Schluckspechte, hier gucken

Beim veganen Eierlikör schrieb ich schon, dass ich keinen Alkohol trinken mag. Aber so zu Eis oder Nachtisch, da mag ich ihn schon. Die saftigen Aprikosen zurzeit boten sich daher an.

Aprikosenlikör

Ergibt knapp 2 Liter (die Flaschen fassen jeweils 500 ml)
Herstellung im Thermomix. Im Topf kochen und dann mit einem Mixer oder Pürierstab zerkleinern, geht sicher auch.

  • 400 g Wasser
  • 350 g Rohrohrzucker
  • 910 g saftige Aprikosen (etwa 1000 g brutto)
  • 60 g Zitronensaft
  • 1 Vanilleextrakt Finesse (oder 1 P Vanillezucker)
  • 500 g Wodka (40 % Alkohol)

Wasser mit Zucker im TM aufkochen (10 Min./100°C/Stufe 2). Aprikosen zufügen, pürieren (10 Sek./Stufe 8) und einkochen (10 Min./100°C/Stufe 2). Aufpassen, die Flüssigkeit schäumt stark, besser das Garkörbchen als Spritzschutz aufsetzen.

Zitronensaft, Vanille und Wodka zugeben und verrühren (20 Sek./Stufe 5). Ich habe nicht gesiebt, kann man natürlich auch. In die mit kochendem Wasser ausgespülten Flaschen gießen.

Haltbarkeit angeblich bei dunkler und kühler Lagerung etwa 6 Monate.

Alkohol im Essen

2. Juli 2015: Alkohol

Alkohol ist nicht Teil einer vollwertigen Ernährung. Das ist für mich überhaupt kein Problem, ich habe noch nie Alkohol als Getränk geschätzt, im Gegenteil. Früher, als Alkohol noch nicht so geächtet war wie heute in vielen Fällen, fiel ich durch meine Abstinenz unangenehm auf und mir wurden teils schwerwiegende psychologische Probleme unterstellt, weil ich mich nicht „öffnen“ wollte. Dass er mir einfach nicht schmeckte, wurde teils angezweifelt. Der Umstieg auf die Vollwerternährung bedeutete also keinen neuen Abschnitt in Sachen Alkohol.

Auch wenn ich ihn nicht trinken mag, schätze ich Alkohol durchaus in kleinen Mengen als Gewürz. 1 oder 2 EL Rum im Kuchen, 1 Teelöffelchen Likör an einer Nachspeise (trotz Zucker) oder auch ein Glas Wein in einer Soße schätze ich durchaus. Und da sehe ich auch kein Vollwertproblem.

Gerne auch gebe ich etwas Rum in Kuchen. Ich stelle dann bei Nachbäckern manchmal fest, dass sie dann aus Rücksicht auf mitessende Kinder keinen Rum in den Kuchen tun. Hmmmm.

Ehrlich gesagt kann ich das nicht nachvollziehen. Alkohol im Kuchen benutze ich z.B. für den Trieb, gar nicht mal für den Geschmack. Ich habe mich nun noch einmal kundig gemacht. Früher hieß es, der gesamte Alkohol verdampft beim Kochen / Backen. Dies wurde nun „neuerdings“ bestritten, ein Rest von 35 % bliebe erhalten.

Da rechne ich gerne praktisch um. Zwei Esslöffel Rum entspricht etwa 20 g Rum. 35 % von 20 g sind 7 g Alkohol, der also in meinem Kuchen verbleibt. Selbst wenn ich einen Napfkuchen in große Stücke schneide, bekomme ich 12 Stück. Das heißt, in jedem Stück Kuchen verbleibt 0,58 g Alkohol. Das ist mit einer Haushaltswaage kaum messbar und macht meiner Ansicht nach aus keinem Kind einen Alkoholiker, dazu bedarf es vieler wesentlich deutlicherer auslösender Faktoren.

Ein weiteres Argument gegen die Verwendung von kleinen Alkoholmengen in Essen, das auch Kinder teilen, ist: Sie sollen sich nicht an den Geschmack von Alkohol gewöhnen, daher auch bitte kein Rumaroma nehmen.

Ich halte das, Pardon, für komplett überzogen und praxisfern. Ein Kuchen mit 2 EL Rum schmeckt nicht nach Rum, denn sonst würden Kinder – übrigens mit einer natürlichen Abneigung gegen Alkohol ausgestattet – davon nicht gerne essen. Bei einem oder zwei Glas Rotwein in einer Soße mag das sein, aber in Teelöffelmengen wird sich kein Kind an Alkoholgeschmack gewöhnen. Da können wir auch gerne an die eigene Kindheit denken. Auch wenn zu Hause (in normalen Mengen) ab und an Alkohol getrunken wird, ist dadurch kein Kind gefährdet, davon bin ich überzeugt. Das ist so, als wenn ich mit einem Kind nicht schneller im Auto als 50 km/h über die Autobahn fahre, weil sie sich ja an die gefährlichen Geschwindigkeiten gewöhnen.

Das steht im Gegensatz natürlich zu ehemaligen Alkoholiken, die dürfen nichts essen, was wie Alkohol schmeckt oder kleinste Alkoholmengen enthält. Kinder sind aber in der Regel 🙂 keine ehemaligen Alkoholiker.