#Kochenmachtfroh

Im Beitrag von gestern habe ich euch die Aufgabe (One-Pot) für März beschrieben. Heute zeige ich dir, was du gewinnen kannst, wenn du im März teilnimmst.

Wenn du gern diesen Schal besitzen möchtest, schreib bitte in die Mail mit dem Rezept eine kleine Notiz, wie z.B.: „Ja, bin interessiert am Schal“. Dann kommst du in die Auslosung. 🙂

Der Schal ist etwa 30 cm x 180 cm groß. Die Farben sind geringfügig dunkler als auf dem Bild. Und, wenn man es weiß, kann man es auf dem Foto sehen: Das Garn enthält etwas „Glitzer“.

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Preisausschreiben?

25. Januar 2014: Ade, oh große Preisausschreiben 🙂

Den doofen Spruch „Aufhören wenn’s am Schönsten ist“, kennt ja fast jeder. Auch wenn ich Sprüche nicht mag – da ist schon ein bisschen was dran.

Was passiert denn jetzt mit meinen Provisionen, sacke ich die ein und fahre in Urlaub?

Nein. Ich habe mir überlegt, dass Ihr ja auch einen Anreiz haben sollt, über das Banner zu kaufen. Wenn das so in mein Täschlein fließt, finde ich das keinen rechten Anreiz. Auch tue ich ja nicht wirklich etwas – in Gegensatz zu einem Buch, hinter dem viel Arbeit steckt. Da ist es gerechtfertigt, wenn ich auch etwas Geld von bekomme.

Meine Vorstellung sieht so aus: In den nächsten Tagen präsentiere ich euch drei Organisationen, die ich für wert halte, Spenden zu bekommen. Ihr könnt dann in einer kleinen Umfrage entscheiden, welche Organisation in dem Jahr das Geld bekommt. Am Ende des Jahres werde ich euch dann auch mitteilen, wie viel zusammengekommen ist. In den nächsten Tagen folgt auf die Vorstellung der drei Organisationen für dieses Jahr eine Umfrage.

Ich werde auch in Zukunft kleine Preisausschreiben veranstalten. Da gibt es dann aber als Preis nur „Anerkennungen“, keine Wertgegenstände. Es hat uns allen ja immer viel Spaß gemacht, die Beiträge zusammenzustellen, das soll nicht verloren gehen! Und ohne Preis… ach, das ist auch nicht so ganz fein 🙂 Aber ein Buch oder eine andere Kleinigkeit – ich finde, das reicht für den Spaß auch.

Preisausschreiben „Ton“ – die Nr. 5 und die Nr. 33

19. Dez. 2013: Beiträge der Einsenderin Nr. 5

Einsenderin 5 hat drei Beiträge geliefert:

Nr. 5: Das Foto

05

Nr. 5: Das Sound-Dokument

Das Ton-Dokument, Beitrag Nr. 5

Nr. 5: Das Gedicht

Den richtigen Ton finden

Von der Erde hörte ich schon,
manchmal bestehe sie aus Ton.
Auch von Farben – Ton in Ton,
hörte ich sehr oft nun schon.
Doch viel öfter hörte ich,
Töne HÖRT man! – glaubst du´s nicht?

Wie oft vergreifst du dich im Ton
Und kommst in große Diskussion?
Dann schlägst du and´re Töne an,
hoffst auf den passenden sodann.
Denn mit diesem Ton am Leib,
findest du nur Einsamkeit.
Triffst du jedoch den rechten Ton,
bekommst du schnell ´nen guten Lohn.

Manchmal gibt’s Situationen auch,
da bringst du keinen Ton heraus.
Und manchmal brauchst du keinen Ton zu sagen,
wenn and´re für dich den Ton anschlagen.
In den  höchsten Tönen wirst du gelobt,
stimmst du den rechten Ton an, so wie´s Gebot.
Und keinen Ton willst du mehr hören,
wenn schrille Töne dich arg stören.
In freundlichem Ton sagst du sodann,
diesen Ton keiner mehr hören kann.

Diesen Ton verbitt´ ich mir,
hörte ich auch schon mal von dir.
Denn der Ton macht die Musik,
so lautet oft deine Kritik.
Drum will ich für dich den richtigen Ton bringen
Damit du ihn gern hörst für dich klingen.

Nr. 33: Ein Foto

33

Das neue Preisausschreiben mit 2 x Vitamix!

1. November 2013: Das neue Advents-Preisausschreiben

Bitte nehmt euch die Zeit und lest diesen Text aufmerksam durch, damit Falscheinsendungen vermieden werden, die eure Gewinnchancen vermindern bzw. euch disqualifizieren.

Das Preisausschreiben in dieser Adventszeit steht unter dem Begriff „Ton“. Ton ist ein Wort, das mehrere Bedeutungen hat (ein Material, eine Art sich auszudrücken, ein Laut usw.) Eure Aufgabe nun wird es sein, einen dieser Begriffe darzustellen. Dafür habt Ihr sieben Möglichkeiten. Als Text: (1) Geschichte, (2) Beschreibung (3) Gedicht; als Audiodatei: (4) Gesang, (5) gesprochener Vortrag bzw. als Abbildung: (6) Foto, (7) ein Gemälde/Zeichnung (eingescannt). Audiodateien dürfen nicht denselben Text enthalten wie eingeschickte Textdateien.

Bedingungen:

  • Der Begriff „Ton“ muss im Mittelpunkt der Einsendung stehen, nicht nur einmal irgendwo am Rande auftauchen oder erwähnt werden.
  • Für die Dateien gilt:
  1. Umfang der Textdateien für Geschichten: 1500-4000 Zeichen (inklusive Leerzeichen)
  2. Umfang der Textdateien für Gedichte und Beschreibungen: 500-2000 Zeichen (inklusive Leerzeichen).
  3. Textdateien bitte als Datei anhängen (nicht in die Email schreiben!), das Format kann sein doc, docx, odt, rtf, txt. PDF sind nicht zulässig.
  4. Textdateien nicht formatieren, das heißt zum Beispiel: keine Schmuckschrift, kein Fettdruck, keine Einrückungen.
  5. Fotos bitte unbearbeitet schicken (nicht verkleinert, kein Ausschnitt usw.), sie müssen Querformat haben.
  6. Zeichnungen und Gemälde bitte auch nur im Querformat.
  7. Tondateien sollten eine Länge von 3 Minuten nicht überschreiten und ein gängiges PC-Standardformat haben.
  • In die Begleitmail schreibt bitte eure Adresse in mehreren Zeilen, damit ich sie einfach kopieren kann, Beispiel:
    Max Mustermann
    Südstraße 43
    11111 Sonnenstadt

Achtung: Wenn jemand die Bedingungen nicht erfüllt und ich das direkt sehe, erhält er von mir nur einen Link zu diesem Artikel. Fragen dazu, was denn verkehrt ist, werde ich nicht beantworten. Ansonsten werde ich Beiträge, die nicht den Vorgaben entsprechen, kommentarlos aus der Losliste nehmen.  Sollte jemand von alleine merken, dass er irgend etwas vergessen oder falsch gemacht hat und eine Korrektur schicken, ist das erlaubt. Dann aber bitte eine neue komplette Mail mit allen Angaben und Anhängen, keine Detail-Nachlieferungen.

Jeder Teilnehmer kann bis zu sieben verschiedene Einsendungen schicken. Verschieden heißt z.B.: eine Geschichte, ein Lied ein Foto usw., aber nicht drei Fotos.

*** Die Preise ***

1.+ 2. Preis: Je ein Vitamix TNC 5200 (die Farbe könnt Ihr euch aussuchen, der Zwei-Liter-Becher gehört dazu und ist nicht (!!!!) eintauschbar)

3. Preis: ein  Handflocker Eschenfelder

4. Preis: ein Personal Blender (darin enthalten ein Lebegesund-Gutschein durch Kundenwerbung)

5. Preis: ein großer Topf Concept Pro von Woll, neu und unbenutzt

6. Preis: ein Exemplar „Indisch inspiriert“

7. Preis: 2 x 500 g Wolle (100% Synthetik, dunkelgrün und hellgrün, Schnellstrickwolle)

8. Preis: 1 x 500 g Wolle (100 % Synthetik, leuchtend blau, Schnellstrickwolle)

9. Preis: Kleinschriftensammelmappe von Dr. Bruker

Für jeden eingesendeten Beitrag gibt es ein Los. *** Wichtig: Bitte alle Beiträge (also Dokumente und Anschreiben) in einer (=1) Mail versenden! Wer also weiß, dass er mehrere Beiträge schicken möchte, sammelt bitte. Ich will nicht 5 Mails von einer Person, das ist mir zu viel Sortierei und Arbeit!!!*** Ihr könnt eure Lose auf Preise verteilen, aber nicht mehr als zwei Lose auf einen Preis. Auf den Vitamix gehen insgesamt nur zwei Lose, wobei ihr euch aussuchen könnt, ob je ein Los auf Vitamix 1 und Vitamix 2 oder beide Lose auf Vitamix 1 oder beide auf Vitamix 2. Beispiel: Lieschen Müller schickt mir fünf Beiträge, das entspricht fünf Losen. Davon setzt sie zwei auf den Vitamix 1, zwei auf den Kochtopf und ein Los auf die 1000 g Wolle. Wer keine Wahl vorgibt, wird von mir „von oben nach unten“ auf die Preise verteilt.

Die ersten fünf Preise sind für aktive Leser reserviert (mir bekannt aus dem Blog, Email, Telefonstunde). Wer seit dem letzten Preisausschreiben an einer der Kochaktionen teilgenommen hat, bekommt ein Zusatzlos.

Wer schon einen Vitamix besitzt, möge das bitte bei der Einsendung vermerken. So verständlich es auch ist, einen Vitamix für jemand anderen gewinnen zu wollen, wenn man selbst schon einen hat (also z.B. für eine Tochter), so ist das ebenfalls nicht zulässig. Diese großen Preise sind für aktive Leser gedacht und seid bitte so fair und respektiert das.

Eric wird erneut sein Glückshändchen für die Gewinnerziehung in die Lose tauchen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendebeginn ist sofort, Einsendeschluss ist der 2. Dezember 2013, 3 Uhr morgens.

Bitte die Lösungsmail an vollwertpreis@gmail.com schicken. Jeder Einsender erhält eine Eingangsbestätigung. Wenn ihr innerhalb von 24 Std. nichts von mir gehört habt, ist eure Mail nicht eingetroffen! Familien, Partner etc. zählen als ein Einsender. Die Einsendung darf bis zur Veröffentlichung in meinem Blog nirgendwo sonst veröffentlicht werden.

Die Mail muss enthalten:

  • euren Namen
  • eure Postadresse
  • ob Ihr Anspruch auf ein Zusatzlos habt
  • Was ihr gewinnen möchten, und wie viele Lose ihr jeweils dafür setzt (max. 2 pro Preis). Wenn nichts Passendes dabei ist, könnt Ihr das auch schreiben: Wird dann ein solches Los gezogen, werde ich mir etwas einfallen lassen.
  • Euer Dokument bzw. eure Dokumente zum Thema „Ton“, maximal 7 verschiedene Möglichkeiten.

Versand der Preise 1-4: Versand nach Deutschland und Österreich frei, andere EU-Länder mit 10 EUR Aufpreis, Schweiz und Norwegen nicht möglich wegen Zoll

Versand der Preise 5-9: Versand nur nach Deutschland bzw. deutscher Kontaktadresse.

Nach Ablauf des Preisausschreibens lösche ich alle Mails. Die Gewinner werden nur mit Vornamen und erstem Buchstaben des Nachnamens veröffentlicht. Mit Einsendung überlasst ihr mir das Recht zur Veröffentlichung (ohne euren Namen). Die von euch entworfenen Dokumente werde ich nach Ablauf des Preisausschreibens wie gewohnt alle vorstellen. Ich bin gespannt, wie ihr euch selbst wieder einmal übertrumpft 🙂

Was wollt Ihr gewinnen?

21. Oktober 2013: Das nächste Preisausschreiben kommt bestimmt…

Ich bin immer wieder beeindruckt, dass Ihr, meine Leser, daran denkt, bei euren PGS-Einkäufen über das Banner auf meiner Homepage zu gehen oder sogar persönlich nachzuhaken, dass das Provisionsgeld auch wirklich „bei mir“ ankommt. Es hat sich also wieder eine stattliche Summe angesammelt. Mein Traum, einen Vitamix plus einen MyCook zu verlosen, wurde nicht ganz erreicht. Möglich wären 2 x Vitamix plus eine Kleinigkeit (je nachdem, was bis zum Preisausschreiben noch gekauft wird). Eine Alternative wäre es, einen Vitamix plus einen MyCook zu verlosen – mit Blick auf zukünftige Käufe und Simon, nett wie immer 🙂 zu uns, würde die Differenz vorstrecken.

Ach, die Entscheidung fällt mir schwer! Da kann ich mir natürlich wieder einmal das Leben einfach machen: Ich frage euch 😛 Es gibt also unten eine Abstimmung, was Ihr lieber möchtet.

Außerdem noch ein Hinweis: Die Preise aus den Provisionen gehen nur an mir bekannte Leser, wie ich das schon angekündigt habe. Es wird aber auch kleine Preise für Teilnehmer geben, die (noch) unbekannt sind. Denn es wäre doch sehr schade, auf die Kreativität von Neulingen zu verzichten. Soweit ich das bis jetzt übersehe, sind das ein Exemplar von „Indisch inspiriert“ und ein Topf von der Firma Woll: hier. Ich habe damals ein Set gekauft, aber der große Topf ist wirklich sehr groß – den werde ich niemals benutzen. Er ist also komplett neu und unbenutzt. Natürlich können auch regelmäßige Leser diese beiden Preise gewinnen, das nur nebenbei. Mehr dazu, wenn ich das Preisausschreiben starte. Das wird wohl Anfang November sein, damit es ein rechtes Advents-Vergnügen für uns alle wird :mrgreen:

Das nächste Preisausschreiben

Durch die Wachsamkeit eines netten Lesers musste ich heute Morgen feststellen, dass der/die Gewinnerin eines Preises beim letzten Preisausschreiben den Gewinn unbenutzt bei Ebay verkauft.

Rein „sachlich“ ist dagegen nichts einzuwenden. Aber rein emotional finde ich das, sorry, zum Kotzen. Hier geht es doch nicht um Sachpreise, sondern um das Weitertragen einer Idee. Außerdem hat sich der/die Gewinnerin auch noch schleimig bedankt „oh wie freue ich mich, so ein tolles Teil“. Und dafür kommt es mir hoch.

Okay, vielleicht wollte der-/diejenige nur einen bestimmten Gewinn, weil der andere Gewinn bereits im Haushalt steht. Das kann man doch bei der Einsendung dazu schreiben. Oder nach Gewinn sagen: Ups, du, das Teil habe ich schon, geht’s irgendwie anders? Ich bin sicher, mit dem PGS hätte sich eine Gutscheinregelung finden lassen.

Dieses falsche „Oh ich freue mich schon so darauf“, das ist es vor allem, was mir quer im Hals sitzt.

Ich ziehe Konsequenzen. In künftigen Preisausschreiben akzeptiere ich nur noch Einsendungen von mir bekannten Lesern, Kommentatoren, Anrufern usw. Einige stumme Leser wird das vermutlich einmal wieder ärgern, weil sie sich zu Unrecht bestraft fühlen. Ja, es stimmt, ihnen gegenüber ist das bedauerlich.

Diese Preisausschreiben sollen auch mir Spaß machen. Ich verzichte im Jahr auf mehrere Hundert Euro Provision, damit ich Vollwertlern und anderen Ernährungsinteressierten eine Freude machen kann. Wer dann nicht versteht, dass ich Konsequenzen ziehe, muss eben zu einem anderen Blog weiterziehen, wo weniger emotional agiert wird 🙂

Mittwochs wird gekocht :-) und eine weitere Geschichte

7. August 2013: Ein Rezept und Geschichte Nr. 51

Kochbanane mit Porree und Maiskruste

Mein erster Kochbananenkontakt, der eine oder andere erinnert sich vielleicht, war okay, aber nicht umwerfend. Nun hatte die ein Laden Kochbananen im Angebot und ich dachte einfach – probier‘ ich es doch noch mal! Diese sind viel schöner, leicht orangefarben, und schmecken besser. Das hier vorgestellte Essen war superlecker! Ich habe es in einer Woll-Pfanne (20 cm) gekocht.

Kaufen könnte Ihr diese Rezept mit der Nummer 5583 (für 1 Euro): hier

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Geschichte Nr. 41

Es ist Nacht. Irgendwo knarrt eine Holzbohle. Das Mondlicht scheint durch das gardinenlose Fenster in einen Raum. In der Mitte des Zimmers steht ein großer Tisch mit vier Holzstühlen. Mehr kann man nicht erkennen. In der rechten Ecke ist ein kleines weißes Licht zu sehen. Ab und zu schiebt sich eine kleine Wolke über den Mond, je weiter er über den Horizont kommt, umso besser kann man erkennen, was auf dem Tisch liegt: Bestecke, vielleicht aus Silber, die im Mondlicht funkeln. Eine Glasvase, deren Rundung ebenfalls das Mondlicht reflektiert. Irgendwo im Haus schlägt eine Uhr: Es ist 2 Uhr nachts. Wenige Minuten später klingelt es im Raum, drringgg-drringg, viermal geht das so. Dann springt eine Maschine an, das ehemals kleine weiße Licht ist nun rot und beginnt zu flackern. Nach einer Weile macht es klick und klock… die Stimme einer Frau ist zu hören “Ja, hallo, ich bin’s, tut mir Leid, dass ich so spät anrufe, aber…. ich muss einfach mit jemandem reden” Pause. “Eine blöde Idee, jetzt anzurufen, aber ich wollte …”. Pause. Ein unsicheres “Ja, dann bis bald, und… äh, tschüss.”. Man kann hören, wie der Hörer aufgelegt wird. Das kleine Licht leuchtet nun stetig grün. Wenige Stunden später durchflutet das erste Grau den Raum, Vogelstimmen verkünden den neuen Morgen. Ein Radio plärrt los, irgendwo knallt eine Tür. Wasser fließt, ein Fenster wird geschlossen, Lichter gehen an.

Er betritt das Zimmer. In der einen Hand ein Koffer, in der anderen ein Glas mit klarem Leitungswasser. Fast schon automatisch stellt er den Koffer zur Seite, da wo er immer steht, und geht zum Fenster, um es zu öffnen. Die morgendlichen Sonnenstrahlen noch einmal genießend trinkt er das Wasser. Er schlägt, kräftiger als gewollt, das Fenster wieder zu und lässt die Rollladen herunter. Er geht wieder zu dem Koffer und öffnet ihn. Darin zwei Fächer mit Schallplatten, eines mit nur einer Hand voll und eines randvoll. Er fühlt sich dabei zwar altmodisch, als würde er nicht mit den Fortschritten mithalten können, aber er nimmt eine Platte aus dem kleineren Fach. Er legt die Schallplatte auf seinen modernen Plattenspieler und erfreut sich wie immer an diesem Ritual. Das Auspacken aus der Hülle, das Auflegen auf den Teller, die Geräusche von Staubkörnern, und die klassischen Töne die über die neueste Elektronik an die Hi-Fi-Anlage gegeben werden. Er setzt sich auf den gemütlichen Sessel aus dem Hochglanzmagazin, regelt im Sitzen noch ein paarmal an der Lautstärke. Er ist hundemüde. Die sanfte Musik hilft ihm dabei herunterzukommen. Er hat sie natürlich längst bemerkt, die grüne Lampe am AB. Es hat schon wieder eine angerufen. Wichtig wird es nicht gewesen sein… Wichtig war schon lange kein Anruf mehr. Fast automatisch löscht er durch die bekannte Tastenfolge die Sprachnachricht. Zufrieden stöpselt er das Telefon aus, bevor er ein letztes Mal an der Lautstärke der Anlage regelt. Als er im Bett liegt, schläfrig wie jeden Morgen nach der Arbeit, bemerkt er, dass noch die erste Seite der Schallplatte läuft. Das heißt, es fehlt noch etwas… Aber was fehlt? Badezimmer! Genau. Er muss sich noch bettfertig machen…und die verrauchten Anziehsachen hat er auch noch an. Im Badezimmer fragt er sich, wen er dort im Spiegel eigentlich sieht. Dave. Dave der junggebliebene Gute-Laune-DJ. Er will sich nicht weiter mit dem Gedanken befassen, das bereitet ihm schlechte Laune. Dave macht sich fertig und zieht seinen Pyjama an. Die Musik hat aufgehört zu spielen. Beim Verlassen des kleinen Badezimmers schaut er noch einmal in den Spiegel. Er muss unwillkürlich anfangen zu lächeln. Kein Dave mehr. Jetzt schaut ihn Detlef an. Weniger junggeblieben, aber mehr Gute-Laune. Mit einem Knipsen erlischt das Licht des Badezimmers und es herrscht wieder Dunkelheit, bis auf das wenige Licht, das durch die Schlitze der Rollladen dringt. Er dreht die Schallplatte um und bringt die Nadel in Position. Während er endgültig im Bett liegt und versucht einzuschlafen, fragt er sich noch ob der Anruf wohl von Tanja oder Sandra war…

Und nochmal drei Geschichten

19. Juli 2013: Geschichte Nr. 18, Geschichte 19 und Geschichte 58

Es ist Nacht. Irgendwo knarrt eine Holzbohle. Das Mondlicht scheint durch das gardinenlose Fenster in einen Raum. In der Mitte des Zimmers steht ein großer Tisch mit vier Holzstühlen. Mehr kann man nicht erkennen. In der rechten Ecke ist ein kleines weißes Licht zu sehen. Ab und zu schiebt sich eine kleine Wolke über den Mond, je weiter er über den Horizont kommt, umso besser kann man erkennen, was auf dem Tisch liegt: Bestecke, vielleicht aus Silber, die im Mondlicht funkeln. Eine Glasvase, deren Rundung ebenfalls das Mondlicht reflektiert. Irgendwo im Haus schlägt eine Uhr: Es ist 2 Uhr nachts. Wenige Minuten später klingelt es im Raum, drringgg-drringg, viermal geht das so. Dann springt eine Maschine an, das ehemals kleine weiße Licht ist nun rot und beginnt zu flackern. Nach einer Weile macht es klick und klock… die Stimme einer Frau ist zu hören “Ja, hallo, ich bin’s, tut mir Leid, dass ich so spät anrufe, aber…. ich muss einfach mit jemandem reden” Pause. “Eine blöde Idee, jetzt anzurufen, aber ich wollte …”. Pause. Ein unsicheres “Ja, dann bis bald, und… äh, tschüss.”. Man kann hören, wie der Hörer aufgelegt wird. Das kleine Licht leuchtet nun stetig grün. Wenige Stunden später durchflutet das erste Grau den Raum, Vogelstimmen verkünden den neuen Morgen. Ein Radio plärrt los, irgendwo knallt eine Tür. Wasser fließt, ein Fenster wird geschlossen, Lichter gehen an.

Geschichte Nr. 18

Man hört, wie ein Schlüssel ins Schloss gesteckt wird, sieht, wie die Tür aufgeht und Henry die kleine Wohnung betritt, die hoch oben unterm Dach, über seiner Goldschmiede liegt. Leicht wankend lässt er sich auf`s Sofa fallen, das rechts neben der Essecke steht. „Dass die Brüder auch kein Ende finden können“, murmelt er leise vor sich hin und legt sich ausgestreckt zurück. Gemeint sind seine Stammtischbrüder, die Geschäftsleute des kleinen Heimatörtchens, die sich einmal im Monat zum Stammtisch im Grünen Hirschen treffen, und die genau wie er die Familiengeschäfte in 2. oder 3. Generation fortführen. Die meisten von ihnen kennen sich schon von klein auf. Das angesehene Juweliergeschäft hat Henry vor 15 Jahren von seinem Vater übernommen, gegründet hatte es der Großvater. Henry starrt an die Decke, in seinem Kopf kreist es, sein Mund ist trocken, er steht auf. Erst jetzt bemerkt er die grüne, blinkende Lampe des Anrufbeantworters. Er beugt sich vor, drückt auf die Wiedergabetaste und lauscht gespannt. Wie elektrisiert ist er, als die Frauenstimme ertönt. Es ist Maria! Maria, seine Jugendliebe, die plötzlich, nach über 20 Jahren, vor ein paar Tagen in sein Geschäft kam und ihm ganz aufgeregt einen antiken Besteckkoffer mit Inhalt auf die Theke legte. Sie bat ihn, diesen auf seine Echtheit hin zu überprüfen. Völlig aus dem Häuschen war sie, als sie hörte, dass es sich hier um massive Silberbesteckteile handelt. Ich hörte ihr nicht zu, sondern schaute sie nur an und konnte es nicht fassen, dass sie vor mir stand!! Nach einer gefühlten Ewigkeit begriff ich endlich die Zusammenhänge. Maria hatte ihre Eltern besucht. Auf der Rückreise nahm sie einen kleinen Umweg, um den alt eingesessenen Flohmarkt, den sie noch von früher her kannte, zu besuchen. Dort lernte sie eine alte Dame kennen, die ihr diesen alten Besteckkoffer regelrecht aufdrängte. Es war ein altes Familienerbstück, das  jetzt – aus Geldnot – verkauft werden musste. Zu einem sagenhaft niedrigen Preis konnte sie diesen Schatz erwerben. Henry reißt sich nur mühsam von seinen Träumen los, nimmt Marias Visitenkarte aus der Brieftasche und wählt ihre Telefonnummer. Sie meldet sich sofort, so als habe sie schon stundenlang auf seinen Rückruf gewartet. Sie erzählt, dass sie nicht schlafen kann und nur an diese alte Dame denken muss, die ja aus einer Notlage heraus dieses wertvolle Besteck verkauft hat, und nur einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes von ihr verlangte. Sie kann sich nicht mehr an diesem „Schnäppchen“ erfreuen. Mit tröstenden Worten gelingt es mir, Maria zu beruhigen, und nach einigem hin und her verabreden wir uns für den nächsten Samstag, denn dann ist wieder FLOHMARKT. Wir werden der alten Dame, die dort einmal im Monat Dinge aus längst vergangener Zeit verkauft, eine schöne Überraschung bereiten, die sie glücklich machen wird. Ich freue mich auf das nächste Wochenende, ich freue mich auf Maria, die ich in all den Jahren nicht vergessen habe. Hoffentlich kann ich jetzt noch ein wenig schlafen…..

Geschichte Nr.  19

Eine Frau in einem schicken lindgrünen Morgenmantel mit farbigen Besatz kommt aus einem Raum, vermutlich das Schlafzimmer. Ihr silbergraues Haar ist noch nicht gekämmt. Sie geht langsam zum Fenster und öffnet dieses weit. Sie genießt offensichtlich die frische klare Luft und das Gezwitscher der Vögel, die in der herrlichen, großen Birke sitzen. Es scheint ein schöner sonniger Tag zu werden, wie es der Wetterbericht versprochen hat. Sie macht einige Atemübungen und reckt und streckt sich.

Die Frau dreht sich vom Fenster weg. Da fällt ihr Blick auf das grüne Licht des Anrufbeantworters. Sie hört sich den aufgezeichneten Text an und ist sehr erschrocken, weil es Ihre Freundin Henriette war, die in der Nacht angerufen hat. Sie macht sich sofort Sorgen, weil Henriette vor fast 2 Jahren ihren Mann Oskar durch einen Herzinfarkt verloren hat und seit dieser Zeit oft unter Schlafstörungen leidet. Sie nimmt den Telefonhörer auf und drückt die gespeicherte Nummer ihrer Freundin. Sie muss lange warten, bis am Ende der Leitung ein verschlafenes „Ja. Bitte.“ ertönt. „Hallo, liebe Henriette. Hier ist Ulrike. Es tut mir so schrecklich leid, dass ich das Telefon nicht gehört habe. Ich schlief aber so fest, weil ich gestern lange im Garten gearbeitet habe. Mir tut jede Muskelfaser weh. Worüber wolltest Du mit mir reden? Konntest du wieder nicht schlafen?“ – „Das möchtest du mir lieber persönlich sagen? Muss ich mir Sorgen machen? Täusche ich mich? Deine Stimme klingt nicht besonders traurig.“ –

„Deinen Vorschlag finde ich gut. Ich könnte in einer Stunde bei dir im Garten sein. Meine Steuerklärung kann warten. Was soll ich mitbringen?“ – „Ich freue mich auf die Schlemmerei mit deinen frischen Erdbeeren und der Schlagsahne. Ich bin gespannt, worüber du mit mir reden möchtest.“

Ulrike geht rasch ins Bad, zieht sich eine hellblaue Caprihose und ein passendes buntes T-Shirt an. Sie packt selbst hergestellte Mitbringsel in Ihren Picknickkorb. Vorsichtshalber steckt sie auch Gartenschuhe und Arbeitskleidung in eine Tragetasche. Ulrike schließt die Wohnung ab und holt Ihr Fahrrad aus dem Keller. Dann fällt ihr ein, dass sie Henriette das tolle Buch aus dem KOSMOS-Verlag „Gärtnern nach dem Mond mit  Maria Thun – Aussaattage – Pflanzzeiten –  Erntetage“ zeigen wollte. Beide Freundinnen bewundern Maria Thun, die 2012  verstorben ist. Sie haben sich schon oft über diese großartige Frau unterhalten, die  über 50 Jahre beeindruckende, international beachtete Pflanzenforschung betrieben hat.

Im Garten lädt ein liebevoll gedeckter Tisch mit einem bunten Blumenstrauß zu einem gemütlichen Frühstück ein. Beide Freundinnen umarmen sich innig. Sie müssen herzlich lachen, als ein Rotkehlchen noch seinen „Senf“ als Tischdekoration zugab. Nun sitzen sie gemütlich in der Hollywoodschaukel. Ulrike ist voller Neugier: „Nun schieß´ schon los. Spann mich nicht so auf die Folter. Du siehst gut aus und deine Augen strahlen.“ „Ich habe mich verliebt!“ Ulrike ist überrascht: „Nein! Ist das wahr? Wo hast du ihn kennen gelernt?“ „In die Selbsthilfegruppe kommt auch ein Witwer. Seine Frau starb vor über 2 Jahren an Krebs. Es ist ein sehr gut aussehender, attraktiver Mann mit grauen Schläfen. Er hatte mich gestern Abend in die gemütliche  Szenekneipe `Klönstuv´ eingeladen. Es war ein toller Abend. Ich war so aufgekratzt und rief dich deshalb in der Nacht an.“ „Erzähl, wie ist er? Wie alt ist er? Hat er Kinder und Enkelkinder?…“ Die Fragen sprudelten nur so aus Ulrike heraus. „Er ist ein sehr interessanter, liebenswerter Mann. Er ist 4 Jahre jünger. Er war im Theater für das Bühnenbild verantwortlich. Er hat zwei Söhne. Der ältere Sohn hat zwei erwachsene Kinder. Sein jüngster Enkel ist erst 1,5 Jahre alt. Du müsstest ihn sehen, wenn er von seinen Enkelkindern schwärmt. …Von seiner verstorbenen Frau spricht er ganz liebevoll.“

„Erzähl weiter“, drängelt Ulrike neugierig. „Schön ist, dass wir eine Vielzahl von Interessen teilen. Am Sonntag wollen wir eine Radtour machen. Ich will mich auch seiner Wandergruppe anschließen. Ehe seine Frau krank wurde, hatten sie auch einen Garten. Er ist neugierig auf meine  kleine Oase. …“ Verlassen wir  nun die beiden Freundinnen. Ulrike kann gar nicht genug erfahren. Sie freut sich so über das neue Glück von Henriette. Vergessen ist das Buch von Maria Thun und der Mondkalender. Die Wildkräuter dürfen heute weiter wachsen. Auch der geplante Kinobesuch zu dem beeindruckenden Film „Die Ostsee von oben“ steht nicht mehr auf dem Programm.

Geschichte Nr. 58

Mme. Sunflower steht in ihren sonnen gelben Gummistiefeln in der Tür und greift nach dem Kräuterkorb, der griffbereit in der Spüle steht. Die Sonnenstrahlen der aufgehenden Sonne  durchfluten den Raum und bringen Licht in jeden Winkel der gemütlichen Wohnküche. Mme. Sunflower schließt geblendet die Augen, öffnet die Küchentür und tritt in den Garten. Das kleine grüne Licht in der rechten hinteren Ecke des Raumes leuchtet unerkannt.

5 Min später kommt Mr. Sunflower im Satin Pyjama in die Küche. Er füllt den Wasserkocher bis zur Marke von einem Liter und drückt die Starttaste. Danach öffnet er den Küchenschrank und greift nach den zwei Kaffeebechern mit den Sonnenblumenmotiv. Die Sonne im Rücken stellt er die Becher auf den Küchentisch zu den Bestecken. Dabei bemerkt er das grüne Licht am Anrufbeantworter. Er hört die Nachricht ab und drückt erstaunt die Rückruftaste. Er meldet sich mit „Guten Morgen, David hier …“ und lauscht der Frauenstimme am anderen Ende der Leitung. Er schmunzelt und antwortet „Das ist eine gute Idee! Bis gleich.“ Nach Auflegen des Hörers erlischt das grüne Licht am Apparat. Er öffnet den Küchenschrank, nimmt eine dritte Tasse heraus und stellt sie auf den Tisch.  Nachdem er den Wasserkocher bis zur Marke von 1,5 Liter aufgefüllt hat und den Kochprozess neu gestartet hat, geht er die Treppe zum Bad hinauf.

Zeitgleich kommt Mme. Sunflower aus dem Garten zurück und stellt den gefüllten Kräuterkorb auf den Küchentisch. Verwundert sieht sie die drei Tassen und schüttelt den Kopf. Sie stellt eine Tasse in den Küchenschrank und lässt Wasser in die Spüle. Nachdem sie die frischen Kräuter ins Wasser gelegt hat, misst sie 12 g grünen Tee ab und gibt ihn in einen Teefilterbeutel. Sie öffnet den Küchenschrank und greift nach der sonnen gelben Teekanne. Das heißt, sie will danach greifen, denn dort, wo die Kanne normalerweise steht, ist nur gähnende Leere. Verdutzt blickt sie in den Schrank. Da läutet es an der Wohnungstür.

Drei Geschichten … noch mehr zum Staunen

18. Juli 2013: Geschichte Nr. 2, Geschichte Nr. 13 und Geschichte Nr. 57

Es ist Nacht. Irgendwo knarrt eine Holzbohle. Das Mondlicht scheint durch das gardinenlose Fenster in einen Raum. In der Mitte des Zimmers steht ein großer Tisch mit vier Holzstühlen. Mehr kann man nicht erkennen. In der rechten Ecke ist ein kleines weißes Licht zu sehen. Ab und zu schiebt sich eine kleine Wolke über den Mond, je weiter er über den Horizont kommt, umso besser kann man erkennen, was auf dem Tisch liegt: Bestecke, vielleicht aus Silber, die im Mondlicht funkeln. Eine Glasvase, deren Rundung ebenfalls das Mondlicht reflektiert. Irgendwo im Haus schlägt eine Uhr: Es ist 2 Uhr nachts. Wenige Minuten später klingelt es im Raum, drringgg-drringg, viermal geht das so. Dann springt eine Maschine an, das ehemals kleine weiße Licht ist nun rot und beginnt zu flackern. Nach einer Weile macht es klick und klock… die Stimme einer Frau ist zu hören “Ja, hallo, ich bin’s, tut mir Leid, dass ich so spät anrufe, aber…. ich muss einfach mit jemandem reden” Pause. “Eine blöde Idee, jetzt anzurufen, aber ich wollte …”. Pause. Ein unsicheres “Ja, dann bis bald, und… äh, tschüss.”. Man kann hören, wie der Hörer aufgelegt wird. Das kleine Licht leuchtet nun stetig grün. Wenige Stunden später durchflutet das erste Grau den Raum, Vogelstimmen verkünden den neuen Morgen. Ein Radio plärrt los, irgendwo knallt eine Tür. Wasser fließt, ein Fenster wird geschlossen, Lichter gehen an.

Geschichte Nr. 2

Traurig betritt ein Mann den Raum und starrt auf den gedeckten Tisch. Eigentlich hatte er sich den gestrigen Abend so schön vorgestellt, aber sie war nicht gekommen. Noch nie hatte jemandem ihn so gut verstanden und solche Gefühle in ihm geweckt. Alles war perfekt. Sein Blick fiel auf den blinkenden Anrufbeantworter. Hoffnung und Angst stiegen in ihm hoch. Mit feuchten Händen drückte er den Knopf. Ja, sie war es. Aber warum war sie nicht gekommen? Seufzend setzte er sich an den Tisch und rang mit sich, sie zurück zu rufen.  Sein Stolz hemmte ihn, aber seine Gefühle für sie gewannen.

Er wählte ihre Nummer, es klingelte.

Erschreckt fuhr sie zusammen, als sie das Telefonklingeln weckte.  Sie war doch eingeschlafen, obwohl sie dachte, sie würde nie wieder schlafen, so sehr schämte sie sich, weil sie so feige war, nicht zu seiner besonderen Einladung gekommen zu sein. Sie hatte gespürt dass er ihr etwas ganz wichtiges sagen wollte. Er hatte so etwas angedeutet, doch sie hatte kalte Füsse bekommen. Dabei liebte sie ihn doch, es war alles perfekt so wie es war. Warum wollte er das ändern und ihr einen Hochzeitsantrag machen, dafür war sie noch nicht bereit. Verzweifelt guckte sie das Telefon an und wusste wenn sie jetzt ran ging, würde sie ihn verletzten. Stille trat ein, die sie zu erdrücken drohte.  Tränen rannen ihr über die Wangen und verzweifelt überlegte sie, wie sie es anstellen sollte ihn von dem Hochzeitsantrag abzubringen. Sie entschied sich ihm einen Brief zu schreiben, worin sie ihm erklärte, dass sie ihn über alles liebte und nicht verlieren möchte und sich nicht mehr vorstellen könnte, ohne ihn zu leben, aber sie sei noch nicht bereit für eine Ehe. Erleichtert etwas von ihren Gefühlten raus gelassen zu haben, zog sie sich ihre Jacke und Schuhe an und ging zu seiner Wohnung. Mit klopfendem Herzen warf sie den Brief durch den Schlitz und flehte, dass er ihre Gefühle verstehen möge.  Mit diesen Gedanken lief sie zurück nach Hause.

Am nächsten Morgen quälte er sich aufzustehen. Er musste zu Arbeit. Wie sollte er diesen Tag nur überstehen. Sie hatte sich nicht gemeldet. Mit einer Tasse heissen Kaffee ging er zum Briefkasten um die Zeitung rein zu holen. Da fiel ihm ein Brief auf. Als er die Handschrift erkannte, zeriss er hektisch den Umschlag und bekann zu lesen. Er traute seinen Augen nicht was er dort las. Hochzeitsantrag? Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.  Sie hatte gedacht, er wollte ihr einen Antrag machen, dabei wollte er ihr den Schlüssel für eine gemeinsame Wohnung schenken. Erleichtert dass es sich um ein Missverständniss handelt, war er seine Jacke über und  fuhr so schnell er konnte zu ihrer Wohnung und klingelte.

Als sie ihm die Wohnungstür öffnete, reichte er ihr lachend ein Schmuckkästchen. Sie sah ihn ängstlich an, doch er zeigte ihr nur, dass sie es öffnen solle. Verblüfft starrte sie den Schlüssel darin an, dann ihn. Er erklärte ihr, was er gestern abend  vor hatte und lächelte sie liebevoll an. Sie fiel ihm lachend in die Arme.

Geschichte Nr. 13

Während das Wasser im Wasserkocher vor sich hin zischt, steht die Terrassentür offen und eine frische Sommerbrise erfüllt den Raum. Ein dreifarbiger Kater trottet müde  zur Terrassentür und beobachtet mit halb geöffneten Augen seine Besitzerin. „Guten morgen Louigi! Du bist ja auch schon wach!“ Der Kater wendet seinen Blick von ihr ab in Richtung des kleinen Teiches, der durch den Blutweiderich hindurch glänzt. „Mürrisch wie jeden morgen nicht wahr!?“ Sie lächelt und pflückt  fröhlich weiter Himbeeren, Johannisbeeren und einige Stachelbeeren von ihren Sträuchern. Sie setzt sich auf den einzigen Holzstuhl ihrer Terrasse am Ende des Gartens wo sie den Sonnenaufgang genießen kann. Die Terrasse ist halb umrahmt mit hellen großen Steinen, wie eine Ruine. Sie kann noch rüber schauen und die Felder des Bauern hinter ihrem Grundstück sehen. Ein Verrostetes Fenster ohne Glas im Mauerwerk zur anderen Seite ist benetzt mit Efeu und lässt einen Blick in ihr prächtig gedeihendes Gemüsebeet erahnen. Sie wendet ihren Blick auf ihr Haus. Es ist ein kleines, altes Friesenhäuschen. Das Reetdach ist schon ausgeblichen von der Sonne. Die weiße Wandfarbe blättert an einigen Stellen bereits ab. Im vorigen Jahr hat sie die Holzfenster selbst in einem kräftigen Moosgrün gestrichen. Plötzlich springt sie auf „Oh mein Wasser ist fertig“. Der Dampf vom Wasserkocher steigt aus der Terrassentür. Sie geht rasch barfuß an ihrem Weg entlang und genießt den Tau auf dem Rasen. Louigi springt erschrocken auf als Maria an ihm vorbei saust um sich den morgendlichen Kaffee  aufzubrühen. Er verschwindet im Garten Richtung Sommerflieder, wo er allzu gerne Schmetterlinge jagt. In der Küche brennen die Lichter des alten Messingfarbenden Kronleuchters. Sie schlürft den noch viel zu heißen Kaffee während sie die Beeren wäscht um sie in ihr Müsli mit eingeweichtem frischem Getreide zu mischen. Nachdem sie das Müsli mit ein paar gehackten Walnüssen garniert und sich an ihren großen rustikalen Holztisch aus Eiche gesetzt hat, sieht Maria das grüne Licht. Es leuchtet schon seit einigen Stunden ohne Aufmerksamkeit zu erlangen. Gedankenlos starrt sie das grüne Licht an. Einen Augenblick später macht sie ihr Radio aus und geht mit einer Vorahnung zu ihrem Telefon und drückt auf die „Play“ Taste“. Sie bekommt große Augen als sie die Stimme ihrer Tochter hört. Sie geht nervös zurück zum Tisch und macht mit der Arbeit weiter die sie gestern Abend nicht beendet hatte. Sie nahm ein Geschirrhandtuch und Politurmittel und begann akribisch ihr Silberbesteck zu polieren. Sie hatte es lange nicht mehr in der Hand gehabt. Bis vor einigen Jahren war es häufiger in Gebrauch. Das Haus war immer belebt mit fröhlichen Kinderstimmen und Festen am Wochenende. Sie liebte es für viele Personen zu kochen und zu backen.

In Gedanken versunken stieß sie die noch halbvolle Kaffeetasse versehentlich mit einem Hieb auf den harten Fliesenboden. Sie zerschellte laut. Es war ihre Lieblingstasse die ihr einst ihre Tochter Luise Töpferte. „Verdammt, hätte es nicht die verkalkte Glasvase treffen können!?“ Maria sammelte bedrückt die Scherben auf. Auf einer noch größeren Scherbe erkannte man noch eine Blüte. Es war ihre Lieblingsblume Mohn in einem kräftigen rot-orange. Sie legte die Mohnscherbe auf den Tisch. Einige tränen rollten über ihre Wange während sie den Kaffeesatz vom Boden wischte. Ihre Tochter Luise ist vor 3 Jahren mit ihrem damaligen Freund ausgewandert nachdem ihr Vater starb. Sie und ihr Freund sind nach Australien, wo sie auf einer Pferderanch arbeitete. Die Versprechungen einmal wöchentlich anzurufen waren nach zwei Monaten in Luft aufgelöst. Luises Mutter bekam dann noch gelegentlich Briefe mit Fotos. Ein Jahr später kam eine Postkarte mit der Verkündigung sie hätte sich von ihrem Freund getrennt  da sie rausfand dass er sie mit der Tochter des Ranchbesitzers hintergangen hatte. Der Poststempel veränderte sich wenige Zeit später. Sie ging nach Frankreich wo sie bei einer Freundin in Marseille unterkam. Maria hatte viel Verständnis in den ersten 2 Jahren, dass Luise sie nicht Besuchte und selten anrief. Seit einem Jahr jedoch ist Maria sehr einsam geworden und vermisst ihre Tochter. Nun hörte sie nach langer Zeit Luises Stimme wieder und ihr schossen tausend Gedanken durch den Kopf. Sie war wütend und beleidigt und gleichzeitig machte sie sich sorgen ob etwas passiert sein könnte. Plötzlich wurden ihre Augen wieder groß als das Telefon erneut klingelt, drringgg-drringg…

Geschichte Nr. 57

Kurze Zeit später erklingt ein hektisches Getrampel von schweren Schuhen auf Treppenstufen. Hoch, runter und wieder hoch. Ein Kind fängt an zu weinen. Die Tür zum Raum wird aufgestoßen und herein wirbelt ein Mann Mitte 30. Die Krawatte bindet er sich im Gehen zu, die qualmende Zigarette hängt im linken Mundwinkel. Suchend blickt er sich im Raum um. Hastig zieht er an der Zigarette und legt sie achtlos in einen Aschenbecher, der auf der Fensterbank steht. „Schatz?“, tönt eine angespannte Frauenstimme die Treppe hinauf. „Schatz, wir müssen los! Die Kleine hat wieder angefangen zu weinen. Ich finde den Schnuller hier unten auch nicht.“ Inzwischen kniet der Mann auf dem Boden und seine Krawatte fegt kleine Staubmäuse beiseite, während er unter die Möbel schaut. „Wo kann das Ding denn schon wieder… ach, da ist er ja!“ Er angelt sich den rosafarbenen Schnuller unter einer antiken Vitrine her und stürzt in Richtung Tür. „Ich komme sofort! Habe ihn gefunden!“ Die Tür schon fast hinter sich zugeschlagen, bemerkt er plötzlich das kleine grüne Licht. „Schatz, jemand hat uns auf den Anrufbeantworter gesprochen…“ Um das mittlerweile anhaltende Geschrei des Kleinkindes zu übertönen, muss die Frauenstimme nun noch lauter antworten und klingt dabei deutlich gereizt: „Komm jetzt endlich, dein Meeting fängt in einer halben Stunde an. Und mein Termin wartet auch nicht. Ich kümmere mich später darum!“ Ohne die Tür hinter sich zu schließen, eilt er aus dem Raum, Schuhe trampeln auf Treppenstufen, Lichter gehen aus, eine massige Tür fällt ins Schloss, ein Schlüssel wird rumgedreht. Ein paar Sekunden später ertönt das Geräusch eines startenden Motors, das Knirschen von Reifen auf Kies und das sich rasch entfernende Brummen eines Autos. Stille. Mittlerweile hat das erste Grau des Morgenhimmels über ein helles Rosa zu einem bedeckten kalten Blau gewechselt. Ab und zu fällt ein kurzer Sonnenstrahl durch das Fenster, lässt das Silberbesteck auf dem Tisch aufblitzen und wandert beinahe verspielt über die weißen Wände des Raumes. Plötzlich eine Bewegung an der Tür. Eine schwarze Katze betritt vorsichtig den Raum. Lautlos und mit federnden Schritten läuft sie zum Fenster. In einer fließenden Bewegung springt das Tier auf die Fensterbank und lässt sich dort nieder. Ihre großen bernsteinfarbenden Augen beobachten eine Zeit lang die wandernden Sonnenpunkte im Raum, dann lässt die wohlige Wärme der Sonne die Atemzüge langsamer und  die Augen kleiner werden. Im nächsten Augenblick zerstört ein lautes drringg-drringg die morgendliche Ruhe, die Katze reagiert in Sekundenschnelle, spannt alle Muskeln an und folgt Ihrem natürlichen Fluchtinstinkt. Bei dem Sprung von der Fensterbank reißt sie unelegant und mit einem lauten Klirren den Aschenbecher mit sich. Drringg-drringg tönt es erneut im Raum. Ein Klacken, ein rotes Licht flackert – der Anrufbeantworter ist aktiviert. Die Frauenstimme meldet sich erneut: „Ähm…Guten Morgen. Also, das ist mir ganz peinlich euch gestern Nacht gestört zu haben. Kein Grund zur Beunruhigung. Das kennt man doch, nachts sieht alles schrecklicher aus als am hellen Tag. Naja, ich hatte einen schlechten Traum, weiter nichts.“ Die Stimme lacht nervös. „Gestern dachte ich tatsächlich, es wäre eine Art Vision oder so gewesen. Echt bescheuert“ Ein erleichterter Seufzer. „Also um ehrlich zu sein, ich wollte euch gestern davor warnen, dass euer Haus abbrennt. Klingt das nicht verrückt? Das muss der ganze Stress sein, ich glaube ich versuche es mal wieder mit Yoga.“ Kichern. „Okay, genug davon. Ich hoffe, eure Woche wird nicht all zu stressig. Wir sehen uns am Wochenende. Macht’s gut!“ Klick. Hörer aufgelegt. Das kleine Licht leuchtet wieder grün. Wieder Stille im Raum. Die Scherben des Aschenbechers sind auf dem ganzen Boden verteilt. Dazwischen die Zigarette und Asche. Die orangefarbende Glut ist auf dem dunklen Teppich gut zu erkennen. Zwischen den Sonnenstrahlen tanzt eine dünne Rauchfahne.

Und noch drei tolle Geschichten

15. Juli 2013: Geschichte Nr. 4, Geschichte Nr. 15 und Geschichte Nr. 48

Es ist Nacht. Irgendwo knarrt eine Holzbohle. Das Mondlicht scheint durch das gardinenlose Fenster in einen Raum. In der Mitte des Zimmers steht ein großer Tisch mit vier Holzstühlen. Mehr kann man nicht erkennen. In der rechten Ecke ist ein kleines weißes Licht zu sehen. Ab und zu schiebt sich eine kleine Wolke über den Mond, je weiter er über den Horizont kommt, umso besser kann man erkennen, was auf dem Tisch liegt: Bestecke, vielleicht aus Silber, die im Mondlicht funkeln. Eine Glasvase, deren Rundung ebenfalls das Mondlicht reflektiert. Irgendwo im Haus schlägt eine Uhr: Es ist 2 Uhr nachts. Wenige Minuten später klingelt es im Raum, drringgg-drringg, viermal geht das so. Dann springt eine Maschine an, das ehemals kleine weiße Licht ist nun rot und beginnt zu flackern. Nach einer Weile macht es klick und klock… die Stimme einer Frau ist zu hören “Ja, hallo, ich bin’s, tut mir Leid, dass ich so spät anrufe, aber…. ich muss einfach mit jemandem reden” Pause. “Eine blöde Idee, jetzt anzurufen, aber ich wollte …”. Pause. Ein unsicheres “Ja, dann bis bald, und… äh, tschüss.”. Man kann hören, wie der Hörer aufgelegt wird. Das kleine Licht leuchtet nun stetig grün. Wenige Stunden später durchflutet das erste Grau den Raum, Vogelstimmen verkünden den neuen Morgen. Ein Radio plärrt los, irgendwo knallt eine Tür. Wasser fließt, ein Fenster wird geschlossen, Lichter gehen an.

Geschichte Nr. 4

Gudrun kommt als erste in den Raum. Sie ist noch sehr verschlafen. Ihr Mann Herbert folgt ihr auf dem Fuße. Er hat es eilig, denn heute geht es auf Dienstreise. Noch schnell den Teebeutel in der Thermoskanne übergießen, ab in die Tasche und los. Beim Rausgehen sieht er den Anrufbeantworter grün leuchten. „Gudrun…“ ruft er und nickt Richtung AB. Dann hört man seine Schritte auf dem Kies vor dem Haus, Autotürklappen, einen anspringenden Motor und das Knirschen als er vom Grundstück fährt. Gudrun lauscht in den frischen Morgen. Langsam fällt die Müdigkeit von ihr ab. Nun fällt auch ihr Blick auf den Anrufbeantworter. Es war schon nach Mitternacht, als sie gestern den Tisch eingedeckt hatte, für das Mittagessen mit ihren 3 Freundinnen am heutigen 9. August.

Der Tag, an dem sie sich vor Jahren bei einem Französisch Sommerintensiv-Volkshochschulkurs kennengelernt hatten. Seit dem hatten sie versucht sich jedes Jahr reihrum zu treffen. Diesmal war sie dran. Ein stilvolles französische Essen sollte die Freundinnen begeistern! Wer hatte bloß so spät noch angerufen? Karin, Inge oder Sonja? Bestimmt war bei einer etwas dazwischen gekommen. Sie drückte auf den Abhörknopf, nichtsahnend, welche  Wendung der 9. August nehmen würde…Es war Karin, die älteste der 4er Runde. Irgendwie klang sie bedrückt. So kannte Gudrun sie gar nicht, die lebensfrohe, immer taffe Karin. In der Anzeige des AB stand, das der Anruf gegen 2 Uhr eingegangen sei. Komisch, Karin brauchte ihren Schlaf. Was trieb sie zu nachtschlafender Zeit an den Hörer? Sie wählte Karins Nummer und wartete, das sie abnahm. Nichts geschah. Dies war ebenso ungewöhnlich, denn Karin war verläßlich bis 10 Uhr im Haus, bis ihre pflegebedürftige Mutter für 6 Stunden in die Altentagesstätte gefahren wurde. Sie drückte die Wahlwiederholung, wieder nichts. Sie wählte die Handynummer. Das Handy war aus. Langsam begann sie sich Sorgen zu machen. War die alte Dame ins Krankenhaus gekommen und Karin deswegen nach Mitternacht noch wach? Karin wohnte im Stadtteil Engeloch, gute 5 km von ihr entfernt. Sollte sie sich ins Auto setzen und vorbeifahren? Dabei wollte sie doch in aller Ruhe das Essen vorbereiten, das Fougasse aux olives backen, dazu Tapenade und Zwiebelkonfitüre reichen. Letztere hatte sie in Vorfreude des Treffens schon vor einigen Tagen zubereitet. Gefolgt vom Tajine de pommes de terre aux citrons confits et aux olives und nach langen Gesprächen gekrönt von der Tarte aux noix et au miel de lavande. Alle Gerichte stammten aus ihrem Lieblingskochbuch „Meine Sonnenküche“. Allein der Klang der Speisen versetzte sie in Urlaubslaune. Wie hatte sie den Einkauf gestern auf dem Markt zelebriert…Noch einmal drückte sie die Wahlwiederholung. Es klingelte und klingelte. Plötzlich wurde der Hörer abgehoben nur um eine Sekunde später mit einem Knall auf dem Apparat zu landen. Gudrun zuckte zusammen. Was war bloß los? War Karin der Hörer aus der Hand gerutscht? War die alte Dame ausversehend an den Apparat gekommen? Doch nein, das konnte nicht sein, das Telefon stand im 1. Stock und Karins Mutter bewohnte 2 Zimmer im  Erdgeschoss-Anbau. Treppen steigen konnte sie nicht mehr. Als eher pragmatischer Typ warf sie sich eine Jacke über, griff ihre Handtasche und schwang sich in Eile aufs Rad, um die 5 km zu Karin zu radeln. In Gedanken überprüfte sie ihren Zeitplan. Wenn Sie in einer Stunde wieder da wäre, könnte sie noch alles schaffen. Plötzlich klingelte das Handy, welches sich in der Handtasche im Fahrradkorb vor ihr befand. Bis sie angehalten hatte und abgestiegen war, hatte das Klingeln aufgehört. Es war nicht Karins Nummer. Sie fuhr weiter und erreichte in neuer Bestzeit Karins Haus, das am Ende einer Sackgasse stand. Schon als sie durch den Vorgarten ging, beschlich sie leichte Gänsehaut, denn die Rolläden waren im Erdgeschoss Anbau noch geschlossen. Sie klingelte und klopfte, aber Karin war nicht zu sehen oder zu hören. Die Wohnungseingangstür war nicht verschlossen. Gudrun zögerte. Lieber schaute sie erst einmal hinter dem Haus, aber auch dort war niemand zu sehen. Sie holte tief Luft, als sie wieder vor der Tür stand. Dann drückte sie den Türgriff nach unten und trat ein.

Geschichte Nr. 15

Herrmann schlurft in die Küche und fängt an den Frühstückstisch zu decken. Seine Frau Johanna folgt ihm –etwas munterer- nach, bereitet das Frischkorngericht für beide zu und setzt sich ebenfalls an den Tisch. Herrmann schaut etwas abwesend in seine Müslischale.

Johanna fragt „Schatz, alles ok?“
Er antwortet zuerst nicht, dann „Hm?“
Sie fragt erneut „Alles gut?“
Herrmann erwidert: „Ich habe nicht so gut geschlafen, ich bin wohl irgendwann auch mal aufgewacht“.
Johanna: „Umso besser, dass wir heute frei haben! Und, sicher hat dich das Telefon heute Nacht geweckt.“
Er fragt „wer hat denn mitten in der Nacht anrufen?“
Johanna „das war meine Schwester, aber sie sagte nicht, was sie wollte, ich werde sie gleich zurückrufen“.

Beide beenden ihr Frühstück und räumen gemeinsam den Tisch ab. Für den freien Tag hat das Paar einen Ausflug an den See geplant und das Wetter spielte sogar mit. Decken, Stühle, Kissen, der Picknickkorb, alles wird ins Auto geladen. Der geplante Rückruf bei Johannas Schwester Sarah allerdings geht vergessen…. Am frühen Abend kehren Johanna und Herrmann voll schöner Eindrücke nach Hause zurück. Das Auto wird entladen und die beiden stellen sich auf einen ruhigen Ausklang des Tages ein. Plötzlich fällt Johanna siedendheiß ein, sie hat Sarah gar nicht angerufen! Sie läuft zum Telefon und wählt ihre Nummer, auch nach dem zehnten Läuten nimmt niemand ab. Sie versucht die Mobilnummer, ebenfalls kein Erfolg. Da kennt sie nicht von ihrer Schwester, Johanna wird unruhig. Hätte sie den Anruf doch gleich heute Morgen erledigt!

Sie wartet eine halbe Stunde und versucht wieder unter beiden Nummern, Sarah zu erreichen. Wieder erfolglos. Johanna bekommt es langsam mit der Angst zu tun und wählt die Mobilnummer ihres Schwagers. Ebenfalls keine Antwort. Sie ruft ihren Mann und erzählt ihm davon.

Herrmann versucht sie zu beruhigen: „vielleicht sind die beiden einfach mal ohne Handy aus dem Haus gegangen, das Wetter ist so schön, eventuell sind sie nur spazieren?“ Doch Johanna bleibt besorgt und besteht darauf, bei ihrer Schwester nach dem rechten zu sehen. Sie steigen ins Auto und fahren die wenigen Kilometer, keiner der beiden spricht ein Wort. Dort angekommen finden sie beide Autos der Verwandten in der Einfahrt, es brennt Licht. Johanna stürzt an die Eingangstür und klingelt Sturm.

Nach kurzer Zeit öffnet ihre Schwester und schaut Johanna etwas erstaunt an „was macht ihr denn hier?“
Johanna „was ist los, warum geht keiner von euch ans Telefon, was war gestern Nacht?“ Die Fragen sprudeln vor Aufregung aus ihr heraus.
Sarah fängt an zu lachen und sagt „du erinnerst dich doch, dass wir letzte Woche über diese Küchenmaschine gesprochen haben?“
Johanna „diesen Vita…dings?“
„Genau, dieses Dings! Es wurde gestern geliefert und ich habe die halbe Nacht mit Ausprobieren verbracht und total die Zeit vergessen! Deswegen habe ich auch zu so einer Un-Zeit bei euch angerufen, ich bin einfach so begeistert…“
Johanna fragt „und warum ist bei euch heute keiner ans Telefon gegangen?

Ihre Schwester erklärt „naja, das Eis und der Aufstrich von gestern waren so lecker, dass wir uns heute gleich wieder in die Küche gestellt haben und während das Gerät lief, haben wir die Telefone wohl nicht gehört.“

Geschichte Nr. 48

Jason wusste dass es ein Fehler gewesen war, seine Nase in Angelegenheiten zu stecken, die ihn nichts angingen. Elaines Anruf mitten in der Nacht, ihre Stimme hatte es ihm bewusst gemacht. Trotzdem hatte er nicht widerstehen können. War sogar so weit gegangen, seine Kollegin Elaine wider besseren Wissens mit reinzuziehen. Sicher verspürte sie Angst und wie Jason zugeben musste, war diese mehr als berechtigt. Er wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis Dr. Severin herausfand, dass wichtige Unterlagen fehlten. Jene Unterlagen, die das seit Jahren im Entstehen begriffene Projekt dokumentierten, an dem dieser zusammen mit anderen Wissenschaftlern arbeitete, das jedoch Jason und Elaine ausgeschlossen hatte. Und das war bisher bei noch keinem Projekt der Fall gewesen. Genau das hatte Jason, der zu Anfang noch beleidigt, dann skeptisch war, schließlich neugierig gemacht. Was war es, das man vor ihm, aber auch vor seiner Kollegin Elaine geheim hielt? Diese Frage hatte ihn solange gequält, bis er endlich den Entschluss fasste, es herausfinden zu wollen. Als er sich dazu entschlossen hatte, schienen der Preis und das Risiko keine Rolle zu spielen. Doch er hatte den Preis unterschätzt. Umso klarer wurde ihm das, nachdem er nun wusste, woran Dr. Severin mit seinen Kollegen gearbeitet hatte. Und das Projekt war längst noch nicht fertig gestellt.

Jason wusste, er hätte Elaine warnen müssen, hätte sie da niemals mit reinziehen dürfen. Doch jetzt war es zu spät. Er konnte nichts mehr machen, nicht einmal mehr sprechen.

Sie hatten ihm die Stimme geraubt und ihn zur Bewegungsunfähigkeit verdammt. So zurückgelassen in seiner Wohnung blieb ihm nichts anderes übrig als zu warten. Auf ein Wunder oder darauf zu hoffen, dass sich alles nur um einen schrecklichen Alptraum handelte. Jason blickte zum Telefon hinüber. Elaine würde die nächste sein, denn es gab keine Möglichkeit, sie zu warnen. Sie waren sicher schon bei ihr oder würden bald bei ihr sein. Jason schloss die Augen. Es tut mir so leid, Elaine. So leid…