Veganer können auch anders

29. April 2102: Eine erstaunliche Aussage von einem Veganer

Wir hatten ja gerade vorgestern das Thema Veganismus. Gut zum Thema passt dieses Video, weil es zeigt, dass auch Veganer sich selbst gelegentlich nicht immer als den Nabel der Welt sehen und anderen Menschen ihre Welt lassen.

Mir hat das Video sehr gut gefallen. Ein bisschen Englisch muss man schon können, um es zu verstehen.

Ich habe allerdings zu kritisieren, dass es dem Video nicht geschadet hätte, der freundliche Veganer hätte ein weniger konzentrierter geantwortet und nicht so halb-abwesend an manchen Stellen 😉

Lärmschutzgesetze

Kommentar vom 18. August 2010: Kinderlärm

Schon am Samstag stand es kurz in der Zeitung, gestern gab es einen längeren Artikel mit der Überschrift: „Regierung will Klagen gegen Kinderlärm erschweren.“ Worum geht es? Kindergärten und Kindertagesstätten sollen jetzt auch in reinen Wohngebieten zulässig sein, und Klagen gegen Kinderlärm sollen deutlich erschwert werden. Dass sie das nicht sind, wundert mich – ich entdecke bei meinen Spaziergängen gelegentlich Kindergärten. Und dann kommt der Satz, der mir so richtig den Kamm anschwellen lässt: Hermann Kues, parlamentarischer Staatssekretär im Familienministerium, sagte nämlich: „Toleranz und Akzeptanz gegenüber dem Lachen, Kreischen, Singen und Rufen spielender Kinder muss eine Selbstverständlichkeit sein.“

Was für ein unausgegorener Schwachsinn. Es gibt nämlich spielende und spielende Kinder. Es gibt solche, die wie Kinder spielen, lachen, nicht immer leise sind. Es gibt aber auch die von der Tyrannensorte (siehe hierzu das überaus empfehlenswerte Buch von Michael Winterhoff „Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit“), die rumschreien und kreischen. Kreischen ist nichts, was ich akzeptieren muss, das hat mit Toleranz auch nichts zu tun. Herr Kues versucht hier, uns mit völlig unsachlichen politisch korrekten Wörtern in die Ecke zu drängen. Wetten, Herr Kues wohnt nicht neben einer Kindertagesstätte und wird auch dafür sorgen, dass er es in Zukunft nicht wird? Spielende Kindergruppen von 2 bis 8 normal erzogenen Kindern –  daran wird sich außer ein paar ganz eigenen Menschen niemand stören. Aber mehrere Gruppen in einer Kindertagesstätte, denen offenbar jegliche Geräuschfreiheiten gewährt werden sollen, sind kein Lärmpegel, der irgendetwas mit Toleranz zu tun hat.

Wikipedia definiert den Begriff Toleranz so: Toleranz […] ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.“

Der Lärm von Kindermassen ist keine Überzeugung, keine fremde Handlungsweise oder Sitte. Wenn es in Kreischen und Schreien ausartet, ist das einfach ungezogen.

Toleranz hat auch etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun, mit Duldsamkeit – aber nicht mit ergebenem Erdulden, denn das ist Märtyrertum. Lärmpegel wird in Dezibel gemessen und die Schädlichkeit des Lärms hat doch nichts mit der Quelle zu tun. Ob mich ein Schlagbohrer stresst oder eine Horde johlender Kinder – für den Stresspegel, die Unmöglichkeit, sich zu entspannen, ist das völlig egal.

Alle vermeintlichen Kinderfreunde stimmen jetzt in dieses Lied ein – ja, wir müssen den Kindern Platz geben, sie sind unsere Zukunft. Das ist nichts Neues. Kinder waren immer schon die Zukunft der Menschheit. Das ist aber kein Grund, sie uns endlos nerven zu lassen. Ich habe es praktisch vor Augen: Neben mir wohnen an jeder Seite Familien mit Kindern. Links: vier Kinder, die mittleren beiden Jungen. Rechts eine Familie mit zwei Kindern, zwei Jungen etwa im gleichen Alter wie links (schätzungsweise 12 und 14 Jahre alt). Links die Kinder sind selbstbewusst, dass es eine wahre Freude ist, höflich, verschmitzt, spielen im Garten, fröhlich lachend, rufen schon mal, oder spielen gelegentlich eine halbe Stunde Fußball vor der Garage. Stören sie mich? Nein. Rechts die Jungen spielen bei schönem Wetter im Garten Fußball. Kick-kick-kick, ob Sonntag oder Samstag, wird das von plötzlichem Schreien und Gekreische begleitet. Mitunter mischt der Vater mit. Niemals werden sie angehalten, vielleicht Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen. Wenn ich ihnen auf der Straße begegne, fällt mir immer auf, dass sie keinesfalls so selbstbewusst sind, wie die Kinder von „links“. Sie können einem kaum in die Augen schauen. Wenn ich ihre gröhlenden Stimmen aus dem Garten höre, vergeht mir die Freude am eigenen Grün. Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass Gegröhle und Gekreische keinesfalls die Entwicklung positiv beeinflusst. Beide Familien sind von gleichem Bildungsniveau, falls jemand in diese Richtung denken sollte.

Kinder sind unsere Zukunft, ja. Deshalb müssen wir sie aber nicht verhätscheln und gewähren lassen und unsere Nerven strapazieren. Deshalb muss ich nicht ertragen, dass direkt neben mir eine Kindertagesstätte entsteht, in der Erzieher und Erzieherinnen meinen, dass GEKREISCHE und SCHREIEN an der Tagesordnung sind.

Es ist ganz klar, dass ich Kindern ihre Fröhlichkeit gönne, auch Singen, normales Spielen. Aber hemmungslose Geräuschkulissen sind nicht erforderlich, um aus Kindern glückliche Erwachsene zu machen (siehe das genannte Buch).