Frau Merkels Schuld

Wenn ich die Stimmungslage beurteilen sollte, wie sie im Moment in Deutschland herrscht – aus meinem Bekannten- und Freundeskreis -, so könnte ich es wie folgt zusammen fassen:

  • Niemand hat etwas gegen einen Flüchtling als einzelnen Menschen
  • Es werden schwere Probleme gesehen, die niemand möchte
  • Es wird ein deutlich härter-konsequenterer Umgang mit Flüchtlingen gefordert, die hier fehl am Platze sind, weil sie entweder keinen echten Grund haben für ihre Flucht oder nicht einmal grob bereit sind, sich den hiesigen Gepflogenheiten anzupassen (Verweigerung von Essensausgabe von weiblichen Helfern u.ä., von Massenschlägereien ganz zu schweigen).

Was mich jedoch verwundert, ist die zunehmende Polarisierung gegen Angela Merkel. Natürlich waren einige ihrer Einladungen völlig deplatziert und dass sie am Kurs festhält, lässt fehlenden Kontakt mit der Bevölkerung vermissen – das ist ja heutzutage aber fast normal.

Nein, Frau Merkel ist nicht die Person, auf gegen die alleine sich der Unmut richten sollte. Hier ist ein freies Land. Was wäre, wenn das gesamte Kabinett zurückträte und sagte: „Tut uns leid, das ist gegen den Wunsch unserer Wähler, gegen den gesunden Menschenverstand (erlaube ich mir hier einmal zu sagen), wir treten zurück.“ Ist auch nur einer zurückgetreten? Frau Nahles klebt an ihrem Amt genauso wie ein Sigmar Gabriel oder ein de Maizière. Bürgermeister veralbern besorgte Eltern in Orten, wo in einer Kindergarten-Turnhalle 40 männliche Asylbewerber untergebracht werden sollen (in der Nähe von Worms), es fände dadurch eine Bereicherung statt.

Kindertagesstätten werden bestreikt. Warum werden nicht Einrichtungen bestreikt, wo Massenschlägereien stattfinden? Warum sagen die Menschen, die politisch nicht rechts gruppiert werden möchten und sollten, immer noch nur hinter vorgehaltener Hand, dass sie diese Mengen von Flüchtlingen einfach nicht wollen, aus welchen Gründen auch immer?

Öfter schon habe ich Mails erhalten, ich sei mutig. Ich weise das zurück, ich bin überhaupt nicht mutig. Ich sage meine Meinung in dem Vertrauen, das dies immer noch ein Land ist, in dem ich mich über politische Zustände frei äußern kann. Es passiert auch nichts. Ich erhalte weder Drohmails noch beschimpft mich irgend jemand. Warum? Weil ich nicht emotionale Wellen aufpeitsche, nicht jeden meiner Sätze mit 3 oder 5 Ausrufezeichen versehe, sondern weil ich Argumente sachlich vortrage, wovon ich überzeugt bin, und Fragen stelle. Auch das kann jeder.

 

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Es darf gelacht werden

„Vize-Kanzler Sigmar Gabriel plädierte in einem Interview mit „Spiegel Online“ für eine offene Debatte über die Probleme und Ängste in der Bevölkerung. „Es darf kein Klima geben, in dem jeder, der sich Sorgen macht, gleich als ausländerfeindlich oder rechtsradikal gilt“, mahnte der Wirtschaftsminister.“ (Quelle: hier)

Keine Sorge, Herr Gabriel, keiner wird so bekloppt sein, 95 % der Bevölkerung als ausländerfeindlich oder rechtsradikal zu bezeichnen. Ich kenne aus direkten Gesprächen überhaupten niemanden, der sich keine Sorgen macht. Allenfalls in Facebook stolpere ich noch über ein paar Rosabebrillte, die sowieso immer in einem Traumland leben. Was soll also jetzt, wo die Stimmung bereits gekippt ist, ein solcher Satz?

Wie schön, Herr Vize-Kanzler und Wirtschaftsminister, Sie haben auch schon bemerkt, dass man die Mehrheit der Bevölkerung nicht länger zu Deppen erklären kann? Ein Tusch für diese Leistung.

Aber, sorry, kein Kreuzchen auf dem nächsten Wahlzettel, Ziel verfehlt. So was aber auch…