Kommentarfunktion in YouTube

16. August 2013: Ich kenne da drei Vollwertler…

Es gibt Dinge, die bin ich einfach Leid zu hören. Ich denke, dass ich – direkt und indirekt – recht viele Vollwertler kenne. Und ich kenne ein wenig die Menschen.

Was ich besonders liebe, sind Argumente wie: „Also ich kenne 20 Vollwertler, die Schnitzerkost leben und zusätzlich Vitamin B12 einnehmen….“.

Was interessiert mich das? Es interessiert mich nicht. Papier ist geduldig, die Tastatur ebenfalls. Nicht jeder ist so exakt in einer Diskussion, wie ich mir das wünsche. Da passieren plötzlich Wunder: Vollwertler bekommen Rheuma oder schwerste Allergien, Mixer wie der Magic Maxx sind plötzlich in der Lage, schönstes Nussmus herzustellen und selbstverständlich kann ich auch mit einer Billigküchenmaschine ohne Sahne usw. köstlichstes cremiges Eis herstellen, ach nein, ein Vitamix ist dafür nicht nötig. Manch einer liebt nämlich einen angeblichen Sieg in einer Diskussion mehr als die Wahrheit. Ich liebe Diskussionen überhaupt nicht. Ich höre gerne zu, ich lerne gerne, ich tausche mich gerne aus. Ich habe Null Ehrgeiz, eine Diskussion „zu gewinnen“. Ich fand Gelabere um des Gelaberes Willen in der Schule schon eine unausstehliche Zeitverschwendung.

Mich langweilt das. Und meine Geduld, mich in solche Diskussionen einzulassen, wird immer kleiner. Als vor einer Weile wieder so eine Diskussion in YouTube losging, habe ich einfach die Kommentarfunktion deaktiviert. Früher habe ich das gemieden, aber da habe ich meine Meinung geändert. Sollen doch diese Leute ihre eigenen Videos machen, wo sie ihre unausgegorenen Weisheiten verbreiten, da muss ich mir den Mist nicht ansehen und anhören :mrgreen:

Da leiden plötzlich Schnitzler-Köstler und Brukerianer an Vitamin B12-Mangel und anderen Mängeln? Ja und? Weiß ich, ob das stimmt? Weiß ich, ob die sich konsequent daran halten? Wir hatten hier vor einer Weile das Thema von den Menschen, die alle ja so gesund leben, dass man sich wundert, dass überhaupt noch Zucker verkauft wird. Ich weiß natürlich auch, dass die Vollwerternährung kein Garant für Gesundheit ist, aber es ist ganz normal, dass ich nachhake, wenn jemand sagt „Also ich lebe wirklich tiereiweißfrei und habe drei Allergien“. Horche ich nach, ist das vielleicht eine Mutter, die ihre Kinder ganz „normal“ ernährt. Ach und da isst sie nie einen Rest? Nix gegen Mütter…. nur so als Beispiel.

Es gibt Zeiten für Märchen. Dann bitte oben dick „Märchen“ drüber schreiben. Mündliche Überlieferungen werden zu Sagen und Märchen, es gibt auch moderne Märchen. Solange das Schild „Märchen“ dran klebt, ist das völlig in Ordnung. Mir aber die Zeit damit zu stehlen….. ist nicht egal.

Meine Stimme ist zu laut, zu scheußlich, ich spreche zu schnell, zu langsam, meine Brote sind (dieser Kommentar kommt meist von Bäckern) völlig unmöglich und ich leide unter Geschmacksverwirrung, dass ich die lecker finde, ich nehme die falschen Küchenutensilien, zu viele Maschinen, zu viel Plastik, „ey du A…., alles Sch…, was du hier produzierst“, ich habe von nix Ahnung, rede nur Stuss… die Reihe ließe sich locker fortsetzen.

Ich weiß mittlerweile, dass ich genug Rückendeckung habe, um die Zeit lieber mit wichtigen Dingen zu verbringen … dies also einige Monate nachträglich als Erklärung für die Deaktivierung der Kommentarfunktion in YouTube: Bei den meisten meiner Filme müssen Kommentare jetzt von mir erst genehmigt werden, bevor sie erscheinen.

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Gastbeitrag: Der Freundin helfen (Teil 2/2)

Kommentar vom 1. November 2011: Gastbeitrag: Gewicht verlieren mit Schnitzerkost (Teil 2)

Wer den ersten Teil verpasst hat, kann ihn nachlesen, nämlich: hier.

Drei Wochen war Katja nun bei mir und hat insgesamt ca. 4,5 kg verloren. Ein Ausrutscher war dabei, denn sie war einmal zu einer großen Familienfeier eingeladen. Sie hat sich zwar an Salate gehalten, aber es gab keine Salate ohne tierisches Eiweiß. Die Schmerzen an ihren Händen und Füßen machten sich wieder bemerkbar, zwar nicht so stark wie sie sie hatte als sie zu mir kam, aber dennoch wahrnehmbar. An diesem Tag hat sie auch nichts abgenommen, sondern wieder etwas zugenommen. Ich kann wegen meiner altertümlichen Waage nicht genau sagen wie viel, es war aber unter 1 kg. Nachdem Katja am nächsten Tag wieder zur Schnitzerkost zurückkehrte, verschwanden auch die Schmerzen wieder. Sie scheinen wirklich mit dem tierischen Eiweiß zusammen zu hängen und Katja hat sich fest vorgenommen dieses fortan strengstens zu meiden.

Katja braucht immer noch gegen Mittag eine kleine Ruhepause. Sie schläft zwar nicht immer wie in der Anfangszeit, sondern ruht sich nur aus. Danach ist sie wieder fit. Ich denke einmal es hängt mit der gesamten Umstellung zusammen und wird in Zukunft auch noch besser werden. Sport getrieben haben wir in der Zeit nicht, wenn man einmal von 5 Minuten Trampolinspringen am Morgen absieht. Am Ende der 3 Wochen hat Katja es schon 10 Minuten lang durchgehalten! Wenn sie die veränderte Ernährung zuhause in ihren Alltag integriert hat, will Katja sich auch um mehr Bewegung kümmern. Es zeigt aber wieder einmal, dass Bruker Recht hatte! Er schreibt ja ganz klar, dass eine veränderte Ernährungsweise schon zu einer Gewichtsreduzierung führt.

Für Katja war die Ernährungsumstellung jetzt erst einmal am Wichtigsten, da sie ja Schmerzen in den Füßen hatte, war an mehr Bewegung nicht zu denken. Sie ist ganz glücklich über die verlorenen Kilos und dass sie nicht hungern muss und jetzt auch sagen kann, dass sie von Frischkost satt wird. Einen Ratschlag habe ich ihr noch gegeben, sie soll beim Essen immer daran denken, langsam zu essen und gründlich zu kauen.

Die 5 Stunden-Regelung konnten wir am Ende der 3 Wochen auf 5 ½ bzw. 6 Stunden ausdehnen. Bruker sagte ja man solle auch nicht die kleinste Kleinigkeit zwischendurch essen, Schnitzer machte dazu keine Angaben. In dem Buch „metabolic balance – Das Stoffwechselprogramm“ habe ich eine Erklärung dazu gefunden, ich zitiere:

Nur in den Phasen, in denen wenig Insulin in der Blutbahn ist, kann Fett verbrannt werden. Ansonsten bleibt das Fettgewebe wie durch Korken verschlossen. Zwischen den Mahlzeiten soll mindestens eine Pause von 5 Stunden liegen. Während dieser Pause, in der lediglich Wasser getrunken werden soll, kommt es zu einem Abfall des Insulinspiegels im Blut. Ein niedriger Insulinspiegel sorgt dafür, dass die Fettverbrennung sehr stark angeregt wird und kein Fett aufgebaut werden kann…..

Ich habe übrigens das Getreide gut vertragen, ich hatte keine Probleme, aber nur, solange ich es in roher Form zu mir nahm. Eine Bekannte hatte mir einmal einen Grünkernsalat serviert, da ging es mir hinterher sehr elend. Ich hatte ein dumpfes Gefühl im Kopf und eine verstopfte Nase. Später habe ich das Experiment für mich noch einmal wiederholt, das Ergebnis war gleich. Also Getreide ja, aber nur roh, jedenfalls für mich.

Die Getreidegewürzbreie, die Schnitzer in seiner Ernährung vorschlug waren weder für mich noch für Katja der Hit. Wir haben dann Keimlinge genommen (Linsen, Mungbohnen etc.) oder auch gekeimtes Getreide über den Salat gegeben.

Tiereiweißfrei – wie weit?

Kommentar vom 12. Juni 2011: Tiereiweiß-Verträglichkeit und mehr

Ich weiß, ich bin nicht die Welt 🙂 Dennoch habe ich in den letzten Wochen / Monaten einige Erfahrungen gemacht, die ich hochinteressant finde. Da würde ich gerne wissen, ob andere schon mal Ähnliches erfahren haben.

Bedingt durch eine lange Rohkostzeit mit anschließend ein bisschen Schnitzer habe ich ja monatelang keine Tierprodukte mehr gegessen. Ebenso wenig erhitzte Dinge. Nach Rückkehr zur tiereiweißfreien Vollwerternährung stellte ich erst einmal mit Freude fest, dass ich Brot bestens vertrage. Auch heiße Getränke machen keinerlei Probleme.

Was mich aber völlig überrascht hat: Meine Galle reagiert jetzt extrem auf Tiereiweiß. Schon 2 Esslöffel Sahne im Essen führen dazu, dass ich das Gefühl habe, ich habe einen Klumpen im Magen. Butter schmeckt mir jetzt schon frisch „gammelig“. Gekochtes Gemüse in kleinen Mengen geht von der Verträglichkeit, macht mich jedoch ziemlich müde.

In den letzten Tagen vor Verfassen dieses Beitrags habe ich vier Tage lang kleine Mengen Sahne ins Essen getan, mal ein Kakao mit 2 Esslöffeln, mal eine Suppe mit einem oder zwei Esslöffeln. Ich habe dann Gallenbeschwerden bekommen, wie ich sie seit Jahren nicht mehr hatte, obwohl ich in meiner Rohkostphase wirklich Nussmengen verdrückt habe (das ist ja auch eine Menge Fett), wo jeder Schulmediziner sagen würde: „Um Himmels willen, damit ruinieren Sie Ihre Galle!“ Naja, die ist ja schon ruiniert … 😉

Die vielen Nüsse sind schon nicht so gut, und das ist ein Punkt in meiner Ernährung, an dem ich arbeite. Die hohe Unverträglichkeit selbst kleiner Tiereiweißmengen zeigt mir wieder einmal: Tiereiweiß gehört nicht wirklich in unsere Ernährung. Nun könnte jemand argumentieren: Ja, du bist ja auch krank, ich als Gesunder kann aber Eier, Quark, Käse und erst recht Sahne und Butter essen, so viel ich will. Gesund? Wer ist heute noch gesund? Und was ist in zehn Jahren? Und es ist ja nicht so, als ob ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen nun Grundregeln verkünde für jedermann. Meine geschilderten Erfahrungen passen nur bestens zu vielen ernstzunehmenden Erkenntnissen (ich verweise da zum 14958049505. Mal auf die China Study).

Für mich wird in Zukunft die tiereiweißfreie Ernährung nach Bruker ein Extra für Feiertage und spezielle Anlässe sein. Einmal im Monat oder halben Jahr ist das sicher verkraftbar. Mein Körper, der mein bester Ernährungskompass ist, sagt ganz klar: Rohkost muss nicht sein; komplett tiereiweißfrei steht nun als bewusstes Ziel auf meinem Plan. Bewusst sage ich deshalb, weil ich ja schon seit vielen Monaten erkenne, dass ich mich automatisch vom Tiereiweiß wegbewegt habe.

Noch eine interessante Beobachtung zur industriellen Verarbeitung: Ich bin ja ein Kakaojunkie, Kakaonibs putschen nett auf im Getränk und belasten mich nicht. Wenn ich mir aber jetzt einen Kakao mit Kakaopulver mache: Hui, das bekommt mir aber gar nicht. Mein Magen besteht dann nicht mehr aus Muskeln und Geweben, sondern aus bleiverkleideten Stahlwänden 🙂

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie genau unser Körper uns mitteilt, was wir vertragen und was nicht, sobald wir ihn einmal aus dem Knechtdasein der Zivilisations- und Unterdrückungskost befreit haben.

10. April 2011: Distelöl immer teilraffiniert?

Kommentar vom 10. April 2011: Distelöl

Nicht alle Informationen aus Vollwertmund, auch aus bewährtem Vollwertmund sind richtig. Das erste Mal wurde ich darauf gestoßen, als ich in einem Kurs 2006 in Lahnstein hörte, dass in aller Creme fraiche – auch Bioware – bis zu 10% Zucker enthalten sein kann, ohne Deklaration. Wir waren alle entsetzt! Nicht aus Misstrauen, aber aus einem anderen Grund fragte ich dann beim Großhändler dennree einmal nach. Diese Information traf nicht zu. Creme fraiche bio enthält keinerlei Zucker, auch keinen undeklarierten. Natürlich wurde diese Aussage in Lahnstein korrigiert.

Derzeit beschäftige ich mich, wie einige sicher schon bemerkt haben, mit der Schnitzerschen Form der Vollwerternährung. Er empfiehlt als Öle für Salate vor allem Lein- und Distelöl, von Olivenöl rät er ab, Sonnenblumenöl sei eine Notlösung. Nun mögen weder Eric, der ja mittags hier mit isst, noch ich Leinöl, auch wenn es die beste Qualität hat. Also habe ich mich auf dem Markt umgeschaut. Das beste Distelöl, das ich fand, ist von byodo. Ich habe also bei meinem Bioladen 4 Flaschen bestellt und unser Mittagessen damit „angereichert“. Nativ ist es und kalt gepresst.

Nun las ich letztlich aus Vollwertler-Mund erneut „Distelöl ist nicht zu empfehlen, denn es ist ja immer teilraffiniert.“ Oh je, wie gehe ich dann mit der Schnitzerschen Empfehlung um? Was tun? Ich habe die Flasche erneut studiert und fand dann noch den Zusatz, dass das Öl gefiltert wird. Oha, was bedeutet das? Einfachste Lösung: Ich frage bei Byodo nach. Ich ging auf die Website, auf der betont wird, wie wichtig ihnen die Kunden sind. Es gibt eine Reihe von Ansprechpartnern, ich suchte mir den meiner Ansicht nach passendsten aus und schrieb:

Dr. Schnitzer empfiehlt Distelöl neben Leinöl als besonders gesund. Letztlich las ich jedoch in XXX, dass Distelöl immer teilraffiniert ist.
Wie steht es da mit Ihrem Distelöl? Auf der Flasche steht, außer Filtration passiert nichts (kaltgepresst & nativ). Fällt Filtration unter den Oberbegriff „teilraffiniert“?

Abgeschickt habe ich die Mail abends um 19 Uhr, am nächsten Morgen lag die Antwort bereits um 8.30 Uhr vor (ich habe auch die Erlaubnis, dies ohne Namen zu veröffentlichen):

Guten Morgen, liebe Frau Wilkesmann,
vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an unserem Bio Feinkost Sortiment.
Für Byodo Distelöl gilt: dieses Öl ist nativ – h.d. sortenrein, aus erster Pressung, 100 % Bio und ohne jede Wärmezufuhr kalt gepresst. Das Filtern fällt nicht unter den Begriff „teilraffiniert“.
Ich kann mir die Aussage aus XXX nur so erklären, dass hier konventionelle Öle gemeint sind.
Ich hoffe, Ihnen damit weiter geholfen zu haben und stehe bei eventuellen Rückfragen gerne zur Verfügung.

Also wieder einmal bestätigt: Vollwertmund tut nicht immer Wahrheit kund 😉