Frank Escherbach

Schreibt ihr schon eure Geschichte um den Möchtegernpolizisten und Erdbeertortenverweigert Frank Escherbach? Oder webt ihr noch in Gedanken ein kleines Netz um ihn?

Ihr dürft auch gern vor dem 3. Juli einsenden. Und wer nichts einsendet, bekommt natürlich auch die anderen spannenden Geschichten nicht zu sehen. That’s life. 🙂

Wer es noch nicht kennt oder nochmal nachlesen möchte, die Details findet ihr hier:

Übrigens könnt ihr von diesem kleine Projekt auch gerne weitererzählen. Wir beschränken uns nicht auf Leser dieses Blogs.

Polizei wird zum Dienstleistungsunternehmen

1. Apr. 2016: Mit der Polizei auf du

Im Februar dieses Jahres bekam ich bei einem Spaziergang den Fetzen eines Gesprächs mit. Ein Polizist sprach mit einer Autofahrerin, deren großer Mercedes breit auf dem knappen Bürgersteig geparkt war. Sie trug eine schwarz-weiß-gemusterte Leggins. Ich hörte, wie er zu ihr sagte: „Ja, die Gebühr haben Sie ja schon bezahlt…“. Was weiter kam, habe ich nicht gehört. Aber jetzt ist es raus:

Die Polizei mausert sich zum echten Dienstleistungsunternehmen. Auch der Straßenverkehr wird nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geordnet. So wie Krankenhäuser miteinander konkurrieren (sollen) durch günstige Preise, sollen das auch einzelne Polizeistationen. Die Polizeistationen von Wuppertal, Remscheid und Solingen haben sich nun zusammengetan und einen Bergischen Kreativplan entwickelt. Unter anderem kann man jetzt an allen Polizeistationen einen Zehner-Knöllchen-Schein für den Preis von neun erwerben. Wenn man falsch parkt, kann man gleich einen Abschnitt dieses Scheins unter die Scheibenwischer klemmen und die Damen vom Ordnungsamt sammeln einfach ein. Wer lieber seine Geschäfte online erledigt, bekommt sogar Bögen mit 10 selbstklebenden, rückstandlos entfernbaren Knöllchen zum Preis von 9. Ab 85 Euro ist der Versand portofrei.

Bei höheren Beträgen, also Geldbußen, sei man verhandlungsbereit, erklärte mir der Polizeipräsident der Region und brachte ein Beispiel: „Stellen Sie sich vor, es wird aufgrund einer Geschwindigkeitsübertretung ein Bußgeld von 300 Euro fällig. Da ist es doch viel einfacher, wenn wir uns auf 275 Euro herunterhandeln lassen, als die ganze Bürokratie mit Gericht etc. heißlaufen zu lassen.“

Wie das neue Konzept von der Bevölkerung angenommen wird, ist noch nicht bekannt. Umfragen im Vorfeld hätten großes Interesse vor allem für die 10-für-9-Knöllchen ergeben.

Zahlen

Heute Morgen im Radio (WDR2) gehört:

Es gab gestern in NRW eine Veranstaltung mit Fragen, die Bürgern auf der Seele liegen, Ministerpräsidentin Kraft war auch dabei (die schafft auch alles). Dabei kam eine interessante Zahl ans Tageslicht, die auch von offizieller Seite nicht dementiert wurde oder sogar von ihnen angegeben:

Ca. 200.000 Flüchtlinge sind dieses Jahr unregistriert nach Deutschland gekommen.

Das dürfen wir uns einmal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist schon die Größenordnung einer Großstadt, quasi halb Wuppertal. Da die offiziellen Zahlen doch behaupten, dieses Jahr kämen nur 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland, hieße das, jeder vierte Flüchtlinge kommt einfach so. Und selbst wenn es knapp die doppelte Zahl insgesamt wäre (1,5 Millionen) … das wäre immer noch jeder 8. Asylant. Wir brauchen nur an die Straße zu denken, in der wir wohnen, und einmal im Geiste auszählen, wie viele Nachbarn das wären, die hier völlig unbekannt so „leben“.

Die Zahl 200.000 ist natürlich überhaupt nicht alarmierend. Denn gleichzeitig wurde in den Nachrichten verkündet, dass sich irgendein zuständiges Amt (Verfassungsschutz oder BKA) überhaupt keine Sorgen darüber macht, dass hier Terroristen mit ins Land geschleust werden. Ihnen ist nämlich kein einziger Fall bekannt, bei dem auch nur ein Verdacht besteht.

Nee, klar. Das passt gut zu der obigen Zahl. Auch machen sich unsere Sicherheitskräfte gar nicht so arg viel Sorgen, „wir“ sind nämlich gut gerüstet gegen größere Terroranschläge, die Polizei wird dafür teils speziell ausgebildet. Es beruhigt mich ungeheuer zu wissen, dass die Polizei nach einem Anschlag flugs die Leichenteile zusammenräumt, oder was soll mir das sagen? Das passt auch besonders gut zu den Berichten, dass die Polizei derzeit sowieso völlig überlastet ist.

Ich frage mich echt, für wie doof man mich so hält. Mich und viele andere.

Städtische Beamte und Angestellte

28. Juni 2014: Nochmals Straßenverkehrsordnung

Zu der schwierigen Einfahrt zu meiner Garage gab es schon einen Beitrag: hier. Ich hatte mir vorgenommen, auf den Amtsschimmel nicht mehr zu reagieren. Aber ich konnte dann doch nicht widerstehen und schrieb (immer mit Kopie an die ebenfalls betroffene Nachbarin):

Guten Morgen Frau XXX,
Ihr Schreiben habe ich erhalten.
Es tut mir leid, wenn ich mich nicht klar ausgedrückt habe. Ich versuche es heute einmal besser:

Meiner Nachbarin und mir geht es mit den Blumenkübeln nicht darum, dass die Ausfahrten eng eingeparkt werden (Zitat „zulässigerweise angrenzend“), sondern wir möchten, dass die Einfahrten nicht ZUGEPARKT werden.
Beide Ausfahrten sind eng, und wenn alle korrekt parken, ist es mit ein bisschen Übung möglich, in die Ausfahrten einzufahren. Richtig.

Leider parken sehr, sehr viele Fahrer eben nicht vorschriftsgemäß. Sobald ein Auto auch nur mit der Stoßstange über den gepflasterten Teil steht – d.h. nicht vorschriftsgemäß -, komme ich ohne Gefährdung meines oder des anderen Autos NICHT in meine Ausfahrt. Und häufig stehen die Autos bis zu 50 cm in meine Einfahrt!
Auch Anzeigen haben kaum einen Lerneffekt für die Fahrer, da es sich vorwiegend um Personen handelt, die nur einmal in diese Straße kommen, sei es zum Amtsgericht oder zur Fabriciusklinik. Die lachen doch über ein „Knöllchen“ – das ist einfacher als z.B. zum nächsten Parkhaus zu fahren (Zeit & Geld).
Wenn ich jedes Mal Anzeige erstatten würde, wenn hier jemand falsch so parkt, dass meine Ausfahrt blockiert ist, könnte ich an manchen Tage eine Halbtagsbeschäftigung daraus machen. Ich beschränke mich mit den Anzeigen auf drastische Fälle oder Fälle, wo ich wirklich hätte in die Einfahrt ein- oder ausfahren wollen.
Das Ordnungsamt ist telefonisch so selten zu erreichen, dass ich das aufgegeben habe. Trotz mehrfacher Bitten wurde mir immer noch keine Durchwahlnummer gegeben, damit ich z.B. um Entsenden einer Politesse bitten kann.

Ich möchte keine Sonderrechte, ich möchte nur, dass mir Gelegenheit gegeben wird, dass meine Rechte gewahrt bleiben. Ein krasses Beispiel: Wenn es einen unbeleuchteten Tunnel gibt, in der regelmäßig Menschen überfallen werden, lehnt sich die Stadt Remscheid dann auch zurück und sagt: Wenn sich alle Tunneldurchwanderer korrekt verhalten, gibt es kein Problem? Nein, die Stadt wird den Tunnel beleuchten und andere Schutzmaßnahmen ergreifen.
Viele Grüße

Sehr schnell erhielt ich Antwort per Post, ich habe sie euch im Original fotografiert (mein Scanner ist schon eingepackt hihi). Einmal drauf klicken, und das Foto wird lesbar groß:

BriefStadt

Auf mein Schreiben geht die Verfasserin nicht wirklich ein, ihre Tipps sind sinnlos – was soll ich die Polizei rufen, wenn ich dringend aus meiner Ausfahrt fahren muss? Bis sie kommen, vergeht sicher eine halbe Stunde, dann nehmen sie den Sachverhalt auf, entfernen aber doch nicht den falschparkenden Wagen! Ob nun eine Polizei-Anzeige oder meine vom Falschparker bezahlt werden muss, ist dem doch egal. Lesen mit Textverständnis ist offensichtlich in der Ausbildung von städtischen Beschäftigten kein Punkt mit oberster Priorität.

Reizend auch der Hinweis auf die Rechtsmittelbelehrung. Klar, ich kann gegen den Bescheid klagen. Ich denke lieber nicht darüber nach, was das kostet. Die Dame hat wohl keine Lust mehr und ich werde ihr lästig. Sie hat Glück – ich ziehe hier weg. Das Rathaus ist nämlich quasi um die Ecke, ich hätte ihr gerne angeboten, dass sie mal hier parkt, wenn sie arbeitet, so vier Wochen lang. Mal sehen, wie schnell sich da etwas ändert, wenn sie dreimal nicht nach Hause fahren konnte!

Ich möchte nur eines: Dass die Stadt meine Rechte gegen Rechtsbrecher schützt. Warum geht das nicht? Weil offenbar städtische Beamte nur Textbausteine verschicken können, wirklich mein Schreiben beantworten tun sie definitiv NICHT.

Ich träume immer noch von Selbstjustiz. Dass ich die parkenden Wagen einfach mit einem Hämmerchen so zurechtstutze, dass das Auto vorschriftsgemäß steht 🙂 Nun ja, ich drücke meiner Nachbarin die Daumen, dass sie sich durchsetzen wird.