Die evangelische Kirche und die Ukraine

Morgens vor den Nachrichten höre ich, da mein Wecker um 5:58 Uhr rasselt, immer noch die letzten Sätze der Sendung „Kirche in WDR2“.

Heute dachte ich: Habe ich mich verhört? Aber nein, ich habe es gerade online gefunden das Manuskript. Da steht wörtlich:

„Deshalb finde ich, es ist das Mindeste, dass wir dem Rad in die Speichen fallen. Indem wir der Ukraine geeignete Waffen zur Verteidigung liefern. Nicht nur die Panzer, die hier keiner mehr will. Moderne werden dort dringend gebraucht. Und das Embargo auf das ausdehnen, was Russland wirklich trifft. Sein Öl und sein Gas. Denn es reicht nicht, die Opfer unter dem Rad zu verbinden.“ Von Uta Garbisch.

Den Bezug zu Dietrich Bonhoeffer finde ich unsäglich.

Es ist schade, dass ich schon aus der Kirche ausgetreten bin. Heute wäre ein guter Tag dafür.

Nachlesen könnt Ihr: hier

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„Wir werden verarscht!“

Dies ist ein Zitat aus einem gestrigen Telefonat, nicht von mir. 🙂

Bild von Thomasxx2xx auf Pixabay

Wir heizen mit Öl. Wir haben zum Glück einen großen Tank, sodass wir in den ersten Kriegstagen nicht hektisch getankt haben. Nun dachten wir aber, wo Habeck und die EU großkotzig ein totales Embargo auf russisches Öl planen, sei es vielleicht doch an der Zeit, den Tank zu füllen – dann haben wir eine längere Zeit Ruhe.

Ich rief bei unserem Ölhändler an. Wir kennen ihn seit etwa zwanzig Jahren, er hat uns mehrmals aus Notsituationen geholfen (z.B. unerwartet leerer Tank); ist zuverlässig und schnell. Ich gab der jungen Frau am Telefon unseren Auftrag.

„Sie wollen wirklich so viel tanken? Wollen Sie nicht lieber warten? Oder nur eine kleine Menge nehmen, wenn’s drängt?“

Ich verwies auf das bevorstehende Embargo.

„Das ist doch Quatsch, wir werden verarscht – vom Staat, von den Mineralölkonzernen und anderen. Der Anteil von russischem Öl liegt sowieso nur noch bei 15 Prozent.“

Das heißt, der Preis geht nicht runter, vor allem nicht in Deutschland, obwohl keine große Not vorherrscht. Und selbst wenn kein russisches Öl mehr bezogen wird: Ist es so schwer, diese 15 Prozent von anderer Quelle aufzufüllen? Warum wird hier immer so getan, als müssten wir klappern und frieren, wenn es zu einem Embargo kommt? Dafür muss ich nicht bei 15 Grad Celsius in meinem Wohnzimmer sitzen.

Frieden schaffen, das heißt jetzt nötiger denn je: ohne Waffen!

Ein Appell für den Frieden

Wer bei mir ein Rezeptabo abschließt, erhält einmal monatlich eine Art Newsletter. Da geht es meist ums Kochen, kleinere Neuigkeiten usw. Heute habe ich mich zum ersten Mal politisch geäußert. Mehr kann ich in meinem kleinen Rahmen nicht für den Frieden in der Welt tun (klingt pathetisch, ist aber doch so).

Den entsprechenden Teil kopiere ich hier ein:

Die Menschen [im Krieg] tun mir leid. Die Russen, weil sie von einem Despoten zum Krieg gezwungen werden, ohne eine Aussicht auf Flucht. Die Ukrainer, weil sie angegriffen werden und leider auch keine Führung haben, die zu Kompromissen bereit ist. Die ukrainischenm Flüchtlinge, die auch nicht immer gern gesehen sind – den Stimmungsumschwung spüre ich bereits. Und Deutschland rüstet auf für eine Summe, die so unglaublich ist. Und redet vom Frieden. Und die deutsche Presse regt sich auf, weil der Bundestag sich nach einer emotionalen Rede von Selenski nicht schämt. Was heißt hier emotional? Vor allem Deutschland beschuldigen, dass sie nicht genug helfen. Da geht es aber nicht um die Aufnahme von mehr Flüchtlingen (da würde ich mich für wahr schämen, wenn sie gestoppt würde). Selenski schimpft, dass Deutschland nicht genug tut, zu spät Sanktionen begonnen hat und – das finde ich das Allerschlimmste – dass Deutschland nicht mithilft, dass die Ukraine der Nato oder der EU beitreten kann.

Wer verlangt, dass die Ukraine jetzt im Eilverfahren in Nato oder EU aufgenommen wird, ist für mich ein Kriegstreiber. An Menschen denkt da niemand.

Ich empfehle die Lektüre eines alten Buchs, „Die Waffen nieder“, von Bertha von Suttner.

​Uns allen wünsche ich ein Ende dieses unseligen Kriegs, ein Ende des Mordens, ich wünsche allen Müttern, die ihre Söhne im Krieg haben, die heile Rückkehr ihrer Kinder. Und ich wünsche genauso allen Syrern, die immer noch in einem Bürgerkrieg ausgeblutet werden, dass sie endlich in Frieden leben können. Den afghanischen Frauen und Männern, die auch fanatischen Despoten aufgeliefert sind. Wie allen Menschen, die allein aus Machtgier und finanziellen Interesse für die Gierigen sterben sollen und gestorben sind.

Geflüchtete Russen

Gelesen habe ich nichts zu dem Thema (ich lese über den Ukraine-Krieg sowieso nur das Nötigste), aber ich könnte mir vorstellen, dass auch Russen gen Westen fliehen.

Werden sie auch mit offenen Armen empfangen, oder bekommen sie all‘ die Wut ab, die ihr Staatsoberhaupt verdient?

Ich finde es schlimm, was in Deutschland mit den hier ansässigen Russen passiert. Sie werden teils geächtet, Läden überfallen usw. Oder sie werden entlassen, wenn sie sich nicht laut und deutlich gegen Putin äußern. Das hat ja vor allem auch prominente Künstler getroffen. Unglaublich!

Künstler sind keine Politiker, und es reicht nicht, wenn sie sich nicht zur Politik äußern. Wieso nicht? Haben sie nicht vielleicht Familien in Russland, die sie schützen wollen und müssen? Oder sind eben Künstler und nicht alle politisch aktiv/interessiert?

Es soll wirklich Bäckereien geben, die statt „Russischem Zupfkuchen“ jetzt „Zupfkuchen“ verkaufen.

„Der Deutsche“ möchte mal wieder Musterschüler sein? Warum? Statt für eine Milliarde die Bundeswehr aufzurüsten (wem bringt das was, außer den Waffenlieferanten?), könnte man das in die Versorgung aller Flüchtlinge investieren. Dazu gehört Mut.