Ketzerisches zu Tieren

Kommentar vom 6. November 2011: Katzen-Nachwuchs 2 – Ketzerisches zu Tierliebe

Heute saß ich wieder in meinem „Privatbüro“ und telefonierte, als ich plötzlich eine der schwarzen Katzen sah – aber, huch, total winzig! Sofort war mir klar: Das ist ein zweites Tier aus dem Wurf von „Mutti“. Also doch kein abnormal kleiner Wurf (sie hat nie mehr als 2 oder 3 ausgetragen bis jetzt). Und wenige Sekunden später – sah ich das andere Baby auch. PUTZMUNTER! Da ich telefonierte und das Telefonat sehr spannend war, habe ich gleichzeitig versucht zu filmen, aber nicht aufgelegt. Die erbosten Tierliebhaber – vor allem in YouTube – hätten mir ja beim ersten Film am liebsten die Tierpolizei auf den Hals gehetzt, weil ich so grausam bin, das Katzenbaby nicht zu „retten“.


Die meisten Menschen haben Erfahrung mit Haustieren. Diese Katzen hier sind wild lebende Tiere, keine Haustiere, und ich gedenke auch keine daraus zu machen, indem ich sie zum Arzt karre oder sonstwie groß in ihr Leben eingreife, am schlimmsten noch in einem Tierheim abliefere, wo sie eventuell ein neues Haha-Zuhause finden. Das Futter, das ich ihnen hinstelle, wird auch von anderen Tieren genutzt, ist also nichts anderes als der Kompostberg, an dem sie auch gerne knabbern. Nur besser sichtbar für mich. Wann immer ich Hauskatzen sehe, erkenne ich auch sofort den Unterschied zu diesen Katzen hier. Wild lebende Katzen sind viel wacher, geschmeidiger. Sie haben nicht diesen trägen Hauskatzenblick. Wie käme ich dazu, mir anzumaßen, ein Hauskatzendasein für besser zu halten als ein Leben in Freiheit?

Was die ganzen übergriffigen Reaktionen im Zusammenhang mit dem ersten Film gezeigt haben ist, dass meiner Meinung nach (!) heute eine völlig überzogene Tierliebe herrscht. Da sitzen Menschen am PC, schreiben mir fünf lange Nachrichten, damit ich ein Katzenbaby zum Arzt trage. Ohne natürlich zu überlegen, wie ich das Baby überhaupt fangen sollte. Die Katzen hier sind nämlich fixer als Hauskatzen – ich muss mich nur im Zimmer bewegen, schwupps sind sie weg. Das zu den praktischen Überlegungen. Und was für ein Trauma für ein Katzenbaby, eingefangen zu werden! Was für ein Trauma für das Muttertier, die mir ansonsten voll vertraut, wie ich an vielen Kleinigkeiten sehen kann (zum Beispiel dass sie mit ihren Winzlingen zu mir kommt).

Außerdem sind Tiere für mich Tiere. Schützenswert auf jeden Fall, deswegen bin ich auch gegen grausame Tierhaltung und es ist mittlerweile auch ein Grund, warum ich kein Fleisch mehr esse. Aber ganz ehrlich: Wenn ich kurz vorm Verhungern wäre, hätte ich kein Problem damit, ein Stück gebratenes Fleisch zu essen. Die Art, heute Tieren zu begegnen, ist für mich ebenfalls ein Ausdruck von kranker Gesellschaft. Tiere gerne haben – ja. Die Natur ist redundant, d.h. sie produziert zum Beispiel viele Nachkommen, weil dabei schon eingerechnet ist, dass allenfalls die Hälfte überlebt. Das kommt nur Menschen grausam vor. Unter Menschen ist das auch grausam. Auch Haustieren gegenüber ist das grausam. Aber genauso grausam finde ich es Tieren gegenüber, wenn ich manchmal höre, mit welchem operativen oder medikamentösen Aufwand Tiere noch am Leben gehalten werden. Nur für die menschlichen Emotionen, die Natur wäre da schon lange gnädiger gewesen!

Ich habe irgendwo letztlich mal einen Kommentar gelesen, wo Kinder und Tiere als gleich schützenswerte, hilflose Gestalten dargestellt wurden. Von den alten Menschen und ihrer Würde wurde nicht gesprochen. Echt, da kommt es mir hoch! Da hilft manchmal ein Blick über die Grenze in weniger industrialisierte Länder. Eine Freundin von mir fährt öfter in den Kosovo, auf’s Land. Da schaut man sie an wie ein bisschen bekloppt, wenn sie beim Anblick von drei wilden Hundewelpen feuchte Augen bekommt….. (immer im Gedanken daran auch, dass Bruker von den Bauern vor 150 Jahren spricht, dann sollten wir einmal deren Verhältnis zu Tieren durchleuchten).

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Auf der Jagd nach dem eigenen Schwanz

Kommentar vom 23. März 2011: Auf meiner Terrasse

Die Katzenfamilie, die meine Terrasse usurpiert hat, ist ja einigen Lesern schon vertraut. Sie haben es als 5-köpfige Familie (Mutter und 2 x 2 Junge) geschafft, so ziemlich alle anderen zu vergraulen. Die große „alte“ Schwarze kommt gelegentlich noch, auch „Pappi“ darf sich ab und an das Futter genehmigen. Da ich nicht vorhabe, mich vom Katzenfutter in den finanziellen Ruin treiben zu lassen, füttere ich nur noch 3 mal am Tag. Sonst gab’s ja auch schon mal was, wenn die Töpfchen leer waren. Die sind jetzt aber immer leer 🙂 Der jüngste Nachwuchs ist momentan aber echt drollig und Montag Abend hatte ich das Glück, dass das Licht noch in Ordnung und die Kamera zu Hand war.