Die Mehrheit der Deutschen …

Las ich doch die Tage immer wieder, dass die Mehrheit der Deutschen die Panzerlieferungen in die Ukraine gutheißt. Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-leopard-panzer-lieferung-ukraine-krieg-russland-100.html

Zwei Tage vorher sagte noch eine Umfrage, dass die meisten Deutschen die Lieferungen kritisch sehen. Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-leopard-panzer-lieferung-ukraine-krieg-russland-100.htm

Wie immer erfahren wir nichts Genaues über die Umfrage. Viel mehr Quellen behaupten, die Mehrheit sei dafür. Schreiben Sie alle voneinander ab oder ist die Mehrheit wirklich dafür?

Ich kenne wieder die falschen Menschen. Jeder, mit dem ich bisher darüber gesprochen habe, ist gegen die Lieferung von Panzern. Offenbar kenne ich nur Minderheiten.

Ich bin ausdrücklich gegen die Lieferung von Panzern an die Ukraine.

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Todesstrafe

Szenario

Gesetzt den Fall, es wird über die Wiedereinführung der Todesstrafe diskutiert. Angeblich sind 77 % der Deutschen dafür, ja und die Regierungskoalition ist auch dafür.

Da reichen einige Intellektuelle eine Petition ein, dass die Todesstrafe inhuman ist und erwiesenermaßen keine Abschreckung erreicht. Einer der Unterzeichner der Petition ist ein Mitglied der AfD. Jeder wundert sich, warum die AfD gegen die Todesstrafe ist, aber so ist es.

Wer jetzt offiziell gegen die Todesstrafe ist, wird in den Medien nun als AfD-Unterstützter angeprangert. Die einzelnen Unterzeichner werden als Schwächlinge, Seesselpupser, Weltfremde etc. abgetan. Das, was sie fordern, als überzogen, unrealistisch, albern verhöhnt.

Ein nicht vorstellbares Szenario? Eine irrwitzige Phantasie von mir? Das sehe ich anders! Genauso verunglimpft werden nämlich die Unterzeichner der von mir vor zwei Tagen vorgestellten Petition für den Frieden. So läuft das hier in Deutschland.

Ich bin kein Alice-Schwarzer-Fan, aber deshalb ist nicht alles, was sie sagt, dumm oder verkehrt. Und nur weil die AfD mal dasselbe fordert wie ich, unterstütze ich sie nicht.

Was für eine Art von Praktizierung freier Meinungsäußerung ist das? Eine schändliche.

Es fing an mit den Pegida-Demonstrationen. Da haben die Medien zum ersten Mal gemeinsam auf Menschen rumgehackt und alle in eine rechte Ecke gedrängt. Ich hatte Glück und die Interviews mit den Protestierenden gesehen, bevor zu geschnitten wurden. Die waren keineswegs alle rechte Extremisten.

Der nächste Fall war die Corona-Impfung. Alle, die sich gegen eine Impfung aussprachen, wurden in eine Ecke gesteckt und lächerlich gemacht. Eine sachliche Diskussion wurde nur noch in Randnotizen geführt.

Und jetzt passiert es wieder. Wer sich für Frieden ohne Waffenlieferungen ausspricht, ist naiv, darf nicht ernst genommen werden, ist der falschen Partei nahe und so weiter. Ein Beispiel könnt Ihr lesen: hier.

Als ich vorgestern die Petition unterschrieben habe, waren es insgesamt schon 33.000 Unterzeichner. Okay, das ist nicht die Mehrheit. Aber gelesen habe ich das auch noch nicht.

Frieden schaffen ohne Waffen. Dafür gibt es keine Alternative.

Frieden schaffen ohne Waffen

Dass ich keiner Kirche angehöre, dürfte den meisten Lesern bekannt sein. Dennoch erbost mich diese Ostern Kritik am Papst. Schade finde ich auch, dass die Friedensbotschaft dann aufgrund des öffentlichen (?) Drucks im Vatikan abgemildert wurde.

Bild von falco auf Pixabay

Die ursprüngliche Fassung zitiere ich hier aus der Zeit:

„Welchen Fehler haben wir begangen?“, „Warum hast du unsere Völker im Stich gelassen?“ Und „Herr, wo bist du? Sprich in der Stille des Todes und der Trennung und lehre uns, Frieden zu schließen, Brüder und Schwestern zu sein, wieder aufzubauen, was die Bomben zerstören wollten“

Was bitte ist daran falsch? Wechselnd gesproche von einer Ukrainerin und einer Russin?

Quelle: hier

Und was schreibt die BZ? Frieden schaffen ohne Waffen ist derzeit keine Option. (hier)

Falsch. Frieden schaffen ohne Waffen ist die einzige Option, wenn wir Menschenleben über geopolitische Überlegungen stellen.

Diese Hilflosigkeit derer, die sich wie ich nach Frieden ohne Waffen sehnen, erinnert mich an meine Eltern. Demos? Nee, da gingen sie nicht hin. Das hatten sie nämlich einmal gemacht: Sie hatten sich an einer Großdemonstration gegen die Einführung der Bundeswehr beteiligt. Wen hat das interessiert? Niemanden.

Keine Unterstützung mehr für Selenski!

Gestern habe ich noch gedacht, es sind Fake-News, dass Selenski ein russisches Angebot der Neutralität nicht angenommen hat.

Heute habe ich es mehrfach gelesen. Es ist für mich nicht zu fassen. Das Blutvergießen könnte ein Ende haben, ohne dass Putin oder Selenski das Gesicht verlieren.

Außerdem macht Selenski Deutschland und den westlichen Staaten insgesamt zum Vorwurf, dass sie die Ukraine nicht in die NATO oder die EU lassen. Na super, das wär’s noch gewesen. Das hätte ihn offenbar nicht gestört, wenn dann der nächste Weltkrieg ausgebrochen wäre?

Auch Deutschland ist natürlich ein böser Bube: Scholz hat laut Selenski die Sanktionen nicht früh genug eingeleitet. Nicht früh genug? Sollte er die Sanktionen einleiten, bevor der Krieg ausgebrochen war? Darf der Bundeskanzler, ja sollte er nicht zuerst an die 83 Millionen Menschen denken, die in Deutschland leben? Darf er nicht wie die meisten alles versuchen, um eine Ausbreitung des Kriegs zu vermeiden?

Waffenlieferungen bringen niemals Frieden.

Mir tun die Ukrainer leid, die nicht so kriegsversessen sind. Ihnen sollen wir helfen. Aber ich fordere: Keine Waffenlieferung an die Ukraine mehr, zusammen mit den internationalen Partner darauf drängen, dass das Neutralitätsangebot (wie die Schweiz und Österreich es praktizieren) angenommen wird! Dafür Sorge tragen, dass dieser sowieso schon schlimme Krieg nicht wirklich noch ausgeweitet wird. Das sollte Selenskis Ziel sein, die Rettung möglichst vieler seiner Bürger vor dem Tod.

Ich will die Ukraine weder in der EU noch in der Nato. Mich fragt ja niemand, aber jemand, der solche Angebote ablehnt und obige Forderungen aufstellt, ist ein Kriegstreiber.

100 Milliarden

Eine Milliarde ist schon eine Zahl, die ich mir kaum richtig vorstellen kann. 100 Milliarden für die Aufrüstung. Frage an die Regierung: Würden es nicht auch 99 Milliarden tun?

Bild von Leandro De Carvalho auf Pixabay

Eine Milliarde sind 1000 Millionen. Dann sind wir heute bescheiden und bitten unsere Regierung, von der zur Verfügung stehenden Summe von 100 Milliarden Euro nur 99,9 Milliarden für die Aufrüstung zu verwenden. Der Unterschied kann doch nicht so groß sein. 100 – 99,9 = 0,1 Milliarden. Das sind 100 Millionen.

2020 hatte Deutschland eine Bevölkerungszahl von 83,5 Millionen. Ich runde das mal auf 85 Millionen auf. Da bleiben von 100 Millionen immer noch 15 Millionen übrig, wenn jeder in Deutschland eine Million aufs Konto bekommt.

Wenn dann alle Ukrainer (2020: 44,13 Millionen) ihr Land verlassen würden, stünden für sie die verbliebenen 15 Millionen zur Verfügung. Zum einfacheren Rechnen runde ich auf: 45 Millionen Ukrainer. Das macht pro Ukrainer 333.333 Euro.

Meine Forderung an Herrn Scholz und Herrn Lindner:

Geben Sie jedem von uns eine Million und jedem Ukrainer, der hierher kommt, 300.000 Euro. Da bleiben für die verdammenswerte Aufrüstung immer noch 99,9 Milliarden.

Die Aufrüstung wird übrigens zu einem großen Teil in irgendwelche Stealth Bomber (ich kenne mich da nicht aus, sorry) investiert. Importiert aus den USA. Das heißt, diese 100 Milliarden fördern nicht die deutsche Rüstungsindustrie, sondern unsere „amerikanischen Freunde“. Ihre Friedensliebe hat sich ja im Irak, Afghanistan, Südamerika usw. deutlich gezeigt. Gut investiert?

Wozu dienen Notvorräte?

Notvorräte dienen meiner Meinung dazu, eine Notlage zu überbrücken. Und zwar nicht eine Notlage, weil gerade mal irgendetwas nicht im Regal liegt, sondern weil Not vorliegt. Eine Notlage ist für mich zum Beispiel, der Gedanke, dass ich von allen Einkaufsmöglichkeiten abgeschnitten bin, also bei Überschwemmungen oder Ähnlichem. In einer Notlage liegt etwas Lebensbedrohliches, das vermittelt dieses Wort. Wer muss dafür Fleisch lagern? Meine Notfallliste sähe anders aus:

  • Haferflocken (halten ewig und sind nahrhaft)
  • Nüsse
  • Trockenfrüchte
  • Hülsenfrüchte, die man keimen lassen kann (was Frisches!)
  • evtl. Äpfel, die kann man nämlich auch länger lagern, 10 Tage sowieso.

Warum aber wird hier die Panik geschürt, indem die alte Liste wieder rausgezerrt wird? Wie ich schon gestern sagte: ängstliche Menschen sind eher beeinflussbar und lenkbar. Ich habe Freunde, die sich trotz aller Vernunft dieser Angst nicht entziehen können.

Für mich ist der Sinn dieses ganzen Geredes klar: Hier wird bewusst Panik geschürt, Angst vor „den Russen“ (manchmal bekommt man den Eindruck, die haben schon ein Füsschen in Magdeburg stehen) – da ist es doch nur logisch, dass wir aufrüsten, aufrüsten, aufrüsten müssen. Hundert Milliarden für den Frieden. Hahaha.

Dass vermutlich die meisten Angst vor einer Ausweitung des Krieges haben und große Empathie für die Ukrainer empfinden – das liegt auf der Hand, da schließe ich mich ein. Aber lassen wir uns doch nicht für 100 Milliarden ins Bockshorn jagen. Es galt und gilt: Aufrüstung schafft keinen Frieden.

Geflüchtete Russen

Gelesen habe ich nichts zu dem Thema (ich lese über den Ukraine-Krieg sowieso nur das Nötigste), aber ich könnte mir vorstellen, dass auch Russen gen Westen fliehen.

Werden sie auch mit offenen Armen empfangen, oder bekommen sie all‘ die Wut ab, die ihr Staatsoberhaupt verdient?

Ich finde es schlimm, was in Deutschland mit den hier ansässigen Russen passiert. Sie werden teils geächtet, Läden überfallen usw. Oder sie werden entlassen, wenn sie sich nicht laut und deutlich gegen Putin äußern. Das hat ja vor allem auch prominente Künstler getroffen. Unglaublich!

Künstler sind keine Politiker, und es reicht nicht, wenn sie sich nicht zur Politik äußern. Wieso nicht? Haben sie nicht vielleicht Familien in Russland, die sie schützen wollen und müssen? Oder sind eben Künstler und nicht alle politisch aktiv/interessiert?

Es soll wirklich Bäckereien geben, die statt „Russischem Zupfkuchen“ jetzt „Zupfkuchen“ verkaufen.

„Der Deutsche“ möchte mal wieder Musterschüler sein? Warum? Statt für eine Milliarde die Bundeswehr aufzurüsten (wem bringt das was, außer den Waffenlieferanten?), könnte man das in die Versorgung aller Flüchtlinge investieren. Dazu gehört Mut.

Ukrainische Flüchtlinge

In Wuppertal gab es zahlreiche Aufrufe, Wohnungen zu melden, in die ukrainische Flüchtlinge einziehen können. Gute Aktion.

Heute lese ich bei Radio Wuppertal, dass die Stadt mehr Wohnungen für die Geflüchteten aus der Ukraine braucht.

Schon mal interessant, dass hier nicht von Flüchtlingen (wie bei Syrern) gesprochen wird, sondern von Geflüchteten. Nicht, dass da gar Verwechslungen aufkämen. Ich zitiere:

(zitiert wird Stefan Kühn, Sozialdezernent) Bei der zu erwartenden Zahl an Menschen seien aber mehr Wohnungen nötig. Etwa 100 Angebote sind seit Kriegsbeginn bei der Stadt eingegangen. Man rechne aber mit noch mehr Geflüchteten. Gerade wegen der traumatischen Erfahrungen sei es wichtig, dass die Menschen aus der Ukraine in einer eigenen Wohnung zur Ruhe kommen könnten.
(Hervorhebung von mir)

Grundsätzlich stimme ich auch dem letzten Satz zu. Nur frage ich mich, warum man dann durch Krieg und Verfolgung geflüchtete Syrer in Massenunterkünften untergebracht hat? Als die großen Flüchtlingsströme hier eintrafen, wurden die Bürger um Wolldecken gebeten.

Diese Ungleichbehandlung von Menschen, die doch alle ähnlich schreckliche Dinge erlebt haben, erbost mich. Wohlgemerkt: Ich finde es gut, wenn geflüchtete Ukrainer eigenen Wohnraum bekommen. Warum gilt aber nicht die gleiche moralische Verpflichtung für all die anderen Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind?