Statt Käse

Pizza essen wir jeden Samstag. Leider habe ich festgestellt, dass ich warmen / erhitzten Käse im Gegensatz zu kaltem nicht gut vertrage. Eine Scheibe Brot mit Käse – alles bestens. Nach einer Pizza mit Käse drauf ist es schon nicht mehr so gut, selbst wenn ich nur wenig nehme (40-70 g). Nun habe ich mir gestern etwas „zusammengerührt“, das kein Käse ist, auch kein Käseersatz sein soll, sondern einfach etwas Schmackhaftes, mit dem man die Pizza abschließen kann. Es ist nicht vegan. Aber ausgefleischte 🙂 Veganer wissen sicher, wie sie Skyr ersetzen.

Soße statt Käse für Pizza

Mit einem Löffel verrühren:

  • 70 g Skyr
  • 10 g Hafersahne
  • 10 g Sonnenblumenöl
  • 10 g vegane Mayonnaise
  • Salz

Auf die vorgebackene Pizza geben, vorsichtig mit einem Teigschaber ein wenig verstreichen und weiterbacken.

Ich habe den Belag in den letzten 7 Minuten zugegeben. Etwas länger hätte er drauf bleiben können. Wer genau aufs Bild schaut, sieht aber, dass der Belag nicht mehr flüssig ist.

Rezept der Woche: Hirseauflauf

11. Dez. 2016: Aufläufe geben Zeit

Während der Auflauf im Ofen bruzzelt, habe ich noch Zeit, die Küche aufzuräumen und den Tisch zu decken. Deshalb liebe ich sie….

Hirseauflauf

2 Portionen

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  • 130 g Hirse
  • 390 g Wasser
  • 20 g getr. Tomate in Streifen
  • 1 gute Prise Salz
  • 1 Zwiebel (55 g), in Halbscheiben
  • 1 gelbe Paprika, gewürfelt (195 g)
  • 145 g Süßkartoffel, gewürfelt

Zutaten in der angegebenen Reihenfolge in eine ofenfeste 20-cm-Pfanne geben. Deckel auflegen, auf höchster Einstellung zum Kochen bringen, bis Dampf unter dem Deckel austritt. Kleinste Einstellung wählen und 15 Minuten dünsten, ohne den Deckel abzuheben. In dieser Zeit den Ofen auf 240°C (Heißluft) vorheizen.

Im Magic mixen:

  • 30 g Nackthafer, gemahlen
  • 20 g Sahne
  • 1 gestr. TL Salz
  • 1 gute Prise Pfeffer
  • 1/2 gestr. TL Koriander
  • 20 g Apfelmark (= Apfelmus ohne Zucker etc.)
  • 10 g Essig
  • 60 g Wasser

Über das Gemüse gießen, mit

  • 100 g geriebenem Mischkäse (Andechser)

bestreuen und 15 Min. bei 240°C backen. Wer keinen Käse essen möchte, nimmt z.B. Sonnenblumenkerne.

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Rezept der Woche

6. Nov. 2016: Fein überbackenes Gemüse

Ein leckeres Gericht für jede Jahreszeit! Veganer können statt des Käses 50 g Cashewnussmus und statt der Butter ein gutes Öl nehmen, Sahne einfach durch Wasser ersetzen. Es schmeckt dann natürlich anders, aber wenn’s kein Käse sein darf, ist das eben so. 😉 Alternativ kann man die Soße ganz weglassen und mit Sonnenblumenkernen oder Sesamsamen bestreuen.

Hirse wird nicht in 15 Minuten weich, aber die Zeit im Backofen zählt auch. Wer es gerne bissfest möchte, probiert noch einige Minuten weniger Dünstzeit.

Möhre mit Hirse überbacken

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Zutaten in der angegebenen Reihenfolge in eine (24-cm)-Pfanne geben. Deckel auflegen, auf höchster Einstellung zum Kochen bringen, bis Dampf unter dem Deckel austritt. Kleinste Einstellung wählen und 15 Minuten dünsten, ohne den Deckel abzuheben.

  • 100 g Hirse
  • 255 g Wasser
  • 1-2 Prisen Salz
  • 1-2 Prisen scharfes Curry
  • 95 g Zwiebel, gewürfelt
  • 450 g Möhren, in Scheiben

Ofen (Heißluft) auf 200°C vorheizen. Gemüse mit Bechamel-Käsesoße übergießen und 15 Min. bei 200°C backen (5 Min. hätte es im ausgestellten Ofen noch nachbacken sollen).

Bechamel-Käsesoße

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  • 20 g Butter
  • 20 g Kichererbsenmehl
  • 20 g Sahne
  • 230 g Wasser
  • 1 gute Prise Salz
  • 1 Prise Bockhornkleesaat
  • 60-65 g Butterkäse, in Stücke geschnitten

Butter auf mittlerer Einstellung zerlassen, Kichererbsenmehl einrühren und eine Weile, unter Rühren, garen. Sahne mit Wasser mischen und 2 EL des Gemischs mit dem Salz zur Butter geben, unter Rühren zum Köcheln bringen und den Rest der Flüssigkeit nach und nach einarbeiten, bis es eine glatte Soße ist. Dann die Käsestücke hinzufügen und heiß halten, bis der Käse gelöst ist. Nicht kochen, sonst flockt er aus. Wenn noch Zeit ist, einige Minuten ziehen lassen.

So ein Veggie, der hat’s schwer

8. Oktober 2015: Vegetarische Angebote

Mir fällt immer eines auf: Wenn es vegetarische Angebote gibt, quellen die mit Käse über. Las ich in einer Kochzeitschrift einen Tipp, wie man einfach Gegrilles für die vegetarischen Freunde anbieten kann: Champignons gefüllt mit Mozarella!

Was ist das? Ich muss ja gar kein Veganer sein, um nicht in jedem vegetarischen Essen gleich 3 Zentner Käse essen zu müssen. Eine Freundin von mir ist Vollwertlerin, isst gelegentlich auch einmal wenig Fleisch, mag aber einfach keinen Käse. Ein schweres Leben!

Ist es der Glaube, dass Vegetarier auf ihre Proteine achten müssen? Aber warum um Himmels willen in jeder Mahlzeit? Frühstück mit Joghurt, Mittagessen mit Käse, Abendessen nochmal mit Käse. Nichtvegetarier dürfen da weniger Tierprodukte essen – morgens ein Brötchen mit Marmelade und Margarine, mittags einen Salat und abends auch mal einen Eintopf ohne Fleisch. Keiner würde darüber einen Ton verlieren. Nur die armen Vegetarier, die muss man ständig und ohne Unterbrechung mit Tiereiweiß bis zum Rand abfüllen 😉

Nicht zu missionieren ist gar nicht so leicht

18. November 2012: Es ist schwer

Meine Rede ist ja immer: Ich missioniere nicht, ich biete jedem mein Wissen an, und wer es nicht haben will, das ist auch nicht schlimm. Ich akzeptiere, und das meine ich ohne bösen oder laienpsychologischen Hintergrund, dass es Menschen gibt, die ihre Krankheit brauchen.

Letztlich wieder ein Fall in der Familie. Ein Verwandter, mit dem der Kontakt vor längerem abgebrochen war. Dann bekam ich über 20 Ecken die Nachricht: Er kommt ins Krankenhaus, eine Bypass-Operation. Hui, das ist ja nicht so einfach. Da stellt man sich ja doch vor, was alles so passieren könnte… Also dachte ich, lieber schreib ich mal ein nettes Wort, bevor es dafür irgendwann zu spät ist.

Es gingen ein paar Mails hin und her. Hmmmm, sollte ich nicht auch hier einmal den Weg zur besseren Gesundheit aufzeigen? Ich schickte also die DVD mit dem Film zur tiereiweißfreien Ernährung Gabel statt Skalpell, die ich ja hier vorgestellt habe. Gleich dazu hatte ich auch gesetzt, dass ich das wirklich nicht diskutieren will – entweder er macht was draus oder nicht. Nun fühlte er sich aber doch bemüßigt, einen Kommentar abzugeben. Mich ermüdet das, Verwandtschaft hin oder her, schwere Operation bevor oder nicht, die Antwort kam: Also „vegan sei nicht auf seinem Plan“.

Nun denn. Ein Bypass auf dem Plan ist sicher netter (wobei ein Umschwenken der Ernährung den Bypass jetzt auch nicht mehr verhindert hätte, ist mir schon klar). Auch ein zweiter Bypass ist netter als vegan zu leben. Und dann kamen noch die üblichen Erklärungen, also eigentlich äße er ja sowieso schon viel weniger Fleisch. Was ich alles schon so gehört, wie vollwertig / vegetarisch die meisten Menschen schon leben, da müssten die meisten Metzgereiangestellten eigentlich schon auf Spielhöllen-Personal umgeschult worden sein. Zucker? Praktisch gar nicht mehr im Haus. Und so weiter… Erzählen kann man viel und meine Ohren sind geduldig…

Ich kann und will das nicht mehr hören. Die immer gleichen Ausflüchte. Die immer gleichen Rechtfertigungen, die immer gleichen Stories, wie „gesund“ sie eigentlich schon äßen… Das ist bei mir wirklich nicht nötig…

Eine andere Methode ist die Vogel-Strauß-Politik. Ich habe die DVD einer Vollwert-Freundin geschenkt, von der ich weiß, dass sie aufgrund ihrer Vorerkrankungen gut daran täte, das Tiereiweiß – vor allem auch den Käse komplett zu streichen. Sie selbst preist die Vorzüge der Vollwerternährung immer an. Nur beim Käse… da geht’s nur in der Theorie. Was hat sie zum Film gesagt? Nun gar nichts. Also erst wollte sie den Film an einem Wochenende sehen, dann bekam sie aber Besuch, da ging das nicht. Und in der Woche – sie ist berufstätig -, da hat sie abends nicht genügend geistige Frische, um dem Film wirklich gerecht zu werden. Natürlich wolle sie den Film unbedingt sehen. Da sie grob weiß, worum es geht, hat sie die raffinierte Lösung gewählt: Film einfach nicht gucken. Lieber weiter den Käse essen… und Wochenende um Wochenende vergeht, wo einfach die Zeit nicht reicht. Sowas aber auch 😉

Leben und genießen

Kommentar vom 1. September 2010: Leben & Genießen

Die Rubrik „Leben & Genießen“ in der zweiten August-Ausgabe der Apotheken Umschau nahm es mit der Gesundheit ganz genau. Hier wird nicht nur Salat gepriesen, sondern auch der ungeheuer mutige Vorschlag gemacht „Salat als Hauptgericht“. Immer noch in der Hoffnung, in diesem Schmachtblättchen mal etwas Vernünftiges und Hilfreiches zu lesen, vertiefte ich mich in die Rezepte. Die Einleitung liest sich richtig mundwässrig, Vitamine und Mineralstoffe, Ingwer, Kresse, Baguette wird erwähnt. Rechts ein großes Foto vom „Sommersalat spezial“. Komische Pilze sind da drauf, finde ich. oder … was kann das weißliche Etwas dort sein?

Auf der nächsten Doppelseite werden 4 Rezepte vorgestellt. Ich lese die Zutaten und schlage die Zeitung zu. Mal wieder das Übliche.

Salat 1: 200 g Hähnchenbrust (die vermeintlichen Pilze)…. (nicht weitergelesen)

Salat 2: Kopf Lollo bianca, Frühlingszwiebeln, 100 g gekochter Schinken (nicht weitergelesen, allerdings fällt mein Blick dann noch auf Frischkäse (0,2 % Fett) und Magermilchjoghurt, würg)

Salat 3: 2 Eier (nicht weitergelesen)

Salat 4: Chinakohl, Cocktailtomaten, Peperoni, 200 g Nordseegarnelen, Blauschimmelkäse (nicht weitergelesen)

Dass einem normalen Publikum auch Salate mit Fleisch vorgeschlagen werden, ist mir schon klar. Aber warum ist da kein einziger Salat bei, der sich so liest, als würde er auch satt machen? Wo sind Möhren, Kohlrabi, Weißkohl? Warum Keniabohnen, und nicht normale weiße Bohnen? Das alles nennt sich „leichte Sommerküche“, wobei sich mir schon beim Lesen ein Stein in den Magen legt.

Ich esse jeden Tag Salat, manchmal sogar zweimal. Und ich werde davon satt, ohne dass er vor Fleisch, Eiern oder Käse zusammenbrechen. Komisch, nicht?