Aller guten Dinge sind 3

Noch ein Griff in die Vergangenheitskiste, das soll aber dann der letzte sein…

Wie ich schon in einem Kommentar erwähnte, waren die letzten vier Jahre auf der Schule für mich sehr unangenehm. Wir waren mal wieder umgezogen. Ich kam aus einem sogenannten Schuldorf, d.h. verschiedene Schularten auf einem Gelände, gemischtes Gymnasium, nette Lehrer, viele junge Lehrer, aufgeweckte Atmosphäre. Wohin kam ich von dort? In eine reine Mädchenschule (gab es damals noch). Die Lehrer und auch die Schülerinnen schienen teils noch aus dem letzten Jahrhundert zu stammen. Das nahm ich staunend zur Kenntnis. Schülerinnen mit einem Hang zu Sturheit oder Widerspruchsgeist waren nicht so richtig erwünscht. 😉

Und hier eine kleine Geschichte aus meinem Sportunterricht, ich muss wohl so 16 Jahre alt gewesen sein. Ich war sicher keine einfache Durchschnittsjugendliche, so wie Lehrer sich das wünschen. Dennoch…

Also: Sportunterricht. Ich war in Sport nie gut und hatte wenig Interesse.

Am unangenehmsten fand ich Geräteturnen. Die Geräte können ordentlich weh tun und für mich sahen sie gefährlich aus. Nun war Barrenturnen angesagt: Man musste auf dem niedrigen Holm stehen, die Hände auf dem oberen Holm und elegant über den oberen Holm springen. Ich stand da oben und fand den Boden deutlich zu tief unten. Die Sportlehrerin redete mir vermeintlich gut zu. Vor mir waren ja schon etliche Mädchen problemlos drüber gehüpft. Ich stand da und fühlte mich so elend, während sie auf mich einredete. Und da kam ihre letzte pädagogisch fein durchdachte Maßnahme: „Ute, wenn du jetzt nicht springst, kriegst du eine 5 im Sport!“

Ich hörte das und stieg, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken, vom niedrigen Holm wieder auf den festen Boden. Eine 5 habe ich dennoch in Sport nicht bekommen, war mir eh wurscht. Ich habe mir ja immer Mühe gegeben (und nur, wenn man sich keine Mühe gab, durfte einem damals eine 5 in Sport verpasst werden) 😉