Werbetrommel: An!

Kommentar vom 13. Mai 2010: „Mein Kollege kocht Vollwert“

An dieser Stelle möchte ich dann mal Werbung für mich selbst machen 🙂 Das Buch von Erics Schicksal, d.h. Blogbeiträge und Blogkommentare plus zahlreicher Erweiterungen und der Rezepte ist  seit März auf dem Markt, die Verkäufe sind bis jetzt nicht gerade umwerfend. Tja, so ist das, wenn man nicht die Chance hat, von einem großen Verlag gestützt zu werden. Wobei ich hier nicht auf die  Tränendrüse drücken will, sondern einfach feststellen, wie das auf dem Büchermarkt läuft. Ein Buch wird normalerweise  von den Verlagen an alle Buchhandlungen ausgeliefert, das kostet die Läden erst einmal nichts. Und wenn ein Buch ausliegt – wird es auch gekauft. Bücher von BOD kann man auch über den normalen Buchhandel beziehen, aber BOD tut nichts für seine Autoren, außer preiswert eine Digitalisierungs- und Druckmöglichkeit – eben nach Bedarf, On Demand, – anzubieten. Das hat den Vorteil, dass man für relativ wenig Geld ein Buch herausbringen kann, das in vielen Online-Buchhandlungen auch gelistet wird. Wenn ich mich umhöre, wie sich andere Kochbuchautorinnen mit Verlagen „herumschlagen“, bis sie überhaupt jemanden gefunden haben, der sich für ihr Thema erwärmt, und wie viel Zeit dann noch ins Land geht, bis es im Handel ist, bereue ich meinen Weg über BOD nicht. Hohe Auflagenzahlen sind da eher selten. Als ich hörte, wie viele Exemplare Timo Lokoschat für sein Buch (ich besprach es hier) in der ersten Woche alleine verkauft hat, war ich baff. So viel verkaufe ich nicht einmal in zwei Jahren, nicht einmal von meinem persönlichem Bestseller (dem Hartz IV-Buch). Herr Lokoschat tröstete mich damit, dass man meine Bücher eben suchen müsse, da müssten die Zahlen natürlich ganz anders ausgewertet werden.

Das verstehe ich, und im Grunde bin ich ja auch mit den Verkaufszahlen zufrieden: Die Bücher bezahlen sich nicht nur selbst, sondern werfen mittlerweile auch einen kleinen Gewinn ab. Kochbücher sind eben Bücher, die „gesucht“ werden. Das ist das Buch „Mein Kollege kocht Vollwert“ nicht. Zwar gibt es 40 Rezepte, aber das ist nicht das Schwergewicht dieses Buchs. Ich stehe ja dazu, ich finde es amüsant, lustig und auch besinnlich zu lesen. Es verdient vielleicht nicht den Nobelpreis (Warum eigentlich nicht? <g>), aber es ist mit Sicherheit vielen Büchern an Unterhaltungswert überlegen, die so in den Buchhandlungen auf den Büchertischen liegen. Mir war klar, dass es ein Risiko sein würde, ein Nichtrezept-Buch auf diesem Wege zu veröffentlichen. Eric ist fest überzeugt, dass „wir“ damit noch groß herauskommen. Dagegen habe ich nichts 🙂


Während es mir relativ leicht fällt, für Kochbücher Werbung zu machen, ist das hier schon schwieriger. Es gibt ja Autoren und Autorinnen, die dann Lesungen in Form von YouTube-Filmen halten. Das ist teils superpeinlich. Dafür ist mir dann mein Name zu schade. Auch Werbung ist eine Sache, die nicht jeder als Laie einfach so aus dem Ärmel schütteln kann, weil er gerade mal ein Buch geschrieben hat. Mir fehlt auch die Zeit, zahlreiche Presseinformationen zu verfassen und durch die Welt zu schicken – was übrigens auch nicht unbedingt erfolgreich sein muss. Mit dem Hartz IV-Buch habe ich das gemacht, die Resonanz war nicht gerade überwältigend. Nicht einmal die hiesige Tageszeitung zeigte Interesse (nein, ich habe kein Taschentuch für meine Leser bereit liegen, um die Tränen zu trocknen….).

Es gibt auch Autoren und Autorinnen, die dann ihren Blog quasi nur ihrem Buch und Geschichtchen darum widmen. Ob das hilft? Nee, also ganz ehrlich – das ist mir zu peinlich. Tag um Tag meinen Lesern hier die Vorzüge von Erics Leben um die Ohren zu schlagen, das muss ich mir nicht antun. Also bleibt es dabei: Hier herrscht Abwechslung – und Werbung für mich selbst mache ich auf die bekannte Weise: Das Buch steht auf meiner Homepage und ich hoffe auf Mundpropaganda.

Allerdings habe ich einen kleinen Richtungswechsel eingeschlagen. Früher standen in den Büchern fast überwiegend Rezepte, die auch auf der Homepage umsonst zu bekommen sind, eben nur besser thematisch aufbereitet und noch mit Tipps usw. erweitert. Das werde ich beim nächsten Buch anders machen, da werden viele Rezepte enthalten sein, die nicht auf der Homepage erscheinen werden. Ich sage nur: Das werden nicht die schlechtesten davon sein, wie z.B. die Rohkostschokolade 😉

Werbung

Erics Kolumne (2/2010)

Kommentar vom 1. Februar 2010: Hier spricht Eric!

Da bin ich wieder, und ich freue mich – und hoffe, dass viele Leser und Leserinnen wieder lesen wollen, was ich so schreibe. Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend, der Wiedereinstieg in die Arbeit, die Schneemassen… ich dachte schon, ich könnte heute gar nicht zur Arbeit fahren. Es gibt in der Straße vor dem Büro so gut wie keinen Parkplatz, überall liegen Schneeberge. Dreadful, I’m sick of all this white stuff! Normalerweise parke ich in der Einfahrt, aber die ist zu. No thank you, keine Lust. Theoretisch könnte ich mit einem Taxi zur Arbeit fahren, aber das ist teuer und bei dem Wetter auch gar nicht so einfach, eins zu erwischen.

Als findiger Engländer männlichen Geschlechts hatte ich zwei Möglichkeiten: to use my brains or to use my muscles. Ich entschied mich für Variante 1. In der Nähe gibt es ein Parkhaus mit wunderbar gefegten Zufahrtswegen. Fünf Minuten zu Fuß zum Büro. Da steht mein zuverlässiges Auto nun für heute, vielleicht mache ich das morgen genauso.

Übrigens das mit dem Mr. Magic hatte ja noch einen  tollen Effekt. Irgendwann beim Lesen des Blogs hat Ute natürlich meine kleinen Schandtaten entdeckt. Aber sie ist ja vor Begeisterung fast aus dem Küchenfenster gesprungen, als sie las, wie preiswert es den gab. Ich musste sie also nach dem ersten Arbeitstag („Das ist deine Strafe, weil du mich beschummeln wolltest!“) wieder zum Toom fahren und da hat sie wirklich die letzten drei Dinger aufgekauft. „Ich kann ohne meinen Mr. Magic nicht leben, seufz, jetzt kann mal einer kaputt gehen und ich kriege nicht gleich Panik.“

Ansonsten bin ich etwas von dem Buch genervt, Ihr wisst ja: „Mein Kollege kocht Vollwert“. Natürlich fand ich die Idee erst echt klasse, das alles in ein Buch zu packen. Immerhin habe ich ja eine Menge Schweiß, Tomaten, Marzipan und andere Dinge da einfließen lassen. Aber hätte ich geahnt, dass meine Herausgeber-Kollegin so eine Pedantin ist, hätte ich das wohl doch eher gelassen. Stundenlang muss ich jetzt Interviews über mich ergehen lassen: „Was hast du damit gemeint?“, „Hast du mir das nicht einmal anders erzählt?“, „Und was ist danach passiert?“. Außerdem hat sie auch einiges gestrichen, da gab es dann teils doch recht heftige Diskussionen, what’s to be kept, what’s to be left out. Ich muss das Ganze auch noch einmal lesen. Was nicht so schlimm ist, ich lektoriere ja die Bücher immer. Aber Ute hat einen Großteil der Namen geändert, und dadurch ist einiges für mich verfremdet. Hat eine Weile gedauert, bis ich die Notwendigkeit dafür eingesehen habe.

Dann wollte sie in einem Riesenanhang noch ne Menge zusätzliche Rezepte einbauen, die gerade so gut passen. But no man, da habe ich mich durchgesetzt. Nichts gegen die Sachen, die ich aus ihren Vorräten benutzt habe, das sehe ich noch ein, dass da ein Zusatzrezept hingehört. Aber einfach noch so ein „paar schöne Rezepte“ als Ergänzung? Fand ich nicht gelungen. Da wir uns nicht einigen konnten, haben wir noch ein paar „außenstehende“ neutrale Personen befragt. Und die waren meiner Meinung, nur Rezepte aus meiner Zeit kommen rein. I was right, ha!

Im Übrigen genieße ich es wieder, dass ich nicht mehr ständig in der Küche stehen muss. Ich komme morgens ins Büro, da ist das Frischkorngericht für mich im Kühlschrank. Salat esse ich mittags und Brot dazu, dann gibt es um 14 Uhr wie gewohnt Getreidekaffee mit Kuchen. Abends esse ich dann nichts mehr. Auch kleine Sticheleien wie „Willst du nicht heute mal die Salatsoße machen?“ beantworte ich nur mit dem Finger an der Stirn. Ich will nicht 🙂

CU at the lastest March 1, 2010!