Noch aktiv

23. Juli 2016: Schönes Städtchen

Anlässlich einer Autoreparatur sah ich mich letztlich „genötigt“, den Stadtteil Remscheid-Lüttringhausen zu Fuß zu durchwandeln. Obwohl ich so lange in Remscheid gewohnt habe, bin ich dort nie „sehend“ gewesen und wusste daher gar nicht, welche liebevoll gepflegte Klein-Altstadt Lüttringhausen hat. Nur als ein Beispiel sei ein Briefkasten herausgepickt – der noch aktiv ist!

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Aus meinem Leben

24. Feb. 2014: Umzug

Ich ziehe um. Vor einigen Monaten schon habe ich festgestellt, dass meine jetzige Bleibe einfach zu riesig ist. Das hatte mal einen anderen Grund, der hier jetzt keine Rolle spielt. Einige Leser haben ja bereits festgestellt, dass ich viel von meinem Besitz abstoße. Der Anfang war freiwillig, weil ich überhaupt gerne nur Sachen um mich habe, die ich auch benutze und brauche. Dann war mir klar… so viel leerer Raum, was will ich da? Nun habe ich eine Wohnung gefunden. Sie ist schön, aber deutlich kleiner als meine jetzige Wohnung. Es musste also noch mehr ‚raus. Und es ist erstaunlich, was man eigentlich wirklich alles nicht braucht.

Dass ich nicht an Dingen hänge, weiß ich. Normalerweise hadere ich daher nicht mit dem Abschied von Dingen. Doch dann kam die Überraschung: Ich vermaß den Platz, an den mein Klavier sollte – es passte nicht. Anfangs sah es so aus, als würde ich nicht einmal ein kleineres elektrisches Klavier unterbringen. Das hat wirklich weh getan. Ich weiß aber auch, dass ich mir meine Wohnung nicht vollstellen möchte, also dass ein Piano quasi halb hinter dem Tisch steht oder Ähnliches. Mittlerweile habe ich ein Ecklein gefunden für ein E-Piano. Dennoch, der Abschied von meinem Klavier (ein „Silent“ von Schimmel) fällt immer noch schwer. Seit ich weiß, dass ich mich von trennen muss, habe ich nicht mehr gespielt. Heute Abend nun ist der Tag, an dem ich nach einem E-Piano Ausschau halten werde.

Wo geht es hin? Nicht so weit weg, das geht ja wegen des Kollegen nicht 🙂 Der hat nämlich keine Lust, jeden Morgen vielleicht 3 Stunden statt 13 Minuten zur Arbeit zu fahren. Ich habe Glück, dass ich ein Haus gefunden habe, wo ich wieder Wohnung und Büro unter einem Dach habe. Da bleibt mir also nach wie vor Zeit, mich um die Blogs und Rezepte zu kümmern, als ständig mit dem Auto unterwegs zu sein. Was ja auch bedeutet hätte – dass ich mir wieder ein Auto hätte kaufen müssen. Das wollte ich eigentlich nicht mehr.

Den Blog hoffe ich lückenlos in diesen aufregenden Monaten weiterführen zu können. Ich weiß im Moment noch gar nicht, wann genau es klappt. Mal wollte ich den 1. April, dann den 1. Mai nehmen. Im Moment sieht es eher nach 1. Juni aus. Absolut letzter Stichtag ist der 1. Juli. Das eine oder andere Mal wird in dieser Zeit vielleicht die Telefonstunde ausfallen.

Wen’s interessiert: In einigen Monaten werde ich von Remscheid nach Wuppertal ziehen. In Wuppertal bin ich einige Jahre zur Schule gegangen und dort habe ich studiert. Die Stadt ist mir also durchaus vertraut. Nun, denn. Öfter mal was neues Bewährtes 🙂

 

Remscheid in den Schlagzeilen

Kommentar vom 29. Oktober 2011: Krimi in Remscheid – Wenn ich Miss Marple wär’…

Am 25. Oktober, einem Dienstag, verließen wir unser Büro wie gewohnt um 16.30 Uhr, um noch eine Runde durch die Stadt zu drehen. Schon in der unteren Etage roch es nach Rauch. Hatte ein böser Nachbar seine Gartenabfälle gesetzeswidrig per Feuer entsorgt? Nein, irgendwie kam der Geruch woanders her. Wir gingen also frohgemut in Richtung Stadt, Eric presste sich nach 100 Metern ein Taschentuch vor den Mund. War es Nebel, waren es Rauchschwaden? Wir entschieden uns, dann doch nicht weiter in Richtung des offensichtlichen Brandherdes zu gehen. So versäumte ich es, Spuren zu sichern und Indizien zu sammeln.

Wir stapften also zurück Richtung Büro, als ein Polizeiwagen mit Lautsprecher langsam durch die Straße fuhr und alle Anwohner aufforderte, im Haus zu bleiben, Türen und Fenster zu schließen usw. Oh wie spannend! Davon träume ich schon seit Jahren, dass ich einmal diese Aufforderung erhalte! Eric fuhr heim in seine sicheren Gefilde, ich wohne über dem Büro. Dementsprechend roch es dann auch in meiner Wohnung kräftig nach Rauch, denn ich lüfte  tagsüber eifrig. Ich schaute dann in Google nach – ein Großbrand auf der Freiheitsstraße in einem Teppichgeschäft, die Anwohner in der unmittelbaren Nachbarschaft waren evakuiert worden. Oh wie gut, dass das Büro nicht direkt daneben liegt. Am nächsten Morgen stürzten wir uns neugierig auf den RGA (Remscheider Generalanzeiger). Ein großes Foto, jetzt konnte ich endlich einordnen, wo das Feuer genau ausgebrochen war. Der Ladenbesitzer und seine Mitarbeiter konnten alle unverletzt das Gebäude räumen, im Gegensatz zur Information vom Vortag war angeblich niemand evakuiert worden, die Feuerwehren (220 Mann stark) hatten das Feuer zwar bekämpfen können, aber vom Geschäft war nichts übrig geblieben. Die Kripo würde Untersuchungen aufnehmen!

Nichts gegen Remscheid, aber es ist nun einmal eine kleinere Stadt, die mit Kriminalität zwangsläufig nicht so viele Probleme hat wie das knapp 400.000 Einwohner-starke Wuppertal. Und so war ich dann auch sehr beruhigt, dass die Wuppertaler Kripo diesen Fall übernahm – wo ich doch schon die Spurensicherung versäumt hatte.

Ich bereitete mich also innerlich schon auf mehrere Wochen spannender Zeitungslektüre vor, wie ein Indiz nach dem anderen aufgedeckt werden würde. Waren es die Rechten, die ein Zeichen setzen wollten? Waren es die Linken, die dem Teppich als Repräsentation der Bourgeoisie wenigstens an einer Stelle den Garaus machen wollten? Oder gar ein fundamentalistisch-veganer Hintergrund, weil das Tieforange der Firmenfarbe irgendwie an Tierblut erinnert? Der Firmeninhaber ließ seinen Kunden ausrichten, dass das Geschäft weiterlaufe.

Ich sammelte wichtige Indizien. Verdächtig waren doch folgende Tatsachen:

  • Der Geschäftsinhaber überlebte unverletzt und brach nicht unter Tränen zusammen.
  • Der Geschäftsinhaber versprach ein baldiges Weiterführen des Betriebs (Versicherung!)
  • Mitarbeiter blieben unverletzt.
  • Alle Teppiche wurden vernichtet, ebenso alle anderen Waren usw.
  • Der Brand war im Büroteil ausgebrochen, „technischer Defekt“ vermutete der Geschäftsinhaber

Für mich war der Fall klar. Hier geht es nicht um einen politischen Hintergrund, sondern es ist eindeutig ein Fall von Brandstiftung zwecks Versicherungsbetrugs. Habe ich doch genug Krimis gesehen (als ich noch einen Fernseher hatte, auch eine gefährliche Brandstiftungsquelle übrigens), beim „Tatort“ so häufig auf den richtigen Täter getippt, studiere ich doch genug Krimis immer so, dass ich das Ende zuerst lese, damit ich die Entwicklung des Geschehens besser mitverfolgen kann, um das sofort zu erkennen. Vielleicht steckt ein Liebes- und Finanzdrama dahinter? Der fast bankrotte Geschäftsinhaber hat sich in den jungen weiblichen Lehrling verguckt, die aber steht auf teure Piercings, sie sieht schon aus wie ein goldgeschmückter Weihnachtsbaum, will aber immer mehr… wie kann er sich das weiter leisten? Oder hat er eine Schwiegermutter, die ihm schon vor vielen Jahren an den Kopf geworfen hatte: „Du Nichtsnutz, du kannst nichts, nicht einmal dein eigenes mickriges Lädchen anstecken“, der er es jetzt einmal beweisen wollte? Leider – zu seinem Leidwesen – war die Schwiegermutter nicht wie geplant im Kellergeschoss eingeschlossen, als der Brand ausbrach.

Umso schockierter war ich, verständlicherweise, als schon am Donnerstag, nur 2 Tage später, in der Zeitung verkündet wurde, dass die Kripo die Suche aufgibt.

Wie bitte? Wo sind die hartnäckigen Kriminalbeamten, die noch anhand eines einzigen geretteten Bleistifts aus einem Brand den Tathergang ablesen können? Wo sind die kurz vor der Pensionierung stehenden Beamten, die diesen letzten Fall unbedingt noch vor ihrer Pensionierung lösen wollen?

Ich bin entsetzt. Was ist das für ein Land, das Milliarden Bürgschaften in Finanzkrisen großzügig übernimmt, aber in dem die Beamten so lustlos sind, dass sie sich nicht einmal mehr in Fälle verbeißen, die selbst ich in 5 Minuten löse?

Es grüßt. Miss MarpleBBO.

Wie’s im Bergischen Land am 31. Dez. aussah

Kommentar vom 2. Januar 2011: Was das Wetter so treibt

Videofilmen macht mir viel Spaß, nicht nur für Rezepte und Gartenbesucher. Am Silvesternachmittag habe ich mit dem vielen von euch bekannten „Kollegen“ einen Spaziergang gemacht. Erst dachten wir, das wird eine reine Pflichtübung zur Körperertüchtigung, weil es nass und dreckig war. Aber nach einer Weile hatte uns die Faszination der fast menschenleeren Stadt mit ihren Schneehügeln und untergetauchten Autos gepackt.

Etwas verspätetes White (Christmas)

Kommentar vom 30. Januar 2010

Gestern hat es den ganzen Tag geschneit. Für heute erwartete ich Besuch, wir haben uns kurzgeschlossen: zu riskant. Hier im Bergischen ist es echt happig. Gestern schneite es also von morgens bis etwa 5 Uhr nachmittags. Spazieren gehen war echt schön, aber mein Kollege (jaja, der Eric…) hat echt geächzt, bis er mit dem Auto dann hier weg kam. Zum Glück half ein freundlicher Nachbar beim Anschieben.

Heute morgen entdeckte ich zu meinem Grausen wieder Neuschnee, mindestens 12 cm. Ich habe dann wieder Schnee geschippt, allerdings nur bis zur festgetretenen Lage, mehr geht nicht. Tagsüber hat es hier jetzt nicht so arg geschneit, vielleicht sind es bis seit meiner letzten Schippaktion 3 cm Neuschnee. Alles sehr romantisch – so lange es Wochenende ist. Aber in der Woche, wenn man zur Arbeit möchte, ist das natürlich wenig erheiternd. Die Zeitung war  auch voll mit Berichten über Feuerwehreinsätze, liegengebliebene LKWs und Unfälle. Ich bin  gespannt, wann das aufhört 🙂

Beim Spaziergang nach der Arbeit habe ich gefilmt. Da könnt Ihr Nichtbergischen und vom Schnee Nichtbetroffenen mal staunen.


Seniorenmesse

Kommentar vom 29. August 2009: Seniorenmesse in Remscheid

Gestern bei meinem Spaziergang durch die Stadt fiel mir ein Plakat ins Auge: Seniorenmesse in Remscheid. Das Foto zeigt uns die üblichen wohlgepflegten Strahle-Gesichter von grauem Haar umrahmt, eher intellektuell geprägt, eindeutig viel zu gute Zähne (oder sind das Vollwertler?). Und darunter der schöne Spruch, Senioren ab 50.

Ich weiß nicht, wer sich sowas ausdenkt. Mal ganz abgesehen davon, wie man zu dem Wort „Senioren“ an sich steht, sind doch die 50-Jährigen heute überhaupt nicht mehr mit der Generation z.B. meiner Eltern zu vergleichen. Ob Frau Merkel sich auch auf der Messe rumtreibt, um sich schon mal einen Pflegedienst auszusuchen? Auch Herr Ackermann dürfte dann schon die Schnabeltasse auf den Schreibtisch bekommen. Wenn schon immer das Gespenst der überalternden Bevölkerung drohend aufgezeigt wird – warum dann schon die Menschen in den mittleren Jahren zu Senioren abstempeln?

Ein Freund schrieb mir aufgrund meines Aufschreies: „Und Senioren ab 50, da reißt es einem ja schon die Füße weg. Und da lassen die die Senioren bis 67 arbeiten. Das ist reinste Greisenversklavung! Man sieht, die Bürger möchten mit 50 aufhören zu arbeiten, um noch was vom Leben zu haben – und da sollen sie bis 67 arbeiten!“

Dazu habe ich eine ganz andere Meinung. Nicht alle Bürger möchten mit 50 aufhören zu arbeiten, im Gegenteil! Ich glaube auch nicht, dass es von der „Natur“ so gedacht ist, dass der Mensch mit 50 Jahren aus dem normalen Lebenserwerbszyklus fällt, dann würde er nämlich mit 50 Jahren sterben, da der natürliche Rhythmus sich keine langen Pensionärszeiten erlauben kann, wegen der Ressourcen.

Die meisten Menschen können mit so viel Freizeit gar nichts anfangen, was wir schon daran erkennen, dass bei all dem Urlaub, den man heute so hat, die Leute Animateure brauchen, um nicht vor Langeweile zu krepieren. Und 90% derer, die sich so auf den Ruhestand – möglichst früh – gefreut haben, degenerieren innerhalb kürzester Zeit zu einem Krankheitsklumpen, der nur noch auf das Ableben wartet und sich diese Zeit mit Ablenkung versüßt. Ich habe bisher bei fast ALLEN Leuten, die in den Ruhestand getreten sind, einen deutlichen Gesundheits- und Leistungsknick und einen deutlichen Älterwerdens-Sprung gesehen.

Remscheids Oberbürgermeisterin Beate Wilding (geb. 16. August 1956) hat natürlich diese Messe mit einer Rede eingeleitet. Die ist online einzusehen und ich zitiere einen Satz:

„Senioren sind ein Aktivposten unserer Gesellschaft. Und Lebensglück ist keine Frage des Lebensalters. Jeder, gleich welchen Alters, muss etwas dafür tun. Viele aktive Senioren tun etwas für andere und damit auch für sich selbst.“

Diese Distanz mit der sie spricht, finde ich herrlich. Das tun ja viele Politiker, die sich FÜR die Senioren einsetzen. Warum sagte Frau Wilding, die mit 53 Jahren ja voll in die Zielgruppe dieser Messe fällt nicht:

„Wir Senioren sind ein Aktivposten unserer Gesellschaft. Und Lebensglück ist keine Frage des Lebensalters. Jeder, gleich welchen Alters, muss etwas dafür tun. Wir vielen aktiven Senioren tun etwas für andere und damit auch für uns selbst.“

Herr Doktor, ein halbes Pfund Schweine-Grippe bitte!

Kommentar vom 11. Juli 2009: Wann kommt die Schweinegrippe endlich nach Remscheid?

Wer Remscheid nicht kennt: Es ist eine der kleinsten Großstädte Deutschlands mit ca. 118.000 Einwohnern, jeweils eine halbe Autostunde von Köln und Düsseldorf entfernt. Bildet mit Wuppertal (Schwebebahn) und Solingen (Messer) das Bergische Dreieck. Wuppertal ist wesentlich besser dran, die haben ja schon mindestens einen Schweinegrippefall. Wir hier in Remscheid müssen uns immer noch mit normalem Schnupfen und Husten begnügen. Ein Jammer. Aber das Gesundheitsamt und die Tagespresse (Remscheider Generalanzeiger = RGA) sind besten Mutes und so ziert dann auch ein Aufhänger die Titelseite  der heutigen Samstagsausgabe „Warten auf die Schweinegrippe“ mit folgendem Text:

Dr. Frank Neveling ist ein nüchterner Mediziner. Umso ernster sind die Warnungen des Arztes zu nehmen: Im August sei mit der Schweinegrippe in Remscheid zu rechnen. Impfen kann er die Bürger erst später.

Schon diese Einleitung dürfen wir uns auf der Zunge zergehen lassen. Nüchtern ist gleichbedeutend mit „ernster zu nehmen“ (ernster als was?). Eine interessante Schlussfolgerung, die nicht unbedingt jeder teilen muss. Im August wird die Schweinegrippe in Remscheid sein (dann sind wir endlich wieder „in“!). Dann folgt der kleine Satz über das Impfen, den ich ja wirklich spannend finde. Ich habe ja immer noch nicht verstanden, warum ich mich gegen eine Grippe impfen lassen soll, die harmloser ist als die normale Wintergrippe, die ich eh selten bekomme. Dann wird das Rätsel großartig. „Die Grippe kommt im August. Impfen geht erst später.“ Bitte noch einmal ganz ruhig lesen. Gell, ihr hattet auch immer gedacht, es muss vor der Krankheit geimpft werden? Das sind ganz neue Erkenntnisse. Allerdings frage ich mich, warum ich mich dann, wenn die Schweinegrippe mich schon erreicht und wieder verlassen hat, gegen sie impfen lassen soll. Dass ich das nicht verstehe, liegt vermutlich daran, dass ich nicht so nüchtern bin wie Dr. Frank Neveling, Leiter des Gesundheitsamts in Remscheid.

Im Innenteil kommt dann ein etwas ausführlicherer Artikel. „Sobald der in den Labors entwickelte Impfstoff gegen die so genannte Schweinegrippe im Bergischen eintrifft, will der Amtsarzt die Remscheider deshalb in einer groß angelegten Impfaktion pieksen“. Ich tue dem nüchternen Mediziner sicher Unrecht, wenn ich hier ein gewisses Machtstreben in dem Satz schmecke, endlich kann auch ein Remscheider Gesundheitsamtsleiter mal so richtig auftrumpfen, in Aktion treten? Wird er hinter den Gartenhecken hocken und sich pieksend auf harmlose Passanten stürzen? Ein Jammer, dass die Schweinegrippeimpfung noch keine Pflichtimpfung ist. Herr Dr. Frank Neveling, der nüchterne Mediziner, wäre sicherlich ein vortrefflich nüchterner und gründlicher Vollstrecker.

Weiter geht’s – wir sollen uns unbedingt nach dem Urlaub auch gegen die normale Grippe impfen lassen! (Früher hieß es noch einschränkend, das gelte nur für Kranke und Kinder.) „Schon um den Genaustausch zu verhindern“, erklärt der Mediziner. Ich vermute, dass Dr. Frank Neveling, der nüchterne Mediziner, auch ein Gegner von natürlicher Vermehrung über den so genannten Beischlaf ist. Auch dort kommt es, wenn ich den Biologieunterricht noch richtig in Erinnerung habe, zu einem Genaustausch. Man stelle sich das nur vor, wenn die Menschheit sich weiter per Beischlaf vermehrt: Alle diese Mutanten, die die Straßen bevölkern werden…. (vielleicht sind ja auch nüchterne Mediziner bereits Menschenmutanten?).

Natürlich macht die Impfmüdigkeit der Bürger den armen Amtsärzten zu schaffen. Von Impfgegnern wird gar nicht erst gesprochen, denn wer wird so dumm sein, sich angesichts der furchtbaren Gefahr einer milde verlaufenden Grippe gegen eine solche Impfung auszusprechen? Aber nicht nur das, hinzu kommt „noch eine gewisse Gelassenheit gegenüber der erstmals in Mexiko aufgetauchten Grippe“. Grauenhaft. Gelassenheit. Keine Panik, keine Emotionen. Sind wir etwa alle schon so nüchtern wie der nüchterne Dr. Frank Neveling? Nur nicht so besorgt? „Bislang ist der Virus zwar weniger gefährlich als angenommen wurde“, erklärt Neveling (vermutlich, das unterstelle ich ihm einmal, mit einer gewissen Enttäuschung in der Stimme). „Das könne sich aber schnell ändern“.

Der menschliche Körper ist stets voller Bakterien und Viren, ohne die wir überhaupt nicht leben könnten. Wir sind somit eine Virusbombe, die bei Genaustausch jederzeit hochgehen könnte. Da mache ich mir echt Sorgen. Ob das Gesundheitsamt mich vielleicht gegen mich selbst impfen könnte?

Übrigens. Es gibt da ein sehr schönes Dokument, die Ärztliche Erklärung zur empfohlenen Impfung, das wir uns vom Arzt ausfüllen und unterschreiben lassen können, der so gerne impfen möchte. Er übernimmt dann auch die volle Haftung für etwaige Schäden. Das Dokument finden wir hier zum Download: http://www.impf-report.de