Hokkaido

19. Nov. 2014: Hafer mal anders 

Dies ist immer noch angeregt von einem Rezept von Daniela (hier), wenn vermutlich auch kaum noch erkennbar 🙂 Die Haferecken gehen, wenn Kartoffeln und Sojabohnen bereits gekocht sind, recht flott. Während sie backen, lässt sich das Gemüse zubereiten, ganz ohne Stress! Jedes andere Gemüse, ja selbst ein Salat würde zu den Ecken gut passen.

Haferkartoffelecken mit Hokkaido

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Zu kaufen für 1 Euro: hier

 

Haferleckerli

3. August 2014: Haferplätzchen

Angelehnt an ein Rezept von der Webseite Forks over Knives (dort heißen sie „Wholesome Oat Snackles“ und sind zitiert aus „Let them Eat Vegan“). Es kann auch sein, dass Daniela vor wenigen Wochen ähnliche Kekse in ihrem Blog vorgestellt hat, das fiel mir aber erst ein, als ich diesen Beitrag schrieb. Nun, dann ist es vielleicht auch einmal interessant, wie unterschiedliche Köchinnen ein Rezept bearbeiten 🙂

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  • 300 g Nackthafer
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Weinsteinbackpulver
  • 1 TL Zimt
  • 1 gute Prise gem. Muskatnuss
  • 65 g Rosinen
  • 25 g gek. Kichererbsen
  • 90 g gek. Borlottibohnen
  • 25 g Wasser (oder Kochwasser der Bohnen)
  • 100 g Honig
  • 25 g Wasser zum Nachspülen

150 g Hafer flocken, die anderen 150 g mahlen. Die trockenen Zutaten gut miteinander verrühren. Kichererbsen, Bohnen, 25 g Wasser und Honig im kleinen Becher vom Magic ganz glatt schlagen und zum Hafergemisch geben. Den Becher mit 25 g Wasser nachspülen und ebenfalls zu dem Hafergemisch geben, alles gründlich verrühren. Mit den Händen ca. 20 Kugeln oder Ovale formen, nebeneinander auf ein Backblech setzen. Leicht flachdrücken.

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Den Ofen (Heißluft) auf 180 °C vorheizen. Plätzchen einschieben und 15 Minuten backen.

Anmerkungen:

  • Ich hatte die Kichererbsen und die Bohnen über, man kann also auch nur Kichererbsen oder nur Bohnen nehmen.
  • Mein neuer Backofen hat sogenannte Perfect-Clean-Bleche. Das funktioniert wirklich: ich muss nichts einfetten, und sie lassen sich auch sehr leicht saubermachen.

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Frisch schmecken sie ausgezeichnet. Nach fünf Tagen fand ich sie etwas pappartig.

Nacktgerste sollte keimen

14. Juni 2014 (sa) Nacktgerste von Davert

Nackthafer und Nacktgerste, die keimen – im Brukerischen Verständnis zumindest eine Bedingung für vollwertiges Getreide -, sind gar nicht so einfach zu bekommen. Nun hatte eine langjährige Leserin dieses Blogs (Hurra!!! 🙂 ) Nacktgerste von davert gekauft und die wollte und wollte nicht keimen. Also schrieb sie Davert an. Den Schriftwechsel möchte ich euch nicht vorenthalten:

Sehr geehrte Damen,
aus Ihrer Nackgerste wollte ich Sprossen herstellen, leider keimte von dem Getreide nicht mal 10%.
Ist es wärmebehandelt? Würde es nur entspelzt, sollte zumindest ein wesentlich größerer Anteil noch ohne verletzten Keim sein…
Danke für Ihre Antwort!
MfG

Die Antwort kam prompt:

Sehr geehrte Frau XXX,
vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Produkten.
Da wir unser Getreide nicht als Keimsaaten verkaufen, garantieren wir grundsätzlich keine Keimfähigkeit.
Das Getreide wird in unserer Mühle gereinigt. Dabei kann der Keimling schaden nehmen, somit ist auch eine Keimfähigkeit nicht mehr gegeben. Des Weiteren ist es so, dass das Getreide, je nach Erntezustand, nachgetrocknet werden muss. Die Temperaturen sind dabei höher als 40°. Auch dies führt unter Umständen zu einer verminderten Keimfähigkeit.
Desweiteren ist es bei Nacktgerste und Nackthafer so, dass beide Getreidesorten ohne Spelze wachsen und entsprechend witterungsempfindlich sind und damit der Keimling schneller Schaden nehmen kann als es bei andere Getreidesorten der Fall ist.
Trotzdem handelt es sich bei alles Getreiden um vollwertige Produkte, die alle natürlichen Bestandteile enthalten.

Mit freundlichem Gruß
YYY

Verwaltung – Verbraucherservice

 Da bin ich ja nun beruhigt, dass mir endlich mal jemand erklärt, was vollwertig ist und dass es alle natürlichen Bestandteile enthält 🙂 Ich kann hier nur nochmals den Demeterhof Schwab empfehlen, bei dem ich den best keimendsten Hafer gefunden habe, den ich je gekauft habe.

Luxus am Sonntag und Beiträge Nr. 27

12. Januar 2014: Luxusfrühstück und zweimal Nr. 27

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Schoko-Luxus-FKG

5887

Beiträge Nr. 27

Ton: Eine Beschreibung

Der Ton ist das was ich höre. Mein Gehör nimmt den ganzen Tag Töne war, aber was ich nicht ertrage ist die Stille.

Der erste Ton, den ich nach Null Uhr höre, ist meine Tochter, erst ganz leise, so dass ich denke: „Ach was, ist das denn in meinem Traum?“, dann immer lauter. Was für ein Ton. Mein Freund liegt ganz still neben mir. Höre nur ich das? Schnell hole ich sie ins Bett, dann höre ich das Nuckeln an meiner Brust und schlafe ein.

Der nächste Ton, der die Stille durchbricht, ist der schrille Ton des Weckers. Was für ein Ton, den mag ich nicht. Nun beginnt der Tag.

Beim Vorbereiten des Frühstücks dudelt das Radio, diese Töne mag ich. Dann springt mein Sohn aus dem Bett und pfeift vergnügt umher, was für ein positiver Ton.

Kaum dass mein Freund seine Arbeit aufgenommen hat, klingelt das Telefon. Das können ganz schön nervige Töne sein. Dazu schellt zwischendurch die Klingel an der Tür, Vivian krabbelt quietschvergnügt durch die Wohnung und schon sehne ich mich nach der Stille. Komisch, aber wenn ich auf der Couch zur Mittagsruhe liege, warte ich auf jeden Ton. Egal welcher Ton, der die Stille endlich durchbricht. Da wieder die Klingel: Dieser unangenehme Ton, gerade in der Mittagsstunde: „Ein Paket für ihren Nachbarn“ freundlich fragend der Hermes Typ. Wo ist nur meine Stille? Nach paar Minuten höre ich einen dumpfen Ton, was ist das nur? Ach ja, mein Handy vibriert unter der Decke. Eine Nachricht irgendwo her… Kaum ist die Stille wiederhergestellt, kommt mein Sohn aus der Schule und gibt den Ton an. Jetzt ist Hausaufgabenzeit. „Mama wie geht das?“ Meine Ohren klingeln, wie oft höre ich diesen durchdringenden Ton. „MAMA! MAMA!“ Ach ja, die Kleine ist schon wieder wach.

Diese Töne begleiten mich durch den Tag und oft frage ich mich, wie es ohne diese Töne wäre. Manchmal gehe ich zur Entspannung in die Sauna. Diese Stille, da ist sie wieder! Gerade zehn Minuten ertrage ich diese Ruhe und schon vermisse ich all diese Töne, die mich jeden Tag begleiten. Wie wäre das ohne Sie? Einfach viel zu still und nicht das, was ich will. Ich bleibe bei dem Motto: Der Ton macht die Musik und meine Musik sind die Töne des Lebens!

Ton: Ein Gedicht

Der Ton

Es gibt Töne, die stimmen Dich heiter, manche andere Töne ziehen einfach weiter.
In der Welt hat man kein Glück, ohne Ton verstummt die Musik.
Man muß ihn hören, daß ist doch klar, denn nur der Ton sagt, wie es war.
Wenn Kinder rufen: „Mama! Mama!“, dann ist der Ton doch wie ein Hammer.
Man freut sich, dass sie’s begriffen endlich, denn nur mit dem Ton macht man sich verständlich.
Geändert hat sich der Ton mit der Zeit. Die Jugend ist dafür allzeit bereit.
Da heißt es plötzlich „Yo, Baby, yo!“, doch wir Alten begreifen es nicht so.
Wir legen Wert auf Umgangsformen, die der Jugend anscheinend gingen verloren.
In diesem Sinne allzeitbereit, der Ton hat Macht und das alle Zeit.
Ja, ich muss sagen, ich bin kein Freak, doch der Ton, der macht die Musik!

Sonntagskekse

22. Dez. 2013: 3 x Weihnachtskekse auf die Schnelle

Last-Minute-Kekse

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Schnell gebacken, lassen sich damit rasch die Weihnachtsteller noch einmal auffüllen…. Leider waren die Kekse schon aufgegessen, bis ich entdeckte, dass das Foto nicht ganz scharf war 😦

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Orangen-Schoko-Kekse

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Berliner Brot Remscheider Art

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5870

 

Nackthafer

Den Nackthafer, der in meiner Erfahrung am besten keimt (90-95 %), habe ich vom Demeterhof Schwab (hier). Jetzt fand ich lange schon keinen Nackthafer mehr auf der Webseite, habe daher heute per Email nachgefragt. Die Antwort kam wie gewohnt schnell und freundlich: Sie haben wieder Nackthafer, aber irgendetwas klappt mit der Webseite nicht. Ich möchte bitte per Email bestellen, was ich dann zusammen mit anderen Produkten auch direkt gemacht habe.

Wer also auch dort gerne Nackthafer oder anderes bestellt – kann dies nun per Email tun.

Frag doch mal die Ute: August-Fragen

31. August 2013: Frag doch mal die Ute

Frage 1 für August: Bist Du zuckersüchtig? In dem Beitrag klingt das so. Oder meinst Du, dass quasi alle Menschen süchtig nach Zucker sind und Du deshalb diesen starken Drang hattest, den Kuchen usw. aufzuessen?
Zuckersüchtig bin und war ich zum Glück nie, d.h. mir ist es sehr leicht gefallen, auch ohne Zucker zu leben. Ich glaube, dass alle Menschen zuckersüchtig werden können, so wie auch alle Menschen nikotinsüchtig werden können, aber nicht müssen. Zucker hat Suchtpotential, das steht für mich außer Frage.

Frage 2 für August: Was ich bislang nicht herausfinden konnte ist, ob der keimunfähige nackthafer nun gänzlich “unbrauchbar” ist, ist er gar gleichzusetzen mit den haferflocken aus den märkten, obwohl er ja immerhin noch frisch geflockt wurde, hast du da eine idee?
Die Produktion von Nackthafer, sodass die Keimfähigkeit erhalten bleibt, ist eine äußerst heikle Angelegenheit, wie mir letztlich ein Biobauer versicherte. Hafer ist auch von den Standardgetreiden am schwierigsten zum Keimen zu bringen. Eben weil er „nackt“ ist, können die Keime sehr leicht beschädigt werden. Besagter Biobauer trägt seinen Hafer sogar vorsichtig quasi mit der Hand, und dennoch kann es passieren, dass der Hafer die Keimfähigkeit verliert. Deshalb ist er jedoch keinesfalls gleichzusetzen mit den Haferflocken aus der Tüte, die immer, auch im Bioladen, wärmebehandelt sind, damit sie nicht ranzig werden. Ich hatte letztlich das Pech, 5 kg Nackthafer zu kaufen, der nicht keimfähig war, nicht einmal 50 %. Ich halte es so: Diese 5 kg verbacke ich in Brot und Fladen oder mische sie in meinen Kakao, ins Frühstück. Aber wenn es ums roh Essen geht, dann kommt für mich nur keimfähiger Nackhtafer in Frage.

Frage 3 für August welche Erfahrung hast du damit Frischkorn-Gericht-Verschmähern die Speise näher zu bringen (nein ich will niemanden missionieren oder zwingen)? Welche Variante würdest du auftischen, wenn jemand überall das frische Getreide heraus schmeckt und das Essen dann verschmäht? Folgende Varianten habe ich schon probiert: Traditionelles Frischkorngericht nach Bruker in diversen Varianten mit geschrotetem Getreide, Frischkorn nach Dr. Ewers (aus deinem Buch), Frischkorn als Salatbeigabe, Eis mit Frischkorn, Frischkorn in einem sahnigen, fruchtigen selbst gemachten Frühstücksdrink. Hast du auf obigem Gebiet vielleicht schon eine interessante persönliche Erfahrung gemacht und oder einen heißen Tipp, vielleicht gibt es ja ein Rezept von dir, das deiner Erfahrung nach wahre Wunder bewirken kann?
Ich hatte noch nie einen Frischkornverschmäher am Tisch sitzen 🙂 Ich weiß nicht, ob du es schon einmal mit Flocken versucht hast? Einen Wundertipp habe ich da leider nicht, ich würde einfach anfänglich das Verhältnis von Getreide zu Obst z.B. sehr obstlastig halten, d.h. die Getreidemenge erst einmal sehr klein halten. Dann ist auch noch die Frage: Ist es ein Erwachsener? Wenn es da Geschmacksvorurteile gibt, kann man kaum noch etwas machen. Bei Kindern kann man mit Minimengen „versteckt“ anfangen. Gut ist auch Buchweizen, weil der durch seinen Knackeffekt im Obst (oder Gemüse) nicht so auffällig ist.

Frage 4 für August Was hältst du als Vollwertlerin von Matcha Tee? Hast du schon mal davon gehört? Beim Matcha Tee wird ja das ganze Blatt getrunken nicht nur ein Auszug davon. Man kann ihn roh oder erhitzt trinken. Ist Matcha Tee deiner Ansicht nach vollwertig?
Ich hatte von Matcha-Tee noch nie gehört. Daher habe ich im Internet nachgeschaut: Es handelt sich um zerkleinerten Grünen Tee und Grüner Tee ist genau wie Schwarzer Tee im strengsten Sinne nicht vollwertig. Ich selbst trinke gelegentlich aus Genuss oder auch mal zum Aufputschen eine Tasse schwarzen Tee und fühle mich dennoch nicht schuldig 😉 Als regelmäßiges Getränke würde ich aber Matcha-Tee daher genausowenig empfehle wie schwarzen Tee oder Kaffe.

Frage 5 für August (1) Ich frage mich, ob man den für Rohkost üblichen Nuss-Teig auch aus
– frisch gemahlenem Getreide (z.B. Hirse) mit pürierter Banane vermischt bzw. aus
– gekeimten und anschließend pürierten Getreidekörnern (wie für das Essener Brot) mit pürierter Banane vermischt
herstellen kann und zu einem schmackhaften Ergebnis kommt. Okay, ich kann es ausprobieren,aber vielleicht kannst Du weiterhelfen und mir eine Enttäuschung ersparen. (2) Immer wieder stößt man in der Vollwertküche und insbesondere auch in der Rohkostküche auf diverse Küchengeräte (Vitamix, Thermomix, Rohofen, Spirelli…). Kommt man denn langfristig auch mit einer normalen Küchenmaschine (550 W) aus?
(1) Viele Rohköstler haben sich meiner Ansicht nach erheblich Falsches über Getreide im Internet angelesen. Insoweit, klar, kannst du Getreide nehmen oder zumindest zum Teil, wie du auch in meinen Rohkostrezepten sehen kannst. Getreide hat jedoch Nüssen gegenüber einen Nachteil: Es verändert sich stärker im Geschmack. Nach drei Tagen schon kann es merkwürdig schmecken. Ich persönlich finde gekeimte und anschließend pürierte Getreidekörner nicht schmackhaft.
(2) Selbstverständlich kommst du ohne teure Geräte aus. Je schlichter du in deinem Essensleben sein möchtest, umso weniger Geräte brauchst du. Es ist immer eine Frage dessen, was du willst. Ein cremiges Eis ohne Sahne geht nicht ohne teures Gerät, Schokolade selbst machen erfordert zumindest einen dieser kleinen Mixer. Einen Salat kannst du genauso gut nur mit dem Messer schneiden statt mit einer Elektroraspel. Je nach Salatmenge dauert es einfach länger. Ein Dörrgerät ist Luxus, wenn man nicht einen riesigen Garten hat. Ich finde sowieso den Anteil des Getrockneten in der modernen Rohkost viel zu hoch. Ein Spirelli ist ein lustiges Spielzeug, das nach anfänglicher Begeisterung nicht nur bei mir nach zwei- oder dreimaliger Begeisterung irgendwo vor sich hinrottet. Die genannten Geräte sind ein kleiner Luxus, den Vollwertler (und nicht nur die) sich leisten. Für einen Vollwertler ganz wichtig halte ich allerdings eine Getreidemühle. Auf jeden Fall ist es möglich auch ohne Gerät köstliche Vollwertgerichte zu machen. Eben einfach andere.

Frage 6 für August: Mir fällt bei deinen rezepten auf, dass man das gemüse nicht in öl anbrät, sondern in wasser dünstet, ich nehme mal an, dass ist schonender für den vitaminerhalt (?) oder aus welchem grund wird das so gemacht? kannst du mir da weiterhelfen?
Du hast schon einen Aspekt richtig erkannt: Es ist besser für die Inhaltsstoffe des Gemüses, wenn man es dünstet statt anbrät. Wichtig ist auch, dass die Wassermenge möglichst gering ist, damit das Gemüse sozusagen im eigenen Saft bleibt. Waltraud Becker, quasi die Erfinderin der Gemüsepfanne, nimmt 5 EL Wasser. Das kommt bei mir nicht mit allen Deckeln und Öfen hin, ist aber eine gute Ausgangsbasis. Der zweite Grund ist das Öl: Es gibt nur wenige Öle, die sich zum Anbraten eignen (Erdnussöl sehr guter Qualität, Kokosöl, ebenfalls Topqualität). Noch gesünder ist, wenn du erst nach dem Dünsten ein kaltgepresstes, natives Öl unterziehst.

Es war einmal ein Urkornhof

Kommentar vom 17. August 2011: Urkornhof.AT ade

Ganz am Anfang meiner Vollwertkarriere entdeckte ich für mich den Urkornhof in Österreich, kein Biosiegel, Familienbetrieb, ich dachte – ich probier’s. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Zwar ist das Porto trotz des Versands über Deutschland ziemlich heftig, aber einiges Getreide sehr preiswert und auch sehr gut. Vor allem, wenn ich die 5 kg-Gebinde bestellte. Fragen wurden damals nett und rasch beantwortet.

Dann nahmen sie den Mais aus dem Programm, schade. Außerdem wurden Fragen nicht mehr beantwortet, z.B. nach Keimfähigkeit. Die Firma wächst wohl? Aha. Dennoch hatte ich vor zwei Monaten wieder reichlich bestellt, mit einer Freundin geteilt, und so ging es auch portofrei (ab 100 Euro). Da der Hafer (keimfähiger Nackthafer) immer weniger wird, wollte ich mich schon mal umschauen. Da steht groß auf der Website: „Bitte neue Preisliste anfordern“. Das habe ich gemacht. Diesmal kam auch eine Antwort mit angehängter Preisliste.

Ich sah mir die Preisliste an. Hmm, kein Kamut mehr. Aber noch doofer: keine 5 kg-Säcke mehr. Entweder Kiloware (teuer!) oder 25 kg-Säcke. Wie soll ich denn 25 kg Hafer verstauen? Und dann kann ich monatelang nix mehr außer Hafer essen. Ob das ein Irrtum war? Kamut sah ich auch nicht mehr. Ich habe also nett per Mail angefragt.

Sehr geehrte Frau H.,
danke für die schnelle Übersendung der Preisliste. Wenn ich das richtig sehe, haben sich da für mich einige wichtige Dinge geändert, nämlich:
1. Sie bieten keinen Kamut mehr an
2. Emmer, Einkorn und Wildroggen gibt es nur noch als 1 kg oder 25 kg Gebinde, nicht mehr jedoch in einer preisgünstigeren 5 kg Version?
Das wäre ja sehr bedauerlich, weil dann die Kilopreise doch mächtig ins Geld gehen 😦

Ich bekam auch prompt eine Antwort:

Sehr geehrte Frau Wilkesmann,
die Gebinde haben wir nur mehr wie in der Preisliste angegeben, da das für die Abwicklung der Aufträge eine Erleichterung darstellt.
Kamut ist gelistet (Urweizen)
Mit sonnigen Grüßen vom Urkorhof
H.
Kundenbetreuung

Da war ich dann doch 3 Minuten sprachlos. Geht es jetzt nur noch um die Einfachheit im Betrieb, nicht um das, was die Kunden wollen? Und was soll die alberne Bezeichnung „Urweizen“ für Kamut, was doch nur Kunden verwirrt? Ich erholte mich und schrieb nochmals:

Sehr geehrte Frau H.
ah, das mit dem Urweizen muss man wissen. Wäre vielleicht ein Hinweis für die Kunden nützlich.
Für Sie ist das vielleicht eine Erleichterung; es mag Sie interessieren, dass es für mich als Kundin quasi ein „Kann dort nicht mehr kaufen“  bedeutet. Die Kilopreise sind mir zu hoch und die 25-kg-Gebinde zu groß. Schade….

Antwort? Nein, eine Antwort bin ich dem Urkornhof nicht mehr wert. Muss ich da jetzt noch einmal bestellen? Nein. Möchte ich da nochmal bestellen? Nein. Jetzt habe ich erfahren, dass ein Freund von Herrn Kleider auch Nackthafer mit ausreichender Keimfähigkeit anbaut. Das Problem ist gelöst.

Ich sehe keinerlei Veranlassung einen Betrieb zu unterstützen, für den Kunden nur noch ein notwendiges Übel sind.