Was mit Süßkartoffeln

20. Juli 2016: Süßkartoffeln und ihre Popularität

Süßkartoffeln werden immer beliebter, selbst in kleinen Supermärkten liegen sie regelmäßig aus und auch Discounter haben sie im normalen Angebot. Viele haben sich noch nie an Süßkartoffel als Rohkost getraut, was schade ist, denn eine frische Süßkartoffel schmeckt auch roh köstlich.

Süßkartoffel-Rohkost in Bananenmayo

Sweetpotato

Dressing:

  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 1 EL Walnussöl
  • 1 TL Walnusspaste (sehr fein gemahlene Wahlnüsse)
  • 1 Banane (180 g netto)
  • 3 EL Wasser
  • 1 gestr. TL Kräutersalz
  • frisch gemahlener schw. Pfeffer

Feste Zutaten:

  • 270 g Süßkartoffel
  • 2-3 EL kleingeschnittener Rucola

Herstellung beschrieben im Zerkleinerer. Bei größeren Mengen im Mixer, der Küchenmaschine oder im Thermomix.

Banane schälen. Mit den restlichen Zutaten gut verschlagen, sodass sich eine homogene Soße ergibt. In eine Salatschüssel umfüllen, Zerkleinerer nicht reinigen. Süßkartoffel grob zerkleinern und in zwei Portionen im Zerkleinerer nach Geschmack fein raffeln. Unter die Soße ziehen. Rucola am Rand entlang streuen.

 

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Rohkost-Suppe

20. Jan. 2016: Rohkost-Suppe mit Rote Bete

Ein Hochleistungmixer hilft hier, aber auch ein Mixer wie der Nutrition Mixer und ähnliche Bauart reichen aus. Sehr lecker, auch wenn es unscheinbar aussieht. Kleine Mahlzeit für 2 Personen – natürlich ohne Fett.

Süßliche Rote-Bete-Suppe (roh)

8551

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Winterrohkost

17. Jan. 2016: Rohkost mit Blumenkohl

Viele Menschen erfahren Rohkost im Winter so – wenn sie voll nach Rohkostregeln leben -, dass sie vermehrt frieren. Ich habe häufig Rohkostphasen in der Wintersaison eingelegt und habe eher weniger gefroren. So unterschiedlich kann das sein!

Ob man sich nun ganz der Rohkost verschreibt oder nur seinen Rohkostanteil höher stellen oder hoch halten möchte, der Blumenkohl eignet sich dafür hervorragend. Daher sei ihm dieser Sonntag auch gewidmet.

Blumenkohl-Lunch

Sales8360Blumenkohl

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Ofenkartoffeln und umsonst: Curry in Rohkostqualität

17. Juni 2015: Ofenkartoffeln und Curry roh

Ofenkartoffeln an sich sind schon sehr lecker. Sie lassen sich aber auch prima durch eine Marinade „aufmotzen“. Das hilft auch nicht mehr ganz so taufrischen Kartöffelchen zu neuem Leben 😉

Kartoffeln in Marinade

7237

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Curry für Rohkost

Curry ist gekauft praktisch nie Rohkost, da es teils des Rezeptes ist, dass die Gewürze angebraten werden. Dies hier ist eine Variante, die auch ohne dieses Anbraten auskommt.

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  • 1,5 TL Koriandersamen
  • 3 TL Kümmel
  • 4 Kardamomschoten
  • 1 Msp. Zimt
  • 1 TL gem. Kurkuma
  • 2,5 TL Paprikapulver, edelsüß

Koriander, Kümmel und Kardamom im Magic fein mahlen (35 Sek.). Die restlichen Zutaten hinzugeben und nochmals ein paar Sekunden mischen. In einem Glas mit Schraubdeckel aufbewahren.

Ein Dessert und das Umsonst-Rezept: Rohe Pizza

18. März 2015: Dessert und Pizza ohne Ofen

Helenes Birnencousine

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Ein Nachtisch, der nicht nur lecker schmeckt, sondern auch was fürs Auge hermacht!

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Hummuspizza

Roh, vegan; Hauptmahlzeit für 1 Person; Vorbereitung: ca. 50 g Kichererbsen 48 Std. keimen lassen

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  • 80 g Eisbergsalat
  • 45 g Spitzkohl
  • 1 größere Tomate (130 g)

Hummus:

  • 125 g Kichererbsenkeime
  • 5 g ganz frischer Knoblauch
  • 1 TL Salz
  • 20 g Zitronensaft
  • 10 g Olivenöl
  • 20 g Sonnenblumenöl
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 55 g Wasser

Deko:

  • 4 Walnusshälften
  • etwas Petersilie

Salat und Kohl kleinschneiden, in einer 24-cm-Quicheform verteilen. Ganz wenig Salz darüber streuen. Tomate in sehr dünne Scheiben schneiden und auf dem Salat/Kohlgemisch verteilen. Ebenfalls ganz leicht salzen.

Hummuszutaten im großen Becher eines kleinen Mixers ganz glattschlagen. Mit einem Löffel auf den Tomaten verteilen. Walnusshälften etwas zerbröseln und mit der Petersilie darüber streuen.

Wem das zu viel Fett ist, der kann das Sonnenblumenöl durch Wasser ersetzen.

Kürbissauerkraut / Das Umsonst-Rezept: Chinakohl-Rollen

11. März 2015: Kürbissauerkraut mit schwarzem Reis und Rohkost

Kürbis, Sauerkraut und schwarzer Reis

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Roter und schwarzer Vollkornreis sind eine echte Bereicherung des Speiseplans! Für Sauerkraut entdecke ich immer mehr leckere Kombinationen – auch alles dank Vollwertkost. Früher gab’s nur „Sauerkraut mit Kartoffelpürre“ 🙂

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Chinakohlrollen

Hauptmahlzeit für 1 Person; Vorbereitung: Weizen sprossen lassen (kann zur Not wegfallen, da vor allem Dekoration); 24 Stunden Rosinen und Sonnenblumenkerne einweichen (ruhig genügend einweichen, die kann man imer gebrauchen).

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  • 50 g eingeweichte Sonnenblumenkerne
  • 2 TL Sonnenblumenöl
  • 1 gestr. TL Kräutersalz
  • 1 TL Zitronensaft
  • 2 mittelgroße Blätter Chinakohl
  • 2 Möhren (220 g)
  • 1 TL Zitronensaft
  • 15 g Weizensprossen
  • 25 g eingeweichte grüne Rosinen

Kerne abtropfen lassen. Mit Öl, 1 Teelöffel Zitronensaft und Salz in einem kleinen Mixer zu einer Creme schlagen. Möhren mit 1 Teelöffel Zitronensaft im Zerkleinerer oder mit einer Handraffel raffeln, gut mit der Creme verkneten.
Die Hälfte der Creme in die Mitte eines Kohlblattes legen, aufrollen und mit der geschlossenen Seite nach oben auf einen flachen Teller legen. Mit dem zweiten Blatt genauso verfahren. Achtung beim Heben der Rouladen: die Masse fällt leicht aus den Seiten heraus!
Sprossen und Rosinen um die beiden Rouladen „drapieren“.

Mit Umsonst-Rezept: Rohknäcke

18. Feb. 2015: Und zum Kaufen: ein etwas anderes Frischkorngericht

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Okay, es ist Honig drin, aber das ist nicht wirklich verboten. Aber ein Fruchteis auf Schokosoße…. ist schon etwas besonderes, oder? Es gab hier in letzter Zeit drei Frühstücke. Daran könnt Ihr sehen: Ideen fürs Frühstück lassen sich immer wieder neue finden – auch wenn „man“ schon ein Buch mit 365 verschiedenen Getreidefrühstücken geschrieben hat 😉

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Rohes Curryknäcke

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Mal im Thermomix gemacht zur Abwechslung – eine kräftige Küchenmaschine / Food Processor geht genauso gut. Ohne Dörrgerät kein Spaß 🙂

  • 100 g Leinsamen (hier: goldener, das ist aber nicht wichtig)
  • 200 g Sonnenblumenkerne
  • 175 g Spitzkohl
  • 175 g Möhren
  • 2 Knoblauchzehen
  • 12 g Zitronenfleisch
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Curry *
  • 4 EL Sonnenblumenöl; wer Öl vermeiden möchte, kann sicher auch Wasser nehmen

* Wer es mit der Rohkost sehr genau nimmt, darf kein Curry nehmen (Curry wird immer geröstet). Da empfiehlt sich, entweder eine curryartige Multigewürzmischung oder etwas gemahlenen Koriander zu verwenden.

Knoblauchzehe schälen. Gemüse grob in Stücke vorschneiden. Alles in den Thermomix geben und wie folgt mixen: 30 Sekunden Stufe 4, 20 Sekunden Stufe 6 (zwischendurch die Masse an den Seiten herunterschieben). Eventuell solange auf Stufe 8-10 weitermixen, bis es eine ziemlich homogene Masse ist, die nicht mehr auseinanderfällt, die Sonnenblumenkerne sind nicht mehr sichtbar, der Leinsamen schon noch teilweise.

Mit einem immer wieder nass gemachten Teigschaber gleichmäßig auf Paraflexx-Folie verteilen. Mit einem Teigrädchen Stücke vorschneiden. Bei 40-42 °C im Dörrgerat etwa 24 Stunden trocknen, zwischendurch wenden.

 

Ein Tässchen Kakao gefällig?

20. September 2014: Darf ich Kakao trinken?

Wie schädlich ist Kakao?

Das Thema wurde mir in letzter Zeit zweimal ins Bewusstsein gebracht. Einmal fragte mich eine Leserin, ob ich Quellen zur Gefährlichkeit von Theobromin (im Kakao vorhanden) wüsste. Nein, hatte ich nicht. Daraus entspann sich eine kleine Diskussion über die Gefährlichkeit von Kakao im Allgemeinen, vorzugsweise Rohkakao.

Erneut traf ich auf dieses Thema, als ich in der Apotheken-Umschau, B-Ausgabe August 2014, Seite 55, stieß. Unter der Überschrift „Kakao macht fit“ wurde eine Studie vorgestellt, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Flavanole (im Kakao enthalten) gut für die Funktion unserer Arterien sind – ihre Elastizität bessert sich und der diastolische (untere) Blutdruck geht zurück.

Die Leserin hatte mir einen Link zu interessanten Ausführungen von Urs Hochstrasser zu diesem Thema gemailt (hier). Ob das im Übrigen auch für heißen Kakao gilt, weiß ich nicht.

Hochstrasser kommt zum gegenteiligen Ergebnis wie die in der A-U zitierte Studie, er hält das Theobromin für ebenso schädlich wie Tein und Koffein (alle drei von Bruker abgelehnt, von Kaffein und Tein weiß ich noch, dass er sie als Nervengifte bezeichnet). Ich habe den Hochstrasser-Artikel gelesen und mich darüber gefreut, dass wenigstens einmal jemand das Wort gegen diesen Rohkost-Hype mit Kakao erhebt. Ich stimme mit ihm überein, dass Kakao wohl kaum etwas ist, dass man unbedingt zu sich nehmen sollte, um gesund zu bleiben. Weiter unten stellt er den Stand der Wissenschaft vor, leider ohne eine einzige Quelle anzugeben. Daher weiß ich nicht, inwieweit diese Erkenntnisse gesichert sind.

Meine Mailpartnerin (100% Rohköstlerin) meinte auch, sie hätte den negativen Einfluss von Kakao z.B. auf ihre Fähigkeit zum Meditieren festgestellt. So zweifelhaft Studienergebnisse immer sind (Kaffee soll ja auch sooo gesund sein), so ist der Kontrast schon wert, einmal darüber nachzudenken.

Ich sehe mich, wie häufig, irgendwo zwischen diesen beiden Einstellungen. Hochstrasser spricht von Suchterscheinungen nach Absetzen von Kakao. Das kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung nicht teilen. Die Sucht nach Schokolade z.B. führe ich eindeutig auf den Industriezucker zurück, nicht auf den Kakao. Ich habe eine Weile recht viel selbstgemachte Vollwert-/Rohkost-Schokolade konsumiert. Diesen Konsum wieder einzustellen, hat weder Entzugssymptome verursacht noch ein Verlangen ausgelöst. Ähnlich ist das mit Kakao, den ich auch sehr gerne trinke. Manchmal weckt er mich ein wenig auf, ein ander Mal auch überhaupt nicht und ich kämpfe eine halbe Stunde später mit dem Schlaf. Keinesfalls zu vergleichen mit der Wirkung von schwarzem Tee – da stehe ich nach einer Tasse für Stunden senkrecht 🙂

Wichtig ist aber, die Problematik nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Immer wieder einmal daran zu denken.

Anschließend sei noch vermerkt, dass ich die Alternativen, die Hochstrasser gibt, auf jeden Fall für mindestens genauso schädlich halte, wie eine eventuelle toxische Wirkung von Kakao: Die Fettmengen sind für meine Vorstellung fast schon kriminell, ebenso die doch reichliche Verwendung seines – nur angeblich rohköstigen – Mandelmuses. Auch die Behauptung, man könne stattdessen Carob verwenden, lässt sich nur für Menschen mit abgestumpften Geschmackspapillen geben. Ich habe es jahrelang versucht – ich mag Carob nicht besonders. Einen Teil Kakao kann ich dadurch ersetzen, aber der typische Geschmack ist nicht mein Ding. Das ist ja häufig so mit Ersatz 😉

Habt Ihr Erfahrungen mit Kakao gemacht?

Die Degeneration der Rohkost

2. Mai 2014: Ein neues Rohkost-Buch

„Rohkost = Pulverkost“ von Kristin Knufmann, 24.99 Euro, eine Rezension

Naja, ich habe den Titel dem Inhalt angepasst, aufgedruckt ist „Raw!“ (ISBN 978-3-86244-591-2) 👿 „Roh!“ geht nicht? Wieso denke ich eigentlich, dass Rohkost einfach ist? Nee, nee: Wer Rohkost isst, muss sich erst einmal ein Apothekenschränkchen mit Pülverchen anschaffen. Geht sonst gar nicht!

„So natürlich wie möglich“ sollte für die Rohkost noch viel stärker gelten als für die Vollwertkost. Dazu finden wir hier kaum etwas. Normalerweise ist das Äußere eines Autors mir egal, aber dick aufgetragener blauer Lidschatten, strohblond  gefärbte Haare, vermutlich künstlich gewellt, roter Nagellack: Das ist für mich nicht stimmig mit Natürlichkeit. Nicht, dass ich der Ansicht bin, Rohköstler müssten ihr Äußeres vernachlässigen – aber alles ist eine Sache des Ausmaßes. Ein Mensch, der sich wirklich gesund ernährt, hat auch keine Kunst nötig, oder?

Auf den S. 12-13 werden uns Produkte vorgestellt. Nichts aus der Region, viele Dinge nahezu abstrus. Dann die Superfoods…. Weißkohl? Nein, nicht dabei.  Immer sind die Geräte deutlich abgebildet, am Ende des Buchs steht keine Bezugsquellenliste, sondern die Fotos der Geräte mit Shop- und Herstelleradressen. Schleichwerbung? Hier schleicht nichts mehr! Warum sind bei einigen Geräten Hersteller angegeben, bei anderen aber der Online-Shop? Zum Flocman würde doch beispielsweise die Adresse von Komo gehören, oder?

Affig finde ich, dass alle Rezepte englische Namen (mit deutschen Erklärungen) tragen. Ein englisches Wort, okay. Mal ein englischer Titel, why not? Aber nur englische Titel?

Schon das erste Frühstück enthält vier Pülverchen. (Wobei Knufmann offensichtlich entgangen ist, dass es keine Rohkost-Vanille gibt.) Meist wird auch noch stundenlang getrocknet.

Ein Rezept heißt „Naturjoghurt“. Natur ist natürlich Quatsch, weil Naturjoghurt schlicht und einfach aus Milch besteht. Oder welche Naturvölker stellen Joghurt aus Cashewnüssen mit Joghurtferment her? Mal ganz abgesehen vom Fettgehalt dieser angeblichen Joghurts! Fett wird hier überhaupt großzügig eingesetzt. In einen Salat für 3-4 Personen kommen 250 g Cashewkerne plus noch 2 EL Olivenöl. Wow….

Birkenzucker, Kokosblütenzucker … alles Industrieprodukte. Nur wenige Rezepte strotzen nicht vor Exotika. Kann man regional keine leckere Rohkost herstellen? Gelbe Currypaste in Rohkost? Nirgendwo wird erwähnt, was das ist, wo ich es bekomme. Dafür wäre doch eine Bezugsquelle schön. Aber ein Hersteller von gelber Currypaste ist vermutlich weniger geneigt, wie soll ich das sagen…. für sich werben zu lassen? Sicher ist es ein Zufall, dass es viele dieser Zutaten – vor allem die Pülverchen (nach wie vor ist das Hanfproteinpulver mein Liebling) – in Knufmanns Shop gibt.

Ich habe das Buch geschenkt bekommen und beim ersten Blättern dachte ich: Na, vielleicht ist ja was Interessantes drin. Nun gut, wer Kokosblütenzucker, Macapulver, Hanfproteinpulver und derlei Abartigkeiten lecker findet, wird mit dem Buch vielleicht glücklich.

Den Text zum Hanfproteinpulver auf der Website von Knufmanns Onlineshop könnte ich mit der Beschreibung von Astronauten-Tubenkost verwechseln:
„Hanfproteinpulver wird aus Hanfsamen gemacht (Anm.: d.h. industriell verarbeitet). Es vereint alle positiven Effekte von Hanfsamen. Es hat einen hohen Anteil an verfügbarem Protein (50%). Daher eignet es sich sehr gut für Sportler und Leute mit einem aktiven Lebensstil. Seine Zusammensetzung von essentiellen Omega 3 und 6 Fettsäuren steht in optimalem Verhältnis. Es beinhaltet viele Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe. Durch die Pulverform ist es sehr gut vom Körper zu verstoffwechseln und aufzunehmen und ist zudem glutenfrei.

Vor allem der letzte Satz gefällt mir gut. So eine dumme Natur, die uns nicht das Pulver an den Bäumen wachsen lässt. Aber wie gut, dass wir so viele Pulverhersteller haben. Und solche tollen Bücher wie das „Roh!“, sorry: „Raw“.

Da hat Knufmann wirklich mein Leben bereichert. Ich bin echt naiv und esse mittags immer noch eine große Portion Salat. Da stehe ich 10 Minuten in der Küche – und könnte es doch so einfach haben: ein bisschen Hanfproteinpulver in die Schüssel, noch etwas Macapulver, 3 EL Algenpulver, 2 EL Chiagel (wo gibt’s das?), Kokosblütenzucker und schon ist die Welt wunderbar.

Ein Literaturverzeichnis oder Quellenangaben gibt es nicht. Okay, ich hätte Knufmann sicher auch kein Geld dafür gegeben, wenn sie einen Link zu meiner Webseite gebracht hätte 😈

Dieses Buch ist eine Beleidigung für die Rohkost. Der Selbstauftrag eines überzeugten Rohköstlers sollte es meiner Überzeugung nach sein, seine Essensweise normalen Menschen näherzubringen, nicht ein paar Schickimickis, die ihr Essen vorwiegend aus Amerika importieren. Ein paar solcher Rezepte würde ich akzeptieren – aber hier gibt es kein einziges, das sich wirklich unproblematisch aus dem deutschen Kühlschrank zaubern lässt.

Dieses Buch erweist der Rohkost einen Bärendienst. Daumen beide nach unten.