe ich mich ein wenig damit beschäftigt, was dort zu den Süßmitteln gesagt wird. Daniela benutzt Agavendicksaft, weil der „zugelassen“ ist. Ich probiere ein wenig mit Agavendicksaft herum, während mich aber gleichzeitig die Frage beschäftigt, wieso ein solches Industrieprodukt denn besser sein soll als ein natürlicher Honig?

Er ist es nicht. Auch die Mitarbeiter der Forks-and-Knives-Aktion haben anfangs Honig benutzt. Vermutlich hat sich das einfach gegen den Honig entwickelt, weil der nicht „vegan“ ist – und vegan ist so ein bequemes Wort, ohne dass man viel erklären muss, eben einfach „nichts vom Tier“.

In einem Interview (hier) und in einem Diskussionsforum erhielt ich nun die Antwort: Esselstyn lehnt allesamt in gleichem Maße ab, Zucker ist für den Körper Zucker. Er ist Arzt, er macht das seit Jahren und ich bin dagegen im Vergleich sicher ein „kleines Würstchen“. Dennoch behalte ich mir meine eigene Meinung vor: Ein Naturprodukt kann niemals so schlecht sein wie ein Industrieprodukt, davon bin ich überzeugt. Natürlich kann es auch schlechte Wirkungen haben, wie es z.B. ja auch giftige Pflanzen gibt. Aufgrund seiner Natürlichkeit bleibt für mich der Honig das Süßungsmittel Nr. 1. Wobei ich ein wenig mit dem Agavendicksaft experimentieren werde, weil ich festgestellt habe: Beim Backen verhält er sich günstiger als Honig. Das heißt, ich komme beim Backen mit weniger Süßungsmittel aus – und das genau ist mein Ziel.

Ganz unbemerkt sind sich auch hier die Brukersche Vollwertkost und Forks-and-Knives-Aussagen sehr, sehr nahe. Wir alle kennen doch Brukers gerne zitierte Antwort auf die Frage „Ja, womit sollen wir denn dann süßen?“ „Was wollen Sie überhaupt süßen?“.

Das heißt, die natürliche Süße aus den Früchten sollte uns reichen. Bruker hat seine Einstellung zu den Süßungsmitteln nicht ganz so krass formuliert wie Esselstyn. Kein Wunder – als er arbeitete, waren die Zeiten noch anders und wenn er so wie Esselstyn mit Nachdruck gesagt hätte: „Süßen Sie gar nichts“ hätte man ihn vollends zum Idioten und Spinner abgestempelt.

Es wäre schön, wenn die GGB als Nachfolgerin seiner Arbeiten nun auch hier ein wenig brukerianischer wäre und nicht in den Kursen Honig aus Riesenbottichen in die Kuchen schmeißt, sondern sich – wie dies auch bei Milchprodukten zu vermissen ist – enger an die Vorgaben hält, heute in einer Zeit, wo etwas radikalere Aussagen durchaus möglich sind. Leider ziehen so viele Hundert Menschen jährlich mit dem erworbenen Wissen durch die Gegend: Sahne in rauen Mengen und Honig reichlich, ja bitte, das ist erlaubt.

Das ist traurig. Nun sind wir ja aber erwachsenen Menschen und dürfen uns selbst weiterbilden, lesen und nachdenken. Wir brauchen keine Vorbeter, uns reichen Denkanstöße. Für mich persönlich ist mein Ziel erneut: Das Süße einschränken. Damit meine ich nicht die Herabsetzung der Süßeschwelle, die ja außer mir so viele Menschen erleben. Ich lese es immer wieder – und kann es dennoch bei mir nicht feststellen. Ich mag noch immer keine Pappkuchen 🙂

Was also ist mein persönlicher Weg in Sachen „süß“? Einfach noch weniger Süßes essen. Mal wieder drei oder vier Wochen einlegen, wo ich überhaupt kein Süßungsmittel nehme. Austesten, wie ich am leichtesten süßen kann mit so wenig Süßzusatz wie möglich, ohne (!) dass der Geschmack leidet.

Beim Übergang von der Normalkost zur Vollwertkost oder auch zu jeder anderen gesunden Ernährung ist es wichtig, dass wir etwas zur Hand haben, dass uns den Abschied erleichtert. Da „dürfen“ auch gerne ein oder zwei Jahre mal mit Honigorgien verbracht werden 😉 Ganz am Anfang des neuen Ernährungswegs finde ich dann auch den Einsatz von Ahornsirup und ähnlichen Dingen nicht so tragisch: Denn auch sie führen, wie ich aus eigener (!) Erfahrung weiß, erst einmal weg vom Hauptübeltäter, dem Industriezucker.

Das Ziel sollte uns aber immer vor Augen bleiben: Honig oder was immer wir nehmen – ist ein Gewürz. Und ich streue mir auch nicht 3 Esslöffel Curry über mein Linsengericht.

Mein Wochenendbesuch

2. August 2013: Veganer Besuch

An dem heißen Juli-Wochenende, 26. bis 28. Juli, hatte ich veganen Besuch, meinen 17-jährigen Neffen M. Er ist seit einem knappen Jahr Vegetarier und seit Silvester Veganer. Als ich das mitbekommen habe, lud ich ihn zu einem veganen Kochwochenende ein. Ja, da hätte er Spaß dran… Wir hatten erst Karneval geplant, aber das klappte nicht. Dann hatten wir das obige Wochenende ins Auge gefasst. Auch wenn alle Schicksalsstränge sich dagegen verbunden hatten – die Kunden deckelten uns mit Arbeit zu, die Temperaturen gingen in schwindelnde Höhen -, habe ich den Termin nicht sausen lassen. Es sind jetzt Schulferien, und wer weiß, ob es an einem anderen Wochenende geklappt hätte? Also Temperaturaugen durch und zu.
Um das Ende gleich vorweg zu nehmen – es wurde ein tolles Wochenende und ich hoffe, ich konnte dem jungen Mann ein wenig auf den Veganweg mitgeben zum Überdenken (in Sachen natürliche Lebensmittel). Für mich ist vegan in der praktischen Umsetzung kein Problem, nur mit dem Honig musste ich ein wenig umdenken, denn M. ist da konsequent (für sich selbst). Gleich am ersten Abend hätte ich beinahe einen Missgriff getan, es sollte Salat geben. „Magst du scharfes Essen?“ M. nickte freudig. Ich gab also Hoisan-Soße mit Cashewnüssen usw. in den Mixbecher und ups, da fiel es mir ein: Ich habe ja einen Teelöffel Honig in der Soße. Zum Glück habe ich noch daran gedacht, und konnte so ein neues Dressing herstellen und das halbfertige Dressing für die kommende Woche verwahren.
In einem hat er großes Glück: Er wird von der Familie akzeptiert, ja, sogar unterstützt. Seine Mutter kocht für ihn vegan, die ganze Familie ist schon ein bisschen beeinflusst. Ein wenig lustig finde ich das schon, ich meine…. es ist ja nicht so, als hätte man über die Verwandtschaft mit mir nicht schon einmal über Tiereiweißlosigkeit nachdenken können, oder? 😉 Aber was soll’s… das Ergebnis zählt und das Schicksal des Propheten im eigenen Land ist ja nicht ohne Grund ein gängiges Sprichwort.
Mein Neffe ist als einziger in der Familie sehr schlank. Seine Mutter findet, er braucht dringlich ein paar Kilos drauf. Ich finde das nicht. Klar, er ist sehr schlank, aber gesund, munter und belastbar. Außerdem – 17 Jahre alt…. Da kann noch viel passieren. Als Veganer ist er natürlich auch nicht der Gefahr ausgesetzt, ständig und überall rumzufuttern, das ist ja „gefährlich“. An dem heißen Samstag hat er in der Küche rumgewerkelt, ohne Schwächen zu zeigen, ist zweimal mit mir shoppen gewesen und kein Tröpfchen Schweiß auf der Stirn war zu sehen (bei mir schon eher, aber ich bin auch sicher nicht sehr schlank). Wofür soll er da mehr Kilos mit sich rumtragen? Für irgendwelche theoretischen Vorstellungen?
M. ist auch locker in seinem Veganismus, für andere meine ich, nicht für sich selbst. Ich hoffe, das bleibt so. Als wir Samstag einkaufen waren, habe ich eine kleine Flasche Ahornsirup gekauft. Das ist zum Plätzchenbacken und vor allem für die Herstellung von Schokolade einfach besser als Rosinen- oder Dattelsoße. Da er sonst alles Vollwertige mit viel Freude gegessen hat, käme ich mir dämlich vor, wenn ich da plötzlich die Vollwertigkeit des Honigs ständig ins Spiel bringen muss. Ich muss die Dinge nicht essen und habe ihm auch alles mitgegeben. Im Übrigen schmeckt Ahornsirup im Gegensatz zu Zucker lecker in Plätzchen und Schokolade, probiert habe ich natürlich schon. Er ist gerade mal ein paar Monate dabei, da möchte ich nicht durch übermäßige Linientreue anderen gegenüber der Vollwert ein so unrühmliches Denkmal setzen.
Ich habe auch keine Grundsatzdiskussion über Honig angefangen. Ich persönlich weiß genug aus direkten Berichten und auch aus dem Internet, dass Bienenhaltung und Honiggewinnung nicht mit der Massentierhaltung verglichen werden können – wenn man sich nicht gerade Discounterhonig in die Bude holt. Das wird er eines Tages lernen oder auch nicht. Ich finde, da gibt es wichtigere Dinge im Essensleben, über die es sich zu sprechen lohnt.
„Eigentlich“ frühstückt M. nicht – aber ein kleines Frischkorngericht hat er Samstag trotzdem mitgegessen. Ich hab’s extra mit Flocken gemacht, eingeweichtes Getreide ist eben nicht für jedermann gleich ein guter Einstieg. Weniger als sonst, mit ein bisschen Erdbeer-Bananepüree und ein paar Heidelbeeren oben drauf. Am zweiten Tag – ich bin ja undogmatisch, wer nicht frühstücken will, soll’s bleiben lassen – hat er es quasi „verlangt“. Fein. Die Erinnerung wird bleiben – auch wie schön satt das macht.
Das Tiramisu für die Commitment-Aktion haben wir zusammen gemacht, eine Lasagne, Plätzchen, Knäckebrot, Cracker, bestimmt 5 oder 6-Mal Eis aus dem Vitamix :-). Einen Aufstrich, zweimal Schokolade (mit Ahornsirup), Brötchen gebacken, eine Salatplatte und Suppe vorbereitet für die Familie, die ihn wieder abgeholt hat.
Abends haben wir auf der Terrasse gesessen und den Grillduft (haha) der Nachbarn geatmet. Auch da waren wir uns einig – das ist fies.

Wie süß kann Kuchen sein?

Kommentar vom 24. Juni 2011: Die berühmte Süßigkeitenschwelle

Vor zwei Jahren hatte ich zum ersten Mal eine süßlose Phase ausprobiert. Es gab keinen Honig, keine Trockenfrüchte. Die zwei Wochen schaffte ich problemlos. Mir war klar: Das Experiment möchte ich wiederholen.

Im Februar, also vor drei Monaten, war es dann soweit. Ich begann eine neue Entsüßungszeit. Dazu kam dann zwei Wochen später eine lange Rohkostphase. Da mein Kollege sich auch zu einer längeren Rohkostphase entschloss, wurde dadurch für mich vieles einfacher, die Versuchung lag einfach nicht mehr in Form von Vollwertpralinen oder (später) Datteln im Kühlschrank.

Es lief und läuft völlig problemlos. Zweimal habe ich gegen die Regel „verstoßen“: Einmal habe ich nach zwei Wochen die noch vorhandenen Dattelvorräte (300 g) verputzt. Eine Weile habe ich tiefgekühlte Bananenstückchen gegessen. Das habe ich dann auch wieder eingestellt, weil ich den Eindruck nicht loswurde: Ein gewisser Suchtfaktor ist auch in der normalen Süße vorhanden. Denn wenn ich gar nichts Übersüßes (gefrorene Bananen sind süßer als die frischen Früchte, Trockenfrüchte sowieso) esse, vermisse ich es überhaupt nicht. Schon manches Obst ist mir zu süß. Früher aß ich schon mal gerne einfach einen Apfel. Letzlich habe ich einen Apfel pur mit Überwindung zu Ende gegessen, weil er so süß war. Ein Hinweis für mich darauf, dass das Obst heute zu süß gezüchtet ist, worauf ja ernstzumeinende Rohköstler auch gerne hinweisen.

Dann stand Besuch ins Haus, den ich mit selbstgemachter Schokolade beeindrucken wollte. Beim Säubern des Schokoladen-Mixbechers stellte ich fest, dass mir die Schokolade nicht mehr so lecker schmeckt, trotz der gesunden Zutaten, zu süß. Ein ähnliches Erlebnis wie bei dem kleinen Apfel: ihh, wie süß. Ähäm. Deswegen habe ich eine Weile sehr gerne Eis gegessen, da ist der süße Obstgeschmack nicht so „penetrant“. Aber die Schiene „jeden Tag ein Eis“ finde ich auch nicht so dolle. Ich esse insgesamt wieder (das war gab’s bei mir im Leben immer mal) lieber Gemüse als Obst.

Das Erlebnis mit dem Süßegefühl ist anders, als ich erwartet hätte. Ich dachte, die Süßeschwelle sinkt und ich möchte immer weniger süßen. Meine Sätze vorher könnten auch so klingen. Nein, so ist das nicht. Wenn ich wirklich Hunger auf süß habe, möchte ich auch etwas richtig Süßes. Das kommt aber kaum vor. Ich mag mittlerweile meinen Kakao (kalt) gerne frisch aus Kakaonibs mit einem Getreide und Nüssen. Der schmeckt dann einfach nach… mehr. Wenn ich z.B. einen Kuchen backe, mag ich ihn auch nicht weniger süß als vorher. Da unterscheide ich mich von vielen Vollwertlern, die begeistert erzählen, wie sie immer weniger Honig in den Kuchen tun. Das erlebe ich ganz anders: wenn süß, dann richtig süß. Ich habe nur einfach immer weniger Hunger auf süße Sachen.

Honig überdeckt eben wie Zucker den Eigengeschmack der Zutaten. Lustig, denn ich sitze hier mit gefühlten 5 Zentnern Honig…. Die paar Gläser mit echtem frischen köstlichen Imkerhonig könnten mich so locker durch das Jahr bringen.

Mellifera bittet um Unterstützung (Gentechnik)

Kommentar vom 16. Dezember 2012

Gerade erhielt ich eine Email von Mellifera. Ich bin dort Mitglied (www.mellifera.de), dort wird wertvolle Hilfe für Honig geleistet. Übrigens eine Organisation, die eine Empfehlung auch der GGB Lahnstein ist. Es folgt die Mail, die meiner Ansicht nach für sich spricht.

Am 7.12. 2010 wurden vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg, weit reichende Grundsatzfragen zur Gentechnik verhandelt. Wir sind stolz darauf nach vier Jahren Kampf nun mit dem Imker Karl Heinz Bablok vor dem obersten Gericht der EU zu stehen. Unser Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik hat bewirkt, dass über wesentliche Fragen der Koexistenz zwischen der herkömmlichen Landwirtschaft bzw. Lebensmittelerzeugung und der Gentechnik entschieden wird.

Der EuGH misst dem Verfahren besondere Bedeutung bei, denn es hat die mündlichen Ausführungen der Parteien mit der großen Kammer, die mit 13 Richtern zugleich besetzt ist, angehört. Die Richter haben die Argumente der Imker offenkundig sehr ernst genommen und die EU-Kommission sowie Monsanto mit kritischen Fragen des Verbraucherschutzes und der Schadensregulierung konfrontiert. Darauf konnten keine befriedigenden Antworten gegeben werden.

Weitere Information zur EuGH Verhandlung am 7. 12. 2010 sowie eine juristische Stellungnahme unserer Kanzlei Gaßner, Groth & Siederer (Berlin) finden Sie unter
http://www.bienen-gentechnik.de/gen/gen.news/news.gen.12/index.html
Über das Urteils des Bundesverfassungsgerichtes vom 24.11. 2010 finden Sie dort ebenfalls Informationen; insbesondere im Hinblick auf dessen Stellenwert für Imker.

+++ Rechtstreit wird am Bayrischen Verwaltungsgerichtshof fortgesetzt +++

Nach dem Urteil des EuGH wird der Rechtstreit am Bayrischen Verwaltungsgerichtshof jedoch weitergehen. Das bayrische Gericht hatte dem EuGH die nun behandelten Grundsatzfragen vorgelegt und wird nach dem EuGH Urteil in dem Streit zwischen Imker Bablok, dem Konzern Monsanto und dem Bayrischen Staat weiter verhandeln. Unser Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik wird weiter an der Seite von Imker Karl Heinz Bablok für die konkrete Umsetzung des Schutzes der Imkereiprodukte und die Durchsetzung von Schadenseratzansprüchen kämpfen.
+++ Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen +++

In Anbetracht der Tatsache, dass es bei dem Verfahren nicht nur um Honig geht, sondern um viele Lebensmittel die von demselben Problem betroffen sein werden, bitten wir dringend um finanzielle Unterstützung! Einzelne Imker wären nicht in der Lage, solche Verfahren zu führen. Das von Mellifera e.V initiierte „Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik“ hat die Verantwortung für deren Finanzierung übernommen. Aus dem Rechtsstreit sind mehrere unbeglichene Rechnungen in fünfstelliger Höhe aufgelaufen. Um den Fortgang des Verfahrens nicht zu gefährden, sondern es qualifiziert weiter betreiben zu können, bitten wir dringend um finanzielle Unterstützung!

+++  Schutzhonig +++

Unser Schutzgeld wird nicht erpresst – kaufen Sie freiwillig „Schutzhonig“ unseres Imkers Karl Heinz Bablok!
Bablok ist als David gegen Goliath angetreten. Verbünden auch Sie sich mit ihm. Der Sonderverkauf dient der Finanzierung des Rechtstreites. Überweisen Sie € 25 für ein Glas mit 30 Gramm gentechnikfreien Honig und speziellem Etikett. Geben Sie Ihre genaue Postadresse bei der Überweisung an, der Versand erfolgt dann ohne weitere Bestellung dorthin.
Konto: 102 005 85 49   BLZ: 722 501 60
Sparkasse Donauwörth, Kontoinhaber: Karl Heinz Bablok.

+++ Notarielles Treuhandkonto für Zuwendungen +++

Freie Zuwendungen, für die leider keine Spendenbescheinigungen ausgestellt werden dürfen, überweisen Sie bitte auf das Treuhandkonto unseres Bündnisses.
Konto: 452 162 050   BLZ: 642 920 20
Volksbank Schwarzwald-Neckar, Kontoinhaber: Notar Maier, Oberndorf
Stichwort „GVO Rechtshilfe “

— Dies ist eine Nachricht von Mellifera e.V., D- 72348 Rosenfeld Fischermühle —

Da stimmt was nicht am Dezember-Film!

Kommentar vom 6. Dezember 2009: Der Zuckerfilm

Zwei kritische Anmerkungen erhielt ich zu dem Film, zu denen ich gerne auch hier etwas sagen möchte:

1) „Du sagst in dem Film, dass Vollwertler ausschließlich Honig zum Süßen nehmen. Vollwertler sollen aber möglichst mit dem Naturgeschmack von Obst süßen.“

2) „Das Einzige, wo ich dachte, was nicht nach Bruker ist, ist der Agavennektar. Der sollte auch nicht sein, denn Bruker meint ja, man sollte (fast) am besten ganz weg von der süßen Richtung“.

Beide Fragen möchte ich gemeinsam beantworten:

Zu Brukers Lebzeiten gab es den rohen Agavennektar noch nicht, insoweit konnte er dazu nichts sagen. Dieses Produkt darf nicht mit dem gängigen Agavendicksaft verwechselt werden. Der Rohkostversand Keimling hat mir auf eine Anfrage hin mitgeteilt, dass der rohe Agavendicksaft vorsichtig unter Vakuum gewonnen wird und alle Nährstoffe erhalten bleiben. Somit steht er für mich in etwa auf der Stufe der Trockenfrüchte, er ist nicht mehr das ganz natürliche Produkt, vom Nährstoffgehalt her aber noch akzeptabel – zumindest für Veganer, die vollwertig leben möchten. Ich möchte keinen konsequenten Veganer dazu „zwingen“, Honig zu essen oder gar, seine Gebäcke fortan nur noch mit Trockenfrüchten (Kollathspalte 5!!) oder gar frischem Obst zu süßen. Lieber er süßt mit Agavennektar als ein Pudding-Veganer zu werden, oder?

Wer einmal mit Trockenfrüchten oder Obst versucht hat, einen Kuchen zu backen weiß, dass dies kaum den Süßigkeitsvorstellungen von Anfängern entsprechen kann. Auch geben Trockenfrüchte immer einen starken Eigengeschmack an das Gebäck ab. Roher Agavennektar tut das nicht. Er ist übrigens süßer als Honig und somit geringer dosierbar. Zusätzlich ist er noch recht teuer, sodass er auch auf diese Weise die Süßigkeitsschwelle senkt 😉

Dass Bruker die berühmte Frage gestellt hat „Was wollen Sie überhaupt süßen?“ habe ich in einem anderen Film, der sich auf Süßes konzentriert, bereits abgehandelt. Der vorliegende Film ist aber Teil der Serie „Einführung in die Vollwertkost“. Dies bitte ich zu bedenken! Wenn ein Anfänger die acht Säulen der Vollwertkost wirklich beachtet, ist er schon ganz weit vorne – und weiter vorne als so manch einer, den ich kenne, der schon lange mehr oder weniger vollwertig lebt.

Anfänger brauchen klare Regeln. Da ist ein Satz wie „Vollwertler süßen mit Honig“ gut verständlich und auch einfach in die Praxis umzusetzen. Alles andere wird kompliziert oder schmeckt – vor allem einem Anfänger! – nicht.

Brukers Wunsch, dass wir die süße Richtung ganz verlassen, sehe ich nicht als Aufforderung, sondern eher als eine Beschreibung. Was ich meine ist: Ich kenne mittlerweile doch einige Menschen, mich inklusive, die sich gerne konsequent vollwertig ernähren. Bei allen ohne Ausnahme lässt der Süßigkeitenhunger mit der Zeit nach. Sie haben alle ausnahmslos zu Beginn der Vollwertzeit kräftig mit Honig und auch Trockenfrüchten gesüßt. Wer aber, ich wiederhole das noch einmal, die Vollwertigkeit ernst nimmt, wird automatisch den Weg fort vom Süßen nehmen, das bedarf keiner Anstrengung. Und einen Anfänger mit solchen Sätzen zu frustrieren, führt allenfalls zur Abkehr von der Vollwert. Der Appetit auf Süßes geht einfach weg, auch wenn wir uns nicht immer an den Satz klammern „Oh wir müssen weg vom Süßen“. Ich meine: Wir müssen weg vom Industriezucker – der Rest kommt von alleine!

Und hier möchte ich auch noch einmal den Begriff „Süßigkeitenschwelle“ etwas anders als gewohnt verwenden. Bei mir zum Beispiel – und auch da stehe ich nicht alleine – bedeutet ein Absinken der Süßigkeitenschwelle ganz einfach, dass ich immer seltener Appetit auf Kuchen, Schokolade oder Konfekt habe. Aber WENN ich dann einmal ein Stück Kuchen (natürlich vollwertig) esse, dann muss es nach wie vor wirklich süß sein. Kein Gebäck mit nur einem Hauch von Honig.

Wer sich nicht völlig vom Fabrikzucker abwendet, sondern immer wieder im Café ein Stückchen Kuchen bestellen „muss“, an der Bio-Schokolade oder den Dinkelkeksen mit Rohrohrzucker nicht vorbeigehen kann – der wird diese Entwicklung nicht so automatisch erleben, wie diejenigen Vollwertler, die sich am Anfang ihrer „Karriere“ ausschließlich Honig, und sei es noch so viel, oder auch den rohen Agavennektar kräftig in ihre Süßspeisen mengen.

Wer in der Vollwert schon weit vorgedrungen ist, sollte nicht in den Fehler verfallen, sein über Jahre gewonnenes Wissen einem Anfänger aufpfropfen zu wollen und dabei zu vergessen, dass auch er eine Entwicklung hinter sich hat. Um Anfänger besser zu verstehen und ihnen besser helfen zu können, müssen wir auch unsere eigene Entwicklung immer wieder neu analysieren. Ich habe früher auch eher geglaubt, dass ein Absenken der Süßigkeitenschwelle eben bedeutet, dass ich in fünf Jahren ein Gebäck aus 500 g Mehl und einer Banane als „süß“ empfinde. Mittlerweile habe ich erkannt, dass dies eben nicht so ist. Ich nehme immer noch 200 g Honig auf den Kuchen – aber ich esse kaum noch welchen 🙂

Schrot & Korn und Eve im Wettstreit um die Leser?

Kommentar vom 10. September 2009: Noch mal Schrott und Korn

Gestern bekam ich meine Biolieferung, unten in der Kiste die Eve. Immer ein gutes Blatt zum Lästern, dachte ich. Als ich sie öffnete, verschlug es mir fast den Atem: Das ist ja fast dasselbe Layout wie von Schrott & Korn (die mir ja in ihrem neuen Kleid gleich so wellness-mäßig erschienen), rechts und links halbseitige knallbunte Anzeigen, in der MItte relativ unauffälliger Text. Dann auf der Umschlagsseite ein Hinweis „Schön süß: Sirup, Dicksaft, Honig und weitere Alternativen.“ Das ist ja fast vollwertiger als Schrott & Korn 😉 Ich ahnte Übles.

Aber dann im Inhaltsverzeichnis machte mich die Kurzankündigung stutzig, sollte die Eve gar auf dem Weg zum Bioblatt sein? Dort steht „Von Natur aus süß: Hier kann keiner widerstehen: leckere Rezepte mit Honig und Früchten.“ Donnerwetter! Ich schlage also Seite 33 auf und bin etwas verwirrt, da sind nämlich erst einmal zwei Kuchen zu sehen, beide mit Rohrzucker. Orangeat und Zitronat … nicht mal „bio“ heißt es hier. Eine eigenartige Vorstellung von natürlicher Süße scheint mir dies zu sein. Ähnlich geht es weiter. „Süßes extra fruchtig“ – ist das jetzt was mit der gepriesenen natürlichen Süße der Früchte? Nun. wer Steviosidpulver für eine Frucht hält, findet den Titel sicher passend.

Aber es gibt auch eine Seite mit „Honig himmlisch vielseitig“. Rezept: Kaffee-Honig-Trüffel. Kling doch gut? Wäre vielleicht mal was für den Kollegen so als Aufmunterung.

In das Rezept von insgesamt 1360 g (das gibt ja Trüffel für 5 Großfamilien….) kommen auch 50 g Honig. Das sind ganze 3,67% der Masse! Ach ja und der Rest? 600 g Vollmilchschokolade, 200 g weiße Schokolade und 100 g Rohrzucker und noch ein paar Nebensächlichkeiten.

Ja, okay, ich erwarte von einer Eve nicht wirklich, dass dort vollwertige Rezepte erscheinen. Aber diese 50 g Anstandshonig hätten sie sich dann wirklich auch sparen können. Neben dem Foto der weißen Schokolade ist auch noch eine kleine Erklärung „Weiße Schokolade ist keine Schokolade im eigentlichen Sinne, da ihr die Kakaomasse fehlt. Sie enthält stattdessen Milchpulver.“

Für solche schicken Trüffel hätte Kollath eigentlich seiner Tabelle rechts außen noch eine Spalte hinzufügen können 😉