Ein Gastbeitrag aus der Praxis

11. Dez. 2015: Ein ärztlicher Gastbeitrag

Meine Frau hat seit vier Jahren Diabetes, war aber eine Weile mit den Werten völlig okay. Sie leidet aber seit dieser Zeit an Atemnot, die sich ständig verschlimmert hat. Vor vier Jahren waren ihre Lungen okay. Ich bin’s leid und bin schließlich mit zu dem Arzt in die Praxis gegangen.

Es ging u.a. darum, dass meine Frau bis Montag nur gekochten Haferbrei mit geriebenem Apfel essen soll und Diabetes-Medikamente nehmen, weil der Diabetes sehr heftig ist und das die schnellste Art ist, ihn runterzubringen. Habe ich den Arzt (Facharzt für Allgemeinmedizin) gefragt, ob der Hafer gekocht sein muss? „Also der wird gekocht.“ Ist das medizinische wichtig? „Also die Verträglichkeit ist besser.“ Ist das MEDIZINISCH von Bedeutung? „Die meisten Leute vertragen ihn so besser.“ Noch eine Runde drauf „Ist es m-e-d-i-z-i-n-i-s-c-h von Bedeutung?“Na, das schmeckt doch nicht.“. Ist die Frage so schwierig zu beantworten? Also medizinisch gibt’s da nix gegen. Aha…

Der Arzt würde meine Frau am liebsten eine Woche stationär unterbringen, um sie auf Diabetes und Herz durchchecken zu lassen. Zuerst war ich dafür. Also er empfiehlt eine Klinik in XXX, die sind spezialisiert auf Diabetes. Da gibt es auch Vorträge, was diese Krankheit bedeutet, Diätberatung und wie man mit BE umgeht. Meine Frau, ausgebildete Krankenschwester, muss unbedingt in einer Runde von absoluten Laien sitzen und sich anhören, was Diabetes bedeutet. Sie hat ja keine Ahnung. Ich hätte schreien können. Klar, haben die auch Kardiologie, aber eben nicht spezialisiert. Oder sie geht in YYY in die Kardiologie, die machen auch Diabetes, aber spezialisiert sind sie nicht.

Meine Frau scheut die Klinik. Ich war auch nicht mehr dafür. Arzt meint, Dyspnö könnte auch vom Diabetes kommen. Ich habe mindestens zwei-, wenn nicht dreimal gesagt. DIE ATEMNOT HATTE SIE AUCH IN DER ZEIT, ALS DIE DIABETESWERTE OKAY WAREN!!!!!!!

Also soll sie den Termin beim Kardiologen Dienstag doch besser wahrnehmen.

Dann ging es um das Blutzuckermessgerät. Ich habe rundheraus gesagt, dass meine Frau das erste in der Praxis umsonst bekommen habe, ob sie noch eines hätten? Na, die kosteten nicht viel und Privatpatienten bekämen das bezahlt. Ich gesagt: Meine Frau hat aber einen Selbstbehalt von 3500 Euro, da guckt man dann schon!!! Fand er nicht gut, weil er 2 Sätze weiter betonte, dass die ärztliche Verantwortung ihm wichtiger sei als (er meinte vermutlich das von meiner Frau, nicht sein) Geld. Mir ist die Gesundheit meiner Frau sicherlich auch wichtiger als Geld….

Dann kam er mit einem Leihgerät, seien aber keine Batterien dabei und ob es funktioniert, sicher sei er auch nicht. Auch kein Autocoding. Habe ich dann dankend über den Tisch geschoben.

Metformin und Januvia verschrieben. Und wenn die Apotheke das nicht hat? In Apotheke XYZ (15 Min zu Fuß, steil bergauf) ginge er davon aus, dass sie es hätten. Wir standen aber zufällig nicht vor XYZ. Wir sind dann in eine“neue“ Apotheke schräg gegenüber gegangen, 4 Schritte zu Fuß. Da bekamen wir ungefragt ein Gerät geschenkt und die Teststreifen für 27,50 statt 38 Euro (das ist günstig, ich hatte mich da schon erkundigt).

 

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Kleine wahre Geschichte

16. Apr. 2015: Arztbesuche

Die folgende Story schrieb mir eine gute Bekannte. Ich kenne sie gut genug, um zu wissen, dass sie nicht übertreibt. Wäre es nicht so schauderhaft, könnte man darüber lachen.

Seit etwa 8 Monaten bin ich wegen Bluthochdruck in Behandlung. Wesentliche Fortschritte sehe ich nicht. Im März war ich dann wieder einmal zur Kontrolle beim Arzt, nahm einen Behandlungsplan mit und die Anweisung, zu einem Kardiologen zu gehen, der mal abchecken soll, warum sich bei mir nichts bessert – ich habe nach wie vor bei gesunder Lunge Atembeschwerden, wenn ich länger oder schneller gehe.

Der Behandlungsplan stimmt nicht. Am Telefon will mir die Dame erklären, dass 2 x 2,5 mg = 5 mg ist. Danke, das war mir neu. Außerdem steht da ein Medikament, das ich so gar nicht nehme, in der einen Spalte steht, ich soll morgens 2 Tabletten nehmen. Hä? Ach, erfahre ich nach Rücksprache der Hilfe mit dem Arzt, ein kleiner Fehler, es muss das andere Medikament sein, 1 x morgens. Nee klar.

Dann habe ich gefragt, was denn ein Langzeit-EKG kostet, da ich wohl die Auswahl habe, das beim Hausarzt oder in einer Kardiologiepraxis machen zu lassen. Sagt meine Telefonpartnerin: Darüber bekommt der Patient anschließend eine Rechnung. Ich fragte daher, wo das EKG denn teurer sein. Sie, schon etwas angenervt: Überall das Gleiche. Was ich nicht so recht glaube, dann Privatpatienten kriegen so einen Multiplikationsfaktor oben drauf, der ist nicht immer gleich. Aber gut, ich hake weiter nach: Was kostet es denn? Wusste sie nicht. Pikierter Tonfall. Offenbar fragen so etwas Patienten nicht. Ich bin Privatpatient. Das heißt vor allem, ich bezahle die Rechnungen selbst. Ich gehe ja auch nicht in den nächsten Elektroladen, nehme irgendeinen PC und warte dann geduldig auf eine Rechnung in mir unbekannter Höhe.

Ich habe zwei Termine für ein Langzeit-EKG bekommen: einen bei meinem Hausarzt und einem auf dem Überweisungsschein an einen Kardiologen. Das habe ich erst am nächsten Morgen gesehen und gestutzt. Ich habe am Telefon gefragt: Wieso zwei Termine? Ja, wenn ich beim Kardiologen vorher einen Termin bekomme, dann ist der im April hinfällig. Wäre nett gewesen, wenn der Arzt mir das am Tag vorher gesagt hätte.

Dann habe ich einen Zettel mit der Adresse und Sprechzeiten usw. dieser kardiologischen Praxis bekommen. Ich rufe dort an, um einen Termin zu machen. Nummer ist der Telekom nicht bekannt. Ich schaue auf die Internetseite – ist eine völlig andere Nummer. Diese ist natürlich besetzt. Aber man kann für Termine auch ein Fax schicken. Habe ich dann auch gemacht:

Termin für „Untersuchung bei Belastungsluftnot und ausgeprägter Hypertonie“, von Herrn Dr. XXX
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich benötige einen Termin für die oben beschriebene Untersuchung. Sollte der Termin vor dem 14.4. liegen, ist  laut Überweisungsformular auch ein LZ-EKG erbeten.
Da ich Privatpatientin bin, wüsste ich gerne auch im Voraus, mit welchen Kosten ich in etwa zu rechnen habe.

Nach immerhin nur 6 Stunden kam auch eine Antwort, ich habe dann nochmals angerufen und dort konnte man mir auch die Preise sagen. Ach was…. geht also doch?