Bauchschmerzen

Kommentar vom 15. Juni 2011: Kinder und Bauchschmerzen

Die Apotheken-Umschau vom Mai überraschte uns in ihrer A-Ausgabe wieder mal mit einer hochinteressanten Statistik, als Quelle gibt sie an: Komitee Forschung Naturmedizin. Das wollen wir mal im Auge behalten 😉 Es heißt also auf Seite 50:

„85,5 % der Eltern in Deutschland behandeln ihre Kinder bei Bauchschmerzen und Erkältungskrankheiten oft mit pflanzlicher Arznei. In England sind es 28 Prozent, in den USA 10 Prozent.“

Klingt gut, gell, so als wenn wir ein Land wären, in dem die Naturheilkunde noch was gilt… Doch welche wichtigen Informationen vermisse ich als bekannte Statistiknörgerlin mal wieder?

  1. Wieso werden Bauchschmerzen und Erkältungen zusammengefasst? Finde ich merkwürdig.
  2. Ist die Prävalenz (will mal angeben, das ist das Fachwort für „Krankheitshäufigkeit“) dieser beiden Krankheiten in allen drei verglichenen Ländern gleich?
  3. Wieso dürfen die USA mit einem Land wie Deutschland verglichen werden, ohne dass die USA in Gebiete aufgeteilt werden?
  4. Womit behandeln die 14,5 % in D, die 72 % in GB und die 90 % in den USA, die da übrig bleiben, ihre Kinder? Vielleicht mit Wadenwickeln? Das wäre ja auch eine Erklärung.
  5. Warum werden gerade diese drei Länder miteinander verglichen?
  6. Was wird unter pflanzlicher Arznei genau verstanden, selbstgemachte Kräutertees oder Produkte aus der Apotheke?
  7. Wie alt sind die Kinder, wie alt die Eltern?
  8. Wie ist die Einstellung der Eltern zu Naturmedizin im Allgemeinen?

Es gibt sicher noch mehr Dinge, die gefragt werden müssen…

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