Namensänderung

Der eine oder andere hat es vielleicht schon bemerkt: Dieser Blog heißt nicht mehr Vollwertskandale. Der Grund ist einfach: Ich koche nicht mehr 100 % vollwertig (nach Bruker) und ich habe so viel Kritik an der Vollwertigkeit, wie sie nach Bruker praktiziert wird oder werden soll, dass das für mich nicht mehr passt.

Nach wie vor stehe ich dazu, dass Bruker enorm viel geleistet hat. Das entspricht aber einfach nicht mehr unserer Zeit (sein Frauenbild wurde vor Jahrzehnten schon kritisiert), den wissenschaftlichen Erkenntnissen und last but not least meiner persönlichen Erfahrung.

Da wäre es unredlich, mich weiterhin mit dem Titel „Vollwertlerin“ zu schmücken. Wobei ich mich keineswegs von diesen 15 Jahren distanzieren möchte. Es war eine Zeit mit vielen Entdeckungen, ich konnte in vielen Punkten Althergebrachtes in der Vollwerternährung auf einen modernen Stand bringen und habe auch ein paar Dinge entdeckt, die für Veganer, Vollwertler und Veganer wichtig sind. Da denke ich einmal an die Schokolade, die vor mir in dieser Weise niemals hergestellt wurde, und zum anderen auch an die Wilkesmannsche Formel. Eine Freundin von mir backt immer noch danach, weil sie wegen einer Rheumaerkrankung jegliches Tierweiß meiden muss.

Ich finde es bedauerlich, dass in Lahnstein vermehrt auf die Psychoschiene gesetzt und nicht die Brukerschen Erkenntnis in einen angemessenen zeitlichen Rahmen gesetzt wird. Wissenschaftliches, belegtes Wissen wird einfach negiert – ich erinnere mich noch gut daran, dass vor wenigen Jahren das Buch über die Nichtexistenz von Viren hochgelobt wurde. Hmmm. Auch das Märchen von der Zahngesundheit nur durch vollwertige Ernährung hat sich aufgelöst. Honig ist, das müssen auch die Vollwertler zugeben, schädlich für die Zahngesundheit, genau wie der weiße Zucker. Alternative: Pappkuchen essen. Nee, danke, schmecken soll’s schon.

Interessant da auch Gespräche mit Zahnärzten über die allgemeine Zahngesundheit. Viel mehr alte Menschen benötigen keine dritten Zähne als früher – und das geht auf die professionelle Zahnreinigung zurück – genau wie die gesünderen Zähne von Kindern.

Mein Standpunkt ist heute, dass die Verwendung von vollwertigen Produkten (Mehl, Nudeln, Reis usw.) und ein großer Frischkost- und Gemüseanteil sehr wichtig für unsere Gesundheit sind. Das geht aber auch ohne Tunnelblick. Und ich habe noch nie gehört, dass der Großteil der Über-Hundertjährigen sich strikt nach Bruker ernährt. Wenn ich genau überlege, kenne ich eigentlich keinen Fall, wo das beschrieben wird. 🙂

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Bruker und ich

Wenn Lahnstein-Anhänger das Kriegsbeil ausgraben… 🙂

In Lahnstein bin ich nicht gut gelitten. Das ist vielen bekannt und ich will die ollen Kamellen auch nicht wieder ausgraben. Nur wundert mich, dass die Anhängerschaft soooo speziell ist, um es mal vorsichtig zu sagen. Ich gebe dafür einen kleinen Austausch aus Facebook hier wieder.

Das Umfeld der Kommentatorin ist ganz interessant. In Google ist sie nicht zu finden, aber unter ihren „Freunden“ ist der Name des Geschäftsführers der GGB. Wer daraus Schlüsse zieht, bitte schön – ich tue das natürlich nicht.

Anlass war meine Tendenz, Butter und Öle deutlich aus dem Essen zu streichen und das Vorstellen des Fotos zum „Butterkuchen ohne Butter“.

Das erste Mal schrieb sie:

XXX: Warum wurde denn die Butter weggelassen?

Meine Antwort: Weil ich mich an die Empfehlungen von „Forks over Knives“ halte: weil es ein einweißhaltiges tierisches Produkt und ein Fettextrakt ist. Grob zusammengefasst.

Beim nächsten Mal kam es dann etwas klarer:

XXX: Warum willst du ohne Fett backen? Naturbelassene Fette wie Öle sind gesund, unbedingt notwendig und der Körper braucht Fette..

Meine Antwort: Nein, Öle sind nicht gesund. Öle sind ja auch nicht naturbelassen, sondern Extrakte. Der Körper braucht Fette, aber keine Öle und keine Butter, er bekommt genug aus den anderen wirklich naturbelassenen Lebensmitteln (Nüsse, Samen, Getreide). Ich verweise noch mal auf Forks over Knives, wo moderne wissenschaftliche und nachvollziehbare Kenntnisse verarbeitet werden (wo nicht Ergebnisse aus der Mitte des letzten Jahrhunderts wie steingemeißelt als unantastbar gelten 😉 ): http://www.forksoverknives.com/
Ich diskutiere das hier nicht und bitte um Verständnis, weil ich keine Lust habe stundenlang am PC zu sitzen. Wenn dich das Thema interessiert, schau dich einfach mal auf der genannten Webseite um, ich empfehle auch gerne Videos mit Neal Barnard. Und wir können uns auch gerne in meiner Telefonstunde darüber unterhalten, aber schriftlich mache ich das nicht, sorry, bin genug am PC.

XXX: Hallo Ute, du solltest unbedingt “ … Vollwerternährung im Sinne von Dr. Bruker…“ aus deiner Info nehmen (er würde sich im Grabe umdrehen).
FoK scheint eine Bibel für [sic] zu sein, basierend auf einem Film, der interessant aber ganz klar keine ernsthaften wissenschaftlichen Kernaussagen trifft. Aber an irgendeine Theorie muss sich der Mensch klammern und das ist auch gut so.
Die Fettextrakt Aussage kann ich überhaupt nicht stützen, aber auch das ist gut so. Ich hoffe, du siehst es mir nach, dass ich den „Abboniert“ [sic] Haken wieder entferne. Leider gefällt mir deine Seite nicht und auch deine Fotos sind für mich nicht wirklich appetitlich und anregend (warum bekommst du so wenig Like Klicks dafür…)
Trotzdem weiterhin alles Gute, viel Erfolg und bessere Anhänger, als ich das bin.

[sic] ist das Zeichen dafür, dass der Fehler im Original steht.

Meine Antwort: Ich nehme überhaupt nichts heraus und wenn du nur den Film gesehen hast, hast du nichts verstanden. Aber das ist Lahnstein-Manier: Bloß nichts Neues gründlich anschauen 🙂
Das Entfernen des Häkchens stürzt mich natürlich in tiefste Verzweiflung 😉 😉 😉

*** Ende des Austauschs ***

Ich finde das immer wieder bedauerlich, wenn auf Argumente Gefühle kommen, lasche Aussagen und keine stichhaltigen Gegenargumente. Ob Bruker sich im Grabe herumdreht, weil seine Lehre wie ein starrer Stein behandelt wird oder weil es Menschen gibt, die versuchen seine Lehre zu verbessern – nicht umzustürzen -, sei dahin gestellt. Die Behauptung, dass die FoK auf einem Film basiert, ist lustig. FoK basiert auf der China Study und anderen wissenschaftlichen und medizinischen evidenz-basierten Erkenntnissen und hat dazu eine Art Trailer gedreht. Eine solche Aussage zeugt daher von … sehr einfacher Recherche. Dass die Kommentatorin mein Fettaussage nicht stützen kann, mag sein, aber wäre ein sachliches Argument nicht hilfreicher gewesen? 😉

Und die kleinen Seitenhiebe über das Nichtgefallen und die fehlende Appetitlichkeit meiner Fotos ist nun wirklich unterste Schublade. Es ist mir auch ein Rätsel, wieso man eine Seite mit Fotos, die einem nicht gefallen, überhaupt erst abonniert.

Nein, ich bin nicht auf Facebook gegangen, weil ich Likes sammeln wollte. Ich bin dort, weil ich Menschen mit gleichen Ernährungsinteressen kennen lernen und ihnen mein Wissen anbieten möchte. Mein Wissen über FoK geht übrigens durchaus über einen Demo-Trailer hinaus 😉

Und zu den Likes: Wer glaubt, die Qualität einer Facebook-Seite ist an der Zahl der Likes abzulesen, hat mein Mitgefühl. Abgesehen davon, dass ich noch nie mein Fähnchen nach irgendeinem Wind gehängt habe, um ein „Like“ zu erhalten. Und zumindest da sehe ich mich doch voll auf einer Linie mit einem uns bekannten Arzt, der sich aus Überzeugung mit so allerlei Menschen angelegt hat. 😉

Und wenn wir schon die Likes für eine Seite vergleichen: Die GGB als Organisation und länger in Facebook als ich hat heute 1126 Likes. Ich, als Privatperson, die alles in Sachen Ernährung alleine stemmt und erst seit Anfang 2015 in Facebook bin, habe für meine Seite 532 Likes. Tja….

Auf dem Weg zur Vollwertkost

16. November 2013: Was ist Vollwertkost?

Vor einigen Wochen habe ich mir einmal wieder das Buch „Lust ohne Reue“ von Waltraud Becker durchgesehen. Es ist und bleibt eines meiner Lieblingsbücher, weil es die tiereiweißfreie Kost (nach Bruker) wirklich erlebbar macht. Becker habe ich die Grundsätze der Gemüsepfanne zu verdanken genauso wie Reis- oder Hirsebrei (relativ neuentdeckt) als Füllmittel und Strukturgeber. Daraufhin habe ich mir das Buch eines schönen Sonntagnachmittags erneut sorgsam vorgenommen und darin geblättert und gelesen.

Für meinen Geschmack heutzutage ist da zu viel Fett drin, aber das hat mich nicht überrascht. Öl mehr als Zitrone oder Essig im Dressing, das habe ich vorher anders gemacht und mache das auch jetzt wieder anders. Es gibt Dinge, die haben mich einfach verwundert und die mich dann auch fragen lassen, ob wir die Vollwertkost entkrampfen müssten oder ob wir heute einfach bessere Erkenntnisse haben: Polenta wird mehrmals benutzt, Hartweizengrieß ebenso. In den Rezepten steht einfach Mehl, nicht immer „frisch gemahlenes“ Mehl. Becker verwendet auch gelegentlich gekaufte Vollkornnudeln, da steht kein Hinweis „nur aus Mehl, nicht aus Grieß“! Obst wird sowieso munter verbacken, aber auf dem Vollwertohr ist man ja in Lahnstein sowieso taub 😉 In eine Senfcreme kommen 2 TL Senf. Kein Hinweis, dass man darauf achten sollte, dass der Senf ohne Zucker hergestellt wurde. Wurde den Vollwertlern damals mehr Mitdenken zugetraut oder war das nicht so wichtig?

Da denke ich dann an die Rezepte von Forks over Knives, wo teilweise Kichererbsen (und Schlimmeres) aus der Dose verwendet werden, gekaufte Nudeln sowieso. Und ich frage mich: Wenn schon Frau Becker, quasi ein Urgestein der Vollwerternährung nach Bruker, Grieß und Fertignudeln verwendet, müssen wir uns dann heute darum raufen, ob die Nudeln aus Grieß oder Mehl sind? Wie weit müssen wir in unserer Vermeidung der Zivilisationskost letztendlich gehen?

Ich habe sehr viel in meiner Küche selbst hergestellt, mache das immer noch und finde das auch für mich richtig. Aber müssen wir den Anfängern den Weg in die Vollwert verbarrikadieren, in dem wir ihnen die Hartweizengrießnudeln aus der Küche reißen? Wäre es nicht wichtiger, die Betonung noch stärker auf die Vermeidung von Industriezucker und Auszugsmehl zu legen? Muss es uns wirklich den Schlaf rauben, wenn jemand das Mehl abends mahlt und erst morgens weiter verarbeitet?

Auf diese Fragen habe ich für mich noch keine endgültigen Antworten gefunden. Das heißt, für mein eigenes Leben weiß ich schon, dass ich nichts verwenden möchte, was ich sinnvoll selbst machen kann. Ich bin mir aber einfach nicht schlüssig darüber, wie weit wir bei einem Anfänger gehen können bzw. auch müssen.

Noch zwei Dinge weiß ich mit Sicherheit: Für mich hat die Forks over Knives-Ernährung zu viele Fertigprodukte und die tiereiweißfreie Vollwertkost nach Bruker, so wie sie heute von und in Lahnstein vorgeführt wird, viel zu viel Fett.

Gastbeitrag: eine GGBlerin erzählt

1. Juli 2012: Ein geradliniger Vollwertweg: Gastbeitrag

Carmen kenne ich schon recht lange, kann sein, dass das schon vor meinem Blog war. Ihr kennt sie auch, wenn Ihr regelmäßig Kommentare liest, denn auch hier tritt sie als „Carmen“ auf.

Das Sahnehäubchen

Meine Homepage www.vollwertberatung.de könnte man auch als ein Ergebnis meines (langen) Wegs zur vitalstoffreichen Vollwertkost bezeichnen. Vor 24 Jahren habe ich zum ersten Mal von Dr. med. Max Otto Bruker gehört. Mein damaliger Chef schenkte mir während meiner ersten Schwangerschaft das Buch „Biologischer Ratgeber für Mutter und Kind“, mit dem ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht viel anfangen konnte (aber das wäre eine andere Geschichte). Wie die meisten Menschen bin ich erst auf Grund einer Erkrankung dazu gekommen, mir über meine Ernährung Gedanken zu machen. Das war 5 Jahre später und mehr  durch Zufall (Bücherflohmarktfund) habe ich dann das Buch „Unsere Nahrung unser Schicksal“ gelesen, mich dabei an das erste Buch erinnert und ziemlich skeptisch versucht, mit den daraus gewonnen Erkenntnissen meine Erkrankung zu lindern. Skeptisch war ich, weil ich zwar gesund werden wollte, aber im Grunde meines Herzens nichts an meinem Leben verändern wollte, weil ich in dem Glauben war, dass doch alles gut sei, wie es war.

Schrittweise machte ich dann die für mich unglaubliche Erfahrung, dass Ernährung und Krankheit viel enger zusammenhängen, als es den meisten Menschen bewusst ist und auch, als die diversen Medien es uns immer wieder glauben machen wollen. Mein nächster Schritt war die Umstellung meiner Ernährungs- und Lebensweise und einige Jahre später meine Ausbildung zur ärztlich geprüften Gesundheitsberaterin GGB. Während der Umstellungsphase habe ich auch irgendwann die Homepage von Ute kennen gelernt. Es dauerte nicht lange und ich habe sie zum ersten Mal angerufen (da gab es noch keine feste Telefonstunde 🙂 ). Sie war meine Rettung, als das Backen von Sauerteigbroten einfach nicht klappen wollte und hat durch ihre täglichen Rezepte, Tipps und Tricks mein Vollwertwissen sehr bereichert! Inzwischen lebe und praktiziere ich die vitalstoffreiche Vollwertkost und meine zum positiven veränderte Lebenseinstellung mit voller Überzeugung. Mit der Ausbildung zur ärztlich geprüften Gesundheitsberaterin GGB habe ich das „Tal der Ahnungslosen“ endgültig verlassen. Eine Rückkehr zur alten Ernährungslehre ist für mich unvorstellbar und auf keinen Fall mit meinem in Lahnstein erworbenen Wissen vereinbar.

Vitalstoffreiche Vollwertkost in allen Variationen und selbst gebackenes Vollkornbrot stehen natürlich täglich auf dem Speiseplan von meiner Familie und mir. Wobei ich meinen vier Kindern zwar den Weg zeige und erkläre, sie aber nicht zwinge, ihn auch zu gehen! Was heißt, dass es zu Hause zwar ausschließlich vitalstoffreiche Vollwertkost gibt, ich mich aber mit Kommentaren zurückhalte, wenn mein Jüngster z. B. mal wieder bei ‚Mäcces‘ war, oder sich eine Tüte Chips gekauft hat. Ich glaube, Verbote erzeugen hier nur Misstrauen und Unehrlichkeit.

Die Ausbildung in Lahnstein habe ich anfangs nur für mich gemacht. Ich wollte einfach mehr wissen. Als ich dann kurz vor dem Schlussseminar täglich für die Prüfung gelernt habe, reifte langsam der Gedanke, die Gesundheitsberatung als Nebentätigkeit auszuüben und anderen Menschen mein Wissen weiterzugeben. Ich stehe natürlich noch ganz am Anfang, aber ich bin so froh, dass ich diese Ausbildung gemacht habe! Es macht mir viel Spaß, großen und kleinen Menschen den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit zu erklären.

Mit der Gestaltung meiner eigenen Homepage habe ich dem Ganzen jetzt sozusagen das Sahnehäubchen aufgesetzt. Vergleichbar mit den Sahnetupfen auf dem Frischkorngericht: Nicht unbedingt nötig, macht sich aber gut 🙂 .

Ich möchte damit einen ersten Eindruck von mir und meinen Angeboten vermitteln, erste Informationen bereitstellen und vielleicht den Einen oder Anderen zum Nachdenken anregen. Es macht mir Spaß an der Seite herumzubasteln und ich habe sie ganz bewusst so gestaltet, dass ich nicht jeden Tag daran arbeiten muss. Auch wenn ich Utes Blog herrlich finde, weiß ich doch, dass ich das niemals schaffen würde!

Bruker und das frische Korn

Kommentar vom 8. Dezember 2011: Das Frischkorngericht

Vor wenigen Tagen sprach ich mit einer befreundeten Gesundheitsberaterin GGB, die sich über einen Artikel in der Zeitschrift „Gesundheitsberater“ aufregte (es ist NICHT die im Artikel erwähnte).

Der Artikel von Ilse Gutjahr trägt den Titel „Frischkornbrei“. Ich selbst sage mit Bedacht seit Jahren „Frischkorngericht“, weil das Wort „Brei“ unangenehme Assoziationen hervorrufen kann. Matschiger Getreidebrei? Nee, danke, mag ich auch nicht. Schon der erste Satz strotzt für mich vor unsäglicher Arroganz: „Eine Gesundheitsberaterin GGB kündigte im November 2011 … weil wir so unbelehrbar und dogmatisch am Frischkornbrei festhalten. Da kann ich nur sagen: Gott sei Dank!“

Kritik ist in Lahnstein nicht gerne gesehen, sei sie auch noch so gut gemeint, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dass dort der Frischkornbrei nicht „aufgegeben“ wird, weil eine Gesundheitsberaterin ihn dogmatisch findet, ist verständlich und richtig. Aber darüber froh zu sein? Störfaktoren, kritische Stimmen sind nicht erwünscht? Ein „Schade“ hätte ich hier angemessen gefunden, nicht ein Dank an Gott. Leider trieft genau dieser Artikel vor Dogmatismus. Das hat Bruker nicht verdient, und das Frischkorngericht auch nicht. [Nachträglicher Hinweis: Eine GGBlerin hat in Lahnstein wegen dieser Stelle im Bruker-Haus angerufen. Offenbar ist der Satz so gemeint, dass das Gott sei Dank sich auf das FKG, nicht die ausgetretene Dame bezieht. Am Rest meines Artikels ändert das natürlich nichts.]

Da werden zum Beispiel Halbwahrheiten präsentiert, nämlich bei der Aufzählung, was der Frischkornbrei (wieder fällt mir auf, wie unangenehm das Wort vor allem für ‚Außenstehende‘ sein muss) alles kann. Und das stimmt einfach nicht – die dort aufgeführten Dinge sind Ergebnis einer insgesamt vollwertigen Ernährung.

Lang anhaltende Sättigung? Nö, sorry, ich kenne einige, für die das nicht stimmt, die die Menge vergrößern oder hinterher noch eine Scheibe Brot essen „müssen“.

Stuhlverstopfung verschwindet? Da bedarf es schon ein bisschen mehr.

Steigerung der Leistungsfähigkeit bei Jung und Alt. Klingt fast wie ein Werbeslogan für aktives Joghurt… ja, quasi-religiös und insoweit kann ich der oben erwähnten Gesundheitsberaterin nur zustimmen. Da werden Versprechungen gemacht, die nicht durchgängig so der Wirklichkeit entsprechen. Mir passiert es nämlich gelegentlich durchaus, dass ich NACH dem Verzehr des Frischkorngerichts müder bin als vorher.

Blutbildung wird gefördert – Infektanfälligkeit lässt nach/hört auf / Verhütung ernährungsbedingter Zivilisationskrankheiten und positive Beeinflussung bei deren Bestehen: Dies sind Heilversprechen! Ich bitte euch, hier wird aber der Mund reichlich voll(er Frischkorn!) genommen. Zur Herabsetzung der Infektanfälligkeit gehört mehr als gesunde Ernährung, zum Beispiel auch Bewegung in frischer Luft. Und Ernährung alleine kann auch keine Krankheiten verhüten, sie kann nur die Grundlage dafür schaffen, dass Krankheiten seltener werden.

Zahnkaries und Parodontose kommen zum Stillstand. Noch so ein Käse. Ich kann mir morgens kräftig den FKB reinschaufeln, wenn ich ansonsten nicht vollwertig lebe und z.B. nicht auch den Honigkonsum in Grenzen halte, gammeln meine Zähne auch sstill vor sich hin.

Zwar werden diese Aussagen auf der folgenden Seite etwas relativiert und auf die Gesamternährung wird hingewiesen. Dennoch bleibt dieser Eindruck bestehen, als sei der FKB ein heiliger Gral, was durch eine Wortwahl wie „Segen“, vorher „Gott sei Dank“ noch verstärkt wird. Und dann, oh große Freude, ich fass es kam – wird das beliebte (haha) Original-Frischkornrezept abgedruckt. Immer noch ist die Sahne dabei, immer noch diese unsägliche Anweisung „Die Wassermenge wird so berechnet, dass nach der Quellung nichts weggegossen zu werden braucht.“ Sehr hilfreich gell? Vor allem Anfänger müssen erst tagelang experimentieren. Dabei ist es doch einfach, mal das Rezept zu ändern und in Klammern „(etwa 75-90 g Wasser)“ hinzuzsetzen. Aber nein, dieses Rezept ist ja die Bibel. Der Verzehr des Frischkornger… äh, pardon, FrischkornBREIs quasi das vollwertige Abendmahl.

Es steht auch ansonsten nix Neues in dem Artikel. Warum auch? Jünger hören immer wieder gerne dieselben Worte ihres Herrn…

Meine persönliche Meinung: Ja, sicher ist das FKG ein (!) wichtiger Pfeiler der gesunden Ernährung. Und so wichtig das FKG ist – die Zuckerelimination aus der Ernährung halte ich für wichtiger. Er alleine bewirkt auch keine Wunder. Wir müssen ihn auch zeitgemäß gestalten, weil wir sonst die ewig gestrigen sind. Und wollen wir das? Wir wollen doch die Jugend von heute begeistern, weil sie Gesundheit nötiger hat als jede Generation zuvor. Mit zeitgemäß gestalten meine ich nicht, dass jetzt Kellog’s Cornflakes oder Fruchtzwerge untergerührt werden, sondern einfach mal die Formulierung der Sätze aufgepeppt wird („Quellung“ z.B. – das klingt schon nach Staub und Mottenpulver), die Sahne überdacht – bei der wachsenden Zahl von Veganern in unserer Gesellschaft wäre das mal ein wichtiger Schritt. Und das endlich ein zeitgemäßeres Begriff als Frischkornbrei verwendet wird!

Udo Pollmer

Kommentar vom 19. Juni 2011:  Udo-Pollmer

Wer ihn noch nicht kennen sollte: Udo Pollmer ist der Mann, der mal eine Weile in Lahnstein sein Glück versuchte, und seitdem dann aus Gründen, über die wir nur spekulieren können, alles, was er dort hätte lernen können, ins Umgekehrte dreht und obendrein noch mit waghalsigsten pseudowissenschaftlichen Thesen ohne oder nur mit zweifelhaften Fakten zur Ernährung Geld verdient. Er drängt sich auch gerne ins Scheinwerferlicht und tritt dann bei Talkshows auf, wo die höflichen anderen Gäste sich bemühen, die Augen nicht zu verdrehen, weil das, was er vorbringt, selbst bei Ernährungskonservativen als das erkannt wird, was er ist. So als Beispiele zum Warmwerden zwei Links (gefunden im Vollwertforum Mainz) zu seinen Thesen: einmal hier und einmal hier. Traurig, wenn sich wirklich Menschen von solchen Dingen von der Chance abhalten lassen, gesund zu werden. Ob den Mann außer ein paar ganz Verstockten wirklich jemand Ernst nimmt? Ich weiß es nicht.

Lohnt es sich, jetzt einen seiner Texte zu nehmen und zu sezieren? Ich wollte das erst machen, ich war so richtig in Fahrt, wunderschöne Formulierungen drängten sich mir förmlich auf….. und dann habe ich mir Fotos von ihm im Internet angeschaut (hier) und habe beschlossen: Nein, das mache ich nicht. Wir brauchen uns diesen Menschen nur auf den Bildern anzuschauen. Sieht so ein Mensch aus, der weiß, was gesundes Leben, gesunde Ernährung bedeutet? Das verdient keinen Zorn, keine Analyse von Sätzen, sondern macht mich eher traurig. Lasst mal das Alter dieses kranken Menschen von jemandem schätzen, der nicht weiß, wann er geboren wurde. Und dann vergleicht mit den Fakten: Pollmer ist Jahrgang 1954, d.h. mal gerade 56/57 Jahre alt!

Schade, dass er seine Chance nicht nutzen konnte, die er mit Bruker und Lahnstein hatte. Schade, dass er dieses wertvolle Wissen in Schädigungen für die Mitmenschen verwandelte. Er hatte eine Chance, die viele von uns nie hatten und sich sehnlichst gewünscht hätten, nämlich die Vollwertkost früh genug kennenzulernen – und er hat sie vertan. All die vielen Menschen, über die ich sonst den Kopf schüttle, weil sie ernährungsmäßig Unsinn erzählen (wie die von mir gerne zitierten Ökotrophologen 🙂 ), haben vermutlich in ihrem Berufsleben nie von Kollath, Bruker oder Schnitzer gehört. Daher ist das, was sie sagen, zwar ärgerlich, aber nicht so tragisch.

Udo Pollmer verdient nicht unsere Häme, unseren Zorn, nicht einmal unser Amüsement. Er ist ein Mensch, der das Wissen gesehen und verkannt hat. Er hatte die Chance, und hat sie verwirkt. Er darf uns wirlich Leid tun.

Sparsam bis zum Geiz

Kommentar vom 30. März 2011: Sparwut

An alle, die dies lesen, bitte beachten: Es geht mir hier nicht darum, eine einzelne Person herauszugreifen. Ich nehme lediglich etwas, dem ich häufiger begegne, als ANLASS, einen Standpunkt von mir klarzumachen. Dies möge sich bitte jeder vor Augen halten, der den folgenden Text liest.

Ich las letztlich folgende Suchmeldung in einem thematisch entsprechenden Forum:

„Ich suche „Unsere Nahrung – unser Schicksal“ bis max. 10€ inkl. Bücherporto. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand meldet der es viell doppelt hat oder nicht mehr braucht.“

Mich macht eine solche Unverschämtheit sprachlos. Bloß nichts ausgeben, wir fröhnen in Deutschland dem Geiz. Bloß nicht dem emu-Verlag ein paar Euro zukommen lassen, der überhaupt dafür sorgt, dass Brukers Bücher noch gedruckt werden und sicherlich nicht in den Millionen erstickt. Das Buch kostet neu 17,50 Euro, ohne Porto, bei Online-Buchläden und somit auch im Buchhandel. Da hat derjenige nicht einmal diese 7,50 Euro extra, um in Gesundheit zu investieren? Wer in thematisch entsprechenden Foren ein wenig herumliest, muss ja schon darüber gestolpert sein, dass dieses Buch eine Lebenswende sein kann. Andererseits scheint der Verfasser wirklich an allem zu sparen, nicht nur an Euro, sondern auch an Buchstaben, denn das Wörtchen „vielleicht“ wollte derjenige nicht einmal vollständig schreiben, zu viel Text, es musste gekürzt werden. Auch ist es doch bemerkenswert, dass in diesen zwei Sätzen noch zwei Abkürzungen auftauchen. Was für ein beispielloser Geiz.

Ich glaube einfach nicht, dass es jemandem an diesen 7,50 Euro mangelt. Wetten derjenige ziert sich bei einem T-Shirt nicht, ob es nun 10 Euro (inklusive Porto!) oder 17,50 Euro kostet, ob die neuen Schuhe mit 90 oder 97 Euro ausgezeichnet sind? Wetten, dass auch nicht um 7,50 Euro gefeilscht wurde, als es darum ging, den PC zu kaufen, mit dem die Online-Verbindung hergestellt wurde, um diese Botschaft aufzusetzen?

So viel Arbeit steckt in dem Buch. Und bei allem, was ich an der GGB zu kritisieren habe: Sie sind kein Halsabschneider-Verein, der in die eigene Tasche arbeitet, sie sind die einzigen, die Brukers Lebenswerk für uns aufbereiten. Das erkennt jeder, der einmal dort gewesen ist. Brukers Lebenswerk um 7,50 Euro zu prellen finde ich peinlich.

Ein Dank an Frau Erika Richter

Kommentar vom 6. Januar 2011: Ein Vollwert-Dankeschön

Per Zufall nur habe ich es vor etwa zwei Wochen „mitbekommen“: Frau Erika Richter hat ihre Funktion in Lahnstein als Seminarleiterin aufgegeben.

Gestoßen bin ich auf die Vollwert durch die Lektüre von Bruker-Büchern. Lebendig gemacht hat für mich die Machbarkeit, Toleranz und gleichzeitige Kompromisslosigkeit Frau Richter, bei der ich drei Praxisseminare besucht habe: tiereiweißfreie Vollwertkost, Brotbacken und Vollwertbüffet.

Ich weiß, dass sie bei einigen Seminarteilnehmern umstritten war. Abgesehen davon, dass kein Mensch unfehlbar ist, betrachte ich sie als ein großes Vorbild und halte ihr vermutlich altersbedingtes Ausscheiden für einen großen Verlust.

Angekreidet wurde ihr von manchen Menschen „ihr Ton“. Ich schreibe nur über das, was ich erlebt, nicht was ich gehört habe. Diejenigen, die sich über den „Ton“ beschwert haben, waren in meiner Erfahrung solche Menschen, die es nicht gerne hörten, dass sie etwas lernen mussten, obwohl sie doch vielleicht schon eine Ausbildung als Haushaltwirtschaftlerin hatten. Menschen, die nicht verstehen wollten, dass ich in einem Lernkurs lernen soll. Womit ich meine: Wenn ich einen Fehler gemacht habe, so hat Frau Richter auch schon mal gerufen: „Schaut mal alle her! Und jetzt Frau Wilkesmann, machen sie das noch mal!“ Auf diese Weise habe ich zum Beispiel gelernt, und werde es nie vergessen, dass getrocknete Gewürze zwischen den Händen gerieben werden müssen, bevor ich sie an das Essen gebe. Warum sollte ich da beleidigt sein? Das war doch nicht persönlich gemeint, sondern ich habe ein feines Beispiel dafür geliefert, was wir alles falsch machen können. Auch wer sich da persönlich angegriffen fühlt, ist quasi selbst Schuld.

Wer jemals einen johlenden Haufen von 15 mehr oder weniger disziplinierten Erwachsenen mehrere Tage zu leiten hatte, wird verstehen, dass das nicht mit Samthandschühchen geht.

Frau Richter hat uns immer die Vollwert mit großem Humor und einem reichen Schatz an Erlebnissen näherbringen können. Unvergesslich und ein Vorbild ist mir auch die Geschichte ihres kranken Nachbarn: Er habe ständig gejammert über offensichtlich ernährungsbedingte Beschwerden. Da hat sie ihm das einmal gründlich erklärt und gleich dazu gesagt: „Sie müssen das nicht glauben, Sie müssen Ihre Ernährung nicht umstellen – aber wenn Sie es nicht tun, jammern Sie mir auch nicht mehr die Ohren voll!“ Und das hat sie, so erzählte sie, auch konsequent durchgezogen. Beim nächsten Jammern hat sie nicht mehr geduldig zugehört.

Ebenfalls auf Ihre Lehren geht meine Erkenntnis zurück, auch wenn sie es wörtlich nicht so formuliert hat: Vollwert muss besser schmecken! Selbst meine Begeisterung für die Rohkost ist ursprünglich Ergebnis eines ihrer Ratschläge: Sie berichtete, dass sie nach den Kursen, wo sie nicht immer tiereiweißfrei essen konnte, weil sie ja abschmecken musste, anschließend Frischkostphasen einlegt.

Ja, Frau Richter kann frotzeln, wie ich das mal nenne. Wer einen solchen flapsigen Umgangston nicht kennt, versteht das vielleicht miss. Ich fand das herrlich, denn sie kann nicht nur „austeilen“, sie hat auch immer Freude an einem schlagfertigen Schlagabtausch gehabt.

Bewundert haben wir alle ohne Ausnahme ihre Energie: Morgens, wenn wir müde in die Küche schlichen, war sie schon fröhlich bei den Vorbereitungen. Mittags machte sie im Gegensatz zu uns selten eine Pause. Und abends, wenn wir vom anstrengenden Pensum sichtlich angegriffen ins Hotel zurückstolperten, machte sie noch weiter: Aufräumen, Vorbereiten usw. Auch das hat mir immer gezeigt, was Vollwert bewirken kann.

Ganz wichtig war für sie auch, die Vollwert ins soziale Umfeld zu setzen. Das heißt, im Freundeskreis auch mal zu etwas Nichtvollwertigem zu greifen, um nicht stets isoliert zu sein.

Soweit ich gehört habe, ist im Gesundheitsberater bisher keine Verabschiedung erfolgt. Sicher wird das noch kommen. Genauso wie das Buch, das 2006 angekündigt wurde: 1000 Tipps und Tricks von Erika Richter. Ich gebe die Hoffnung nicht auf 🙂

Ich persönlich sage: Herzlichen Dank Frau Richter, für alles, was Sie uns mit auf den Vollwertweg gegeben haben, von den kleinen Küchentricks bis zur Großherzigkeit, wie sie Vollwertlern zu eigen sein sollte. Danke für den Humor und für Ihre Herzlichkeit. Und ich hoffe, Frau Richter kann nun Ihren Ruhestand in angemessener Aktivität genießen 🙂